Seit 2006 läuft es nicht mehr so richtig mit dem Fussball. Das Reduzieren der Nationalmannschaft auf „Die Mannschaft“. Das corona-konforme Kicken mit Impfung und Maske. Das Umstellen der Schwarz-Rot-Gold-Flagge auf die Regenbogen-Flagge.
Nun soll es die Wiederentdeckung des uralten und weltweit verbreiteten Nationalstolzes richten. Dieser aber darf nicht für alle Bürger und erst recht nicht Fussballfans gelten, sondern analog zu „UnsereDemokratie“ als „UnserNationalstolz“ nur für die „uns“, also für die besitzanzeigend Richtigen. Der neue Fussball-Bundestrainer Jürgen Klopp sagt es deutlich: „Wir holen die Fahne von den Falschen zurück“. Wobei jeder weiß: Die „Falschen“ sind nicht die Wähler von CDUCSUSPDGrüneLinkeFDP, sondern von AfD.
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Dabei hatte Jürgen Klopp nach seiner Nominierung zum Nationaltrainer der Fussballer schon richtig begonnen: „Ich möchte, dass, wenn man sie (die Fahne) schwingt, dass niemand denkt: Was ist mit dir nicht in Ordnung? Sondern, dass man einfach nur das Gefühl hat: Ja, du bist happy und verstehst, dass du Glück hattest, dass du in diesem wundervollen Land geboren, aufgewachsen, zugezogen und wie auch immer, dass du hier lebst.“ Und: „Wenn wir in der Zeit, in der wir uns mit Fußball beschäftigen, ist es dazu da, dass wir ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln und uns besser fühlen“.
Ja, Fussball kann die Deutschen verbinden, also dazu beitragen, ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln. Er spricht von „man“ und „du“, er spricht also alle an, alle Fans der deutschen Fussballnationalmannschaft. Dann aber hat Klopp diesen guten Ansatz leider wieder zunichte gemacht mit der Einschränkung, dass dies nicht für die „Falschen“ gilt: „Wir holen die Fahne von den Falschen zurück“. Er erkennt in unserer Gesellschaft also richtige und falsche Fussballfans – vor seinem ersten Länderspiel als Trainer.
Dies ist erstaunlich, zumal sich Jürgen Klopp während seiner erfolgreichen Zeit als Vereinstrainer in England aus der gesellschaftspolitischen Diskussion weitgehend herausgehalten hat. Ihm ging es um die Mannschaft des FC Liverpool und nicht um die Labour Party oder Nigel Farange.
Zudem scheint Klopp auch der Begriff des Patriotismus fremd zu sein: „Ich weiß nicht mal, ob man das Wort (Patriotismus) überhaupt so benutzen kann, darf. Da bin ich mir gar nicht sicher, ohne dass das falsch verstanden wird“, räumte er ein. Er wolle daher allenfalls von „positivem Patriotismus“ sprechen: „Ich kann stolz darauf sein, deutsch zu sein, und trotzdem offen und vielfältig und nett, freundlich.“ Warum „trotzdem“? Schließen Nationalstolz und Patriotismus in Deutschland denn die Eigenschaften der Vielfalt und Freundlichkeit aus? Mitnichten!
Wenn man Jürgen Klopp einen guten Rat geben darf, dann diesen: Bitte ersetzen Sie das Statement „Ich würde mir oder uns gerne die Fahne von den Falschen zurückholen“ durch „Wir nehmen uns die Fahne nicht gegenseitig weg“. Denn Schwarz-Rot-Gold ist die Fahne aller Deutschen und steht für Einigkeit und Recht und Freiheit.
