Eurasien

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Frieden – Faltboote auf dem Opfinger See bei Freiburg im März 2022

  • Dresdner Gespräche: Hat das Abendland eine Zukunft? (1.4.2022)

Eurasien: Paris – Berlin – Moskau

Dresdner Gespräche: Hat das Abendland eine Zukunft?
Abendland, Europa oder Eurasien?
Nach einer etwas seichten aber unterhaltsamen Folge zur Frauenpolitik hat das Team der Dresdner Gespräche rund um den Europaabgeordneten Maximilian Krah nachgelegt und die bislang beste Sendung der kurzen Geschichte produziert, die Mitte Februar, also vor dem Krieg in der Ukraine, aufgenommen wurde.
https://youtu.be/3CHDWJ6FdYA

Bereits die Besetzung mit Karlheinz Weißmann, David Engels und Hans-Thomas Tillschneider macht deutlich, welchen Anspruch man an diese Folge stellen darf: hier prallt geballte historische, politische, philosophische Intelligenz aufeinander. Ob das Abendland noch eine Zukunft hat, steht als Frage zu Beginn der Debatte und bereits bei der Begriffsbestimmung wird der Eine oder Andere ein Wörterbuch zu Rate ziehen müssen. Etwa dann, wenn der Althistoriker Engels sich nicht zwischen den Begriffen “Europa” und “Abendland” entscheiden will, sondern stattdessen zum etwas sperrigen “Hesperialismus” neigt – also zum Bekenntnis zur griechisch-römischen Identität Europas.
Überhaupt wird hier viel über Identität gestritten, darüber etwa, ob zu dieser Identität auch die weite russische Seele gezählt werden kann oder nicht. Von einer europäischen Achse Paris – Berlin – Moskau spricht etwa der überzeugte Eurasier Tillschneider, wird aber unterbrochen vom deutlich weniger überzeugten Engels, dessen Einwurf “dazwischen liege aber auch Warschau” auch vom ebenfalls kritischen Weißmann mit energischem Nicken begrüßt wird.
Die Tatsache, dass die Sendung knapp vor dem Beginn des Ukrainekriegs aufgenommen wurde, verleiht ihr zusätzliches Gewicht. Es handelt sich, wenn man so will, um eine Zustandsbeschreibung des rechten Intellekts vor dem Krieg.
So bildet sich schnell eine Frontstellung zwischen den eher “kleineuropäischen” Engels und Weißmann und dem “großeuropäischen” – also eurasischen – Tillschneider. Auch der Gastgeber Maximilian Krah zeigt deutliche Sympathie für das Eurasiertum, argumentiert aber eher zurückhaltend. Der Europaabgeordnete hat sichtlich Freude an der Debatte, regelrechten Spaß scheint ihm vor allem die Sezierung des “Westens” und seiner “Wertegemeinschaft” zu machen. Seiner Schlussfolgerung, die westliche Wertegemeinschaft werde mehr oder weniger durch die Regenbogenfahne repräsentiert, können sich dann auch die eher westlich gesinnten Historiker nicht völlig verschließen.
https://youtu.be/3CHDWJ6FdYA

Einige Stichworte:
Im dem VOR dem 24.2.2022 aufgenommenen Video ging es um die Frage, welche der Begriffe „Abendland“, „Westen“, „Europa“ oder „Eurasien“  für die Konservativen taugen, um ihre Positionen zu formulieren?
Weissmann: „Das Abendland ist untergegangen“ (Oswald Spengler), deshalb besser Europa statt Abendland verwenden.
Tillschneider: Europa verwenden mit seinen Strömungen romanisch, germanisch und slawisch als Gegenpol zum Islam.
Kahl: Der Europa-Begriff ist von Linken besetzt mit woke, Gender, Zentralismus, deshalb Eurasien verwenden für die Achse Paris – Berlin – Moskau. Und Polen?
Tillschneider: Ich wünsche mr, daß wir in D mit der Vergangenheit so umgehen wie in Russland: Das russische Volk besteht, unabhängig von der jeweiligen Machthabern.
Kahl: Konservativ heißt, daß man Traditionen normativ versteht.
Weißmann: Wilhelm Mühlmann als Völkerkundler: Die Traditionen sichtbar machen, um aus diesem Erbe zu lernen.
1.4.2022

 

Dresdner Gespräche: Herausforderungen europäischer Geopolitik | Dr. Maximilian Krah, 6.1.2022 https://youtu.be/HVUoFJoaZog
Kanal von Dr. Maximilian Krah
https://www.youtube.com/channel/UCQPvjQbhapgOwprAYusL8Tw
https://www.maximilian-krah.de
https://ms-my.facebook.com/krahmax/videos/die-europ%C3%A4ische-stadt-dresdner-gespr%C3%A4che-maximilian-krah/1038234257011703/