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Ligurische Mittelmeerküste bei Genua am 4.10.2018

Ligurische Mittelmeerküste bei Genua am 4.10.2018

 

Bezahlen wir mit der Gasrechnung Putins Krieg?
– NEIN, nur 0,74 Prozent unseres Geldes fließt in sein Militär
– Dass wir an Toten in der Ukraine schuld seien, ist infame Lüge
– Seltsamer Wechsel der ideologischen Rhetorik der Parteien

Mit dem Bezug von russischem Gas und Öl finanzieren wir Putins Krieg – behaupten die Medien. Und die Politiker allerlei Geschlechts schwätzen dies nach und schicken sich an, zulasten der Bevölkerung, für deren Wohl sie verantwortlich sein sollen, das halbschmutzige russische Gas so schnell wie möglich durch ganz schmutziges und extrem umweltschädlich gefördertes und transportiertes Flüssiggas aus den USA zu ersetzen. Aber um dieses ökologische Verbrechen soll es in dieser Untersuchung nicht gehen, sondern um die Beantwortung der Frage, ob es zutrifft, dass wir die Toten in der Ukraine auf dem Gewissen haben, solange wir Energieträger aus Russland beziehen und so angeblich Putins Krieg finanzieren. Das Ergebnis vorweg: NEIN. Hier die Beweiskette, der Einfachheit halber in Euro ohne Umrechnung in Dollar oder Rubel.

Die deutschen Verbraucher bezogen seit Kriegsbeginn für 9,1 Mrd. Euro fossile Energieträger (Gas, Öl und Kohle) aus Russland Das waren „stolze“ 135 Mio. Euro pro Tag. Viel, viel Geld, doch auch viel Existenzsicherung für uns. Aber während die ganze Heizwärme, der Sprit, die daraus gewonnenen chemischen Produkte uns allen zugutekommen, fließt unser Geld nicht in Gänze in die Taschen Putins, eigentlich überhaupt nichts. Wie viel davon fließt nun in sein Militär?

Das meiste Geld geht für die Förderung der fossilen Rohstoffe und den Transport drauf – wie überall auf der Welt. Wobei die Förderung in Sibirien schwieriger ist als z.B. am Golf. Nehmen wir für Russland eine höhere Umsatzrendite der Branche an, sagen wir sieben Prozent. Von 135 Mio. Euro wären das 9,45 Mio. Euro Gewinn pro Tag. Gazprom gehört zu 50 Prozent dem Russischen Staat. Nehmen wir weiter an, dies trifft auch auf die Unternehmen der anderen Energieträger zu, diese also zur Hälfte dem Staat gehören. Somit bleibt ein Gewinn von 4,725 Mio. Euro, der an die staatlichen Eigner als Dividende ausgeschüttet werden. Die Aktionäre der anderen Hälfte zahlen für ihre Dividenden neun Prozent Steuern, also nur 425 250 Euro. Somit nahm der russische Staat 5,15 Mio. Euro am Tag für die Energie ein, die an uns Deutsche verkauft wurde.

Aber nicht alles, was ein Staat einnimmt, gibt er für das Militär aus, auch bei uns noch nicht. Die Staatsausgaben Russlands betrugen 2020 umgerechnet 276 Mrd. Euro. Davon flossen rund 55 Mrd. Euro an den Militärhaushalt, ökonomisch selbstmörderische 20 Prozent. Von den täglich rund fünf Millionen Euro Staatseinnahmen flossen somit eine Million Euro in Putins Militärapparat. Wovon dann Waffen beschafft werden konnten – darunter auch Waffen gegen die Ukraine, aber die meisten stehen anderswo an der 20 000 km langen Grenze Russlands.