24.9.2026
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Ende von Beitrag „Fussball SchwarzRotGold Klopp“
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Beginn von Anlagen (1) – (3)
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(1) Vaterlandsliebe soll wieder erlaubt sein, allerdings nicht allen
Ein Kommentar von Thomas Hartung
Jürgen Klopp hat eine Deutschland-Kappe aufgesetzt. „Einer von 83 Millionen“ steht darauf, das Logo in Schwarz-Rot-Gold. Der neue Bundestrainer möchte die Fahne „zurückholen“ und den Nationalstolz nicht „den falschen Leuten“ überlassen. Und plötzlich diskutiert die Republik wieder über Patriotismus. Das ist bemerkenswert. Denn vielleicht ist nicht Klopps Antwort das Interessanteste, sondern die Tatsache, dass 2026 überhaupt wieder die Frage gestellt wird, ob man Deutschland mögen darf, ja warum Patriotismus Zusätze wie „positiv“, „inklusiv“ oder „republikanisch“ braucht? Die jüngsten Wahlergebnisse geben darauf zumindest einen Hinweis.
Die AfD hat Ergebnisse erzielt, die das bisherige Parteiensystem erschüttern; in Berlin wurde die Linke stärkste Kraft und zur Wahlparty vom Chef des arabischen Remmo-Clans besucht. Millionen Wähler haben sich damit Parteien außerhalb der alten politischen Mitte zugewandt. Die politische Landschaft fragmentiert sich – und ausgerechnet in diesem Augenblick wird das nationale „Wir“ wiederentdeckt. Das ist kein Zufall.
Patriotismus wird interessant, weil das Selbstverständliche nicht mehr selbstverständlich ist. Deutschland leidet nicht an einem Mangel patriotischer Vokabeln, sondern an einem immer schwächeren Gefühl politischer und kultureller Gemeinsamkeit. Genau das zeigen die unterschiedlichen Reaktionen auf Klopp. So fragt zuletzt Reiner Ruf in der „Stuttgarter Zeitung“, ob Patriotismus nicht überhaupt nur eine Phrase sei, und konstruiert eine Kette von Klopp über Nationalismus, Nationalsozialismus bis zu leeren Kirchen und schlechten Schülern. Das ist erstaunlich, zeigt aber, dass es noch immer schwierig ist, von Deutschland positiv zu sprechen, ohne sofort historische Warnschilder aufzustellen.
Natürlich ist diese Vorsicht mit Blick auf die Geschichte erklärbar. Aber acht Jahrzehnte nach Kriegsende droht die nationale Selbstüberhöhung in eine merkwürdige semantische Unmündigkeit umzuschlagen: Deutschland darf geliebt werden – wenn zuvor geklärt wurde, auf welche Weise und vor allem von wem. Genau hier liegt Klopps Fehler. Er möchte die Fahne „zurückholen“ – und erklärt im selben Atemzug: „von den Falschen“. Aber Patriotismus ist keine Gesinnungsgemeinschaft. Ein Sozialdemokrat bleibt Deutscher, wenn die CDU regiert. Ein Grüner ebenso, auch wenn die Mehrheit gegen seine Klimapolitik stimmt. Und auch ein Wähler einer Partei, die andere für gefährlich halten, verliert mit seinem Wahlkreuz nicht seine Zugehörigkeit zum Gemeinwesen. Man kann seine politische Entscheidung kritisieren.
Aber aus einer vermeintlich falschen Entscheidung darf nicht der falsche Bürger werden. Sonst verwandelt sich das nationale Wir in ein „Wir der Guten“. Und gerade deshalb sind die Wahlergebnisse für diese Debatte so wichtig. Sie zeigen nicht, dass Deutschland plötzlich patriotischer geworden wäre. Sie zeigen, dass traditionelle Bindungen zerfallen.
Wer wie Klopp die Fahne „zurückholen“ möchte, räumt bereits sprachlich ein, dass sie verlorengegangen sein muss. Wer heute „inklusiven Patriotismus“ fordert, reagiert auf eine durch Migration veränderte Gesellschaft. Und wer vom Verfassungspatriotismus spricht, sucht Gemeinsamkeit im Grundgesetz. Aber Menschen lieben keine Verfassung im luftleeren Raum. Sie leben in einer konkreten Geschichte, Sprache und Kultur. Bach gehört nicht deshalb zu Deutschland, weil es das Grundgesetz erlaubt. Goethe braucht kein demokratisches Unbedenklichkeitszertifikat. Und der Kölner Dom wird nicht erst dadurch identitätsstiftend, dass wir ihn verfassungspatriotisch korrekt interpretieren.
