Die Evangelische Kirche Mitteldeutschland (EKM) läßt keine Christen zu den Wahlen in die Gemeindekirchenräte (GKR) am 20.9.-5.10.2025 zu, die AfD wählen (1). Die EKM handelt damit als Richter einer politischen Wahl, der Bürgern das passive Wahlrecht verwehren kann. Der Pfarrer Achijah Zorn spricht von „Polit-Kirche“ (1).
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Jeder Bürger besitzt von Geburt an das aktive und passive Wahlrecht. Er kann wählen und er kann gewählt werden. Letzteres setzt voraus, daß er die Freiheitlich-Demokratische Grundordnung (FDGO) wertschätzt. Dazu zwingt die EMK die Kandidaten, die folgende Erklärung unterschreiben:
„1. Hiermit versichere ich, dass ich die Werte des christlichen Glaubens achte und mich für deren Verwirklichung einsetze.
2. Ich stehe ein für das christliche Menschenbild, das alle Menschen als gleichwertige Geschöpfe Gottes ansieht. Daraus leitet sich die Menschenwürde ab.
3. Deshalb vertrete ich keine ausgrenzenden oder menschenverachtenden Positionen und respektiere die Verfassung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
4. Ich versichere, insbesondere nicht den Parteien AfD, Der III. Weg oder HEIMAT anzugehören.“
Punkt 4 schließt Kandidaten aus, die Mitglieder der derzeit größten Oppositionspartei Deutschlands bzw. der Christen in der AfD sind.
In Ludwigshafen wurde dieses passive Wahlrecht jüngst vom städtischen Wahlausschuss einem Kandidaten zur OB-Wahl verwehrt. Für Kommunalwahl (Wahl in ein öffentliches Amt) und Kirchenwahl (Wahl in ein privates Amt) gelten gleiche Bürgerrechte aus folgendem Grund:
In Deutschland gibt es nur rein formal eine Trennung von Kirche und Staat. Denn beide sind über Konkordate vielseitig verwoben (Religionsunterricht an öffentliche Schulen, Kirchensteuer, Finanzierung kirchlicher Einrichtungen bis zu 100%, usw). Eine klare Trennung Kirche-Staat im Sinne des zum Beispiel in Frankreich realisierten Laizismus, wo Religion reine Privatsache ist und kirchliche Einrichtungen vom Staat abgekoppelt und auf sich alleine gestellt sind, haben wir in D nicht.
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Kandidaturen verhindern, auch solche von Kirchengemeinderatswahlen – ist das die Blaupause für die nächsten Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahlen?
„Man wird Einrichtungen schaffen, die viel effektiver arbeiten, viel feiner als die Stasi. Auch das ständige Lügen wird wiederkommen, die Desinformation, der Nebel, in dem alles seine Kontur verliert.“ (Bärbel Bohley, DDR-Bürgerrechtlerin, 1989)
Mit dem passiven wird Bürgern auch das aktive Wahlrecht entzogen. Denn wer des Kandidaten seiner Wahl beraubt ist, kann ihn auch nicht wählen. Die Entscheidung der EKM Erfurt greift tief in Bürgerrechte ein und darf nicht hingenommen werden.
25.8.2025
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Ende von Beitrag „Kirche gegen passives Wahlrecht“
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Beginn von Anlagen (1) – (5)
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(1) Evangelische Kirche in Mitteldeutschland EKM
Warum Mitglieder der AfD nicht Mitglied im Gemeindekirchenrat sein können
Hintergrund- keine AfD-Mitglieder im GKR – (Nov 4, 2024 / 120 KB)
Hintergrund- keine AfD-Mitglieder im GKR (1).pdf
Als kirchenfeindlich gilt auch, wer die in Artikel 2 der Kirchenverfassung EKM festgelegten Grundsätze nicht anerkennt und extremistische, antisemitische, fremdenfeindliche oder sonst menschenverachtende Positionen vertritt oder sich in entsprechenden Organisationen betätigt.
https://www.wahlen-ekm.de/
4.11.2024
https://www.wahlen-ekm.de/kommunikation-material/material-zum-download/warum-mitglieder-der-afd-nicht-mitglied-im-gemeindekirchenrat-sein-konnen.html
(2) Staat und Kirche entziehen Bürgern das passive Wahlrecht
von Pfarrer Achijah Zorn
Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) lässt mit mangelhafter Begründung keine evangelischen Christen als Kandidaten zur Gemeindekirchenratswahl im September zu, die der AfD angehören. Damit schwingt sich die Kirche zum politischen Richter und politischen Vormund über ihre Mitglieder auf. Solch eine Polit-Kirche hört auf, evangelische Kirche zu sein.
