Target-Forderungen – Tickende Zeitbombe für deutsche Sparer?

Müsste den Griechen nicht das Geld für Importe ausgehen, wenn der Kredithahn zu ist? Nein – wiederum wegen Target: Das Geld, das für deutsche Importgüter zu zahlen ist, gelangt nicht nach Deutschland; es bleibt bei der griechischen Zentralbank hängen. Die füttert damit ein Pump-Karussell: Sie gibt es als Kredit den griechischen Banken zurück, die es an ihre Kunden verleihen, so dass diese weiter auf Pump importieren können. Bis 2010 kamen die Kredite dafür aus Nordeuropa, heute kommen sie von der griechischen Zentralbank. Von Target profitieren neben Griechenland auch die anderen wettbewerbsschwachen Euro-Länder, vor allem Portugal, Spanien, Italien. Allein diese vier Länder haben bis heute Target-Schulden von 850 Milliarden Euro aufgebaut…..
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Irgendwann werden die Targetsalden glattgestellt
Die dramatischen Folgen, die Herr Gerken für die Sparer wegen der „Kredithilfen“ sieht sind leider nicht aus der Luft gegriffen. Irgendwie und irgendwann werden die Targetsalden glattgestellt. Bänker und Politiker werden dann schon dafür sorgen, dass dies zu Lasten „des kleinen Mannes“ erfolgt. Den direkten Bezug zu den Spareinlagen, den Herr Gerken herstellt, gibt es so aber nicht. Wenn eine Bank „Kredit“ gewährt und sei es über die Salden des Target-System, so erzeugt sie das Geld selbst, besichert es aber normalerweise, z. B. über eine Hypothek. Der Wert des geschaffenen Geldes entspricht dann dem Wert dieser Besicherung. Die Verantwortung für diese Besicherung trägt der Kreditgeber, also die Bank. Im Target-System wird Geld erzeugt, das unbesichert, und damit wertlos, ist. Dies hat in der Vergangenheit schon des Öfteren für Unbehagen bei der Bundesbank gesorgt: https://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/schuldenkrise-die-bundesbank-fordert-von-der-ezb-bessere-sicherheiten-11667413.html Wird ein solcher „Target-Kredit“ nicht zurückgezahlt wird die Verluste größtenteils der Bundeshaushalt, also Steuerzahler, tragen müssen. Vielleicht werden ja noch Banken herangezogen, die diesen Schuldenschnitt dann an ihre Gläubiger, z.B. die Sparer, weitergeben können.
Peter Matulla, 21.7.2012

Südeuropäter bringen geld in Deutschland in Sicherheit – ein Beispiel
Dass Deutschland derzeit wegen negativer Zinsen Geld damit verdient, Schulden zu machen, liegt auch daran, dass viele Südeuropäer ihr Geld hier in Sicherheit bringen wollen. Das ist für Deutschland aber kein Grund zur Freude. Nehmen wir an, ein italienischer Privatanleger kauft deutsche Staatsanleihen. Der Italiener geht zu seiner Bank in Rom, um sie zu bezahlen. Normalerweise müsste Folgendes passieren: Die Bank in Rom überweist das Geld an die italienische Notenbank, von dort fließt es an die Bundesbank und von dort an den Verkäufer der Anleihe, also die Bundesrepublik Deutschland. Aber in der Eurozone läuft das anders. Die Euro-Zentralbanken haben die Überweisungen zwischen sich abgeschafft: Die italienische Notenbank zahlt nicht mehr an die Bundesbank, sondern lässt dort anschreiben wie ein Gast ohne Geld in einem Lokal. Der Geldfluss setzt bei der Bundesbank wieder ein. Sie überweist Geld an den deutschen Staat. Inzwischen hat die Bundesbank wegen dieser Konstruktion Forderungen gegenüber der Eurozone in Höhe von 780 Milliarden Euro – Tendenz steigend. Das Geld ist verloren, wenn der Euro zerbricht.
26.7.2012, Ludger Gerken

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