Windkraft: Tatsache vs Wertung

Die Gemarkung von Günterstal als südlichem Vorort von Freiburg erstreckt sich bis zum 1284 m hohen Schauinsland. Am 24.1.2026 hatte die „Bürgerinitiative Windkraft Günterstal“ (3) zur Infoveranstaltung „Windkraftanlagen im Wald um Günterstal“ eingeladen. Der Hydrogeologie-Professor Nico Goldscheider vom KIT Karlsruhe (4) und der Physik-Professor Eduard Heindl von der Hochschule Furtwangen (5) referierten. Sie boten eine Fülle von Sachargumenten. Interessant und nützlich für die ca 150 anwesenden Besucher – ob sie nun für oder gegen die Errichtung zusätzlicher Windräder an Freiburgs Hausberg sind.
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Leider war die Berichterstattung in der Badischen Zeitung (siehe Anlage (1) unten) nicht ganz so neutral und ausgewogen, d.h. das Diktum des Journalismus-Altvaters Hans Joachim Friedrichs galt wenig: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“
So wird Bericht eingeleitet mit dem Statement „Bei einer Infoveranstaltung bedauerten zwei streitbare Referenten den Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie“: Dass Wissenschaftler beim Vortragen ihrer Argumenten „streitbar“ sein sollen, ist vielleicht noch akzeptabel – nämlich im Hinblick auf den ‚demokratischen Streit‘ sowie den ‚wissenschaftlichen Streit‘. Aber was soll das Herstellung einer Beziehung (Korrelation, Kausalität) Windkraft – Kernenergie? Oder warum müssen alle Windkraftbefürworter automatisch politisch links und alle Gegner rechts sein?
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Adrian Kempf geht in seinem Beitrag „Windkraft um Günterstal: Fachvorträge warnen vor Risiken für Wasser, Wald und Versorgungssicherheit“ (2) primär auf Sachinhalte ein, also auf Tatsachen bzw. Fakten anstelle von Deutungen bzw. Wertungen.
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Über das Lärmproblem durch Windkrafträder im Gebiet des Schauinsland berichten Anwohner der westlich oberhalb von Freiburg-Günterstal gelegenen Gemeinde Horben (6). Lärm als eines der großen Umweltgifte.
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Zurück zur journalistischen Darstellung der Informationsveranstaltung zur Planung weiterer Windkraftanlagen am Schauinsland bei Freiburg: Adrian Kempf präzisiert seine Kritik zum BZ-Artikel in (1). Im Beitrag „Windkraft um Günterstal – warum kritische Fragen keine Ideologie sind“ (7) geht es um die Unterscheidung von
1. Tatsachen bzw. Fakten, die man kritisieren und gerne auch falsifizieren kann sowie
2. Wertungen, Deutungen bzw. Dogmen aus dem Bereich der Ideologie, die man allenfalls glauben kann bzw. muß, da sie keiner Sachkritik zugänglich sind.
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Seit die Bundesregierung beschlossen hat, die Windkraft auch in Regionen zu verbreiten, in denen sie sich wirtschaftlich nicht bzw. nur über immense Subventionierung rechnet, beginnt die gesellschaftliche Diskussion endlich Fahrt aufzunehmen. Gemäß WindBG sollen 1,8 Prozent der Grundfläche bis 2032 als Windvorrangflächen ausgewiesen werden, ein unglaublich hoher Prozentanteil. Da geht es richtig zur Sache.
Einen Vorgeschmack hierzu gibt Wolfgang Maison, Mitgründer der südbayerischen Bürgerinitiative „Windradfreies Oberland“, in seinem Bericht im Kontrafunk (siehe Anlage (8) unten) über den Kampf gegen riesige Windkrafträder im bayerischen Alpenvorland von Bad Tölz bis Garmisch-Partenkirchen – weniger auf den Bergen (da kommt man mit den gigantisch großen Rotoren kaum rauf), sondern gerne im windarmen leicht hügeligen Alpenvorland.
In der Diskussion um die Windkraftstandort spielen Windhöffigkeit, Natur und Kosten-Nutzen-Rechnung keine Rolle mehr, sondern nur noch die Erfüllung der gesetzlichen Vorgabe von 1,8 Prozent Windvorrangfläche. Gesetz (das vom Untertanen zu erfüllen ist) statt Logik (die die Wissenschaften untermauern) – in gut deutscher Manier.
„Dreht sich ohne Wind das eine Windrad nicht, dann werden sich auch zehn Windräder nicht drehen nicht“ (das doppelte bayerische „nicht“ ist wichtig, da es die Verneinung nicht etwa aufhebt, sondern verstärkt). Und der Bürgermeister nahe Garmisch klagt sinngemäß weiter: „Wir können sagen was wir wollen. Nur die Prozentzahl 1,8 % Windvorrang zählt.“
28.1.2026
Dieser Beitrag wurde garantiert ohne KI geschrieben.
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Ende von Beitrag „Windkraft: Tatsache vs Wertung“
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Beginn von Anlagen (1) – (9)
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(1) Initiative will Windräder bei Freiburg-Günterstal verhindern – warum?
Die Bürgerinitiative Windkraft Günterstal sammelt Argumente gegen den Bau von Windrädern. Bei einer Infoveranstaltung bedauerten zwei streitbare Referenten den Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie.