In Ludwigshafen hat ein Wächterrat der Brandmauer-Parteien den Kandidaten der AFD vom Wahlzettel zum Oberbürgermeister gestrichen. Auch die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) möchte das vermeintliche Unkraut bei der kommenden Gemeindekirchenratswahl ausreißen, damit sie als reine Kirche vor dieser Welt glänzen kann. Dazu hat diese Amtskirche eine perfide Erklärung ausgeheckt, die die ehrenamtlichen Kandidaten vor der Wahl im September zu unterschreiben haben:
1. „Hiermit versichere ich, dass ich die Werte des christlichen Glaubens achte und mich für deren Verwirklichung einsetze.
2. Ich stehe ein für das christliche Menschenbild, das alle Menschen als gleichwertige Geschöpfe Gottes ansieht. Daraus leitet sich die Menschenwürde ab.
3. Deshalb vertrete ich keine ausgrenzenden oder menschenverachtenden Positionen und respektiere die Verfassung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
4. Ich versichere, insbesondere nicht den Parteien AfD, Der III. Weg oder HEIMAT anzugehören.“
Diese Phrasenansammlung mag sich oberflächlich ganz nett und total christlich anhören, doch sie untergräbt radikal den christlichen Glauben.
Die Kirche Jesu Christi kann in ihrem Zentrum nur Gott und sein Wort haben, das er in Jesus Christus in höchster Vollendung zu uns Menschen immer wieder spricht. Eine Kirche, die nicht Gottes Wort ins Zentrum stellt, ist eine miese Mogelpackung, die den evangelischen Glauben verdunkelt. Von Gottes Wort und Jesus Christus ist in der obigen Erklärung keine Rede. An deren Stelle sind „die Werte des christlichen Glaubens“ getreten.
– Welche Werte sind damit gemeint?
– Der Wert der Selbstliebe, die die Nächstenliebe heilsam begrenzt (vgl. Markus 12,31)?
– Die Wertschätzung und Bewahrung der eigenen Kultur (vgl. Esra 10)?
– Die Vertreibung aller Menschen mit der Peitsche, die den Tempel der Kirche zu einer parteipolitischen Räuberhöhle entweihen (vgl. Matthäus 21,12-17)?
– Die Werte der Werte-Union?
– Oder die Werte, die dem EKM-Bischof Kramer und der Mehrheit seiner Landessynodalen gefallen und mit denen sie ihre Kirche autoritär dominieren?
Die Heilige Schrift als Grundlage der evangelischen Kirche ist eine Bibliothek mit 66 Büchern, aus denen sich locker 777 Werte ableiten lassen. Welche Werte davon im Augenblick für unser Land wichtig sind, darum muss unter den Christen im Hören auf Gottes Wort immer wieder neu geschwisterlich gestritten werden. Christen, die sich der AfD verbunden fühlen, sind eine Bereicherung in diesem produktiven Streit um die rechte Wahrnehmung und Bewertung der gegenwärtigen Lage im Horizont des Wortes Gottes.
Dann hält die obige Phrasen-Erklärung der EKM das „christliche Menschenbild“ hoch. Das bestehe darin, dass alle Menschen „gleichwertige Geschöpfe Gottes“ seien und sich daraus die „Menschenwürde“ ableite. Hat das die AfD irgendwo in ihrem Parteiprogramm bestritten?
Weiter betont die obige Phrasen-Erklärung, dass keiner ausgegrenzt werden dürfe. Darüber hätten sich die Corona-Ungeimpften 2021/22 natürlich gefreut. Aber leider sitzen in der EKM die Ausgrenzer der Coronazeit weiterhin an entscheidenden Schaltstellen und grenzen jetzt weitere eigene Kirchenmitglieder aus, indem sie ihnen das passive Wahlrecht nehmen.