Das Grundgesetz selbst fiel schließlich nicht vom Himmel. Es ist Ergebnis deutscher Geschichte – ihrer Katastrophen ebenso wie ihrer christlichen und bürgerlichen Traditionen. Natürlich bedeutet das nicht: Herkunft gegen Bürgerrecht, Nation gegen Verfassung. Nationen verändern sich. Millionen Deutsche haben heute familiäre Wurzeln anderswo. Aber Integration wird zur Leerformel, wenn es nichts mehr gibt, worin man sich integrieren soll. Eine offene Tür genügt nicht. Man braucht auch ein Haus. Und genau hier besitzt Patriotismus seine vernünftige Funktion. Demokratie braucht Solidarität zwischen Menschen, die sich nicht kennen. Der Stuttgarter finanziert eine Hochschule in Rostock, der Hamburger die Pflege einer Rentnerin in Dresden. Wir akzeptieren Wahlergebnisse, obwohl wir verloren haben. Das alles setzt die Vorstellung voraus, dass uns trotz aller Unterschiede etwas verbindet. Vielleicht wäre deshalb die einfachste Definition von Patriotismus die beste: Dieses Land ist unseres – auch das Land jener Menschen, mit denen wir heftig streiten. Klopps Satz müsste dann nur leicht verändert werden. Nicht: Wir holen die Fahne von den Falschen zurück. Sondern: Wir nehmen sie uns nicht gegenseitig weg. Denn Schwarz-Rot-Gold gehört keiner Partei, keinem politischen Milieu, sondern dem Gemeinwesen. Und dessen gelegentlich unbequeme Eigentümer sind seine Bürger. Auch die, die anders wählen.
… Alles vom 23.9.2026 von Thomas Hartung bitte lesen auf
https://kontrafunk.radio/de/sendung-nachhoeren/politik-und-zeitgeschehen/kontrafunk-aktuell/kontrafunk-aktuell-vom-23-september-2026
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(2) „Nicht den falschen Leuten überlassen“: Jürgen Klopp will sich die deutsche Fahne „zurückholen“
Jürgen Klopp hat bei der Vorstellung seines ersten DFB-Kaders mit Aussagen über Nationalstolz für Aufsehen gesorgt. Er wolle „Nationalstolz nicht den falschen Leuten überlassen“ und sich die deutsche Fahne „zurückholen“, erklärte der neue Bundestrainer.
gute kommentare
… Alles vom 17.9.2026 bitte lesen auf
https://apollo-news.net/nicht-den-falschen-leuten-berlassen-jrgen-klopp-will-sich-die-deutsche-fahne-zurckholen/
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Einige Kommentare:
Die vermutlich „Falschen“ haben den Stolz auf das eigene Land überhaupt erst wieder salonfähig gemacht, ein Verdienst, den man auch würdigen sollte. MenWithoutHead
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Ja, Herr Klopp, auch ich will die deutsche Fahne nicht den Falschen überlassen. Ich will die deutsche Fahne sehen bei denn, die das Land und ihre Einwohner (auch die ethnisch Deutschen) achten. Die deutsche Fahne ist für mich ein Symbol für diejenigen, die die Geschichte, die Kultur und den Wohlstand der Arbeitenden fördern und schätzen. Ich werde die deutsche Fahne nicht denen überlassen, die ihren Deutschenhass damit verstecken wollen. Rasio Brelugi
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Heutzutage muss sich jeder in vorauseilendem Gehorsam rechtfertigen, warum er die deutsche Nationalfahne zeigen will. Eine öffentliche Distanzierung von den „Falschen“ und ein Bekenntnis zu den „Richtigen“ ist da unerlässlich, wenn man seine Karriere nicht sofort beerdigen will. Hinzundkunz
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Hr Klopp verlangte die Impfung von seinen Spielern. Und bei RB war er es vermutlich, der Chrupallas Karten für das Spiel RB Leipzig gegen Bayern anulliert hat. Er ist ein toller Trainer und sollte sich politische Äusserungen verkneifen. Kass