Zunächst sprach Nico Goldscheider, Hydrogeologe am Karlsruher Institut für Technologie, über potenzielle Auswirkungen von Windkraft auf Wasserressourcen, Umwelt und Tourismus. Seiner Meinung nach geraten Wasserressourcen und Wälderschutz angesichts des Ausbaus zunehmend unter die Räder. Auch in Günterstal sei das der Fall. Das baden-württembergische Umweltministerium und die Stadt Freiburg halten dagegen: „Aspekte des Wasserschutzes werden bei der Planung und Genehmigung des Windenergieausbaus berücksichtigt“, betonen sowohl Ministeriumssprecherin Claudia Hailfinger als auch Rathaussprecherin Eva Amann. Als größte Gefahr für Wälder nennt Amann einen ungebremst voranschreitenden Klimawandel. Bezogen auf die Freiburger Gesamtwaldfläche seien die Eingriffe für Windkraftanlagen gering: „Bei einer Flächeninanspruchnahme von 1,2 Hektar Wald pro Windkraftanlage sind das 0,018 Prozent der Waldfläche.“
Ein anderer Kritikpunkt Goldscheiders: Die Energieproduktion in Form von Windkraft sei weder grundlastfähig noch steuerbar. Schwankungen könnten nicht ausgeglichen werden, weshalb in windarmen Zeiten Strom aus Kohlekraftwerken und durch Importe aus Kernenergie bereitgestellt werden müssten. Eben weil volatile Energien genutzt werden, erfolge der Umbau der Energiesysteme schrittweise, erläutert Hailfinger. Flexibilisierung und effiziente Nutzung werden ihr zufolge durch Netzausbau, die Nutzung von Speichern, smarte Steuerung und die Nutzung von grünem Wasserstoff erreicht.
Goldscheider kam zum Schluss: „Wind ist nicht der Königsweg für eine CO2-neutrale Energieversorgung.“ Herrsche Dunkelflaute, gebe es also kaum Wind, könnten die WKA lediglich 0,5 Prozent des Strombedarfs decken: „Durch mehr Anlagen wird das kaum besser.“ Man müsse bedenken, so Goldscheider, dass der Bau von WKA Auswirkungen auf viele Bereiche habe. Durch den Bau der Anlagen würde nicht nur Wald gerodet, sondern es könnten Diesel und Hydrauliköle der Baufahrzeuge sowie die in den Rotoren verbaute Ewigkeitschemikalie PFAS ins Wasser gelangen. Und durch den Rückbau von Anlagen fielen große Mengen Schrott an, führte Goldscheider aus. Die Stadt entgegnet, dass Windkraftanlagen fast vollständig recycelt werden könnten.
Goldscheiders Schlussfolgerung: „Windenergie leistet in Deutschland keinen realen Beitrag zur Vermeidung von CO2-Emissionen und damit zum Klimaschutz.“ Damit widerspricht Goldscheider dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das Windkraft als „wichtige Säule der Energiewende“ wertet und dem Landesumweltministerium, das die Treibhausgaseinsparungen durch Windenergie als beträchtlich bezeichnet.
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Goldscheider sieht im Ausstieg aus der Kernenergie einen „großen Fehler“. Der zweite Referent des Abends, Eduard Heindl von der Fachhochschule Furtwangen, stimmte dem zu. Er lobte Kernkraft, erläuterte den seiner Meinung nach in Baden-Württemberg unzureichenden Wirkungsgrad von Windrädern und ging auf das Thema Lärm ein. In Gutachten sei zu lesen, dass Lärm kein Problem sei, spreche man hingegen mit Anwohnern, komme man zu einem anderen Schluss. Je nach Windrichtung entstünden komplexe Schallmuster, auch weit entfernt von Anlagen könne der Lärm störend sein. Rathaussprecherin Amann kontert: „Die Geräuschemissionen bei Windkraftanlagen liegen im Rahmen der gesetzlichen Grenzwerte des Immissionsschutzgesetzes.“
Als weiteres Argument gegen Windkraft führte Heindl die „aufwendige Infrastruktur“ an, die nötig sei, um den Strom in die Häuser zu bringen. Diese führe zu hohen Nebenkosten und damit einem teuren Strompreis, der nicht nur Verbraucher, sondern auch die Industrie belaste. Die Stadt hingegen bezeichnet Windkraft als bei den Erzeugungskosten zu den günstigsten Energiequellen zählend und verweist als Quelle auf das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme.
Heindl bilanzierte, der Windkraftausbau sei nicht zielführend und plädierte für moderne Kernkraftwerke, die wesentlich sicherer seien als frühere. „Sie arbeiten mit flüssigem, nicht brennbarem Salz“ und außerdem ohne Druck, was die Explosionsgefahr minimiere. „Moderne Reaktoren kann man ganz ohne Gefahren bauen“, so Heindl. Zu hochradioaktiven Abfällen äußerte er sich indes nicht.
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… Alles vom 27.1.2026 von Kathrin Blum bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/initiative-will-windraeder-bei-freiburg-guenterstal-verhindern-warum
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(2) Windkraft um Günterstal: Fachvorträge warnen vor Risiken für Wasser, Wald und Versorgungssicherheit
Günterstal. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Windkraft Günterstal haben zwei renommierte Wissenschaftler eindringlich vor den ökologischen, hydrologischen und wirtschaftlichen Folgen eines weiteren Windkraftausbaus im Umfeld von Günterstal gewarnt. Die geplanten Anlagen rund um den Schauinsland seien aus fachlicher Sicht mit erheblichen Risiken verbunden – insbesondere für Wald, Wasserressourcen, Artenvielfalt und die Lebensqualität der Anwohner.