Müsste der EKM-Wächterrat dann nicht auch CDUlern die Kandidatur zum Gemeindekirchenrat absprechen, weil diese Partei einen Kanzler stellt, der sicher ist, eine Kandidatin als Bundesverfassungsrichterin wählen zu können, für die die Menschenwürde (GG Art 1) erst ab der Geburt gilt
Und müsste der EKM-Wächterrat nicht auch Christen der Parteien „Die Linke“, „SPD“ und „Grünen“ das passive Wahlrecht verweigern, weil es in diesen Parteien Mitglieder gibt, die in der sogenannten „Antifa“ das verfassungswidrige „ACAB“ unterstützen („All Cops Are Bastards“ = „Alle Polizisten sind Bastarde“)?
Wer entscheidet über die Kirchen-Kompatibilität einer Partei und nach welchen Maßstäben?
Und wenn es in allen Parteien Gutes und Schlechtes gibt, welches Kirchengremium kann dann übergriffig für den einzelnen Christen entscheiden, ob dieser die für ihn richtige Abwägung getroffen hat?
Die EKM schwingt sich zum obersten Richter in politischen Fragen auf. Nicht nur für einzelne AfDler oder einzelne Angehörige anderer Parteien, die Gottes Wort mit Füßen treten und deshalb nicht in ein kirchliches Gremium hineingehören. Die EKM nimmt als politische Richterin alle Christen in Sippenhaft, die der AfD „angehören“, d.h. die sich irgendwie der AfD zugehörig fühlen. Der EKM-Bischof Kramer und die Mehrheit seiner Landessynodalen maßen sich an, ohne echte Gerichtsverhandlung das letzte Gericht über ihre Kirchenmitglieder vorwegzunehmen.
Hören wir auf Jesus Christus, diesen Kreuz- und Querdenker, der zugegebenermaßen nicht so ganz in eine irdisch orientierte Macht- und Polit-Kirche passt:
„Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Menschen schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten (…) Herr, sollen wir gehen und das Unkraut ausreißen?
Er entgegnete: Nein, damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt. Lasst beides wachsen bis zur Ernte und zur Zeit der Ernte (…) sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune!“(Matthäus 13,24-30)
Ich bezweifle aufgrund des biblischen Befundes, dass Gott in der Zeit seiner Ernte die obige EKM-Phrasen-Erklärung zum Kriterium machen wird, wer zum Unkraut und wer zum Weizen gehören wird.
… Alles vom 23.8.2025 von Achijah Zorn bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/vorwort-zum-sonntag/das-passive-wahlrecht
Einige Kommentare
Herr Zorn, am 18.5.2024 wurde hier im Vorwort zum Sonntag Ihr sehr interessantes Interview mit einem von dieser Regelung betroffenen, sehr engagierten Gemeindekirchenratsmitglied veröffentlicht (siehe (3) unten). Gibt es Schätzungen dazu, wie viele Frauen und Männer von dieser diskriminierenden Regelung der EKM betroffen sein werden? Rene Meyer
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Aufs Wesentliche gekürzt: « Die Evangelische Kirche EKM lässt keine Kandidaten zur Gemeindekirchenratswahl zu, die der AfD angehören. Solch eine Polit-Kirche hört auf, evangelische Kirche zu sein. » Aber nicht erst deshalb.
Sie wäre auch keine Kirche, nur weil sie einen AfD-Angehörigen zur Wahl zulässt. Ein Pfarrer, den ich kenne , der wiederholt die ev. politische Kirche kritisiert und ihr sogar angehört, ist selber die ganze Zeit lang mit allerlei Themen weit mehr Polit-Kirche als die ganze EKD. Retlapsneklow
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Ich kann gar keine „Polit-Kirche“ sein, weil ich ein einzelner Christ bin und keine Kirche. Und natürlich habe ich als Bürger dieser Demokratie eine politische Meinung und stehe dafür ein. Ich mache aber diese meine Meinung nicht für die Kirche verbindlich oder schließe gar Menschen vom Presbyteramt aus, die eine andere politische Meinung haben. Merken Sie selber den Unterschied? achijah
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Die ersten beiden Punkte der Erklärung für die Kandidaten sind okay, die Punkte 3 und 4 sind eine Schande für die Kirche.
