Die Deutsche Herzstiftung will mit dem Präventionsprojekt „Skipping Hearts“ Kinder im Grundschulalter zu mehr Bewegung motivieren. Das Bewegungsprogramm wird in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland durchgeführt und hat in über 2000 Workshops bereits rund 100000 Kinder erreicht. Es kostet die Schulen nichts. Gemeldet hatte sich auch die Tarodunumschule in Kirchzarten-Burg und war jetzt an der Reihe. Achtzehn Kinder der Klasse 3 ließen sich mit ihrer Sportlehrerin Heike Ammerpohl von Annika Eyhorn, einer Freiburger Sportstudentin, im Basisworkshop in verschiedene Sprungvariationen, die allein, zu zweit oder in der Gruppe durchgeführt werden können, einweisen.
Bei heißen Rhythmen versuchten die Kinder, die jeweils vorgegebenen Seilsprünge zu perfektionieren – was nicht immer gelang und die Korrektur der Workshopleiterin erforderte. Ihre theoretische Einführung erschöpfte sich in der Information, dass es wichtig sei, den Herzmuskel durch Bewegung wie Seilspringen zu stärken und zu trainieren. Nach Ansicht der Sportexperten von „Skipping Hearts“ kann die sportliche Form des Seilspringens motorische Grundfähigkeiten wie Ausdauer und Koordination verbessern. Die Erfolgserlebnisse beim Springen könnten darüber hinaus die Freude an der Bewegung fördern und Teamarbeit ermögliche auch die Integration körperlich und sozial schwächerer Kinder.
Die gesundheitlichen und sportlichen Voraussetzungen sind in Burg positiv: Das Problem, dass viele Kinder zu lange vor dem Computer oder dem Fernseher sitzen und dadurch bewegungsmüde und übergewichtig würden, sieht Heike Ammerpohl nicht. „Unsere Kinder hier in Burg sind zum größten Teil recht sportlich“, stellte sie fest, „viele sind in Sportvereinen und werden auch von ihren Eltern zum Sport motiviert.“ Es gäbe an ihrer Schule nur wenige Kinder mit Übergewicht. So war es auch für die achtjährige Carolina und die gleichaltrige Johanna kein Problem, die Übungen mit dem Seil auszuführen. „Wir machen das häufig daheim auf der Straße“, erzählten sie. Und da Carolina in einer Hip-Hop-Gruppe tanzt und Johanna im SV Kirchzarten Tischtennis spielt, brachten sie auch die nötige Power fürs Seilspringen mit. Nach dem ersten Teil des Workshops kamen alle anderen Klassen ebenfalls in die Sporthalle. Sie konnten sich bei einer Vorführung anschauen, was die dritte Klasse zuvor gelernt hatte. Richtig rund ging es dann, als alle Schülerinnen und Schüler der Tarodunumschule mit Springseilen in der Halle experimentierten.
4.12.2013, Gerhard Lück, www.dreisamtaeler.de