Grundwasser und Wald als zentrale Schutzgüter
Der Hydrogeologe Prof. Dr. Goldscheider (Karlsruher Institut für Technologie, KIT) stellte in seinem Vortrag die besondere Bedeutung des Waldes für die Trinkwasserversorgung heraus. Wälder fungierten als natürliche Filter, Speicher und Puffer für Niederschläge, regulierten den Abfluss und sorgten für stabile Quellschüttungen auch in Trockenzeiten. „Für Wasserressourcen gibt es nichts Besseres als Wald“, so Goldscheider.
Der geplante Bau von Windkraftanlagen gehe jedoch mit massiven Eingriffen einher: Rodungen, Bodenverdichtung, Zuwegungen und Fundamentbau veränderten dauerhaft die hydrologischen Prozesse. Besonders kritisch sei die Situation im Schwarzwald, wo laut Karten des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) die Schutzfunktion der Grundwasserüberdeckung vielerorts als „sehr gering“ eingestuft werde. Schadstoffe könnten hier vergleichsweise leicht ins Grundwasser gelangen.
Goldscheider verwies zudem auf Risiken durch Bau- und Betriebsstoffe, mögliche Havarien sowie Brandereignisse, bei denen Schadstoffe unkontrolliert freigesetzt würden. In Wasserschutzgebieten, insbesondere in der Nähe von Schutzzone II, seien Windenergieanlagen aus fachlicher Sicht nicht tragbar.

