Seit dem 8.5.2025 lenkt Papst Leo XIV in Rom die Geschicke der Katholischen Kirche. Da ist es an der Zeit, seine Haltung zu zwei großen Problemen des Pontifikats zu hinterfragen.
1. Theologie, Klassische Liturgie, Gerechter Krieg
2. Migration, Friedensethik und Wirtschaftsordnung
Einen fundierten Überblick hierzu bietet der Vortrag „Die anthropologische Wende? Zur ersten Bilanz des Pontifikats Leos XIV“, den der promovierte Philosoph, habilitierte Theologe und ehemalige Professor im Vatikan David Berger in der Kontrafunk-Sendereihe Audimax am 13.9.2025 gehalten hat (1).
Im Mittelpunkt steht die erste Enzyklika von Papst Leo XIV „Magnifica Humanitas“: Der Mensch ist Ebenbild Gottes, nicht aber ein für KI und Transhumanismus optimierbares Datenkonstrukt. Dabei bleiben Fragen:
– Leitet der neue Papst einen Kurswechsel ein gegenüber seinem Vorgänger Franziskus – in Richtung Papst Benedikt?
– „Warum spricht Rom so nachdrücklich über die Rechte von Migranten, aber weit seltener über das Recht der Völker auf Bewahrung ihrer kulturellen Identität und über den klassischen ordo amoris?“ (2)
– Bleibt es bei den Einschränkungen der klassischen katholischen Liturgie?
– Bereitet der Drohnenkrieg der katholischen Lehre vom Gerechten Krieg im Sinne von Augustinus und Thomas von Aquin ein Ende?
– Warum schweigt der Papst zu Christenverfolgung und Christenfeindlichkeit?, wo das Christentum zu der am stärksten verfolgten Religion weltweit geworden ist?
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Erfährt der Papst nur deshalb so viel Bewunderung und Anerkennung, weil er nicht eindeutig bzw. nicht Tacheles spricht (3)? „Perché il leone non ruggisce?“, also „Warum brüllt der Löwe nicht?“ (Leo = lateinisch Löwe). Weil das Personal im Vatikan überaltert ist?
Die globalen Umbrüche sind gigantisch: Multipolare Weltordnung, Fortschreiten des Islam bzw. Islamismus, Drohnenkrieg, Künstliche Intelligenz KI. Und ein Papst, der dazu nur sehr zögerlich und vage Stellung nimmt. „Leo XIV. wird kein neuer Johannes Paul II. oder gar ein Anti-Franziskus werden“ (3). Ja, er mag das behutsame Agieren dazwischen und die leisen Töne.
14.9.2026
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Ende von Beitrag „Papst: Warum brüllt der Löwe nicht?“
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Beginn von Anlagen (1) – (3)
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(1) Audimax: David Berger – Papst Leo XIV. zwischen Tradition und Moderne, die Rückkehr der anthropologischen Frage
Eineinhalb Jahre nach der Wahl von Papst Leo XIV. zieht David Berger, promovierter Philosoph und habilitierter Theologe, Bilanz über dessen bisheriges Pontifikat. Große Bedeutung hat dabei die erste Enzyklika des Papstes, „Magnifica Humanitas“, in der er zur Achtung des Menschen und dessen Würde gemahnt.
https://www.youtube.com/watch?v=lKl1FAWqwzo (52 min)
Er geht darin auf die Herausforderungen der künstlichen Intelligenz sowie des Trans- und Posthumanismus ein und benennt die Gefahr, die nicht nur in der Technik selbst, sondern in dem Menschenbild besteht, das mit ihr einhergeht. Während der Papst mit dieser Enzyklika an die große humanistische Tradition der katholischen Kirche anknüpft, scheint er anderen wichtigen Traditionen gegenüber zurückhaltender zu sein.
… Alles vom 13.9.2026 von David Berger bitte lesen auf
https://kontrafunk.radio/de/sendung-nachhoeren/kultur-und-wissenschaft/kontrafunkkolleg/audimax-2026-09-13
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David Berger: Promovierter Philosoph , habilitierter Theologe und ehemaliger Professor im Vatikan sowie Autor der Plattform https://www.pholosophia-perennis.de
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(2) Papst Leo: Große Hoffnungen – noch größere Enttäuschungen?
