Kulturpolitik

Home >Deutsche Kultur >Aufklärung >Kulturrevolution >Kulturverlust >Kulturpolitik

Drei Eichen (eine davon ist anders) in der Abendsonne bei Freiburg am 31.8.2024

„Die Förderung der Kultur schwächt sie“ (Gomez Davila)
============================================================

Wolfram Weimer rechnet ab – mit linker Gängelung und Moralismus
Minister macht gegen Tugendterror mobil – ausgerechnet in der SZ
Wolfram Weimer, gerade erst ins Kabinett Merz berufen, meldet sich zu Wort. Und wie. Sein Gastbeitrag trägt den Titel „Verteidigt die Freiheit“ https://www.sueddeutsche.de/kultur/kunstfreiheit-wolfram-weimer-kulturstaatsminister-lux.LiwiHQvhf2SvU8h4waXNth, ist ein Hochamt des Bildungsbürgertums – und zugleich ein Befreiungsschlag gegen jene neue Prüderie, die sich hinter Gerechtigkeitsrhetorik und Opfernarrativen verschanzt hat. Er beschreibt den Kulturkampf als globales Phänomen: autoritär in China und Russland, repressiv in Indien und den USA. Doch sein eigentlicher Gegner sitzt vor der eigenen Haustür – in deutschen Amtsstuben, Universitäten, Redaktionen. Dort, wo ausgerechnet staatliche Institutionen sich anmaßen, Werke zu zensieren, Künstler zu stigmatisieren und Geschichte umzuschreiben.

Weimer ist kein klassischer Politiker. Er kommt aus dem Journalismus, war Chefredakteur von „Cicero“ und „Focus“, wo er auch mein Chef war; später wirkte er als Verleger. Man könnte sagen: Er weiß, wie man Worte setzt. Aber der Essay ist mehr als nur schöne Sprache. Er ist ein politisches Statement – und ein strategischer Testballon. Denn der Text trifft ins Zentrum einer schwelenden Unzufriedenheit, die viele Kulturschaffende, Bildungsbürger, Theaterbesucher und Literaturfreunde umtreibt – quer durch alle Lager. Das Gefühl, dass nicht mehr Vielfalt herrscht, sondern eine neue Orthodoxie. Dass das Sagbare enger wird, der moralische Zugriff größer, der Staat zunehmend als Erzieher auftritt.
Weimer stellt sich dem entgegen. Und er tut es mit einer überraschenden Klarheit. Ohne anbiederndes Genderdeutsch, ohne soziologisches Drumherum. Stattdessen mit einer fast altmodischen Verbeugung vor der Freiheit – nicht als Schlagwort, sondern als Grundlage aller Kultur.

Weimer nennt zwar beide Extreme – rechts und links – aber die eigentliche Schärfe richtet sich gegen das linke Spektrum. Gegen die Sprachwächter, die Verbotsästheten, die identitäre Bevormundung. Das dürfte nicht jedem im Berliner Kulturbetrieb gefallen – zumal der Text implizit auch die Politik seiner Vorgängerin Claudia Roth konterkariert. Sie hatte auf Diversität, Transformation, Nachhaltigkeit gesetzt – Weimer nun auf Ambiguität, Urteilskraft und Liberalität. Ein Paradigmenwechsel?
Vielleicht ist es zu früh, das zu sagen. Aber eines steht fest: Der Ton hat sich verändert. Und der Ort, an dem dieser Text erscheint – ausgerechnet die „Süddeutsche“ – macht ihn doppelt brisant. Denn wer dort Widerspruch übt, widerspricht nicht nur einer Ideologie, sondern einem ganzen Milieu. Und genau das könnte seine Wirkung entfalten.
… Alles vom 10.6.2025 bitte lesen auf
https://reitschuster.de/post/minister-macht-gegen-tugendterror-mobil-ausgerechnet-in-der-sz/