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Niedrigwasser der Elz bei Freiburg am 15.7.2022 – Hitze

 

Gasliefervertrag für Mehrfamilienhaus gekündigt: Antwortschreiben
Wohlstand auf der Kippe
Hier ein Antwortschreiben an meinen Energieversorger, der mir zu Lasten meiner Mieter den für drei Jahre vereinbarten Gasliefervertrag vorzeitig kündigen will und stattdessen einen „EGT Privatgas Strategie SPOT“ anbietet. Der neue Gaspreis soll kein Fixpreis mehr sein, sondern sich am Spot(t)markt orientieren. Dieser aber ist so unberechenbar wie unsere bundesdeutsche Politik. Nicht mit mir:

„Sehr geehrte Herren Geschäftsführer,
schon die Regierungen unter Kanzlerin Merkel verschrieben sich dem Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Seit die Grünen nun richtig am Drücker sitzen und Habeck zum Energieminister gekrönt wurde, hat diese Strategie eine letzte Steigerung erfahren. Zum beschlossenen Ausstieg aus der Kohle sollte das Erdgas nur noch die entstehende Lücke schließen, obwohl es sauberer als Kohle ist. Doch den deutschen Machthabern ging es mit dem “Ausstieg“ nicht schnell genug, was sich jetzt bitter rächt.

Nordstream2 wurde gebaut und sollte in Betrieb genommen werden, nicht, um noch mehr Gas aus Russland zu beziehen. Sondern diese Pipeline sollte die Versorgungssicherheit Deutschlands und Europas gewährleisten für die Ausfallzeiten von Nordstream1 wegen Instandhaltung und für den Fall möglicher Sabotage. Das gleiche galt für die Überlandleitungen durch die östlichen Nachbarländer, wenn deren politische Führungen die Gashähne abdrehen, aus welchen Gründen auch immer. Oder das Gas zu unseren Lasten abzweigen, wie das bei der Ukraine der Fall ist, die nicht „auf dem Trockenen sitzt“. Auch Polens Speicher sind voll.

Doch die Sabotage erfolgte durch die USA und Brüssel (auf Bestellung aus D?). Nach der Fertigstellung von Nordstream2 wurde die Inbetriebnahme der Pipeline von der Gründung einer anderen Rechtsform in Deutschland abhängig gemacht. Nachdem diese Gesellschaft EU-rechtssicher gegründet war, wurde die Boykottstrategie für das russische Erdgases geändert. Die neue Begründung war, man wolle nicht Putins Krieg in der Ukraine mit dem Bezug russischen Gases finanzieren. Was eine arglistige Täuschung ist, denn weniger als ein Prozent des Erlöses der Gaslieferungen fließt in Putins Militär wies ich nach.

Bis diese Woche galt Deutschland als einziges Land der Welt, das selbstverschuldet einen Energienotstand ausgerufen hat. Nun tat es auf Betreiben der EU-Chefin von der Leyen auch die EU. Doch es sind wenige Länder, die uns aus der Patsche helfen wollen, einige haben sofort erklärt, dass sie ihre Energieträger selbst benötigen. Deren Politiker nehmen ihren Amtseid ernst, Schaden nur von ihrem jeweils eigenen Volk abzuwenden und nicht auch noch vom deutschen Volk, das seine Regierung erst vor Kurzem neu wählte.