Im übrigen wird den Bürgern nicht nur das passive Wahlrecht entzogen, nein, auch das aktive Wahlrecht wird entzogen. Wenn ich meiner Kandidaten beraubt werde, kann ich nicht aktiv wählen, also kann ich mein Recht nicht wahrnehmen. Und das ist eine Schande für DIE Demokratie, für UNSERE Demokratie natürlich in Ordnung. Waldschrat
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Im Grunde arbeiten Sozialisten aber immer am Untergang der Kirche. Weil echte Kirche in Gemeinschaft stattfindet. Weil Gemeinschaft den Glauben stärkt. Weil Gemeinschaft nicht sein soll, sondern Denunziantentum und Vereinzelung.
In Bezug auf die Kirche erreicht der Sozialismus anscheinend immer sein Ziel: Entweder Kirche als politischer Arm oder aufgrund von Austritten keine Kirche und kein Glaube. Dennoch würde ich immer austreten und hoffen, dass sich eine neue Kirche bildet. Mausi
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„Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“. (Mathäus 18.20) – Das ist Kirche!
Wir brauchen keine neue Kirche erfinden. Die Gemeinde Jesu Christi ist seit 2000 Jahren da. Es gibt genügend Gemeinschaften, in denen Christus noch wirklich im Mittelpunkt steht. Skeptischer
Ende Kommentare
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(3) Ausgestoßen! Interview mit einem Thüringer Gemeindekirchenratsmitglied, das nicht mehr paßt
Folgendes Interview zeigt, wie die Amtskirche mit unausgegorenen Polit-Verordnungen für Menschen und Gemeinschaften zum Lebens- und Glaubenshindernis wird. Das Interview mit Jörg Peter führte Pfarrer Achijah Zorn. Wie andere Landeskirchen und Bistümer hat die Mitteldeutsche Kirche per Verordnung erlassen, dass bei den nächsten Gemeindekirchenratswahlen Kirchenmitglieder, die der AfD angehören, als „kirchenfeindlich“ gelten. Alle AfD-Mitglieder werden undifferenziert in Sippenhaft genommen und dürfen nicht mehr für kirchliche Ämter kandidieren.
Folgendes Interview von Achijah Zorn möchte veranschaulichen, wie das ganz konkret für einen Betroffenen aussieht. Jörg Peter, Bankkaufmann, 67, verheiratet, vier Kinder, vier Enkelkinder, ist in Tautenhain bei Bad Klosterlausnitz seit 2012 im Gemeindekirchenrat. Tautenhain hat 980 Einwohner, davon 220 evangelisch. Seit 2017 ist Jörg Peter AfD-Parteimitglied und seit 2019 Kreistagsabgeordneter für die AfD.
Achijah Zorn: Wie kommt es, dass Sie in der Kirche engagiert sind?<
Jörg Peter: Mit 14 Jahren musste ich meinen 12-jährigen Bruder hier in Tautenhain zu Grabe tragen. Das war eine schwere Zeit. Meine Mutter war danach mehrere Jahre krankgeschrieben. Erstaunlicherweise hat mich dieser Schlag nicht von Gott abgebracht, sondern näher zu Gott hingebracht. Ich glaube fest daran, dass das Irdische nicht alles ist und dass hinter diesen Dingen, die ich nicht verstehen kann, ein Schöpfer steht, der die Dinge doch in seiner Hand hält. Ich arbeite in der Kirche mit, weil ich aktiv einen kleinen Beitrag dazu leisten möchte, dass der christliche Glaube hier im Osten lebendig bleibt. Bei meiner Enkelin in der Klasse gehen nur noch sehr wenige Kinder zur Konfirmation.
Was ist Ihr Aufgabenbereich in der Kirche in Tautenhain?
Ich bin hier insbesondere für die Trauergottesdienste zuständig. Wir haben pro Jahr durchschnittlich 13 Beerdigungen, 30 Prozent von Kirchenmitgliedern, 70 Prozent Nicht-Evangelische. Ich übernehme Küsterdienste rund um die Kirche und führe Absprachen mit Bestattern. Passend dazu bin ich für unseren Friedhof zuständig. Die Grundpflege machen sehr gut Mitarbeiter unseres dörflichen Bauhofs sowie eine Werkstatt für Behinderte, aber wenn zwischen den Gräbern das Gras zu hoch wächst, dann habe ich 10 Jahre lang selber Hand angelegt. Unser Dorffriedhof ist in einem gepflegten Zustand; viele Menschen fühlen sich mitverantwortlich. Und weil wir einiges ehrenamtlich machen, gehören wir im Umland zu den Friedhöfen mit den niedrigsten Gebühren. Das kommt allen Dorfbewohnern zugute.
