Dreisamtal-Bauern

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Mais dreschen im Dreisamtal am 12.11.2025

Weihnachtsbrief der Dreisamtäler BLHV-Ortsvereine
Der Weg in Richtung Agrarindustrie bedeutet großen Verlust an Vielfalt und Biodiversität – Regionaler Einkauf unterstützt und bewahrt die hiesige Landwirtschaft

Liebe MitbürgerInnen unseres Dreisamtals!
In wenigen Tagen feiern wir das Weihnachtsfest und anschließend den Jahreswechsel zu 2026. Die Zeit „zwischen den Jahren“ ist auch eine Gelegenheit, das zu Ende gehende Jahr Revue passieren zu lassen. Was war gut, wofür dürfen wir dankbar sein, weil es gut gelaufen ist? Was sind unsere Vorsätze für das kommende Jahr? Was wollen wir erreicht haben, wenn wir vor dem nächsten Jahreswechsel stehen?
In der Landwirtschaft wurde nach einem warmen und trockenen Frühjahr ein trockener und heißer Sommer befürchtet. Besonders die zweite Jahreshälfte zeigte sich jedoch von der nassen und kühleren Seite. Die Getreideernte musste im August sogar eine zweiwöchige Zwangspause einlegen, weil regennasses Getreide nicht geerntet werden kann. Glücklicherweise war beim Einsetzen dieser Regenperiode schon ein Großteil der Getreidebestände im Dreisamtal abgeerntet. In den Gebieten, in denen das Getreide noch nicht reif war, mussten Qualitätseinbußen in Kauf genommen werden. Wertvolles Brotgetreide wie Dinkel, Weizen und Roggen taugte dort bestenfalls noch für den Futtertrog.

Hier, wo wir das Glück hatten, rechtzeitig ernten zu können, konnten wir gute Erträge einfahren. Die Kartoffelernte fiel auch überdurchschnittlich aus. Schwieriger war dieses Jahr im Gemüseanbau, und auch der Obstanbau war sehr herausfordernd.
Die eher kühle und feuchte Witterung gefiel auch den Wiesen. Es konnten ordentliche Mengen an Heu und Silage geerntet werden, sodass alle Tiere großzügig versorgt werden können. Dank der modernen Technik in der Landwirtschaft ist es möglich, auch sehr kurze Schönwetterperioden effektiv zu nutzen, um Qualität ernten zu können. Vor wenigen Jahrzehnten war man wochenlang mit der Heuernte beschäftigt. Heute ist diese Arbeit in wenigen Tagen erledigt.
„Willst du etwas gelten, mach dich selten.“ Über diese Lebensweisheit musste ich selbst nachdenken. Wir alle kennen es aus unserem Leben. Wir alle nehmen unsere Eltern, Familien, Freunde, Lebensumstände als selbstverständlich hin und meistens ohne einen Gedanken der Dankbarkeit. Erst in dem Moment des Verlustes und der Trauer wird uns bewusst, was wir verloren haben. Wir beklagen die Veränderung der Lebensumstände und verklären die gute alte Zeit.
Nahezu selbstverständlich scheint auch die tägliche Arbeit des Landwirts und seiner Familie für die meisten BürgerInnen zu sein. Die stets gut gefüllten Regale im Supermarkt, die wunderschöne Landschaft um uns herum – niemand macht sich darüber Gedanken. Im Gegenteil, oftmals werden die Bauern als Störfaktor empfunden, wenn man nach einer stressigen Arbeitswoche in der Natur relaxen möchte und ausgerechnet dann der Landwirt mit der Heu- oder Getreideernte beschäftigt ist. Man ärgert sich auch, wenn der vermeintliche Fahrradweg auch von Traktoren befahren wird, und macht seinem Ärger Luft, indem man den Bauern beschimpft und seine Vorbeifahrt blockiert.

Die Lebensmittel werden oft dort gekauft, wo es am günstigsten ist. Denn jeder muss ja schauen, wo er bleibt. Fast unbemerkt wird hier und da eine Stalltür für immer geschlossen. Wenn ein Landwirt beschließt, seine Flächen nicht mehr selbst zu bewirtschaften, fällt es gar nicht auf, da andere Landwirte ihre Höfe vergrößern und diese Flächen übernehmen. Die durch die Arbeit der Bauern geschaffene und von uns allen als lebenswert empfundene Kulturlandschaft hat sich seit Anbeginn immer den Erfordernissen der Landbewirtschaftung nach, verändert. Haben die bäuerlichen Betriebe aufgrund von ökonomischer Nachteilen aufgegeben, werden diese in der Folge von immer größeren Betrieben übernommen.

Dort, wo der Einsatz von Großmaschinen nicht möglich ist, werden diese Flächen sich selbst überlassen und verbuschen. Ein kontinuierlicher Weg in Richtung Agrarindustrie mit einem großen Verlust an Vielfalt und Biodiversität. Wenn es dann die bäuerliche Landwirtschaft nicht mehr gibt, wird den meisten dieser Verlust erst bewusst, wenn es zu spät ist.
Lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen. Unterstützen Sie unsere Arbeit, indem Sie weiterhin regionale Produkte kaufen, auch wenn die wirtschaftlichen Zukunftsaussichten gerade nicht so rosig sind. Es werden wieder bessere Zeiten kommen.
Unsere regionalen Produkte gibt es in der Metzgerei, Bäckerei, im Supermarkt mit regionaler Ausrichtung und in den gut sortierten Hofläden hier im Dreisamtal. Und Ihr hier für regionale Lebensmittel ausgegebenes Geld kommt letztlich auch Ihnen wieder zugute.
Nehmen wir auch Rücksicht aufeinander in der Begegnung in der Natur. Einer für alle, alle für Einen.
Vielen herzlichen Dank!
Wir wünschen Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Lieben, ein paar besinnliche Tage zum Durchschnaufen, Momente der Dankbarkeit und Zufriedenheit und einen guten Jahreswechsel in ein hoffentlich friedvolles neues Jahr 2026 mit viel Glück, persönlichem Wachstum, Gesundheit und Gottes Segen.

Ihre Dreisamtäler Bauern im Namen der nachstehenden BLHV-Ortsvereine:
Dreisamtal-West (Kirchzarten, Stegen und Freiburg-Kappel) mit Rainer Bank, Thaddäushof und Rudi Steinhart, Urbershof
Buchenbach mit Richard Eckmann, Vogtshof und Martin Ganz, Häuslemeierhof
Freiburg-Ebnet mit Mathias Reichenbach, Küferhof
Oberried mit Tobias Winterhalter, Wehrlebauernhof und Christian Riesterer, Birkenmaierhof
18.12.2025