Von dem Geld, das wir für die benötigte Energie aus Russland ausgeben, kommen also ganze 0,74 Prozent Putins Militär zugute – von einem Euro ein dreiviertel Cent. Seit Kriegsbeginn waren das 67,4 Mio. EUR, der Preis für zehn Panzer. In der gleichen Zeit haben die Russen 490 Panzer „verloren“ bzw. sie wurden auch von deutschen Panzerfäusten geschrottet. 67,4 Mio. Euro sind keine 9,1 Mrd. wie von unseren Leitmedien behauptet. Wer weiterhin behauptet, unsere warmen Stuben würden den Krieg in der Ukraine finanzieren, lügt und spekuliert auf die Leichtgläubigkeit der Menschen gegenüber unseren Meinungsmachern. Das „Sondervermögen“ für die Bundeswehr in Höhe von 100 Mrd. Euro für nur ein Jahr (!) entspricht 274 Mio. Euro pro Tag!

Zwischenfazit: Nein, wir brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben, dass die Toten in der Ukraine auf unser Konto gehen! Im Übrigen muss man sich über die flexible Rhetorik fast aller Parteien und deren Ideologie wundern. Bis vor kurzen wurde uns insbesondere von Grünen verkauft, der Import von Rohstoffen aus dem Süden sei eine Ausbeutung dieser Länder. So die bisherige Lehrmeinung in Schulen, Universitäten und in den Medien. Überträgt man diese These auf die Länder der nördlichen Hemisphäre, hätten wir nun die Chance, Russland auszubeuten. Irgendwann gehen deren Rohstoffreserven zu Ende, dann hätte der Westen erreicht, was bisher in den Kriegen von Napoleon bis nach dem 2. Weltkrieges nicht möglich war. Russland wäre auch ohne Dritten Weltkrieg am Ende. Natürlich ist das kein ernstgemeintes Szenario. Es geht aber darum, allen vor Augen zu führen, wie die propagandistische Rhetorik der Herrschenden der Seriosität geopfert wird. Und die Mainstream-Medien machen dieses infame Spiel mit bzw. führen diesen Propagandafeldzug sogar an.

Wirtschaftsminister Habeck ging ausgerechnet bei Staaten auf Betteltour, welche die größeren Kriegstreiber auf dem Globus sind:
Die USA finanzieren ihre blutigen Kriege in aller Welt mit dem größten Militärhaushalt in Höhe von 3,5 Prozent, haben also Rüstungsausgaben von rund 800 Mrd. USD, und sie verdienen auch an ihren Rüstungsexporten in Schurkenstaaten.

Saudi-Arabien mit dem achtgrößten Militärhaushalt der Welt steckt 6,6 Prozent seines ökofeindlichen Haushalts in die Rüstung und setzt seine Waffen auch im Jemen ein. Die Militärintervention dort steht seit 2015 unter deren Leitung. Dieser Krieg kostete bisher schon 377 000 Menschen, darunter viele Kinder, das Leben. Und nicht genug, Saudi-Arabien ließ jüngst an einem einzigen Tag 81 Menschen hinrichten.

Katar lässt die Infrastruktur für die Fußball-WM 2022 von ausländischen Arbeitskräften zu menschenverachtenden sklavenähnlichen Bedingungen bauen. Bisher fielen bereits 15 000 Arbeiter den unmenschlichen Arbeitsbedingungen zum Opfer. Man konnte kotzen wenn man ansehen musste, wie ein Deutscher Minister vor den Scheichs tiefe Verbeugungen zelebriert. Deutschland, wie bist du nur gesunken!

