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- Wenn Arbeit nivelliert wird – Beispiel Mindestlohn (31.1.2026)
- Nachrechnen lohnt sich: Bringt Arbeit zum Mindestlohn wirklich mehr als Bürgergeld? (19.8.2025)
- Mindestlohn: arbeitsmarktpolitisches, nicht sozialpolitisches Instrument (6.7.2025)
- Arbeitskräftemangel: Deutschland funktioniert nicht mehr – Bürgergeld (20.10.2022)
- Bürgergeld ersetzt Hartz IV (1.10.2022)
- Lieferando, Kuriere – prekäre Jobs bei Service-Unternehmen (25.4.2020)
- Wie der Dorfladen in Wies gegen den Mindestlohn kämpft (22.12.2015)
- 80% der Flüchtlinge ohne Berufsausbildung – Mindestlohn? (24.11.2025)
- Spahn fordert Aussetzung des Mindestlohns für Flüchtlinge (21.11.2015)
- Mindestlohn (München = Zittau) alleine bringt nichts? (1.1.2015)
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Wenn Arbeit nivelliert wird – Beispiel Mindestlohn
… Diese Denkweise bleibt nicht in der Schule. Sie wandert weiter. Ins Studium, das zunehmend verschult wird, damit niemand scheitert. In den Arbeitsmarkt, der Unterschiede nicht mehr sauber abbilden soll. Und irgendwann steht man in einem Betrieb und fragt sich, warum Berufseinsteiger fast genauso viel verdienen wie Menschen mit Jahrzehnten an Erfahrung. Und warum Letztere sich fragen, wofür sie das alles eigentlich gemacht haben.
Der Mindestlohn ist dafür ein dankbares Beispiel. Politisch verkauft als Akt der Gerechtigkeit, praktisch ein grobes Instrument. Eine Zahl für alles. Egal ob hochkonzentrierte Verantwortung, egal ob körperlich oder psychisch belastende Arbeit, egal ob einfache, schnell ersetzbare Tätigkeit. Eine Stunde ist eine Stunde. Gleich ist gleich.
Nur denkt der Markt anders. Und der Kunde auch. Wenn das Essen im Restaurant deutlich teurer wird, geht man seltener hin. Nicht aus Protest, sondern aus Vernunft. Wenn der Friseur zum Luxus wird, greift man zur Schermaschine. Wenn die Reinigung zu teuer wird, erledigt man es selbst. Und wenn sich das alles nicht mehr trägt, verschwindet der Job. Nicht spektakulär, sondern leise. Weniger Stunden. Mehr Druck. Oder gar nicht mehr.
Und dann wundert man sich. Über Schwarzarbeit. Über Subunternehmerketten. Über Betriebe, die aufgeben, obwohl sie wirtschaftlich sauber gearbeitet haben. Über Wertschöpfung, die zwar noch existiert, aber immer weniger dort ankommt, wo sie eigentlich entstehen sollte. Auch das ist kein Zufall. Es ist die logische Folge davon, dass man Unterschiede nicht mehr aushalten will.
3.2.2026
… Alles vom 31.1.2026 von Patrick Peschl bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/wenn_alle_alles_koennen_sollen
https://www.youtube.com/watch?v=HCgkjX1tpiE
https://www.achgut.com/artikel/achgut_hoeren_wenn_alle_alles_koennen_sollen
Nachrechnen lohnt sich: Bringt Arbeit zum Mindestlohn wirklich mehr als Bürgergeld?
von Albrecht Künstle
In einem Artikel des SPD-nahen “Redaktionsnetzwerks Deutschland” in der “Badischen Zeitung” (BZ) vom 14. August 2025, erschienen unter dem Titel „Mindestlohn bringt mehr als Bürgergeld“, versuchen die regierungshörigen Propaganda-“Faktenchecker” vom Dienst zum x-ten Mal vorzurechnen, dass sich Arbeit gegenüber Nichtstun – sprich: dem Bezug von Bürgergeld – in Deutschland deutlich lohnen und rechnen würde, und das sogar schon zum Mindestlohn. In drei Beispielsfällen wurde versucht vorzurechnen, dass die Arbeitseinkommen höher sind als das Bürgergeld. Das allerdings ist eine von niemandem bestrittene Binsenweisheit; die Frage ist, um wieviel höher – und hier liegt das Problem. Denn die Frage, ob es sich für diese Differenz lohnt, jeden Morgen aufzustehen und zu malochen, haben Millionen Menschen für sich mit Nein beantwortet.