Deshalb: Nehmen Sie die gewählte Bundesregierung in Regress, geehrte Herren Geschäftsführer, und versuchen Sie nicht, bestehende Lieferverträge ohne ausreichende Rechtsgrundlage aufzukündigen – pacta sunt servanda! Auf § 313 BGB (Störung der Geschäftsgrundlage) i.V.m. § 242 BGB können Sie sich nicht berufen, solange die Bundesregierung nicht einen rechtswirksamen Notstand ausruft, auf den Sie sich als Energieversorger berufen könnten. Im Übrigen enden befristete Verträge wie der unsere durch Fristablauf und nicht durch eine Kündigung als einseitige Willenserklärung Ihrerseits.
Aber ich wäre bereit, freiwillig eine Preisanpassung zu akzeptieren, wenn Sie
der Bundesregierung Regress androhen, falls diese nicht
bereit sein sollte, Nordstream2 in Betrieb zu nehmen, um
die Versorgungssicherheit mit Erdgas zu gewährleisten, damit
sich die Gaspreise auf den Märkten stabilisieren können.
Sobald Sie mir ein entsprechendes Schreiben an Berlin vorlegen, verhandeln wir über eine Vertragsanpassung nach billigem Ermessen gemäß § 242 BGB. Wobei ich mich frage, ob meine Bereitschaft zu einer Preisanpassung nicht als rechtswidriger „Vertrag zulasten Dritter“ gelten würde, auf Kosten meiner Mieter.
In Ihrer Haut möchte ich nicht stecken, aber das Debakel haben Sie nicht Putin zu verdanken, sondern der energiepolitisch amoklaufenden Bundesregierung“,
gezeichnet Albrecht Künstle
… Alles vom 27.7.2022 bitte lesen auf
https://die-andere-sicht.de/2022/07/27/kuenstles-sicht-unsere-regierungen-wollten-kein-gas-mehr/

 

Wärmepumpen sollen der Kern einer Wärmewende sein
Wärmepumpen sind begehrt. Die Anlagen funktionieren wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt. Theoretisch kann man mit ihnen auch kühlen. Der Stromverbrauch kann sehr unterschiedlich sein.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sagt, Deutschland braucht „schnell mehr Wärmepumpen“. Sein Ziel sind 500.000 neu installierte Wärmepumpen pro Jahr ab 2024. Dafür bekommt er viel Zustimmung: Der Bundesverband Erneuerbare Energie bezeichnet den Einbau von Wärmepumpen als „Kernbestandteil der Wärmewende“, die Deutsche Energieagentur nennt das Projekt einen „zentralen Beitrag zum Klimaschutz“, der Zentralverband Sanitär Heizung Klima lässt wissen: „Das Heizungsbauerhandwerk steht bereit“.

Was ist eine Wärmepumpe aus technischer Sicht?
Das Gerät funktioniert im Prinzip wie ein Kühlschrank – nur nutzt man die Technik umgekehrt. Beim Kühlschrank ist die Erzeugung von Kälte das Ziel, die Wärme entsteht auf der Rückseite als zwangsläufiger Nebeneffekt. Eine Wärmepumpe hingegen ist ein ähnlicher Kältekreislauf, nur hat dieser die Erzeugung von Wärme zum Ziel. Dafür muss ein anderes Medium abgekühlt werden; das kann die Luft sein, das Erdreich, Grundwasser oder auch Abwärme. Man kann den Begriff Wärmepumpe tatsächlich bildlich verstehen: Man pumpt Wärme von einer Seite auf eine andere, kühlt also ein Medium ab und erwärmt dafür im Gegenzug ein anderes.

Aber dafür ist Strom nötig. Ist das dann eine besonders effiziente Stromheizung?
Kann man so sehen, denn der Prozess wird – wie ein Kühlschrank – elektrisch betrieben. Entscheidend für die Energieeffizienz ist die sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ). Diese besagt, wie viele Kilowattstunden Wärme mit einer Kilowattstunde Strom erzeugt werden. Im Extremfall sind heute Werte bis etwa sechs möglich, schlechte Werte liegen kaum über zwei. Eine JAZ von zumindest annähernd vier sollte angestrebt werden.