Es gibt keinen vernünftigen Grund, Energie nicht mehr aus Russland zu beziehen und nun stattdessen in das Drecksgeschäft mit den USA und den islamischen Golfstaaten einzusteigen. Dem „Weltklima“ tut dies nicht gut, weder ökologisch, noch ökonomisch, noch politisch. Erstrecht nicht welt-, friedens- und sicherheitspolitisch. Jede weitere Milliarde Erhöhung der Rüstungsausgaben und deren Konzentrierung vor Russlands Haustür sind ein Ritt auf Messers Schneide. Angesichts der Aufrüstungsspirale in Europa, die Russland nie gewinnen kann, ist es m.E. nur eine Frage der Zeit, bis Putin kapitulieren muss – oder zu seinen Atomwaffen greift. Er hat nichts mehr zu verlieren, seinen Ruf hat er bereits verloren. Der Machtpoker der Raketenstationierung der USA in der Türkei, und im Gegenzug der Russen auf Kuba vor 60 Jahren, ging unentschieden aus, ohne dass es zum Dritten Weltkrieg kam. Das sollte uns eine Lehre sein.

Wir dürfen die Chance nicht verspielen, die erneute Eskalation zu beenden. Schickt gewichtige Diplomaten, statt schwere Waffen. Das ist unsere letzte Chance!

… Ales vom 5.4.2022 von Albrecht Künstle bitte lesen auf
http://die-andere-sicht.de/2022/05/04/kuenstles-sicht-bezahlen-wir-mit-der-gasrechnung-putins-krieg/

 

Nord Stream 2 für Gas oder auch Wasserstoff
Wer in Deutschland mit Erdgas heizt, ächzt unter den massiv gestiegenen Gaspreisen. Gas ist knapp und teuer geworden, obwohl die längerfristig vereinbarten Gasmengen auch von Russland, geliefert werden. Nun könnten die Gaspreise schlagartig sinken, wenn die betriebsfertige und mit Gas gefüllte neue Pipeline „Nord Stream 2“ in Betrieb genommen würde. Die Pipeline ist genehmigt, aber die Zertifizierung durch die dem Wirtschaftsministerium von Robert Habeck nachgeordneten Bundesnetzagentur ist derzeit auf Eis gelegt. Da die Grünen die Pipeline ablehnen und sich dabei hinter EU-Recht verstecken wollen, ist eher zu erwarten, dass Gazprom die Anordnung erhält, die für fast elf Milliarden Euro erstellte Pipeline wieder abzubauen, statt sie in Betrieb nehmen zu dürfen. Das russische Gas sollte aus neu erschlossenen Gasfeldern im Norden des Landes kommen. Ohne Pipeline würde es wahrscheinlich in der Region St. Petersburg mit großer Energieverschwendung verflüssigt und mit Schiffen an einen Flüssiggashafen, vermutlich Rotterdam, geliefert werden. Und wer kauft dann wohl in Rotterdam das von gutverdienenden Zwischenhändlern angebotene russische Gas? Sehr wahrscheinlich Deutschland, und zwar zum vermutlich dreifachen Preis.
Im Übrigen könnte über Nord Stream 2 auch Wasserstoff transportiert werden. Im riesigen Sibirien wäre es problemlos möglich, mit EU-Kapital gewaltige Windparks zu erstellen. Dieser Strom, als Wasserstoff zwischengespeichert und über die neue Pipeline sicher in die EU geliefert, wäre ein wesentlicher Beitrag, um die Energiewende überhaupt erst zu ermöglichen.
17.2.2022, Bernhard Bernauer, Freiburg, BZ

 

NorthStream2: Warum sollen wir Russland hassen, Herr Bütikofer?
Leserbrief von Prof Gerd Hamer an „Die Welt“ zum Kommentar von Reinhard Bütikofer vom 18.10.2021 „Deutschland zahlt einen hohen Preis für North Stream 2“)

Den Artikel hat Bütikofer nicht aus dem Verstand, sondern aus dem Bauch geschrieben. Als fanatischer Russlandhasser und NATO-Angriffsplaner ist ihm eine Dauergeschäftsbeziehung zwischen Russland und Deutschland „verbrecherisch“. Warum sollen wir Russland hassen, wenn die USA dies befehlen? Wir sollten von kriegerischen Auseinandersetzungen und Kriegspropaganda nun wirklich genug haben.