Tatsächlich können die Bezieher von Bürgergeld anscheinend besser rechnen – für sie ist nämlich nur entscheidend, wieviel mehr sie je Arbeitsstunde bekommen, wenn sie arbeiten. Und das geschieht, indem man das mögliche Mehreinkommen mit Arbeit durch (bei einer angenommenen 38-Stunden-Woche zu leistende) 165 Monatsarbeitsstunden teilt. Was verbleibt, ist die sogenannte “Lohnabstandsgrenze” zum faktischen bedingungslosen Grundeinkommen alias Bürgergeld – und die ist marginal. Interessant ist, dass am selben Datum der BZ-Veröffentlichung abends in der ARD-“Tagesschau” ein Wirtschaftsvertreter exakt meine nachfolgende Rechnung aufmachte, die daraufhin aber kein einziges Mal in den Nachrichten wiederholt wurde. Weil die BZ meinen Leserbrief ablehnte – und sogar am 16. August mit einem großformatigen Interview mit dem Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) Bernd Fitzenberger nachlegte –, sei dessen Inhalt nachfolgend wiedergegeben.
Ich schrieb an die Zeitung, bezogen auf dort aufgeführte drei Beispielrechnungen: “Im Fallbeispiel 1 verbleiben mit einer errechneten Differenz von 500 Euro, wenn man zum Mindestlohn arbeiten geht, statt Bürgergeld zu beziehen. Teilt man diesen Mehrverdienst jedoch durch 165 Arbeitsstunden, bleiben ganze 3,03 Euro pro Stunde. Im Beispiel 2 waren es 4,54 Euro und im Beispiel 3 auch nur 4,00 Euro effektive Stundenvergütung. Reißt sich dafür jemand den A… auf? Was noch unterschlagen wird: Nehmen wir an, die Pendlerkosten betragen im Monat 60 Euro. Dafür muss man brutto etwa 100 Euro verdienen. Teilt man diese ebenfalls durch die 165 Stunden im Monat, dann sind die obigen Stunden-Beträge noch einmal um 60 Cent zu reduzieren. Würden die Verfasser solcher Auftragsstudien für 2,40 Euro oder 3,94 Euro die Stunde frühmorgens aufstehen und zur Arbeit fahren, und das ’nicht nur zur Sommerzeit, sondern auch im Winter, wenn es schneit‘? Auch wenn die überwiegend nichtdeutschen Bezieher von Bürgergeld und solche mit Migrationsherkunft weniger gut sprechen können: Rechnen rechnen können sie!”
Soweit mein – unveröffentlichter – Leserbrief an diese „Qualitätszeitung“. Was zusätzlich Kopfschütteln auslösen muss: Deutschland wirbt im Ausland weiter für das Bürgergeld – wenn auch nun nicht mehr auf Arabisch (außer in München, und das sogar mit Palästina-Flagge!). Asterix und Obelix pflegten zu sagen: „Die spinnen, die Römer!“ Ähnliches scheint heute über uns Deutsche zu kursieren. Was ebenso irrwitzig erscheint: „Ein riesiger bürokratischer Aufwand“ meint das IAB zu der Forderung, den Ukrainern Geld nach dem Asylbewerberleistungsgesetz statt Bürgergeld zu gewähren. Wenn aber die Finanzierung der Leistungen für Asylbewerber so bürokratisch ist, warum schafft man sie nicht ab? Die dadurch entlasteten Bürokratinnen und Bürokraten könnte man als Fachkräfte woanders wahrlich besser brauchen.
