Opportunismus

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Vor Gericht 2023: Ärztin in Handschellen und Messerstecher ohne Handschellen

Der Opportunist: schweigt auch mal, gibt den Wendehals, passt sich an, …
Diskussionen mit Opportunisten sind überflüssig.

 

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  • Wer sind wirklich die üblen Opportunisten? Tech-Giganten? (16.5.2025)
  • SAP-Konzern verkündet Ende seiner Frauenquote (16.5.202)
  • Frank Lisson: „glücklicher bewegt er sich durchs Leben“ (8.12.2023)

 

Wer sind wirklich die üblen Opportunisten? Tech-Giganten?
Der Wechsel zu Trumps Populismus in Amerika ist kein Beweis für Opportunismus, sondern ein Ausweis des um sich greifenden Abschieds weiter Kreise von jahrzehntelang gewohnten politischen Lebenslügen. Eine Entgegnung auf Thilo Sarrazins Beitrag „Sozialer Opportunismus gestern und heute“. https://www.achgut.com/artikel/sozialer_opportunismus_frueher_und_heute

Trump will und muss die unter Biden choreographierte Invasion Amerikas durch viele Millionen illegaler Einwanderer nicht nur stoppen, was er schon getan hat, sondern auch die mutwillig erzeugten Probleme durch Rückführung lösen – wobei ihm „demokratische“ Aktivisten in Richterrobe in tolldreister Amtsanmaßung die Hände binden wollen. Das kann man als Rechtsbeugung sehen, die die verfassungsmäßige Gewaltenteilung missachtet. Ohne das hier in allen Details ausdiskutieren zu können: Wieso hat ausgerechnet Thilo Sarrazin dafür anscheinend so wenig Sympathie oder Verständnis?
Trump senkt außerdem ganz in echt die Steuern und verschlankt die Bürokratie, macht Investitionen und Innovationen überhaupt erst wieder möglich, sorgt für ausreichende und bezahlbare Energie und verhindert – mit etwas Glück und kluger Strategie – den Ruin und das Versinken Amerikas unter einem nicht mehr beherrschbaren Schuldenberg. Elon Musk, Jeff Bezos und andere anerkennen insoweit nur das Offensichtliche – alles andere wäre extrem dumm, was diese Unternehmer gewiss nicht sind. Ihnen jetzt Opportunismus vorzuwerfen, als seien sie Erfüllungsgehilfen eines neuen Totalitarismus, das ist schon eine schräge Interpretation der politischen Entwicklung und der mit Trump verbundenen Rettung Amerikas (und hoffentlich des freien Westens insgesamt) von der linksradikalen Indoktrinierung und nihilistischen Sabotage.

Von dieser entschieden anti-ideologischen, freiheitlich motivierten Sorte angeblichen „Opportunismus“ würde man sich in Deutschland wesentlich mehr wünschen – anstelle von Unternehmensführern, die geflissentlich der „Großen Transformation“ und damit Merkels wie Merzens Agenda das Wort reden, bestenfalls kleinlaut und diplomatisch Kritik andeuten.
Letztlich kommt es darauf an, substanziell das Richtige zu tun. Die Menschheit kommt auch nicht voran, weil alle immer schon alles richtig gewusst haben. Lernfähigkeit und Umschwenken sind essenziell – und besser spät als gar nicht. Das sollte man nicht moralisierend und ziemlich vordergründig als Opportunismus diffamieren. Es kann nicht per se falsch sein, wenn Unternehmensführer und Politiker am selben Strang ziehen – die Richtung zählt. Europas Richtung ist exakt falsch, und von Amerika lernen, heißt siegen lernen. Wir sollten uns der Gewinnerseite anschließen, das wäre sowohl klug als auch moralisch. Lemminge, die endlich alle zusammen vom Abgrund weglaufen, das wäre doch gar nicht mal so schlecht. Am individuellen Eigensinn arbeiten wir dann später.
… Alles vom 16.5.2025 von Michael Alberts bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/wer_sind_wirklich_die_ueblen_opportunisten

Michael W. Alberts hat langjährige Erfahrung in der Politikberatung und in politischer Kommunikation.