Hat Ihr Aufgabenbereich in der Kirche etwas mit dem frühen Todeserlebnis mit Ihrem Bruder zu tun?
Bestimmt. Ich bin beim Thema Sterben durch meine eigene Erfahrung sehr feinfühlig und offen. Das wissen die Leute hier im Dorf. Wenn jemand stirbt, wenden sich die Menschen manchmal zuerst an mich und fragen mich um Rat. Schön, wenn ich Menschen in diesen schweren Stunden eine kleine Hilfe und ein kleiner Beistand sein kann.
Machen Sie Ihr Ehrenamt in der Kirche gerne?
Ja. sehr gerne. Ich liebe unsere Kirche. Sie ist die Gottesstube in unserem Dorf. Sie ist für alle im Dorf da. Und wenn man sie betritt, ist der normale Alltag unterbrochen. Wenn ich das Jesuskreuz sehe, bekomme ich eine neue Sicht auf das Leben. Mir geht es gesundheitlich noch recht gut. Darum würde ich gerne 2025 als Gemeindekirchenratsmitglied erneut kandidieren, sofern die Kirche mir das als AfDler noch erlaubt.
Warum sind Sie Mitglied in der AfD?
Ich finde, dass unser Land politisch in keinem guten Zustand ist. Die rechtswidrige Grenzöffnung von Angela Merkel hat bei mir das Fass zum Überlaufen gebracht. Das kann nicht gut gehen. Sogar unser Bundeskanzler Olaf Scholz hat vor wenigen Monaten von der Notwendigkeit einer Rückführungsoffensive für ausreisepflichtige Ausländer gesprochen. Passiert ist nichts Entscheidendes. Die AfD ist die einzige Partei, der ich zutraue, dass sie dieses Problem wirklich angeht.
Dann bin ich gegen Windkraftwerke im Wald. Ich lebe hier im Saale-Holzland-Kreis. Wie der Name schon sagt, verstehen wir hier etwas von Holz, Wald und Umweltschutz. Jetzt sollen hier in unmittelbarer Nähe 5 Hektar Wald gerodet werden für 5 Windräder, die genau dann keinen Strom liefern, wenn wir ihn bei Dunkelflaute so dringend bräuchten. Die AfD ist die einzige Partei, die diesen Windkraft-Wahn nicht mitmacht. Dann ist die AfD für „Demokratie nach Schweizer Vorbild“. Das waren die Plakate, die ich in Tautenhain am liebsten aufgehängt habe. Wir brauchen unbedingt mehr Demokratie beim Volk. Schon Willy Brandt hatte gesagt „mehr Demokratie wagen“. Dieses Jahr haben wir die Plakate „Demokratie statt Brandmauer“, finde ich auch gut. Die Demokratie lebt, wenn wir miteinander reden.
Wie kommt im Dorf Ihr Engagement bei der AfD an?
Ganz gut. Ich hoffe, dass wir jetzt bei der Kommunalwahl über 40 Prozent der Stimmen in unserem Dorf erhalten. Wenn ich Wahlplakate aufhänge, dann halten hin und wieder Leute mit dem Auto an und rufen mir Aufmunterndes zu. Wir im Dorf sind aufeinander angewiesen. Wir helfen einander. Wenn wir uns wegen politischer Unterschiede in die Haare kriegen würden, dann läuft hier nichts mehr. Das können wir uns im ländlichen Raum nicht erlauben. Wir haben hier eine bodenständige Toleranz.
Spielt Politik im Gemeindekirchenrat eine Rolle? Haben Sie persönlich schon mal AfD-Themen in die Kirche eingebracht?
Nein, auf keinen Fall. Man kann sich jederzeit mit mir über Politik unterhalten. Aber nicht in der Kirche. Politische Streitereien schaffen heiße Köpfe und kalte Herzen. In der Kirche aber geht es um Gott und Jesus Christus. Und das schenkt warme Herzen. Wenn die Kirche in die Politik hineinfummelt, dann hat sie oft genug ein sehr unglückliches Händchen. Ein einziges Mal hat Politik in meiner Kirchentätigkeit eine Rolle gespielt. Da wollten Angehörige eines Verstorbenen nicht, dass ich im Trauergottesdienst den Küsterdienst übernehme, weil ich in der AfD bin. Sie haben bei der Pfarrerin darum gebeten. Da habe nicht ich, sondern da haben andere die Politik in die Kirche getragen.
