Grünes Zimmer – Versiegelung

Am Donnerstag 3.7.2025 wurde auf einem Lastwagen ein ‚grünes Zimmer‘ auf dem Platz der Alten Synagoge angeliefert: Auf einem umgebauten Abrollcontainer mit 2 auf 5 m Fläche, Spalier-Seitenwände und Überdach aus Holzpaletten. 10 Tonnen Gewicht. Begrünt mit Efeu, Kiwi, Kletterpflanzen, Blumen. Sitzbank. 10.000 Euro Mietkosten bis 31.7.2025 für das ‚grüne Zimmer‘.

         
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Das Problem in Freiburg lautet ‚Piazza contra Wiese‘: So gut wie ALLE Plätze in Freiburg (Europaplatz, Neues Rathaus, Kongresszentrum, Fahnenbergplatz, Karlsplatz, Maria-Hilf-Platz, Hbf, …) sind mit Beton- bzw. Steinplatten (gerne aus Vietnam) versiegelt. Dabei würde EIN Platz für Kundgebungen genügen. Die Themen gegen Hitze und Trockenheit sind also: Überall Versiegelung aufbrechen, Bepflanzung Bäume, Sträucher, Wiese. Vertikale Begrünung incl. Bürger-Patenschaften.
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Grünes Zimmer auf dem Platz der alten Synagoge: Bis Ende Juli Infostand von 13 bis 17 Uhr: Tag der Klimaanpassung 7. Juli, Tag des Wassers 9. Juli, Grüne Förderung für Bürger 14. Juli und Tag des Hitzeschutzes 28. Juli 2025
4.7.2025
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Ende von Beitrag „Grünes Zimmer – Versiegelung“
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Beginn von Anlagen (1) – (3)
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(1) Mit einem Grünen Zimmer für den Hotspot will die Stadt Freiburg für ihre Klimaanpassungsstrategie werben
Zuletzt glühte der Granit – und der Platz der Alten Synagoge wurde zur Bratpfanne Freiburgs. Genau dort hat die Stadt nun ein Grünes Zimmer aufgestellt: bewachsene Wände, die für die Klimaanpassungsstrategie werben sollen.
Mehr als 36 Grad Celsius Lufttemperatur hat die Messstation der Universität Freiburg am Mittwochmittag auf dem Platz der Alten Synagoge gemessen – im Schatten. „Die Tage mit starker Wärmebelastung nehmen zu“, sagt Andreas Matzarakis, Umweltmeteorologe an der Universität Freiburg.

Das Zimmer zur Miete kostet die Stadt etwa 10.000 Euro. Wer dieses betritt, spürt gleich: Es ist kühler. „Das Erleben schafft Emotionen“, sagt Schaich (Umweltamt Stadt Freiburg). Die Menschen würden sehen, was möglich ist. „Seit 2016 gibt es diese Module“, sagt Schmidtke. In Frankfurt sind derzeit 23 stadtweit aufgestellt. Ob sich das System in Freiburg bewähren wird, wird sich zeigen.
… Alles vom 3.7.2025 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/mit-einem-gruenen-zimmer-fuer-den-hotspot-will-die-stadt-freiburg-fuer-ihre-klimaanpassungsstrategie

(1a) Auf dem Platz der Alten Synagoge steht ein kleines Zimmer mit großer Botschaft – wie passend
Einst befand sich vor dem KG II in Freiburg eine große Wiese. Bei gutem Wetter kam es vor, dass Studierende dort in der Sonne lagen, sich unterhielten oder vor sich herdösten. In der Tat, diese Wiese war beliebt. Vor allem bei Vierbeinern, was ihr den Spitznamen „Freiburgs größtes Hundeklo“ einbrachte. Die Umgestaltung des Rotteckrings mitsamt dem zentralen Bereich zwischen Universität und Stadttheater war eins der wichtigsten städtebaulichen Projekte der 10er Jahre. Mit einer Größe von 130 mal 130 Metern ist der Platz der Alten Synagoge der zweitgrößte der Stadt – und wird von der Bürgerschaft angenommen.