Die Mitte Europas (zu der auch Russland gehört) kann man nur mit Ausgleich nach allen Seiten, nicht mit Einseitigkeit und Angriffslust überstehen. Deshalb war es falsch, die US-NATO- und EU-Sanktionen gegen Russland mitzumachen. Wir sind nicht Zuchtmeister Europas, sondern zum Frieden verpflichtet. Und wenn die Bevölkerung der Krim für den Anschluss an Russland zu über 90 Prozent abgestimmt hat, ist das ein internes Problem. Es mag die NATO-Pläne der Beherrschung des Schwarzen Meeres durchkreuzen; nicht dagegen liegt es in unserem Interesse, deswegen Wirtschaftskampf (Sanktionen), Pressehetze und militärische Angriffsplanung (NATO) gegen Russland mitzumachen. Immer wenn Deutschland sich gegen Russland stellt, hatte es verloren. Mit Russland könnte unsere Wirtschaft dagegen ein hundertjähriges Wohlstandsprogramm realisieren.
Falsch ist, dass Deutschland durch North Stream 2 Vertrauen in den USA, der Ukraine, Polen u.a. verloren habe. Vertrauen gibt es in der Politik sowieso nicht, sondern nur Interessen. Und es ist zwar richtig, dass die USA, Ukraine, Polen u.a. enttäuscht sind, dass wir nicht ihre Interessen, sondern unsere eigenen mit North Stream durchgesetzt haben. Aber auch die Enttäuschung ist nicht berechtigt, weil Merkel den Ausfall der Durchleitungsmilliarden der Ukraine (grundlos) auszugleichen versprochen hat, weil die Durchleitungsgebühren Polens jährlich nur fünf Millionen betrugen, wir aber mehr als fünf Milliarden aus deutschen Kosten über die EU nach Polen verschenken und weil die USA ihr zu teures Frackingöl wenn nicht mehr in Deutschland, so doch wegen der gestiegenen Ölpreise weltweit verkaufen können.

Wenn so jeder beteiligte Nachbarstaat auf deutsche Kosten abgefunden ist, kann man nicht wie Bütikofer von „Unsolidarität“ in Europa sprechen. Solidarität heißt nicht, die Interessen anderer auf eigene Kosten zu vertreten, sondern eigene Interessen unter Beachtung fremder Interessen. Nichts anderes ist bei North Stream 2 passiert, wie Schröder immer richtig betont. Will Bütikofer die deutsche Erdgasversorgung etwa der Willkür anderer, russland-feindlicher Staaten ausliefern, damit diese uns ebenfalls zur Russlandfeindschaft zwingen können?

Falsch ist auch, dass North Stream 2 der „aggressiven Politik“ Putins Vorschub leiste. Die Belieferung Deutschlands mit Gas ist ebenso wenig aggressiv wie das vertragstreue Verhalten der Russen in den bisherigen Belieferungen. Nicht Putin ist aggressiv gegen Deutschland, sondern umgekehrt. Die USA, die NATO und deren grüne Zöglinge waren immer schon aggressiv gegen Russland. Nicht Putin, sondern die USA haben den unvermeidlichen Krieg gegen Russland (wie auch künftig gegen China) verkündet. Die Wirtschaftssanktionen sind von den NATO-Staaten gegen Russland verhängt worden, nicht umgekehrt. Und wenn in unserer Presse täglich Russlandhetzer wie Bütikofer zu Worte kommen, leistet dies ebenso Vorschub für aggressive Politik gegen Russland, nicht umgekehrt.