Industrieanlagen im Biosphärengebiet
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Lage der geplanten Anlagen in einem Mosaik aus Schutzgebieten, darunter Landschafts-, Natur- und Vogelschutzgebiete sowie das UNESCO-Biosphärengebiet Schwarzwald. Goldscheider bezeichnete es als „befremdlich“, dass ausgerechnet in einem Gebiet mit solch hohem naturschutzfachlichem Wert großtechnische Industrieanlagen errichtet werden sollen.
Besonders betroffen seien Greifvögel und Fledermäuse. Während häufig argumentiert werde, Windkraft sei harmloser als andere menschengemachte Gefahren, wies Goldscheider darauf hin, dass Windenergieanlagen vor allem seltene und geschützte Arten töten – mit potenziell gravierenden Auswirkungen auf ohnehin gefährdete Populationen.

Mythos CO₂-Vermeidung
Ein zentrales Argument für den Windkraftausbau – die CO₂-Einsparung – wurde von Goldscheider kritisch hinterfragt. Deutschland habe nicht primär Kohlekraftwerke durch Windenergie ersetzt, sondern Kernenergie. Da sowohl Kernenergie als auch Windenergie CO₂-arm seien, ergebe sich daraus kein nennenswerter Klimavorteil. Der Ausbau der Windkraft habe bislang vor allem den Wegfall von Atomstrom kompensiert, nicht aber fossile Energie verdrängt.
Zudem zeigten sogenannte Dunkelflauten, dass Windenergie in kritischen Phasen nahezu keinen Beitrag zur Stromversorgung leiste. In solchen Situationen müsse der Bedarf nahezu vollständig durch Kohle-, Gas- und Importstrom gedeckt werden.

Wirtschaftlichkeit und physikalische Grenzen
Der zweite Vortrag von Prof. Dr. Heindl (Hochschule Furtwangen, Energieversorgung und Erneuerbare Energien) beleuchtete die wirtschaftlichen und physikalischen Aspekte der Windenergie. Entscheidend sei die Windgeschwindigkeit, die mit der dritten Potenz in die Energieausbeute eingehe. Schon geringe Unterschiede führten zu drastischen Ertragsunterschieden.
Der Schwarzwald sei ein vergleichsweise windarmes Gebiet. Um hier die gleiche Strommenge wie an Küstenstandorten zu erzeugen, müssten deutlich mehr Anlagen errichtet werden – verbunden mit einem erheblich höheren Materialeinsatz an Stahl, Beton, Kupfer und Kunststoffen.
Heindl machte zudem deutlich, dass Windkraftanlagen nur deshalb wirtschaftlich betrieben werden könnten, weil sie durch staatliche Fördermechanismen abgesichert seien. Bei Stromüberschuss und niedrigen oder negativen Börsenpreisen würden die Kosten auf die Allgemeinheit verlagert. Gleichzeitig seien zusätzliche Investitionen in Speicher, Netzausbau und Reservekraftwerke notwendig, die in der öffentlichen Debatte häufig ausgeblendet würden.

Netzprobleme, Lärm und Akzeptanz
Ein weiterer Aspekt betraf die zunehmenden Netzprobleme. Mit wachsendem Ausbau steige die Zahl der Stunden, in denen Windstrom nicht mehr eingespeist oder sinnvoll genutzt werden könne. Das führe zu Abregelungen, ineffizienter Nutzung und steigenden Gesamtkosten.
Auch das Thema Lärm wurde ausführlich behandelt. Neue strömungsphysikalische Untersuchungen zeigten, dass Geräusche nicht nur in unmittelbarer Nähe der Anlagen auftreten, sondern sich in mehreren Kilometern Entfernung bündeln könnten. Besonders belastend sei das periodische „Wummern“, das von vielen Anwohnern als schlafstörend beschrieben werde und in herkömmlichen Gutachten oft unzureichend berücksichtigt sei.

