Uniklinik Ueberlastungsanzeigen

Die Neubaupläne der Uniklinik sind gewaltig: Nun wird die Frage diskutiert, ob die Erweiterungen der Uniklinik gar auf Kosten des Personals der Pflege realisiert werden sollen.  Die Neubauten für Kinderheilkunde, Krebsmedizin  und Chirurgie kosten über 400 Mio Euro, wovon das Land 200 Mio Euro trägt. 120 Mio Euro kann die Uniklinik selbst aufbringen, d.h. 80 Mio Euro fehlen. Jetzt gibt es Befürchtungen, dass von den derzeit 2800 Pflegekräfte an der Uniklinik  84 Kräfte bzw. 3% wegfallen sollen, um die 80 Mio Euro zu „finanzieren“
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Sollen Neubaupläne der Uniklinik auf Kosten des Personals realisiert werden?
Die Uniklinik Freiburg drückt auf die Sparbremse. Um die anstehenden teuren Baumaßnahmen zu finanzieren, werden kräftig Stellen eingespart – auch im Bereich der Pflege. Das anvisierte Ziel: eine Steigerung der Umsatzrendite von bisher etwa einem auf bis zu sieben Prozent und damit auf bis zu 42 Millionen Euro Jahresgewinn. …. Alles vom 23.1.2013 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/freiburg/sollen-neubauplaene-der-uniklinik-auf-kosten-des-personals-realisiert-werden–68483832.html

Auch Pflegende geraten irgendwann an ihre Grenzen – Bleiben Sie gesund!
Seit 1999 arbeite ich als Gesundheits- und Krankenpflegerin. Druck und Sorge, dass immer mehr Pflegestellen abgebaut werden, ist seit Beginn meiner beruflichen Tätigkeit eigentlich schon ein Normalzustand. Immer werden dafür wichtige Gründe angeführt, die letztendlich zu einer Verbesserung führen sollen. Die Realität, die ich erlebe, ist aber eine andere. Ich erlebe, dass die Qualität der Patientenversorgung immer weiter abnimmt. Dabei wurde bereits eine Situation geschaffen, die die Grenze des Zumutbaren, für Patienten und Pflegende, immer wieder überschreitet. Ein weiterer Abbau von Personalstellen im Pflegebereich ist nicht verantwortbar. Ganz im Gegenteil. In den meisten Bereichen müssten mehr Pflegende eingestellt werden. Da schon jetzt täglich Überlastanzeigen gestellt werden. Da durch Überlastung Fehler passieren. Da Grundbedürfnisse von Patienten nicht oder nur nach Wartezeit erfüllt werden können. Da Ausbildung in der Praxis nicht mehr gewährleistet werden kann, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Verbesserung dieser Missstände kann nicht durch eine Optimierung von Strukturen und Prozessen erreicht werden. Die Uniklinik wirbt mit optimaler pflegerischer Versorgung auf hohem Niveau. Selbstbestimmung und Menschlichkeit in der Versorgung werden betont. Dem kann ich nur zustimmen. Das ist genau das, was ich umsetzen möchte. Die Grundvoraussetzung dafür aber ist ausreichendes Personal. Meiner Meinung nach funktioniert dieses System in vielen Bereichen schon lange nur noch, weil sich viele kompetente und engagierte Pflegende weit über das hinaus einsetzen, was eigentlich von ihnen erwartet werden kann. Weil sie sich der Sicherheit, der Gesundheit, der Würde, der Selbstbestimmung und des Wohlbefindens der Menschen, die auf ihre Hilfe angewiesen sind, verpflichtet fühlen. Der Menschen, an deren Seite sie, im Gegensatz zu Vorständen, Aufsichtsräten und Ministerinnen, tagtäglich stehen und für die sie Verantwortung tragen. Deren Not sie sehen und deren berechtigte Unzufriedenheit sie auffangen. Aber auch Pflegende stoßen irgendwann an ihre Grenzen. Diese Entwicklung betrifft jeden einzelnen von uns. Ob Pflegenden, derzeitigen und zukünftigen Patienten oder Zugehörigen. Darum bitte ich Sie, sagen Sie „Nein“ zu weiterem Stellenabbau in der Pflege und zu dem im Moment geplanten Stellenabbau in der Uniklinik Freiburg. Zum Schluss kann ich Ihnen nur noch eines raten: Bleiben Sie gesund!
25.2.2013, Alexandra Siebler, Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Palliativstation der Uniklinik Freiburg  