Zwar wird auch von den Mainstreammedien teilweise eingeräumt, das Lohnabstandsgebot werde tatsächlich verletzt und das Bürgergeld verhindere den Anreiz, eine Beschäftigung aufzunehmen. Doch hier macht es sich die SPD einfach, indem sie das als Rechtfertigung hernimmt, einen noch höheren Mindestlohn zu fordern. Es ist die klassische Kaminsteigermethode: Wenn der Mindestlohn hochgesetzt ist, folgt die „Anpassung“ des Bürgergeldes – so lange, bis das Füllhorn endlich versiegt.
Das Wohngeld tut sein Übriges: Die Hilfen für Mieten und Heizung – als Ergänzung des Bürgergeldes – steigen und steigen, bis alles kollabiert. Es ergeht diesem Sozialstaat so wie Ikarus in der griechischen Mythologie, der übermütig wurde und so hoch hinaufstieg, dass die Sonne das Wachs seiner Flügel schmolz, woraufhin sich die Federn lösten und er abstürzte – plumps! Aber nein, so etwas kann uns doch in Deutschland nicht passieren… Denn zumindest unser Wirtschafts-Ikarus hebt bekanntlich schon jahrelang nicht mehr ab.
19.8.025, Albrecht Künstler , kuenstle.a@gmx.de
Mindestlohn: arbeitsmarktpolitisches, nicht sozialpolitisches Instrument
Der Freiburger Wirtschaftsprofessor Lars Feld, seit 2010 als wissenschaftlicher Berater Teil der Kommission, äußert sich nun nach Abschluss der internen Gespräche auch öffentlich und räumt mit einem Mythos auf: „Der Mindestlohn ist als ein arbeitsmarktpolitisches Instrument eingeführt worden, nicht als ein sozialpolitisches. Es geht nicht darum, dass er vor Armut schützt. “
Auch der Düsseldorfer Wettbewerbsökonom Justus Haucap bemerkt, dass dem Mindestlohn keine sozialpolitische Wirkung zugeschrieben werden sollte: „Diese Idee eines passgenauen Lohns, damit wirklich jeder davon leben kann, ohne auf Sozialleistungen angewiesen zu sein, würde zu solch einer Lohnhöhe führen, dass das wahrscheinlich zu gravierender Arbeitslosigkeit führen würde. “
6.7.2025
Wie der Dorfladen in Wies gegen den Mindestlohn kämpft
Keine 700 Einwohner hat Wies im Kleinen Wiesental – und einen Dorfladen. Dieser steht auf der Kippe, weil die Mitarbeiter den Mindestlohn erhalten sollen. Den wollen sie aber gar nicht.
… Alles vom 22.12.2015 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/wie-der-dorfladen-in-wies-gegen-den-mindestlohn-kaempft
Der Dorfladen Wies
Dem Bundes-Arbeitsministerium in Berlin hat Dieter Miss Folgendes geschrieben: „Wir fragen uns, ob hier beim Zwang zum Nehmen des Mindestlohns nicht höher stehende Gesetze wie die Freiheitsrechte laut Grundgesetz und das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit verletzt werden?“
20 Mitarbeiter sind in Wies unentgeltlich bei der Warenlieferung und anderen Aufgaben dieser Art tätig, 4 weitere leisten den Dorfladen-Taxidienst ebenfalls unentgeltlich. Auch 3 Leute im Vorstand und 2 im Generationentreff erhalten kein Geld. Lediglich 9 Mitarbeiter im „Kern-Team“ des Ladens bekommen 6 Euro Lohn/Stunde (davon liegen 8 Personen unterhalb von 450 Euro/Monat).
80% der Flüchtlinge ohne Berufsausbildung – Mindestlohn?