Fazit: Entwertung statt Energiewende
Beide Referenten kamen zu dem Schluss, dass der geplante weitere Ausbau der Windkraft im Raum Günterstal keine nachhaltige Lösung darstelle. Stattdessen drohe eine schleichende Entwertung von Landschaft, Wald, Wasserressourcen und Lebensqualität – ohne einen entsprechenden Nutzen für Klimaschutz oder Versorgungssicherheit.
Die zentrale Frage sei nicht „Windkraft ja oder nein“, sondern wo, wie und zu welchem Preis. Gerade in sensiblen Wald- und Quellgebieten müsse der Schutz von Wasser, Natur und Menschen Vorrang haben.
Die Bürgerinitiative kündigte an, die fachlichen Argumente in den weiteren Dialog mit Stadt, Gemeinde und Öffentlichkeit einzubringen.
28.1.2026, Adrian Kempf, https://www.adrian-Kempf.de
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(3) Bürgerinitiative Windkraft Günterstal
Unsere Zielsetzung ist, die Energiewende derart zu gestalten, dass das größte Schutzgut, nämlich unsere Natur und der Mensch, dabei berücksichtigt und bestmöglich geschützt wird.
​Die Schauinslandregion ist Teil des Naturparks Südschwarzwald. Sie bietet eine ursprüngliche Natur, ist Naherholungsgebiet und Ruheraum für Tiere und Menschen. Sie ist der Hausberg von Freiburg und in ihrer Form ein einzigartiges Aushängeschild unserer Stadt und Region.
Günterstal ist in diese wunderbare Umgebung eingebettet und wäre wie kein anderer Ort oder Ortsteil von den aktuellen Planungen für Standorte von Windenergieanlagen der Stadt Freiburg und der Gemeinde Au betroffen.
Aus den auf unserer Homepage und in unserer Präsentation genannten Punkten resultiert unser zugrundeliegendes Anliegen.
Unsere klaren Forderungen an die politischen Vertreter auf kommunaler, Landes- und Bundesebene. Gestalten Sie die Energiewende im Einklang mit Natur und Mensch, indem Sie:
– Orte für Windkraftanlagen wählen, die bereits durch Industrie und Infrastruktur für Natur und Mensch verloren sind,
– in Ihren Überlegungen nicht an Gemarkungsgrenzen und Ländergrenzen halt machen,
– sich an Windparks in geeigneten Regionen On- und Offshore beteiligen,
– sich dafür einsetzen, dass die Nord-Süd Stromtrassen fertiggestellt werden,
zunächst das in unserer Region vorhandene Photovoltaik-Potenzial ausschöpfen.
https://www.windkraft-guenterstal.de/
wkaguenterstal@gmail.com
https://www.mensch-natur-bw.de
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(4) Hydrogeologe Nico Goldscheider
Dr. Nico Goldscheider,
Professor der Hydrogeologie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
https://hydro.agw.kit.edu/21_104.php
https://www.clear.kit.edu/88_1275.php
https://www.agw.kit.edu/278_goldscheider.php

Wie gefährlich ist Windkraft für das Wasser?
… Auf dem Podium diskutierten mit den Moderatoren Sarah Albiez und Jakob Lenz vom Forum Energiedialog drei Experten: Nico Goldscheider ist Professor für Hydrogeologie am Karlsruher Institut für Technologie und Vorsitzender der Sektion Hydrogeologie der Deutschen Geologischen Gesellschaft; der promovierte Hydrogeologe Hermann Schad aus Wangen, der den Altdorfer Wald von seinen Untersuchungen für den Zweckverband Wasserversorgung Baienfurt-Baindt kennt; und Martin Brodbeck, promovierter Hydrogeologe beim renommierten Unternehmen „Smoltczyk & Partner“, das die für den Windpark nötigen hydrogeologischen Gutachten für die SWU erstellen.

17.3.2025
https://www.schwaebische.de/regional/oberschwaben/ravensburg/wie-gefaehrlich-ist-ein-windpark-fuer-den-wald-als-wasserspeicher-3417739
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(5) Physiker Eduard Heindl
Professor Dr. Eduard Heindl, Physiker
Hochschule Furtwangen
Energiespeicher, Tsunami-Warnsysteme
https://www.hs-furtwangen.de/personen/profil/89-eduardheindl
http://eduard-heindl.de/
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(6) Neue Windräder am Freiburger Taubenkopf: Anwohner in Horben beschweren sich über Lärm
Seit Anfang Mai sind die beiden neuen leistungsstarken Windkraftanlagen auf dem Taubenkopf in Betrieb und produzieren Strom. Und seither klagen vor allem Anwohner aus Horben über nächtliche Ruhestörung