Wovon hängt die Effizienz einer Wärmepumpe ab?
Vor allem vom Temperaturhub, also der Differenz der Temperaturen einerseits der genutzten Wärmequelle und andererseits der Zieltemperatur. Je geringer dieser Hub ist, umso effizienter kann die Wärmepumpe arbeiten, das ist schlichte Physik. Je geringer die Vorlauftemperatur einer Gebäudeheizung ist, desto weniger Strom benötigt man. Flächenheizungen, wie Fußbodenheizungen, kommen mitunter mit 30 Grad Vorlauftemperatur aus – ein solcher Wert ist sehr effizient mit einer Wärmepumpe zu erzielen.
Die klassischen Heizkörper, die Radiatoren, benötigen je nach Auslegung und Raumgröße hingegen oft 60 Grad oder mehr. Da geht die Effizienz der Wärmepumpe deutlich in die Knie. Als zweiter Faktor kommt die Temperatur des Mediums ins Spiel, das man abkühlt. Diese sollte umgekehrt möglichst hoch sein.
Energieknappheit: Wer sich von Gas unabhängig machen will, bekommt vor dem Winter keine neue Heizung mehr

Welche Medien sind dafür nutzbar?
Am billigsten nutzbar ist natürlich die Außenluft. Diese ist aber auch die ineffizienteste Wärmequelle, vor allem, weil diese gerade dann, wenn man viel Heizwärme braucht, naturgemäß besonders kalt ist. Will man bei minus 15 Grad der Außenluft noch Wärme entziehen, kann die Wärmepumpe fast zur reinen Stromheizung mutieren – dann bringt eine Kilowattstunde Strom im Extremfall nur noch eine Kilowattstunde Wärme. Effizienter sind zum Beispiel Erdkollektoren, denn im Erdboden sind die Temperaturschwankungen im Jahresverlauf geringer. Erdkollektoren sind großflächige Schlangen, die etwa 1 bis 1,5 Meter unter der Erdoberfläche verlegt werden, um die Wärme aufzunehmen. Diese nachzurüsten ist aber bei bestehenden Gebäuden oft nicht praktikabel, weil die nötige Fläche beträchtlich ist. Als Faustregel der Kollektorgröße gilt die Hälfte der zu beheizenden Wohnfläche – da müsste mancherorts der ganze Garten abgetragen werden. Eine andere Option sind Erdsonden, die in Tiefen hinab reichen, wo die Temperatur konstant ist. 99 Meter sind ein gängiges Maximum, weil ab 100 Meter Tiefe das Bergrecht gilt.

Was bedeutet in diesem Zusammenhang ein kaltes Nahwärmenetz?
Ein kaltes Nahwärmenetz bringt zwar Wärme ins Haus, deren Temperatur reicht aber – anders als bei einem klassischen Nahwärmenetz – zum direkten Heizen nicht aus. Man benötigt dann zusätzlich eine Wärmepumpe. Ein kaltes Nahwärmenetz kann zum Beispiel Abwärme von 10 oder 15 Grad ins Haus liefern. Sinnvoll kann dieses Konzept sein, weil die Wärmepumpe im Haus dann weder eine Erdbohrung benötigt, noch ist sie auf die ungünstige Variante Außenluft angewiesen. Die Wärmepumpe entzieht die benötigte Energie schlicht dem Wasser, das im kalten Nahwärmenetz zirkuliert. Dieses wird dabei dann zum Beispiel von zehn auf acht Grad abgekühlt.

Kann man mit der Wärmepumpe auch kühlen?
Ja, das ist ihr großer Vorteil. Dabei ist der Betrieb der Wärmepumpe selbst für die Kühlung o1ft nicht einmal nötig, denn oft reicht alleine die bestehende Infrastruktur für eine passive Kühlung. So kann man etwa mit einer Erdsonde im Sommer Kälte von etwa zehn Grad aus dem Erdreich empor fördern und damit das Wohnhaus effizient klimatisieren. In diesem Fall läuft nur die Umwälzpumpe, nicht die Wärmepumpe. Ähnliches geht auch mit kalter Nahwärme.
… Alles vom 25.7.2022 von Bernward Janzing bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/waermepumpen-sollen-der-kern-einer-waermewende-sein–215358149.html

Kommentare
…und wieder wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Erst sollen alle weg vom Öl, nehmen wir halt Gas. Jetzt auf einmal Wärmepumpen. Glauben die, man kann alle paar Jahre seine Heizung ersetzen?
25.7.2022, St.T.

