Gegendemonstration

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Ernte in Freiburg: Kaki, Feige, Traube, Esskastanie am 17.10.2023

Bauern-Proteste ohne Gegendemonstrationen
Interessant ist ja, daß die Demonstrationen durch keinerlei Gegendemonstrationen der Antifa oder ähnlicher Unterstützungextremisten der Ampel gestört wurden. Das liegt wohl daran, daß sie mit den Bauern einen der wenigen noch wehrhaften Berufsstände gegen sich gehabt hätten. Da war wohl das Risiko zu groß, eins auf die Mütze zu bekommen.
Klaus Weber, Tichys Einblick 03/2024, Seite 25.
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Für Menschenrechte demonstrieren, aber einem Überfallenen nicht helfen
Mut gibt es nur in der Masse
Die angegriffenen Apollo News-Reporter in Erfurt blieben allein im Angesicht einer entgrenzten Masse. Menschen traten auf sie ein, die nichts über sie wussten und nur einer Regel folgten: Wenn alle auf einen einschlagen, werden sie schon recht haben.
Der Tagesspiegel stellt die sehr berechtigte Frage: „Warum haben sich von Hunderten Demonstrantinnen und Demonstranten, die für Demokratie und Menschenrechte kämpfen wollten, nur wenige zwischen die Reporter und die Schläger gestellt?“
In der Tat ist das fast das Wesentliche, das von den Geschehnissen aus Erfurt bleibt. Am Anfang stört die Demonstranten die Kamera unserer Reporter. Dann beschleunigt es sich, bis irgendwann Hunderte einsteigen in einen Mob, der gröhlt und schreit, der mit Flaschen wirft, der immer schneller läuft und schließlich schubst, schlägt und tritt. Der Kopftritt kurz vor Eintreffen der Polizei markiert den Moment, in dem der Furor der Masse zur Siedehitze gekocht ist, in der totalen Entgrenzung zu allem bereit. Am Ende traten Menschen auf unsere Reporter ein, die nichts über sie wussten, die nicht einmal die Entstehung des Konflikts miterlebt haben, weiter angeheizt von Durchsagen von der Bühne. Diese Gewalt folgt irgendwann nur noch einer Logik: Wenn alle auf einen einschlagen, werden sie schon recht haben.

Luisa Neubauer, wenige Meter entfernt von der Tat und bis heute ganz leise, hielt ein Schild hoch: „Sie haben Hass, wir haben Haltung“. Genau das hatten sie nicht. Man hatte eben keine aufrechte Haltung, gestreckt zu Höherem, man bückte sich zum Boden und ließ sich, befreit von allen Zweifeln, gehen im Rudel.

Totalitäre Regime konnten immer vor allem auf die Massenseele bauen, in der das bewusste Gewissen schwindet, der komplexe Charakter eines Individuums ausgeschaltet wird. Eine Masse kennt keine Verantwortung und keine Skepsis, sie ist angesteckt und gleichgeschaltet, gesteuert von plumpen, extremen Gefühlen. Die Masse bringt immer das Schlechteste am Menschen hervor. Nur aus dem Mob heraus waren Bilder wie diese möglich.

Der Ärzte-Bassist Rodrigo González wird vom WDR gefragt, für wen er nicht bremsen würde – „für Nazis“, sagt er lächelnd. Politische Morde sind bekanntlich sehr lustig. Auch das ist ein Phänomen: Die Leute, die am meisten von Weimar sprechen, haben in der Regel noch nicht einmal den Wikipedia-Artikel gelesen. Und so kommt es, dass die Widersetzen-Demonstranten zeigt, wie wenig diese Leute verstanden haben von der sogenannten Erinnerungskultur und ihren Lehren: bspw. von der unbedingten Pflicht des Einzelnen zur eigenen Urteilsbildung. Der Vater eines der Täter entschuldigt den Angriff in Erfurt noch halb mit „Gruppendynamik“ – wollten wir aber gerade nie wieder gelten lassen, dass ja „alle mitgemacht“ hätten? Der Charakter eines Bürgers, wie ihn eine liberale Gesellschaft braucht, definiert sich aus seiner Fähigkeit, sich der Masse zu verweigern, ihrem Sog zu widerstehen und auf einem eigenen Urteil zu beharren.

Der Widersetzen-Sprecher liefert nach fast einer Woche im Stern eine explizite Nicht-Distanzierung von Gewalt und behauptet auch noch, unsere angegriffenen Reporter seien „mit der Absicht“ zur Demonstration gekommen, verprügelt zu werden. Das ist nicht nur ein erschütternder Abgrund an Menschenfeindlichkeit; es zeigt einen Menschen als Sklaven einer politischen Masse, der es – berauscht von totalem moralischem Überlegenheitsgefühl – geschafft hat, sein eigenes Gewissen schlichtweg abzuschalten. Er verzichtet auf jede Nuance von Nachdenklichkeit und bleibt in seinen Positionen total – das geht so weit, dass selbst jeder Anflug von Mitgefühl angesichts von Kopftritten gegen Menschen abgedreht werden kann.
All diese Szenen zeigen, welches Potenzial des Wahnsinns unter einer dünnen zivilisatorischen Decke liegt – und welche Kraft die bürgerliche Gesellschaft aufwenden muss, damit sie nicht in einen Mob kippt, wie wir ihn in Erfurt erlebt haben. Dafür gibt es gerade in diesen Tagen nur ein Rezept: den Rechtsstaat. Er wird im Kern von all diesen Gewalttätern herausgefordert – auch von jenen, die uns nun auch mit einer Jagd auf unsere Mitarbeiter nach Feierabend aus Berlin vertreiben wollen. Sie wollen ihr eigenes politisches Gesetz durchsetzen. Das harte Durchgreifen der Polizei in Erfurt war das Beste, was für diese Demokratie und das Zusammenhaltsgefühl in der Gesellschaft in den vergangenen Monaten getan wurde.
Unsere Reporter in Erfurt sind alleine geblieben gegen einen Mob in einer Trance der Gewalt. Auch das ist das Bild, das bleibt: nur wer bei sich ist, kann nachdenken, nur der Einzelne hat ein Gewissen. Und Mut gibt es nur gegen die Masse.
12.7.2026 von Max Mannhart, Chefredakteur, bitte lesen auf https://www.apollo-news.net

 

Verbieten: Demonstration nein – Gegendemonstration ja
Das Demonstrationsrecht ist ein hohes Gut, genauso wie das Versammlungsrecht, Es ist ein Zeichen funktionierender Demokratie, wenn für oder gegen etwas demonstriert wird. Jede Demonstration ist zu begrüßen und gut – auch eine Demonstration gegen eine andere Demonstration – genannt Gegendemonstration.
Deshalb darf ein Verbot einer angemeldeten Demo nur dann verfügt werden, wenn diese als Gegendemonstration durchgeführt wird mit dem Hauptzweck, eine andere, genehmigte Demo zu stören und somit die freie Meinungsäußerung ihrer Teilnehmer zu beeinträchtigen
11.10.2023