Seit die neuen Windräder am Taubenkopf in Betrieb sind, gibt es aus Horben Beschwerden über Lärm. Vor allem aus dem nördlich unterhalb der beiden Windkraftanlagen gelegenen Ortsteil Bohrer melden sich Anwohner. „In der Nacht vom 9. auf den 10. Mai war es extrem“, sagt Nikolaus Dick, der im Bohrer wohnt. In der Nacht habe es starken Wind gegeben, der Lärm sei durch die geschlossenen Fenster ins Haus gedrungen. „Es klang wie ein Flugzeug, das auf der Stelle fliegt“, so Dick. …
Auch aus dem weiter oben gelegenen Ortsteil Heubuck gibt es Beschwerden. So berichtet die Anwohnerin Bianca Guzzoni, dass sie jüngst mitten in der Nacht durch die Anlagen aufgewacht sei. „Die Vibration ging durchs ganze Haus“, sagt Guzzoni vom Verein „Unser Schauinsland“, der sich seit Jahren gegen die Windkraftanlagen positioniert. Vor allem das vordere, näher an Horben gelegene Windrad am Taubenkopf sei zu hören gewesen.

… Alles vom 23.5.2025 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/neue-windraeder-am-freiburger-taubenkopf-anwohner-in-horben-beschweren-sich-ueber-laerm
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(7) Windkraft um Günterstal – warum kritische Fragen keine Ideologie sind
Was auf der Infoveranstaltung gesagt wurde – und was die Badische Zeitung daraus gemacht hat
Am 24. Januar 2026 fand in Günterstal eine Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Windkraft Günterstal statt. Zwei Wissenschaftler – Prof. Dr. Nico Goldscheider (Hydrogeologe, KIT) und Prof. Dr. Eduard Heindl (Hochschule Furtwangen) – sprachen über die geplanten Windkraftanlagen rund um Günterstal und deren mögliche Auswirkungen auf Wasserressourcen, Wald, Umwelt, Energieversorgung und Kosten.
Die Badische Zeitung berichtete am 27. Januar darüber unter der Überschrift „Initiative will Windräder bei Freiburg-Günterstal verhindern – warum?“. Der Artikel vermittelt dabei jedoch ein verzerrtes Bild der Inhalte – und ersetzt fachliche Auseinandersetzung durch Framing.
Dieser Beitrag stellt die tatsächlichen Inhalte der Vorträge dar und ordnet die Darstellung der BZ kritisch ein.

1. Worum es auf der Veranstaltung tatsächlich ging
Die Veranstaltung war keine Anti-Windkraft-Kundgebung und kein politisches Bekenntnis. Sie war eine fachliche Informationsveranstaltung zu einem konkreten Ort mit besonderen naturräumlichen Voraussetzungen: Wald, Quellen, Trinkwasser, Schutzgebiete.
Prof. Goldscheider: Wasser, Wald und irreversible Eingriffe- Prof. Goldscheider sprach als Hydrogeologe über:
– die geringe Schutzfunktion der Grundwasserüberdeckung im Schwarzwald (laut LGRB),
– die hohe Verletzlichkeit von Quellen und Hangwassersystemen,
– irreversible Effekte durch Rodung, Bodenverdichtung und Zuwegung,
– eale Risiken durch Betriebsstoffe, PFAS, Betonlauge und Rückbau,
– sowie die Bedeutung des Waldes für Wasserqualität, Hochwasserdämpfung und Trockenresistenz.
Diese Punkte wurden nicht widerlegt, weder auf der Veranstaltung noch im BZ-Artikel. Stattdessen verweist die Zeitung auf Behördenaussagen wie „wird berücksichtigt“.
Berücksichtigt bedeutet jedoch nicht ausgeschlossen – und schon gar nicht risikofrei.