Bütikofer ist ökonomischer Laie und kann deshalb den Wert von Energiesicherheit für unsere Wirtschaft und unsere Haushalte im grünen Traum von der ökologischen Energiewende nicht nachvollziehen. Aber schon im kommenden Winter wird sich zeigen, wie wichtig North Stream 2 für die weitere Energieversorgung unserer Wirtschaft und unserer Haushalte werden wird. Die Preiserhöhung für Energie ist übrigens nicht von Russland und von North Stream 2 verursacht, sondern von den Kapitalspekulanten aus den USA. Auch dieser Vorwurf trifft nicht North Stream 2, sondern rechtfertigt ihren Zweck.
Besonders schlimm ist der Versuch deutschlandfeindlicher Russlandfeinde, die fertige North Stream 2-Leitung nun über die EU-Bürokratie stilllegen zu wollen. Der von deutschen Wählern nach Europa gewählte Bütikofer will also seine deutschen Wähler mit Gewalt schädigen, ihnen die notwendige Energie vorenthalten. Wir krank muss man sein, um solche Energiepolitik zu betreiben?

Gerd Hamer, Leserbrief an DIE WELT vom 17.10.2021
https://www.welt.de/wirtschaft/plus234471416/Nord-Stream-2-Der-Triumph-gehoert-Moskau-Deutschland-zahlt-hohen-Preis.html
zum Kommentar von Reinhard Bütikofer vom 18.10.2021 „Deutschland zahlt einen hohen Preis für North Stream 2“

 

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D vollständig vom russischen Gas abhängig?
Derzeit beschäftigt mich eigentlich mehr, dass uns Merkel mit ihrer „Energiewende“ vollständig vom Russischen Gas abhängig machen könnte. Was passiert denn, wenn eine Entscheidung, die zur Weichenstellung taugt, ansteht und Russland uns den Strom im Winter abstellen kann, weil Atom- und Kohlekraftwerke hier abgeschafft wurden? Und wo ist eigentlich der große Unterschied zwischen Kohle und Gas? Beides sind fossile Brennstoffe, allerdings sitzen wir auf Kohlevorkommen für mehrere hundert Jahre.
2.2.2021, E.R.

 

Gas: Erdgas Flüssiggas LNG CNG
Umgangssprachlich sprechen wir von Gas. Aber welches Gas? Das ist längst nicht immer klar. Einige Erläuterungen:

Was ist LNG?
Die Abkürzung LNG steht für Liquefied Natural Gas, also verflüssigtes Erdgas. LNG ist aus chemischer Sicht dem Erdgas identisch, das weitgehend aus Methan besteht. Ein Unterschied zwischen Erdgas und LNG besteht allein in physikalischer Hinsicht: Während normales Erdgas in gasförmigem Zustand transportiert wird, ist LNG flüssig, weil es auf unter minus 162 Grad Celsius abgekühlt wurde.

Warum verflüssigt man Erdgas?
Flüssigerdgas benötigt nur noch etwa ein Sechshundertstel des Volumens von gasförmigem Erdgas. Damit lässt es sich auf Schiffen transportieren, es ist folglich nicht mehr an Pipelines gebunden. Als LNG kann Erdgas also rund um den Globus transportiert werden. Deutschland könnte mit einem LNG-Terminal die Zahl der Herkunftsländer für die Versorgung mit Erdgas erheblich ausweiten. Der Energieträger kann aber nur an einem Terminal angeliefert werden, wo er vom flüssigen in den ursprünglichen gasförmigen Zustand zurück transformiert und in das bestehende Erdgasnetz eingespeist werden kann. Der Endverbraucher, der im Keller eine Erdgasheizung hat und in der Küche vielleicht auch einen Gasherd, merkt nicht, ob sein Gas per Pipeline als Erdgas oder per Schiff als LNG nach Deutschland kam – Methan ist und bleibt Methan.

Was ist der Unterschied zu CNG?
CNG steht für Compressed Natural Gas, also komprimiertes Erdgas. Dieses wird zum Beispiel in Erdgasfahrzeugen eingesetzt, deren Tanks für einen Druck von 200 bis 250 bar ausgelegt sind. In Deutschland sind rund 75 000 Erdgasfahrzeuge zugelassen, es gibt aktuell 860 Erdgastankstellen. Beide Zahlen gingen in den letzten Jahren leicht zurück.