Unter den Arbeitslosen aus den wichtigsten Asylherkunftsländern haben 80 Prozent keine Berufsausbildung, berichtet die Bundesagentur für Arbeit. Viele sind jedoch bereit, einfache Arbeiten zu verrichten, denn sie wollen rasch Geld in die Heimat überweisen, wo die Familien häufig für Flucht und Schlepper die letzten Reserven zusammengekratzt hatten. …
Alles vom 24.11.2015 lesen auf
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/uebertragung-von-mindestlohn-ausnahmen-auf-fluechtlinge-13929123.html
„Mehr als ein Drittel der Arbeitslosen in Deutschland hat ausländische Wurzeln, drei Viertel davon erhalten Hartz IV! – so die Bundesagentur für Arbeit
Mindestlohn konterkariert Integration
Der Lohn ist der Preis für Arbeit. Bekanntlich ist der Preis abhängig von Angebot und Nachfrage. Ceteris paribus bedeutet dies, dass ein großes Angebot zu einem niedrigen Preis und eine hohe Nachfrage zu einem hohen Preis führt. Gibt es, wie bei den Flüchtlingen der Fall, ein großes Angebot an Arbeitskräften, welches auf eine konstant große Arbeitsmenge trifft, sinkt der Preis, also der Lohn. Der Markteingriff namens „Mindestlohn“ führt zu einem Ungleichgewicht, genannt Arbeitslosigkeit. Ein Mindestlohn auch für Flüchtlinge konterkariert damit den Integrationsgedanken und erschwert das Finden einer Arbeitsstelle. Ein Bärendienst für die Flüchtlinge. Aber hatte der Intergrationsgedanke jemals eine Chance, wenn er gegen Ideologien anzutreten hatte?
24.11.2015, Robert Wochner
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Der Mindestlohn kostet immer mehr
Die Beibehaltung der Mindestlohngrenze auch für Flüchtlinge offenbart – und verschärft – allerdings ein „altes“ Problem. Die soziale Errungenschaft des Mindestlohns gab es nicht umsonst. Er erfordert die Bereitschaft der Allgemeinheit zur öffentlichen Alimentierung derjenigen, die zum Mindestlohn nicht mehr rentabel beschäftigt werden können. Die Kosten dieser Bereitschaft sind bisher anscheinend nicht ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Mit den Flüchtlingen treten sie deutlich zutage und bekommen gleichzeitig ganz andere Ausmaße. Damit kommen die Protagonisten des Mindestlohns nicht mehr drum herum, zu tun, was sie bisher tunlichst vermieden haben: Diese Kosten klar zu benennen. Das spricht nicht gegen den Mindestlohn. Aber wenn wir an ihm festhalten wollen, kommen wir an der Auseindersetzung mit seiner pekuniären – und im Falle der Flüchtlinge sozialen – Kehrseite nicht vorbei.
24.11.2015, Guido Wirtz
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Flüchtlingswelle nutzt Lohndrückern und Miethaien
Politik und Wirtschaft verkauften die Masseneinwanderung als eine tolle Sache gegen „demografischen Wandel“ und “ Fachkräftemangel“. Alles Lüge! Jeder echte Arbeitnehmer kennt die Wahrheit: Gesucht wurden Lohndrücker und Objekte der Asylindustrie – vom Sozialarbeiter über den Rechtsanwalt bis zum Unterkunftsbetreiber. Gerade die „linke“ Parteien haben ihre ehemaligen Wähler verraten, und Merkel begeht den Rechtsbruch nicht aus“Menschlichkeit“, sondern weil er wirtschaftlich Lohndrückern und Miethaien nutzt.
24.11.2015, Stephan Zieriacks
In HEUTE wurde soeben ein junger Mann aus Eritrea vorgestellt, seit 4 Jahren in Deutschland, macht jetzt ein Praktikum. Bis dieser seine ersten Euro selbst verdient, bzw. sich von seinem eigenen Lohn selbst ernähren kann vergehen weitere zwei bis drei Jahre. Wahrscheinlich am Existenzminimum. Bis dahin hat dieser junge Mann ca. 80.000 € aus der Gemeinschaftskasse gekostet. Die wird er nie an die Gemeinschaft auch nur annähernd zurückzahlen. Im Gegenteil: Sollte er tatsächlich bis zum Rentenalter seinen Unterhalt selbst erwirtschaften, wird es für eine Rente kaum reichen. Also springt wieder die Gesellschaft ein. Ich empfehle meinen Kindern und Enkelkindern sich in einem osteuropäischen Land mit konservativen Wertvorstellungen niederzulassen.
24.11.2015, Claudia Roller