2. CO₂, Dunkelflaute und Systemrealität
Die BZ zitiert Goldscheiders Aussage: „Windenergie leistet in Deutschland keinen realen Beitrag zur Vermeidung von CO₂-Emissionen.“
Diese Aussage wird im Artikel als „steil“ oder „falsch“ dargestellt – ohne sie sachlich zu widerlegen. Fakt ist:
– In Deutschland wurde CO₂-freie Kernenergie durch Wind ersetzt, nicht Kohle.
– Bei Dunkelflauten (stunden- bis tagelang dokumentiert) liegt der Windanteil teils unter 1 %.
– In diesen Phasen liefern Kohle, Gas und Importe den Strom.
– Länder mit hohem Wasser- oder Kernenergieanteil (z. B. Frankreich, Schweiz, Skandinavien) haben deutlich niedrigere CO₂-Emissionen pro kWh als Deutschland – trotz geringerer Windanteile.
Das ist keine Ideologie, sondern öffentlich einsehbare Netz- und Emissionsdate

3. Prof. Heindl: Physik, Kosten und Netze
Prof. Heindl beleuchtete:
– die physikalische Abhängigkeit der Windleistung von der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit,
– die schlechten Erträge in Schwachwindregionen wie dem Schwarzwald,
– die Notwendigkeit von Netzausbau, Speichern und Reservekraftwerken,
sowie die daraus resultierenden Systemkosten, die in Erzeugungspreisen systematisch ausgeblendet werden.
Die BZ verweist dagegen auf Fraunhofer-Zahlen zu reinen Erzeugungskosten – genau das, was Heindl kritisiert hat. Netze, Speicher, Abregelung und Subventionen tauchen dort nicht auf.

4. Personalisierung statt Argumente (im Kommentarbereich)
Auffällig ist nicht der Artikel selbst, sondern das, was im Kommentarbereich passiert. Dort wird gezielt von der Sachebene auf Personen ausgewichen.
Statt Argumente zu entkräften, wird bei Prof. Goldscheider ein angeblicher Interessenkonflikt über seine Mitarbeit in einer sicherheitsbezogenen Expertengruppe insinuiert – ohne Beleg. Fachleute sitzen in solchen Gremien wegen ihrer Expertise, nicht als Lobbyisten.
Ähnlich bei Prof. Heindl: Seine Professur, berufliche Tätigkeit oder eine Patentanmeldung werden lächerlich gemacht, anstatt sich sachlich mit seinen Aussagen auseinanderzusetzen. Forschung lebt von Prüfung und Widerspruch, nicht von Gesinnungstests.
Wer Argumente nicht widerlegen kann, verlagert die Debatte auf Personen. Dass sich dieses Muster gehäuft im Kommentarbereich zeigt, wirkt nicht zufällig, sondern strategisch.

5. Was im Artikel fehlt
Der BZ-Artikel erwähnt nicht:
– die Vielzahl der Schutzgebiete (NSG, LSG, FFH, Vogelschutz, Biosphäre),
– die Nähe zu Quellfassungen und Trinkwassergewinnung,
– die Problematik von Rückbau, Brandszenarien und Schadstofffreisetzung,
– die Frage der dauerhaften Entwertung von Landschaftsräumen,
– oder die Tatsache, dass kritische Fragen nicht Windkraft an sich, sondern den Standort betreffen.
Stattdessen wird suggeriert, Kritik an Windkraft sei gleichbedeutend mit Klimaschutz-Leugnung. Das ist journalistisch unredlich.
Hinweis: Grundlage dieser Analyse ist der Artikel der Badischen Zeitung vom 27.01.2026.
Leserinnen und Leser können sich hier selbst ein Bild machen, inwieweit der journalistische Fokus auf Etikettierung statt auf inhaltliche Auseinandersetzung gelegt wurde: https://www.badische-zeitung.de/initiative-will-windraeder-bei-freiburg-guenterstal-verhindern-warum