Was unterscheidet
Flüssigerdgas von Flüssiggas?
Flüssiggas besteht im Unterschied zum (Flüssig)-Erdgas (Methan) zumeist aus den Kohlenwasserstoffen Propan und/oder Butan. Die Anteile der beiden Gase können variieren. Flüssiggas wird auch als LPG (Liquefied Petroleum Gas) bezeichnet. Es wird aufgrund seiner chemischen Beschaffenheit (verglichen mit dem kleinen Molekül Methan sind Propan und Butan längere Ketten aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen) bereits bei einem relativ geringen Überdruck von rund acht bar flüssig und kann somit auch bei Raumtemperatur in Gasflaschen als Flüssigkeit gespeichert werden. Eine Flüssigkeit bietet im Vergleich zu einem Gas den Vorteil einer deutlich größeren Energiedichte. Bei der Verflüssigung von gasförmigem Propan/Butan reduziert sich das Volumen auf etwa 0,4 Prozent des ursprünglichen Maßes.
Wer nutzt Flüssiggas?
Während Erdgas per Leitung in die Häuser kommt, wird Flüssiggas in Flaschen oder Tankwagen transportiert. Es wird nicht nur beim Camping oder in abgelegenen Wanderhütten zum Kochen genutzt, es wird auch mitunter in Wohnhäusern zur Raumheizung eingesetzt, wenn kein Erdgasnetz vorhanden ist. Untergebracht wird der Energieträger dann in großen Tanks im Garten oder in der Erde. Unter dem Namen Autogas wird Flüssiggas auch als Treibstoff genutzt. Es ist in diesem Sektor in Deutschland weitaus stärker verbreitet als Erdgas. Anfang 2018 waren in Deutschland rund 420 000 Fahrzeuge mit Autogas-Antrieb zugelassen, auch die Zahl der Autogastankstellen übertrifft mit rund 6500 jene der Erdgastankstellen deutlich.

Das Verhältnis von Propan und Butan im Flüssiggas ist je nach Anwendung und je nach Umgebungstemperatur unterschiedlich. Beim Autogas liegt der Butananteil in den Sommermonaten bei 60 Prozent, der Propananteil entsprechend bei 40 Prozent. Im Winter wird das Mischungsverhältnis umgekehrt, weil ein hoher Butananteil bei Kälte dazu führen würde, dass der Treibstoff flüssig bleibt. In Gaskartuschen und -flaschen wird der Anteil von Propan und Butan je nach Land unterschiedlich gehandhabt. In kälteren Regionen bietet sich eher Propan an, in Südeuropa dominiert das Butan. In Heißluftballons wird in der Regel reines Propan eingesetzt.
Wie ist die Umwelt- und
Energiebilanz der Gase?
Bei der Verbrennung von Erdgas werden pro Kilowattstunde rund 200 Gramm CO2 frei, bei Flüssiggas sind es rund 230 Gramm. Das sind Werte, die durch die chemische Zusammensetzung der Gase bestimmt sind. Hinzu kommen die Treibhausgasemissionen bei Gewinnung, Verarbeitung und Transport der Gase einerseits durch Leckagen, andererseits durch der Energieverbrauch, der während der gesamten Prozesskette – für Aufbereitung und Transport – entsteht.

Vergleicht man verflüssigtes Erdgas aus Umweltsicht mit konventionellem Pipeline-Erdgas, so schlägt ein höherer Aufwand für die Verdichtung zu Buche. Bei LNG wird dieser typischerweise mit zehn bis 25 Prozent des Energiegehalts angenommen, bei Pipeline-Gas mit etwa zehn Prozent. Wird Erdgas mittels Fracking gefördert (was bei Importen aus den USA ein großes Thema ist), ist dessen Klimabilanz in Summe nicht mehr besser als jene von Erdöl, das pro Kilowattstunde 260 Gramm CO2 freisetzt.
11.10.2018, Bernward Janzing, BZ

 

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