Klinikbewertungen.de – schlechtes Urteil für Uniklinik
Die Uniklinik Freiburg ist mit 1 600 Betten, jährlich 66 000 stationären und 400 000 ambulanten Patienten drittgrößte Klinik in Deutschland. Von den 8000 Stellen entfallen dürftige 1000 Vollzeitstellen auf Pflegekräfte, viel zu wenig für eine ausreichende Patientenversorgung! Nach dem Willen des Klinikumvorstands sollen in sämtlichen Bereichen weitere drei, zuzüglich künftiger Lohnsteigerungen nochmals mindestens zwei Prozent Stellen eingespart werden, weil man in den nächsten Jahren 400 Millionen Euro in neue Kliniken investieren möchte, mit Geld, das aufgrund chronischer Unterfinanzierung durch das Land nicht in ausreichender Höhe zur Verfügung steht. Kein privater Häuslebauer könnte sich so den Traum vom Eigenheim erfüllen. Aber der Klinikvorstand träumt weiter von überdurchschnittlichem Profit mit noch mehr Betten, noch mehr gewinnbringenden stationären und ambulanten Patienten, noch viel mehr überflüssigen Eingriffen mit immer weniger lästigem Kostenfaktor = Personal, noch mehr Boni für den Vorstand, aber auch für Chef- und Oberärzte…. Erreicht wird dies laut Siewert/Keil in einem praxisfremden Rundbrief vom 30. Januar 2013 ans Klinikpersonal, indem (nicht näher definierte) „Strukturen, Prozesse und Ergebnisse optimiert werden“, was zwangsläufig zu „effizienteren Arbeitsabläufen“ und“besserer Patientenversorgung“, wohlgemerkt mit immer weniger Ärzten und Pflegekräften führen soll. Vom sekundenbruchteilschnellen HighTech-Fieberthermometer bis zum Pflegeroboter – ist das die Lösung? Unter https://www.klinikbewertungen.de fällt das Urteil der Patienten über die Uniklinik Freiburg bereits heute (mit Ausnahme von wenigen einzelnen Teilbereichen) allenfalls durchschnittlich bis vernichtend aus. Bezeichnend ist, dass fast alle, auch sonst zufriedene Patienten die minderwertige Verpflegung sowie die mangelhafte Sauberkeit in den Krankenzimmern beklagen. Zur Erinnerung: Exakt in diesen Bereichen hat der Sparkurs seinen verheerenden Anfang genommen, Stellenkürzungen, schlechtere Tarifverträge, Teilprivatisierung. Speziell Herr Keil wäre in einem rein kommerziellen Krankenhaus besser aufgehoben, etwa bei der Helios-Klinik Breisach. Dort braucht er nur die Umsätze der einzelnen Abteilungen zur Kenntnis zu nehmen und die mit den roten Zahlen kurzerhand dicht zu machen wie bereits Entbindungsstation und Notfallambulanz. Im Leitbild der Uniklinik (vor seiner Zeit) steht wörtlich“der Mensch (welcher?) steht im Mittelpunkt unseres Handelns“. Und weiter, Papier ist ja so wertlos wie geduldig, wird sogar „eine bestmögliche medizinische und pflegerische Versorgung“ versprochen. Heute gelten andere Prioritäten, Patienten und Personal sind egal, Hauptsache, die Kohle stimmt…
25.2.2013, Klaus Banzhaf, Bötzingen

20.000 Euro Bonus – aber nicht für die Pflegerkräfte
Für einen pflegerischen Mitarbeiter der Uniklinik ist es doch sehr interessant zu wissen, dass manche Mitarbeiter der Klinik bis zu 20 000 Euro als Bonus bekommen können wenn man selber keine Cent zusätzlich bekommt, egal wie viel man arbeitet, einspringt, Fortbildungen hält oder organisiert und so weiter. Davon abgesehen kann man sich dank Ihres Artikels ja auch ausrechnen, was die drei Personen so verdienen. Nach Adam Riese müssten das also bei 7 x 14,28 (=100 Prozent) also zwischen 140 000 und 280 000 € Euro sein. Nicht schlecht Herr Specht!
25.2.2013,  Tobias Angele, Freiburg

 