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Kloppo, schau DIr dazu mal das schöne Video bei YouTube an wie eine Bundeskanzlerin mit angewidertem Gesicht eine kleine Deutschlandfahne, die man ihr in die Hand gedrückt hat, in den Mülleimer wirft. Dann reden wir weiter über „richtige und falsche Menschen“ im Land. Erich Zann
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Überraschend, dass er dies macht. Die Nationalmannschaft hat ja schon mal versucht, als politische Agitprop-Truppe zu agieren. Das Ergebnis ist bekannt: die WM in Katar. Wer politisiert spaltet, so wird man nie ein ganzes Land hinter sich bekommen. MYZ
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Man kann es nicht mehr hören: Was bilden diese Leute sich überhaupt ein, sich anzumaßen, Menschen in „falsche“ und demzufolge auch nach ihrem Denken „richtige“ Leute zu klassifizieren und abzuurteilen. Der Mann soll Fußballer trainieren. mifrafe
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Mich interessiert bei Herrn Klopp nur, ob er das Team guten und fairen Fußball spielen lässt – seine politische Meinung ist mir in etwa so wichtig wie sein Lieblingspokemon, seine Lieblings-Duschgel-Marke oder bei welchem Schmelzkäse er sich ärgert, wenn er ausverkauft ist. Soll er wählen, wen er will – es ist PRIVATSACHE. Die einzig erlaubte politische Aktion eines Fußballtrainers wäre es, Leute rauszuschmeissen, die ihre durch den Sport gewonnene Aufmerksamkeit für politische oder anderweitige (z.b. missionierende) Zwecke missbrauchen. Sport ist für viele eine Art Oase, eine Flucht aus dem Alltag, in dem man ungefragt mit unfassbar dummer/bösartiger Pseudo-Moral zugeballert wird. LASST DEN LEUTEN DOCH WENIGSTENS DIESE FLUCHTMÖGLICHKEITEN UND HALTET SIE UNPOLITISCH. ysideBias
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Klopp spielt sich auf – als moralischer Erzieher statt Bundestrainer. Seine Worte über „Nationalstolz“ klingen nicht nach Leidenschaft für den Sport, sondern nach Belehrung für das Publikum. Wer die Fahne „zurückholen“ will, inszeniert sich als Retter einer Idee, die niemand vermisst hat. Fußball soll verbinden, nicht ideologisch aufgeladen werden. Klopp verwechselt Teamgeist mit Gesinnung – und das ist gefährlich. Ein Trainer, der Politik spielt, verliert den Ball aus den Augen Brandl
Ende Kommentare
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(3) Wer sind eigentlich „die Falschen“?
Bundestrainer Jürgen Klopp möchte Nationalstolz nicht den Falschen überlassen. Damit hat er eine Chance vertan. Statt zu einen und zu versöhnen, treibt er einen rhetorischen Keil in die Gesellschaft: hier die Richtigen, dort die Falschen. Ein ungutes Signal.
Jürgen Klopp ist ein wortgewandter Mann. Seine Popularität verdankt er nicht nur seinen Erfolgen als Fußballtrainer, sondern auch seiner Schlagfertigkeit und seinem Witz. Geschickt versteht er es, sein durchaus großes Ego volkstümlich zu verpacken. „I am the normal one“, verkündete er einst in Liverpool. Auf der Pressekonferenz am Donnerstag trug er eine Kappe mit dem Spruch „Einer von 83 Millionen“.
… Alles vom 19.9.2026 bitte lesen auf
https://www.cicero.de/innenpolitik/kampf-um-nationale-symbole-wer-sind-eigentlich-die-falschen
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