 

Frank Lisson: „glücklicher bewegt er sich durchs Leben“
Der philosophische Autor und stolze Einzelgänger Frank Lisson hat in seinem Buch „Mythos Mensch” den Opportunisten geradezu zum Paradeexemplar der Evolution erhoben. „Je weniger der Mensch an sich und an der von seinesgleichen errichteten Welt zweifelt, desto glücklicher bewegt er sich durchs Leben – und desto mehr Nachkommen wird er zeugen. Daher liegt es in der Natur der Sache, dass der Skeptiker gegen den Mitmacher evolutionär keine Chance hat”, statuiert der Gattungsverhaltensbegrübler. „Tatsächlich”, fährt er in seiner süffisanten Anthropodizee fort, „wird man niemanden als degeneriert abqualifizieren dürfen, der als Resultat des Zeitgeistes wie zufällig gerade diejenige Haltung einnimmt, die ihm in seiner Umgebung die meisten Vorteile verschafft.”
Wo Mitmachen Erfolg und damit das „schöne Leben“ verspreche, seien Zweifel, Skepsis oder Gewissensnöte „das klare Anzeichen eines ungesunden Gemüts. – Loben und feiern wir also die Geschickten und Gewieften, die Arrivierten und klugen Taktiker”. Denn sie, so das Resümee, „sind die vor Gesundheit strotzenden Alphatiere des Lebens”.

Zweifellos gehört die Fähigkeit, sich wechselnden Herrschaftsverhältnissen ebenso anzupassen wie unsere jagenden und sammelnden Altvorderen sich jenen der Natur, seit je zu den Grundvoraussetzungen des Überlebens. Nicht-Opportunisten lebten (und leben) gefährlich, man machte früher kurzen Prozess mit ihnen, auch wenn zumindest in unserem Weltteil inzwischen die soziale Isolation – in Extremfällen auch die soziale Vernichtung – die physische Beseitigung ersetzt hat. Natürlich bestand für alle halbwegs Exponierten bisweilen die Möglichkeit, die Seiten zu wechseln, was sie aber von der Klugheit des sich-Anpassens an die neue Linie nicht entband. Es gibt eine köstliche Anekdote über eine französische Gesellschaftsdame, der Name ist mir entfallen, die sich erst Napoleon andiente, ihn nach seiner Absetzung und Verbannung 1814 verfluchte, den Bourbonen ewige Treue schwur, nach der Rückkehr des Korsen von Elba vor ihm auf die Knie sank und um Vergebung bat, um schließlich nach Waterloo die ganze Charade noch einmal vor Ludwig XVIII. zu wiederholen. Da Bonaparte sie nicht geköpft, sondern allenfalls ignoriert hätte, bewegte sich die Dame mit ihren Exaltationen in den Regionen der Peinlichkeit. Ihr Bäumchen-wechsle-dich-Spiel vollzog damals aber fast die gesamte Pariser Gesellschaft mit. Wie auch anders?

Opportunismus, sage ich immer, ist ein Menschenrecht. Niemand ist auf Widerstand zu verpflichten, wo ihm eine Tyrannei mit Strafe droht. Es kann auch niemand darauf verpflichtet werden, sich ausschließen zu lassen, wenn es sich nur um eine Tyrannei der Mehrheit, der „Zivilgesellschaft”, der Partei, der Gruppe, des „Teams” handelt. Wenn Opportunismus sich nicht lohnen würde, würde es ja nicht dermaßen viele Opportunisten geben.

Der Opportunist kommt niemals zu früh – sondern höchstens, wenn er ein besonders mittelmäßiger Opportunist ist, viel zu spät. Meistens ändert er seine Meinung so termingerecht, wie früher die Bahn fuhr, woraus zu folgern sein dürfte, dass er gar keine hat. Demjenigen, der eher recht hatte, gilt gleichwohl seine beharrliche Missgunst.
Die Meinungen und Verhaltensweisen eines Menschen sind ja ohnehin zu einem sehr erheblichen Teil von der ihn umgebenden Gruppe, von der ihn prägenden Kultur und vom Zeitgeist geprägt; wirklich selbsterworbene, selbsterdachte Meinung ist nur ein Bruchteil dessen, was den Leuten im Kopf herumgeht. Es handelt sich um einen wirklichen Luxus, und die meisten Menschen verfügen nicht über einen einzigen Prozent eigenen Meinungsanteils, sondern ihr sogenanntes Denken und Meinen ist nur eine Collage aus übernommenen Ansichten und Reflexen, sie adaptieren die allgemeine Stimmung und deren Umschwünge, wie die Sardine auf die Richtungsänderung des Schwarms reagiert. Deswegen sind Opportunisten auch so unglaublich langweilig, man kann sie keine zwanzig Zeilen lesen, ohne in schweres Gähnen zu verfallen. Alles, was sie schreiben, weiß man schon.
Ist das aber ein Argument gegen Opportunismus? Hat man sich nicht vielmehr den Opportunisten als glücklichen, im Kollektiv aufgehobenen, dort gern gesehenen Menschen vorzustellen?
… Alles vom 10.12.2023 bitte lesen auf
https://www.klonovsky.de/2023/12/10-dezember-2023/