Eine Pflegekraft bekommt 1600 Euro netto
Solange eine unverheiratete, examinierte Pflegefachkraft im 100% Schichtdienst mit 1600 EUR netto nach Hause geht, wird immer nur ein paar wirklich engagierte und idealistische Pflegekräfte in den Kliniken geben. Hut ab vor denen, welche die anspruchsvolle Ausbildung durchlaufen und sich danach ausbeuten lassen und trotzdem jeden Tag ihren Dienst tun. Das Verhältnis stimmt hier hinten und vorne nicht. Politiker und Klinikchefs maßen sich an, Entscheidungen treffen zu können, während sie selbst nicht einmal hinter die Kulissen blicken können. Das geplante Streichen von Stellen an der Uniklinik Freiburg ist das beste Beispiel. Der Mensch steht schon lange nicht mehr im Mittelpunkt. Vorstände sind sich ihrer Verantwortung nicht mehr bewusst und denken nur noch an ihre Bonizahlungen. Schließlich müssen auch sie sehen, wo sie bleiben, nicht wahr? Bei einem Jahresgehalt von 100.000 EUR und mehr schließlich durchaus (nicht!) nachvollziehbar. Eine Pflegekraft bekommt keine Boni für jeden Patienten der sagt: hier lasse ich mich wieder behandeln. Sie bekommt keine Anerkennung für jede Bettpfanne, die sie leert und für jeden Angehörigen, den sie tröstet. Es muss sich grundlegend etwas an der Einstellung der Führungskräfte ändern. Der Fisch stinkt vom Kopf her! Liebe Entscheidungsträger, werden Sie sich Ihrer Verantwortung, mit der Sie ihre horrenden Gehälter rechtfertigen, bewusst!
13.2.2013, Herbert Kuhn
 

Fünf Punkte: Neubaupläne der Uniklinik nicht auf Kosten des Personals!
Sollen Neubaupläne der Uniklinik auf Kosten des Personals realisiert werden ? – Verwaltung bestreitet Zusammenhang. Diese Äußerung kann man so nicht akzeptieren. Hierzu meine Meinung in fünf Punkten:
Punkt 1: Warum ist es notwendig, die Rendite pro Jahr auf einen zweistelligen Millionenbetrag zu erhöhen? – Es ist unverständlich, dass eine soziale Einrichtung, die kranke Menschen versorgt, auf eine Rendite im Millionenbereich umgestellt werden soll. Das Argument, zu wenig Geld vom Land Baden-Württemberg zu bekommen, ist eine unehrliche Darstellung, weil die Kreditzinsen heute extrem niedrig sind. So kann doch durch eine Zwischenfinanzierung der Bau früher begonnen werden, um später vom Land wieder Geld zu bekommen.
Punkt 2: Outsourcing von Fachabteilungen ist, wenn alle Kosten gerechnet werden, nicht billiger! – Es ergibt sich dadurch die Möglichkeit, mehr Arbeitsverträge im Niedriglohn einzurichten. Die Beschäftigten sind bei den Firmen beschäftigt und nicht bei der Klinikverwaltung, damit gibt es mehr Möglichkeit, mit Kurzzeitkräften zu arbeiten. Das Outsourcing geht in die Richtung, immer mehr Menschen mit weniger Geld zu entlohnen, die dann über das Sozialamt aufstocken müssen, damit sie überhaupt davon leben können.
Punkt 3: Die vorhandenen Pflegekräfte können nicht weiter reduziert werden, weil sie schon jetzt total überlastet sind. Immerhin brauchen Kranke Zuwendung und können nicht per Fließbandarbeit versorgt, gepflegt und gesund gemacht werden. Auch kürzere Wege bringen da nicht viel.
Punkt 4: Der Grund für diese Einsparungen liegt meines Erachtens darin begründet, dass die Direktoren und Ärztlichen Leiter mehr Boni (zum Gehalt) bekommen sollen. Darum geht es doch immer, auch bei den Banken. Das Klinikum soll nur noch für Profit und nicht für die Gesundung der Menschen da sein.
Punkt 5: Es wäre besser gewesen, den Direktor Herrn Reinhold Keil nicht anzustellen, weil er das Krankenhaus in eine Fabrik umwandeln will. Es wäre gut, mal nachzufragen, was Herr Keil in früheren Arbeitsstellen schon angerichtet hat. In der Gesamtbetrachtung frage ich mich, wo bleibt denn hier das Wohlergehen des Menschen, alles was getan werden muss, ist die deutliche Verbesserung der Patientenversorgung.
13.2.2013, Christine Hermann, Müllheim

