Verleugnung

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Polarlicht auf dem Schauinsland am 19.1.2026 – Bild Ellen Matzat-Sauter

Leugnen, Verleugnen – sieben Mal:
1. Leugnen: Etwas (Behauptung, Lehre) abstreiten, für unzutreffend erklären. Ein altes Wort aus dem Mittelhochdeutschen, verwandt mit lügen, das in der „einfachen Sprache“ wahrscheinlich verschwindet.
2: In der Bibel – Jesus zu Petrus: „Ehe der Hahn kräht, wirst du mich drei Mal verleugnen“ (Matthäus 26, Vers 75).
3. „Der Täter leugnet die Tat“ – so gilt „In dubio pro reo“ bzw. „Im Zweifel für den Angeklagten“ als Grundprinzip.
4. Holocaustleugnung: Seit 1985 strafbar als Volksverhetzung nach § 130 StGB.
5. Klimal(wandel)leugner: Unsinniger Modebegriff, da das Klima in seinem Wandel existiert. Gemeint sind wohl eher Klimaskeptiker im Hinblick auf die Ursachen des Klimawandels.
6. Verleugnungssphäre:
Dénisphère für „Sphäre der Verleugnung“ als Begriff des Psychiaters Maurice Berger: Als junge Migranten nachts in Crépol südlich von Lyon ein Dorffest mit Messern bewaffnet und „On va tuer des Blancs“ rufend überfallen, bleiben der 16-jährige Thomas tot und 16 lebensgefährliche Niedergestochene liegen. Frankreich ist erschüttert.
Im Zuge der nachfolgenden Aufarbeitung wird die Schuld vor allem von linker und linksliberaler Seite nicht den Migranten zugesprochen, sondern der französischen Gesellschaft, die diese unterdrückt habe.
Berger ordnet diese „Medien, Soziologen und Politikern, die sich aus ideologischen Gründen weigern, die Realität zu sehen“ der Dénisphère als Sphäre der Verleugnung zu. Er fordert, die extreme Gewalt von Jugendlichen mit arabischen Wurzeln zu benennen, um sie im Zuge integrativer Maßnahmen bekämpfen zu können. In seinem 2025 erschienenes Bestsellerbuch „Mineurs violents, Etat inconsistent“ (Gewalttätige Jugendliche, untätiger Staat) schreibt er gegen die polit-medial gepflegte Alternativwirklichkeit an.
7. Auch in Deutschland hat sich seit 9/2015 eine Verleugnungssphäre bzw. Dénisphère etabliert: Realitätsverweigerung, Desinformation , Elefant im Raum bzw. „Was nicht sein darf, das ist nicht“ als bequeme Lösung. Beispiele: Hetzjagden Chemnitz, Geheimtreffen Potsdam, Medienregulierung Günther.
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Verleugungssphäre – Dénisphère: Die links-woke Ersatzwirklichkeit
Polit-mediale Realitätsverweigerung: Was nicht sein darf, kann nicht sein

Elefanten per Illusionstechnik auf die Bühne zu zaubern fällt deutlich leichter, als echte Elefanten herunterzuhexen. Aber gerade an diesem zweiten Kunststück versuchen sich medial-politische Zusammenschlüsse nicht nur in Deutschland, und das mit schwankendem Erfolg.
Die wirklich große und aufwendige Psy-Op beispielsweise, Joseph Biden ab 2023 kerngesund zu reden, als geistig völlig intakt, „sharp as a tack“, Videos von seinen Ausfallerscheinungen als „cheap fake“ (Washington Post) zu bezeichnen, also das Offensichtliche einfach im Einheitschor zu bestreiten, funktionierte in den USA nur für eine begrenzte Zeit. https://www.publicomag.com/2025/06/publico-literaturpolitbuero-im-weissen-haus-identitaetsfurcht-in-bruessel/