Der Platz ist, wie er ist. Und das aus Gründen. Ja, im Sommer ist er zu heiß. Die ganze Stadt ist zu heiß, hat zu viel Beton, zu viel versiegelte Fläche. Das kleine Grüne Zimmer auf Freiburgs Hotspot will nun eine große Botschaft transportieren: Wegen des Klimawandels werden wir uns alle anpassen müssen.
… Alles vom 4.7.2025 von Alexandra Röderer bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/auf-dem-platz-der-alten-synagoge-steht-ein-kleines-zimmer-mit-grosser-botschaft-wie-passend

Einige Kommentare:
Auf Landschaftsökologen hören
Die grosse Botschaft ist doch, dass „Green City“ trotz vieler von ihr propagierten klimafreundlichen Vorhaben, Taten und Programme von der DHU mit zu den heißesten Städten eingestuft wurde. Das heißt doch, dass die Stadt das was sie sagt, nicht ernst meint sondern nur auf Außenwirkung bedacht ist. Schon lange muss ein Umdenken stattfinden, schon lange gibt es Bürger, die darauf aufmerksam machen wie im Fall von: Dietenbachwald, die Zähringer Höhe, den Platz der Synagoge, die alten Linden in Herdern, die alte Rotbuche in Brühl usw. usw. Und die Stadt zeigt sich unflexibel und kommt mit 1 „Grünen Zimmer“ daher. Teuer, hätte man sich bei anderer Planung sparen können. Hoffentlich tritt bei der Wahl auch jemand an, der auf diese Belange gut reagiert und mit der Natur für eine schöne, lebenswerte Stadt plant und manches noch an Plänen zu Gunsten von Mensch, Klima und Tieren ändert. Noch dazu wo die Stadt bezüglich Naturschutz und Landschaftsökologie eine hervorragende und kompetente Fakultät hat und ebensolche unabhängige Gutachter. Menschen also, die Ahnung haben und in Zusammenhängen denken! Vielleicht sollte man endlich auf solche Leute hören und nicht auf diejenigen, die aufs Geld aus sind und aufs Prestige oder der Stadt nahe stehen. Iris Rothe
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Schattenspendende Pergolen
Selbst falls die Infrastruktur unter dem Platz das Pflanzen von zusätzlichen Bäumen generell nicht zulassen würde, was ich nicht annehme, so könnte dort ein großes grünes Zimmer angelegt werden, eine Parkanlage mit schattenspenden umrankten Pergolen und Bänken in Nischen. Das hätte zudem den Vorteil, dass es keine Konflikte mehr wegen Propalästinademonstrationen auf diesem Platz gäbe. Demonstrationen könnten dann z. B. auf einem weiteren relativ großen versiegelten Platz stattfinden oder beginnen – vor dem Konzerthaus. Bärbel Frei
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Vertikale Begrünung
Nun das Zeichen kommt zum passenden Zeitpunkt. Das handeln noch nicht. Das grüne Zimmer per Sattelschlepper an den versiegelten Hitzeplatz schleppen zu lassen, okay wenn es die richtigen Absichten sind – bitte. Aber warum z.B. werden die Immobilienbesitzer in der Innenstadt nicht alle zur Vertikalen Begrünung gezwungen? Bei den Mieten die hier erzielt werden, müssen Investitionen zwingend sein. Auch zur Selbsterhaltung dieser Mieten. Ab gut 30 Grad ist die Stadt für den Handel tot. Diese Tage sind nicht wieder einzuholen für den Handel und es wird noch weiteren Leerstand und Fluktuation geben. In den Städten ist außer Entsiegelung nur vertikale Begrünung möglich. Studien und Erfahrungen anderer Städte weisen diesen Weg. Worauf warten? Jörg Stegmann
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Granit raus, Bäume rein