Kam es zu einem Streit?
Nein. Unsere Pfarrerin hat mir den Wunsch mitgeteilt. Um des Friedens willen habe ich eingewilligt. Ohne Probleme. Ich möchte, dass wir hier im Dorf und im Gemeindekirchenrat möglichst gut zusammenarbeiten. Da muss ich bereit sein, mal den unteren Weg zu gehen. Das ist in der Familie so. Das ist auf der Arbeit so. Das ist in der Partei so. Das ist in der Kirche so. Ich weiß aber nicht, ob die Kirche sich damit einen Gefallen tut, wenn sie sich darauf einlässt, dass die kirchlichen Mitarbeiter bei ihrer Arbeit nach politischen Kriterien ausgesucht werden. Kirche verleugnet das Wertvollste, was sie hat; sie verleugnet ihren eigenen Glauben, wenn sie die Politik in der Kirche über den Glauben stellt.
Was die Angehörigen gemacht haben, die Politik über den Glauben zu stellen, das macht jetzt tatsächlich die Landeskirche per Kirchenverordnung. Ihre Kirche und Ihr Landesbischof Kramer werfen Ihnen vor, dass eine Mitgliedschaft in der AfD mit dem „christlichen Menschenbild“ nicht vereinbar sei.
Das ist ein ungeheuerlicher Vorwurf. Ich kann den Vorwurf nicht nachvollziehen. Im Dorftratsch sagte jemand zu einem anderen Gemeindekirchenratsmitglied: „Der Jörg Peter wird ja bald nicht mehr bei euch im Kirchenvorstand sein dürfen, wegen der AfD.“ Das konnte sie gar nicht glauben: „Das kann nicht sein. Der ist wichtig für uns. Der hilft, wann immer er kann. Der tut keiner Fliege was zuleide. Wir arbeiten doch schon viele Jahre gut miteinander zusammen.“ Sie hatte das wohl noch gar nicht mitbekommen mit dem neuen Kirchengesetz. Am 7. Mai kam der Bischof Kramer hier in unser kleines Tautenhain zu einem offenen Gespräch in die Kirche. Manche sagten: „Zum ersten Mal seit Jahrhunderten kommt ein Bischof in unser Dorf. Das ist bestimmt nur wegen Dir, Jörg.“ Ich weiß nicht, ob das stimmt. Aber da ging es natürlich auch um das Thema. 45 Leute waren da. Manche wollten wohl einfach nur mal den Bischof sehen. Aber das Thema AfD wurde von den Besuchern angesprochen. Ich habe viel Rückenwind erlebt. Ein Kreistagsabgeordneter von der freien Bürgerinitiative Holzland kennt sich gut mit der Bibel aus. Auch der hat dem Bischof Kontra gegeben.
Die Fronten sind ziemlich verhärtet. Da hat keiner den anderen auf einen anderen Zug bringen können. Aber es war insgesamt eine sehr sachliche Atmosphäre. Niemand ist laut und ausfällig geworden. Bei Corona hat der Bischof, leider nur sehr allgemein, Fehler der Kirche eingestanden. Hinterher haben wir mit dem Bischof noch gegrillt und ein wenig getrunken. Es wäre ein fruchtbarer Abend gewesen, wenn sich nicht die eine Seite anmaßen würde, die andere Seite als unchristlich zu diffamieren und aus den Kirchenämtern auszuschließen. Eine Person kam auf mich zu und sagte mir: „Sie machen so eine wertvolle Arbeit für die Kirche. Aber das mit der AfD kann ich nicht verstehen.“ Deshalb habe ich mich auf dieses Interview eingelassen. Vielleicht ist es mir hier ein wenig gelungen, meine Sichtweise verständlicher zu machen.
Herr Peter, ich danke Ihnen sehr für das offene Gespräch und wünsche Ihnen Gottes Segen und Beistand. Es sind irre Zeiten. Sie engagieren sich mit Herzblut für den Glauben, für Ihre Kirche und Ihr Dorf, und trotzdem meinen einige Kirchenleute, dass sie höchstens noch Kirchenmitglied zweiter Klasse sind. Ich danke Ihnen, dass Sie auf mich zugekommen sind. Ich wünsche auch Tichys Einblick alles Gute.