Wir werden euch nicht mehr helfen können!
In der Uniklinik gab es in den Jahren 2011 und 2012 mehr als 1000 Überlastanzeigen. Aber was heißt das? Durch chronische Unterbesetzung im Pflegebereich und zusätzlich durch Urlaub, Krankheitsfälle und dadurch, dass schwangere Frauen nicht mit infektiösen Patienten arbeiten dürfen, entstehen Situationen, in denen bei septischen Patienten, Monitorpatienten, Patienten mit mehreren Chemotherapien, die unter Übelkeit und Durchfall leiden, verwirrten Patienten, die stationsflüchtig sind, um sich schlagenden Patienten, fixierten oder hilflosen Patienten, die sich nicht selbst melden können und in Not geraten, Notfällen auf Station, die eine Wiederbelebung oder Beatmung erfordern, nicht mehr adäquat reagiert werden kann. So liegen Patienten im Einzelfall mehr als fünf Stunden in ihrem eigenen Kot, Medikamente können nicht rechtzeitig gegeben, oder ein Sterbender kann nicht begleitet werden. All dies steht in den Überlastanzeigen. Das Pflegepersonal muss das alles aushalten und geht oft genug mit einem schlechten Gewissen und der Hoffnung nach Hause, dass nicht noch Schlimmeres passiert. Wie kann so etwas über Jahre und in dieser Häufigkeit bestehen? Ist diese Situation niemandem bekannt? Doch! Überlastanzeigen werden der Pflegedienstleitung gemeldet. Der Personalrat hat schon vor Jahren eine Überlastkommission eingerichtet und drängt massiv darauf, dass hier Abhilfe geschaffen wird, sprich, mehr Personal eingestellt wird. Der Vorstand des Klinikums wird regelmäßig über die Situation informiert. Und was tut er? Zehn Prozent der Pflegestellen sollen zusätzlich eingespart werden. Wir werden euch, den Kranken, nicht mehr helfen können! Und dem Vorstand ist nicht mehr zu helfen.
4.2.2013, Beschäftigte des Klinikums aus verschiedenen Bereichen: Daniela Feigl, Freiburg, Angelika Ries und weitere Unterzeichner

Nur die Spitze des Eisbergs
1000 Überlastungsanzeigen in einem Jahr sind nur die Spitze vom Eisberg. Zig Überlastungsanzeigen werden nicht geschrieben:
–  da es von Vorgesetzten und Kollegen nicht gerne gesehen wird;
– da man nach acht Stunden Multitasking ohne vernünftige Pause und Toilettengang abends um 22.30 Uhr
   einfach nur noch nach Hause will;
– man ja nicht jeden Tag eine schreiben kann.
Was nutzt der Uniklinik dieser Neubau, wenn es keine Pflegekräfte mehr gibt, die darin arbeiten können, weil sie ausgebrannt sind? Was nutzt den Patienten dieser Neubau, wenn man sie nur noch als wirtschaftlichen Fall behandelt? Wer am Personal spart, spart am falschen Ende! Solange ein Krankenhaus sich als wirtschaftliches Unternehmen sieht und nicht als Ort, an dem kranke Menschen Hilfe, Zuwendung und kompetente pflegerische und ärztliche Versorgung erfahren, solange leidet der Mensch unmittelbar und direkt. Die Bedingungen für die Pflegekräfte und die Patienten werden zusehends unmenschlicher und ethisch immer weniger vertretbar. Dafür sollten die, die Personalpolitik an der Uniklinik machen, die Verantwortung übernehmen.
4.2.2013, Rita Lamm, Krankenschwester, Merzhausen

Gutachterkosten kann man einsparen
Kann eine Krankenversorgung ohne ausreichendes Personal funktionieren? Nein! Sie gelingt nur von Mensch zu Mensch. Die Krankenversorgung lässt sich nicht verwaltungstechnisch am Computer steuern, sie ist auch kein Rechenspiel. Gutachterkosten kann man deshalb einsparen. Die extreme Personalsituation in der Pflege ist seit langem bekannt. Wie gesundheitsgefährdend sie sich entwickelt, zeigen die steigenden Überlastungsanzeigen. So grenzt es, meiner Auffassung nach, schon fast an Menschenrechtsverletzung, wenn der Kaufmännische Direktor des Universitätsklinikums mit Stellenstreichungen die Situation verschärft, anstatt seiner Fürsorgepflicht nachzukommen. Hinzu kommt, dass in der Pflege überwiegend Frauen tätig sind, das heißt auch Ausfälle durch Schwangerschaft und Mutterschutz sind unumgänglich und verschärfen die Situation. Eine Gender-Datenerhebung würde dieses verdeutlichen – mit der Konsequenz einer Stellenerweiterung. Das gleiche betrifft auch die anderen Bereiche (Küche, Labor, Reinigung), in denen überwiegend Frauen tätig sind. Es fällt auf, dass frauenintensive Bereiche zum Einsparen ausgewählt wurden. Der Arbeitsumfang bleibt überall gleich. Wird er den verbleibenden Kolleginnen aufgelastet? Oder soll die Qualität nachlassen beziehungsweise Leistungen nicht mehr erbracht werden? Dann betrifft es auch uns, den Patienten. Eine umfassende Patientenversorgung betrifft alle Bereiche. Die besonderen Anforderungen eines Klinikums an Küche, Labor und Reinigung sind zu beachten. Stadt und Gemeinden, Bürger und Bürgerinnen sollten ein besonderes Auge auf die Krankenversorgung haben und ein Mitspracherecht, wenn es um Einsparungen geht. Kranke Patientinnen und Patienten haben nicht die Kraft, dafür zu kämpfen.
4.2.2013, Mechthild Weiner, Ettenheim