Die beste Klimaanpassungsstrategie wäre, dass man , so wie einige Foristen schon geschrieben haben, Granit raus, Bäume rein. Auch auf anderen Plätzen der Stadt. Für die 10000 Euro Zimmermiete und dem Gegenwert des Steambeast hätte man ein paar hundert Bäume bekommen.So einen Schwachsinn kann man sich nur in FR ausdenken. Barbara Dieringer-Vogt
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Symbolaktion
Das ist eine klassische Politikerstrategie. Fehlentscheidungen (nicht selten gegen jedes bessere Wissen) werden nicht zugegeben und korrigiert, sondern mit Symbolaktionen wie dieser kaschiert. In diesem Fall ist ganz offensichtlich eine praktische Demo- und Kundgebungsfläche wichtiger als das gesundheitliche Allgemeinwohl. Thomas Simon
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Vietnamesische Steine nach Dietenbach
Man könnte die ganzen vietnamesische Steine entfernen und im Dietenbach verbauen. Dann könnte man viele Bäume pflanzen, nicht diese Pseudo-Zimmer, sondern richtige Bäume. Es gäbe keine Demos mehr und weniger Polizeikosten. Rüdiger Schilling
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Baumallee pflanzen
Der neu gestaltete Platz der alten Synagoge ist in jeder Hinsicht misslungen. Nicht nur, dass daraus eine Steinwüste wurde ohne jeden Charme. Da wurde auch noch ein „Denkmal“ geschaffen, das quasi niemand als solches erkennt und folglich Kinder zum Plantschen animiert. Man fragt sich, wie es dazu kommen konnte. Die selbst ernannte „Green City“ verzichtet auf der größten freien Fläche in der Innenstadt komplett auf Grün. Und dann auch noch diese Absurdität mit der Spezial-Reinigungsmaschine. …
Die einfachste Lösung wäre wohl, das Pflaster am fraglichen Platz stellenweise aufzureißen und eine Baumallee zu pflanzen. Den Springbrunnen kann man den Kindern überlassen. Und dann sollte ein begabter Künstler beauftragt werden, der ein erkennbares Mahnmal gestaltet. Jürgen Steinke
Ende Kommentare
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(2) Grünes Zimmer auf dem Platz der Alten Synagoge
… Das Grüne Zimmer ist aber nicht nur Aufenthaltsort, sondern steht symbolisch für eine lebenswerte und grüne Stadt. Denn Freiburg leidet schon heute unter Rekordtemperaturen, Tropennächten und immer längere Trockenperioden.
… Alles vom 1.7.2025 bitte lesen auf
https://www.freiburg.de/pb/2432683.html
https://www.gebaeudegruen.info
https://www.freiburg.de/gg3
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(3) 5000 Unterschriften für eine Wiese – doch die Kampagne hat keine Chance
Der Platz der Alten Synagoge soll auch nach dem Umbau eine Wiese behalten. Das fordert eine private Unterschriftenaktion mit 5000 Unterstützern. Dabei wollten genau das die Bürger einst nicht.

Platz der Alten Synagoge Freiburg: Petition „Wiese statt Steinwüste“ 2014

https://www.openpetition.de/petition/online/wiese-statt-steinwueste-platz-der-alten-synagoge-mit-wiese-erhalten
„Wiese statt Steinwüste“ haben die Initiatoren ihre Kampagne für eine Wiese auf dem Platz betitelt. Ärgerlich sei, dass die Stadtverwaltung mit der Bevölkerung keinen echten Dialog zur Platzgestaltung gesucht habe. Die indes verweist auf die „intensive Information und Beteiligung der Öffentlichkeit“, wie etwa die Projektwerkstatt Stadtboulevard. Vor fast zehn Jahren. Bürgermeister Martin Haag kündigt den Baustart für Ende des Jahres an. Auch im Gemeinderat ist kein Kurswechsel zu erwarten.
… Alles vom 22.7.2014 von Uwe Mauch bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/5000-unterschriften-fuer-eine-wiese-doch-die-kampagne-hat-keine-chance

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