… Alles vom 18.5.2024 von Achijah Zorn mit Jörg Peter bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/vorwort-zum-sonntag/interview-joerg-peter/
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Einige Kommentare:
Ich bewundere den Mut von Pfarrer Achijah Zorn mit dem engagierten Christen Jörg Peter dieses Interview geführt zu haben, das ihm nur großen Ärger und Schwierigkeiten mit seiner Kirche einbringen wird. Diese Kirche bzw. ihre leitenden Personen scheinen von Gott und allen guten Geistern verlassen zu sein, wenn sie so agieren wie im Fall von Herrn Peter und Anderen. Dass es in der ev. Kirche immer noch engagierte Menschen wie Herrn Zorn und auch Herrn Peter gibt, läßt zwar nicht hoffen, ein Umdenken insgesamt wäre noch im Bereich des Wahrscheinlichen, es zeugt aber immerhin davon, die alte Glaubensstärke, nur Gott zu fürchten und sonst niemanden, -und schon gar nicht die Kirchenoberen- ist noch nicht völlig abgestorben und der Furie des Verschwindens anheim gefallen. babylon
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Das Engagement von Herrn Peter ist lobenswert. Aber er sollte erkennen, wie egal das dem Kirchenfürsten ist. Für den zählt nur seine Macht und Ideologie. Ich unterstelle Kramer sogar, dass er sich insgeheim über so viel Naivität lustig macht. Nein, dieser Mann ist nie bereit eine andere Position auf Augenhöhe zu akzeptieren. Es ist diese uralte Arroganz des Klerus der glaubt, nur der Hirte allein weiß was für seine Schäfchen gut ist. quonkel
Ende Kommentare
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(4) Auf Konfrontationskurs: Beide Amtskirchen setzen auf totale Ausgrenzung der AfD
Kirche und Politik – das kann schnell ein Spannungsfeld werden. Auch die neue Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat das bemerkt. Ihre Kritik an nach links politisierten Kirchen, die sich „wie eine NGO“ benähmen und bis hin zum Thema Tempolimit äußerten, hat ein gewaltiges negatives Echo ausgelöst. Aus den Kirchen, vor allem von Politikern aus dem rot-grünen Lager und vereinzelt auch von Parteifreunden bekam Klöckner Gegenwind.
Es ist jedoch offenkundig, dass die Kirchen sich in Deutschland in den letzten Jahren in wichtigen Themenfeldern mehr links der Mitte positioniert haben. Im Januar kritisierten die evangelische und die katholische Kirche in schärfster Weise den CDU/CSU-Antrag für eine striktere Migrationspolitik, der mit Stimmen der AfD eine Mehrheit gewann. Offenkundig wurde dabei auch, dass sich ein Graben zwischen Union und Kirche gebildet hat.
In erster Linie gibt es aber eine kompromisslose Abgrenzung der Kirchen zur AfD. Die katholische Bischofskonferenz beschloss schon zu Beginn des Superwahljahrs 2024 einstimmig eine Erklärung mit dem Titel „Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar“. Darin nannten die Bischöfe die AfD ausdrücklich und bezeichneten sie als für Christen nicht wählbar. Limburgs Bischof Georg Bätzing, der Vorsitzende der Bischofskonferenz, beharrt auf einer himmelhohen Brandmauer gegen die AfD. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) grenzt sich schon viel länger schroff von den Rechtspopulisten ab. Das Ergebnis der Bundestagswahl mit 20,8 Prozent für die AfD nannte die EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs „erschreckend“. Mit knapp 20 Millionen Mitgliedern der katholischen und 18 Millionen Mitgliedern der evangelischen Kirchen sollten diese eigentlich ein relevanter politischer Faktor sein.
Widerspenstige Kirchenmitglieder
Doch neueste Umfragen zeigen, dass die Bischöfe mit ihren Warnungen immer weniger durchdringen. Eine INSA-Umfrage von Mitte April zeigte, wie sehr die AfD auch unter Kirchenmitgliedern an Zustimmung gewinnt. Bei den Protestanten lag sie laut dieser Umfrage auf einem Rekordniveau von 26 Prozent, nur knapp hinter der Union (28 Prozent). Bei den Katholiken kommt die AfD auf 25 Prozent, die Union auf 34 Prozent. Auffällig ist, dass die Grünen unter den Kirchenmitgliedern keineswegs besonders hohe Zustimmung genießen, nämlich nur zwischen sieben und 14 Prozent. Das steht im Widerspruch zu dem Bild von evangelischen Kirchentagen, die oft wie Grünen-Treffen wirken.