Als Robert Francis Prevost am 8. Mai 2025 als Papst Leo XIV. auf die Loggia des Petersdoms trat, verbanden gerade traditionsverbundene Katholiken große Hoffnungen mit dem neuen Pontifikat. Nach den konfliktreichen Jahren unter Franziskus schienen bereits die ersten Zeichen auf eine Rückkehr zu größerer theologischer Klarheit, liturgischer Würde und kirchlicher Kontinuität hinzudeuten.
Inzwischen lässt sich eine erste Bilanz ziehen. Und sie fällt keineswegs eindeutig positiv aus. Zu den großen Stärken Leos XIV. gehört zweifellos seine Wiederentdeckung der anthropologischen Frage: Was ist der Mensch? Angesichts von Künstlicher Intelligenz, Transhumanismus und technokratischen Utopien erinnert der Papst daran, dass der Mensch nicht Produkt, Datenmenge oder beliebig optimierbares Projekt ist, sondern Person und Ebenbild Gottes. Seine erste Enzyklika Magnifica Humanitas könnte damit zu einem wichtigen Dokument der katholischen Auseinandersetzung mit dem digitalen Zeitalter werden. Doch gerade von diesem überzeugenden Ausgangspunkt her stellen sich unbequeme Fragen.
Warum bestehen die Einschränkungen der überlieferten Liturgie weiterhin fort?
Warum werden traditionelle marianische Begriffe zurückgedrängt?
Warum spricht Rom so nachdrücklich über die Rechte von Migranten, aber weit seltener über das Recht der Völker auf Bewahrung ihrer kulturellen Identität und über den klassischen ordo amoris?
Und kann ein Papst tatsächlich erklären, die seit Augustinus und Thomas von Aquin entwickelte Lehre vom gerechten Krieg sei angesichts moderner Waffen „überholt“?
… Alles vom 13.9.2026 von David Berger bitte lesen auf
https://philosophia-perennis.com/2026/09/13/papst-leo-beim-kontrafunk-grosse-hoffnungen-noch-groessere-enttaeuschungen/
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(3) Der Löwe brüllt nicht
Anderthalb Jahre nach seinem Amtsantritt fragen sich nicht wenige Katholiken, was Papst Leo XIV. eigentlich mit der Kirche vorhat. Schon gibt es die ersten langen Gesichter. Der Papst steht nicht unter Zeitdruck, wohl aber sollte seine Stimme vernehmbar sein.
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Seit knapp anderthalb Jahren ist Robert F. Prevost als Papst Leo XIV. der 266. Nachfolger des Apostels Petrus in Rom. Sein Auftreten stößt meistenteils auf Sympathie, ja sogar Bewunderung. Aber langsam, ganz allmählich, beginnt sich der eine oder andere zu fragen, wann dieses Pontifikat endlich in Gang kommt, wann Papst Leo richtig „loslegt“. Eine italienische Zeitung überschrieb einen Artikel zum Thema mit dem Wortspiel „Warum der Löwe nicht brüllt“ (für „Leo“, lateinisch „Löwe“).
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Kritikern fehlt gewissermaßen die Durchschlagskraft, sie fragen sich, ob Papst Leo am Ende nur „ein höflicher und kultivierter Bergoglio“ ist, wie es aus Kurienkreisen heißt, mit denselben Zielen, aber einer „päpstlicheren“ Ästhetik und Wirkung.
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Insgesamt scheint Leo XIV. bis jetzt der Papst der behutsamen Verschiebungen zu sein. Er setzt durchaus eigene Akzente, ohne dabei mit seinem Vorgänger zu brechen; er korrigiert, ohne zu widerrufen. Das ist nicht so spektakulär wie das Auftreten seiner Vorgänger, muss aber deshalb nicht weniger wirksam sein.
Leo XIV. wird kein neuer Johannes Paul II. oder gar ein Anti-Franziskus werden. Aber was will er dann? Nach anderthalb Jahren sollte allmählich erkennbar werden, wohin er die Kirche führen will.
Der Löwe muss nicht brüllen. Aber irgendwann sollten die Gläubigen die Stimme des Hirten hören.
… Alles vom 13.9.2026 von Richard Meusers von Wissmann bitte lesen auf
https://www.corrigenda.online/kultur/papst-leo-xiv-der-loewe-bruellt-nicht