Auszubildende kompensieren fehlende examinierte Pflegekräfte
In Anbetracht des Fachkräftemangels wird möglichst viel Nachwuchs ausgebildet. Die Massen der Schüler stoßen auf eine nicht zufriedenstellende Ausbildungssituation auf den Stationen. Durch schlechte personelle Besetzung können die Auszubildenden nicht nur nicht ausreichend ausgebildet werden, sondern sie werden als Ersatz für fehlendes Pflegepersonal gesehen und kompensieren dadurch fehlende examinierte Pflegekräfte. Stress, Überforderung und mangelnde Kontrolle bedingt durch Zeitnot können zu gefährlichen Situationen für die zu betreuenden Patienten führen, die immense psychische und physische Belastung der Auszubildenden und des examinierten Pflegepersonals nicht zu vergessen. Die Gesundheit des Patienten und die Gesundheit der Beschäftigten darf nicht wegen Mangelbesetzung gefährdet sein. Um so beängstigender ist die angekündigte Stelleneinsparung um etwa 100 Stellen. Jeder möchte seine Lieben und sich selbst im Krankenhaus gut versorgt wissen, weshalb das Thema von allgemeinem Interesse ist. Daher bitten wir um Aufmerksamkeit.
4.2.2013, Die Jugend- und Auszubildendenvertretung der Uniklinik Freiburg: Johanna Heine, Julian Seiler, Joschka Buttkus, Florian Rothenbacher, Tim Scheper, Florian Lerch, Dennis Johl, Katrin Wache

Für das Pflegepersonal wird es immer schwieriger
Mit ihrer Arbeit tragen Pflegende dazu bei, dass die Pflegequalität und die Patientensicherheit gesichert sind. So werden Kosten, die durch Komplikationen zu längeren Krankenhausaufenthalten führen und für die davon betroffenen Menschen ebenfalls unangenehm sind, vermieden. Je weniger Pflegepersonal auf einer Station eingesetzt wird, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu vermehrten Komplikationen und Todesfällen kommt. Dies wurde in internationalen Studien nachgewiesen. Für das Pflegepersonal wird es immer schwieriger, seiner Verantwortung gegenüber den Patienten und Patientinnen gerecht zu werden. Aber die Verantwortung trägt nicht nur das Personal an der Basis, sondern auch die verantwortlichen Führungspersonen, die die Entscheidungen treffen und umsetzen. Patienten und Patientinnen sind die Leidtragenden der Sparmaßnahmen.
4.2.2013, Silke Neuhorst, Pfaffenweiler

Vollautomatisch, ohne humanoiden Kontakt
Man kann nur hoffen, dass es in den neuen Gebäuden dann genügend Fließbänder, Schleusen und „Waschstraßen“ für Patienten gibt, in denen diese vollautomatisch und ohne humanoiden Kontakt gepflegt werden können. Die seelische Betreuung übernehmen dann Bandansagen – natürlich von Profis mit angenehmer Stimme gesprochen –, da das Gros des Ex-Pflegepersonals aus dieser dann „Schönen Neuen Welt“ sehenden Auges verburnoutet wurde.
Leiden wird nicht nur der gute Ruf der Uniklinik, sondern leiden werden auch und vor allem die Menschen dort.
4.2.2013, Chris Pollmann, Freiburg

Engagement verdient höchsten Respekt
Nur weiter so! In einigen Jahren gibt es dank der Personaleinsparungen nur noch Patienten, denn das derzeitige Pflegepersonal ist dann ebenfalls unter den Kranken. Aber vielleicht übernehmen ja dann die, die verantwortlich sind für die Kürzungen, die Pflege? Unter den gegenwärtigen Lohn- und Arbeitsbedingungen noch ein so großes und anspruchsvolles Engagement zu zeigen, wie es das Pflegepersonal tut, verdient höchsten Respekt und Anerkennung und müsste so manchen der nur auf Gewinn fixierten leitenden Direktoren beschämen und umdenken lassen.
4.2.2013, Christa Kapp Männlin, Freiburg

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