6. Fazit
Die Veranstaltung in Günterstal hat gezeigt: Kritische Fragen zum Ausbau der Windkraft sind keine Ideologie, sondern notwendiger Bestandteil verantwortungsvoller Planung – insbesondere in sensiblen Wald- und Quellgebieten.
Der Artikel der Badischen Zeitung hat diese Fragen nicht beantwortet, sondern umgedeutet.
Wer Akzeptanz für die Energiewende will, sollte Diskussionen nicht diskreditieren, sondern führen.
Transparenz entsteht nicht durch Etiketten – sondern durch Argumente.
… Alles vom 28.1.2026 von Adrian Kempf bitte lesen auf
https://adrian-kempf.de/windkraft-um-guenterstal-warum-kritische-fragen-keine-ideologie-sind/
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(8) Wolfgang Maison: Die Bürgerinitiative „Windradfreies Oberland“ im Kampf gegen die Windmühlen der Neuzeit
Stand China vor einem Militärputsch? Die chinesische Journalistin Zhihong Zheng analysiert die Vorgänge. Feiern die Deutschen gerne krank? Der Leipziger Hausarzt Torsten Mahn analysiert den Vorwurf von Bundeskanzler Merz. Wolfgang Maison, Mitgründer der südbayerischen Bürgerinitiative „Windradfreies Oberland“, berichtet über den Kampf gegen riesige Windkrafträder. Und Markus Vahlefeld kommentiert die Berichterstattung über die Razzien der US-Einwanderungsbehörde ICE im Bundesstaat Minnesota, die von zwei Todesfällen überschattet worden sind.
… Alles vom 28.1.2026 bitte hören auf
https://kontrafunk.radio/de/sendung-nachhoeren/politik-und-zeitgeschehen/kontrafunk-aktuell/kontrafunk-aktuell-vom-28-januar-2026.
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(9) Kritik am BZ-Text: Simulierte Debatte, Asymetrie, Vorab-Wertung
Mail an Badische Zeitung
Sehr geehrte BZ …,
vielen Dank für Ihre Antwort. Sie argumentieren darin mit allgemeinen journalistischen Standards. Unsere Kritik bezieht sich jedoch nicht abstrakt auf „Ausgewogenheit“, sondern konkret auf die sprachliche und strukturelle Umsetzung im vorliegenden Artikel.
Gestatten Sie mir daher, die Kritik präzise am Text festzumachen:

1. Simulierte Debatte durch sprachliche Zuschreibung („entgegnet“, „kontert“)
Im Artikel werden Aussagen der Referenten mehrfach mit Formulierungen wie „die Stadt entgegnet“ oder „Rathaussprecherin Amann kontert“ beantwortet. Diese Begriffe stammen aus der Logik einer unmittelbaren Debatte. Tatsächlich waren die genannten Sprecherinnen jedoch nicht anwesend, und den Referenten wurde keine Möglichkeit zur Replik gegeben.
Unabhängig davon, ob formal suggeriert wird, die Sprecherinnen seien vor Ort gewesen, entsteht für die Leserschaft faktisch der Eindruck eines direkten Widerworts – eines argumentativen Korrektivs ohne Dialog. Das überschreitet die Grenze zwischen Bericht und Bewertung.

2. Asymmetrische Autoritätszuschreibung
Während die Referenten konsequent mit Formulierungen wie „seiner Meinung nach“, „Goldscheider meint“ oder „Heindl lobte“ eingeführt werden, erscheinen Aussagen von Stadt, Ministerium und Fraunhofer-Institut als sachliche Einordnung oder faktische Richtigstellung.
Diese sprachliche Asymmetrie erzeugt ein klares Framing: Referenten = subjektiv, Institutionen = objektiv. Eine Kennzeichnung der jeweiligen Interessenlage – etwa der Stadt Freiburg als Projektträgerin – erfolgt hingegen nicht. Auch dies ist keine neutrale Abbildung, sondern eine lenkende Gewichtung.

3. Vorab-Wertung durch Charakterisierung der Referenten
Bereits im Vorspann werden die Referenten als „streitbar“ bezeichnet. Dieser Begriff ist kein neutral-deskriptiver, sondern ein wertender Charakterbegriff, der den Leser noch vor der Darstellung der Inhalte auf eine bestimmte Lesart einstimmt.
Bemerkenswert ist zudem, dass sich dieses Attribut auf die Haltung zur Kernenergie bezieht, obwohl der thematische Schwerpunkt der Veranstaltung der Ausbau von Windkraftanlagen war. Auch hier wird eine inhaltliche Verschiebung durch sprachliche Rahmung vorgenommen.

Unsere Kritik richtet sich ausdrücklich nicht gegen das Einholen von Gegenpositionen an sich. Sie richtet sich gegen deren Art der Einbettung, die im Ergebnis nicht zu Ausgewogenheit führt, sondern zu einer strukturellen Überordnung behördlicher Aussagen gegenüber wissenschaftlichen Referenten einer Bürgerinitiative.
Das ist der Kern unseres Anliegens.
Mit freundlichen Grüßen, Adrian Kempf, https://www.adrian-kempf.de
29.1.2026

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