Wir haben seit 2006 eine Grundwasserwärmepumpe
und sind sehr zufrieden damit. Auf der einen Seite des Hauses ist der Entnahmebrunnen, auf der anderen Seite der Schluckbrunnen. Es werden je nach dem 2 – 4 Grad Wärme dem Grundwasser entzogen.
2006 gab Badenova einen Sondertarif für Wärmepumpen, der wurde aber wieder aufgehoben
25.7.2022, Maria Treskow
Ende Kommentare

 

Der Einsatz von Wärmepumpen ist nicht der Weg ins Paradies
Wärmepumpen sollen ein wichtiger Teil einer Wärmewende werden und Gasheizungen ersetzen. Diese Vorschusslorbeeren kann Bernward Janzing nicht nachvollziehen.
Eine bizarre Debatte. Gasheizungen sollen partout raus aus den Kellern, Wärmepumpen dafür mit Macht hinein, weil diese ja – so die verbreitete Lesart – nur erneuerbare Energien nutzen. Naja, sie nutzen halt Strom. Das tun sie im Idealfall zwar sehr effizient, aber es ist eben Strom und der entstammt in Deutschland noch zur Hälfte der Atomkraft und den fossilen Energien. So erhöht jede neue Wärmepumpe den Druck auf die Stromwirtschaft, vor allem für kalte Wintertage ausreichend fossile Kraftwerke bereitzuhalten.
Das soll jetzt nicht grundsätzlich gegen die Wärmepumpe sprechen; diese Technik kann in effizienten Gebäuden sinnvoll sein. Aber der von Energiewende-Verfechtern erweckte Eindruck, wenn alle Häuser erst Wärmepumpen haben, heizen wir alle Kohlendioxid-neutral, in ein Zerrbild.
Auch bei den Kosten verträgt die Debatte mehr Realismus. Der panische Versuch, vom Gas wegzukommen, aus Angst, den Brennstoff schon bald nicht mehr bezahlen zu können, ist zwar nachvollziehbar. Doch die Wärmepumpe heizt nicht unbedingt billiger. Denn die Strompreise werden noch immer – bittere Realität eben – stark durch den großen Anteil der Fossilen im Strommix geprägt. Vor allem zu jenen Zeiten, in denen die Erneuerbaren schwächeln, wird Strom in Zukunft sehr teuer sein.
Die aktuellen Winterpreise geben einen Vorgeschmack. Die Kilowattstunde Strom zur Lieferung in den beiden kommenden Quartalen wird derzeit für über 40 Cent gehandelt. Und das sind wohlgemerkt die Großhandelspreise. Der Strom muss dann noch in die Häuser gelangen, es kommen also noch die Netzentgelte hinzu, neben Steuern und Abgaben. Da kann die Wärmepumpe schwerlich eine billige Alternative zur Gasheizung sein.
Die Wärmepumpe ist eine interessante Technik, aber der Hype um sie ist nicht sachgerecht. Auch die Wärmepumpe ist nicht der Erlöser, der uns in ein Paradies ohne Kohlendioxid-Emissionen katapultiert. Wenn an kalten, windstillen Winterabenden die Wärmepumpen en masse anspringen, wird die Heiztechnik mitverantwortlich dafür sein, dass Kohle- und Ölkraftwerke aus der Reserve geholt werden müssen. Die Wärmepumpen werden das Stromsystem noch herausfordern – so viel Ehrlichkeit gehört zur Debatte dazu.
… Gesamten Kommentar vom 25.7.2022 von Bernward Janzing bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/der-einsatz-von-waermepumpen-ist-nicht-der-weg-ins-paradies–215358112.html