Die Abgrenzung von der AfD hat in jüngerer Vergangenheit gelegentlich zu bitteren Zerwürfnissen geführt. So wurde im April bekannt, dass ein Pfarrer in Bayern im Landkreis Regen seinen langjährigen Oberministranten aus dem Dienst geworfen hat, nachdem ein Foto des 16-Jährigen mit dem umstrittenen AfD-Politiker Maximilian Krah auftauchte. Die Familie sagt, der Priester habe den Jugendlichen daraufhin als „Nazi“ bezeichnet, der Geistliche stellt den Konflikt etwas anders dar. Mehrere AfD-Kommunalpolitiker und Landespolitiker mussten aufgrund innerkirchlichen Drucks ihre Ämter als gewählte Kirchengemeindevorstände aufgeben.
Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) suspendierte 2024 einen Pfarrer, weil dieser als Parteiloser auf der AfD-Liste für einen Gemeinderat kandidierte. Landesbischof Friedrich Kramer tat sich mit besonders scharfer Kritik an der AfD hervor. Kramer sagte wörtlich, „die Totschläger der 90er Jahre … sitzen jetzt in den Büros der AfD“. Auf Nachfrage der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ wollte oder konnte der Bischof keinen Beleg für seine Behauptung nennen.
Aber es gibt auch nachdenkliche Stimmen aus der Kirche, die fragen, ob Ausgrenzung und Diffamierung nicht zu beiderseitig verhärteten Fronten führen. Der sächsische Landesbischof Tobias Bilz warnte in einem Gastbeitrag in der Zeitung „Die Welt“ davor, eine Brandmauer gegen AfD-Wähler aufzubauen. Denn Belehrungen und Ausgrenzungen seien nicht der richtige Weg, um gesellschaftliche Spannungen zu überwinden, so Bilz.
Vereinzelt gibt es auch Theologen, die besonders der evangelischen Kirche ihre zu starke Linkslastigkeit vorhalten. So monierte etwa Ralf Frisch, Nürnberger Professor für Systematische Theologie, im „Forum Kirche und Theologie“, die EKD sehne sich danach, „zur staatsfinanzierten Nichtregierungsorganisation, also zu einer neuen Form der Staatskirche zu werden“. Mit den ständigen Aufrufen und Bekenntnissen für Demonstrationen „gegen Rechts“ hätten Kirchenfunktionäre das Signal gesetzt, „evangelisch sein heißt, links-grün zu sein und sich als Werkzeug links-grüner Politik zu begreifen“. Offenbar aber funktioniert die Lenkung der schrumpfenden Schar von Kirchenmitgliedern im rot-grünen Sinne aktuell weniger gut.
… Alles vom 30.4.2025 von Robert Mühlbauer bitte lesen auf
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(5) Kirchenrechtler Schüller kritisiert Wahlempfehlung gegen AfD
Der Kirchenrechtler Thomas Schüller findet den Aufruf der deutschen katholischen Bischöfe bedenklich, die AfD nicht zu wählen. Es sei sinnvoller, anstatt bestimmter Parteien ein konkretes Verhalten als unvereinbar mit dem Glauben zu benennen, etwa Rassismus, Antisemitismus oder Frauenfeindlichkeit, sagte der Theologieprofessor an der Universität Münster am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd).
„Es gibt viele konservative katholische Christinnen und Christen, die lange in der CDU und CSU heimisch waren, und sich nun von den Punkten zu klassischer Familie oder zu Abtreibung im AfD-Programm angezogen fühlen“, erklärte Schüller. Er erwarte daher eine innerkatholische Auseinandersetzung über die Empfehlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und über den Umgang mit der AfD.
Am Donnerstag hatte die DBK erklärt, die AfD sei für Christen nicht wählbar. Wer Parteien wähle, die mindestens in Teilen vom Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextremistisch eingeschätzt würden, der stelle sich gegen die Grundwerte des menschlichen Zusammenlebens und der Demokratie in Deutschland, erklärten die Bischöfe.
… Alles vom 23.2.2024 bitte lesen auf
https://www.evangelisch.de/inhalte/227375/23-02-2024/kirchenrechtler-schueller-kritisiert-wahlempfehlung-gegen-afd