Für dieses Gesellschaftsphänomen fand der französische Psychiater Maurice Berger den schönen Begriff Dénisphère, die Sphäre der Verleugnung, die er folgendermaßen definiert: Es handele sich um „eine Reihe von Medien, Soziologen und Politikern, die sich aus ideologischen Gründen weigern, die Realität zu sehen.“
Berger begutachtete als Psychiater 150 schwerkriminelle Jugendliche, die meisten von ihnen mit Einwanderungsfamiliengeschichte. In seinem 2025 erschienenen Buch „Mineurs violents, Etat inconsistant“ schreibt er gegen die medial-politisch gepflegte Alternativwirklichkeit an, wonach die extreme Gewalt von Jugendlichen mit arabischen Wurzeln vor allem an deren Diskriminierung liege, und dass es sich bei der Bandengewalt außerdem um ein übertriebenes Phänomen handeln würde.
In seinem Buch und in einem NZZ-Interview gibt der Wissenschaftler übrigens ein schönes Beispiel dafür, wie die medial-politische Dénisphère konkret funktioniert: Alle in dieser Sphäre, die Gewalt und besonders Jugendgewalt kleinreden, argumentieren damit, dass die Zahl der Morde in Frankreich im Vergleich zu den neunziger Jahren gesunken sei. Das trifft zu, allerdings – und darauf weist Berger hin – ging die Zahl der Mordversuche in den vergangenen drei Jahrzehnten steil nach oben: von 1700 (1994) über 2300 (2008) bis auf 3300 im Jahr 2020. Dank des medizinischen Fortschritts, so Berger, überleben heute sehr viel mehr Stich- und Schusswaffenopfer als vor 30 Jahren, wenn auch oft mit bleibenden Schäden: damals nur 30, heute 70 Prozent. Aus besserer Notfallversorgung machen die Narrativzauberer also eine Gesellschaft, in der die Sicherheit zunimmt, auch wenn es den Bürgern außerhalb der Leugnungssphäre nicht so vorkommt.
In dem NZZ-Gespräch nennt der Psychiater genau die Gründe für die Gewalt von Jugendbanden, die jeder kategorial bestreiten muss, um seinen Platz im politisch-medialen Klub der Wohlgesinnten zu sichern: Tribalismus, Verachtung für die westliche Gesellschaft bei Einwanderern und ihren Kindern, die Daueranklage der Identitätspolitiker gegen den Westen, mit der sie die beiden ersten Faktoren permanent verstärken „Der Rassismus gegen Weiße“, so Berger in der NZZ, „ist seit Jahren bekannt. Als Schläger aus der Stadt 2022 vor dem Finale der Fußball-Champions-League in Paris randalierten und Polizisten angriffen, waren Rufe wie ‘Frankreich, wir ficken dich‘ zu hören […] Nichts ist leichter, als einen westlichen Menschen dazu zu bringen, sich schuldig zu fühlen. Je mehr sich die Mitglieder der Schuldgesellschaft schuldig fühlen und von ‘Benachteiligten‘ sprechen, desto mehr inszenieren sich die Mitglieder der Gesellschaft der Scham als Opfer.“

Unter den Wohlgesinnten nicht nur in Deutschland, sondern fast überall in Westeuropa herrscht eine weitgehende Einigkeit, die offensichtlichen und von ihnen verantworteten Fehlentwicklungen nicht zu korrigieren, sondern das Offensichtliche nicht nur zu beschweigen, sondern zu bestreiten, ja sogar die Zustimmung zu der Parallelwirklichkeit zur Tugendprüfung für sämtliche Gesellschaftsmitglieder zu erklären. Die Weiterentwicklung von Wie viele Finger, Winston? lautet: Wie viele Elefanten sehen Sie hier im Raum? Das lässt sich allerdings nur durchsetzen, wenn die „Infiltration unserer Bevölkerung“ (Günther) durch das Internet aufhört, und Medienlizenzen in Zukunft ausschließlich an die Mitglieder der dénisphère gehen.
Daniel Günther überblickt diesen stringenten Zusammenhang womöglich nicht. Trotzdem gehört er dazu, als Pionier https://www.wbgu.de/fileadmin/user_upload/wbgu/publikationen/hauptgutachten/hg2011/pdf/wbgu_jg2011.pdf des Wandels….
… Alles vom 21.1.2026 von Dirk Schwarzenberg bitte lesen auf
https://www.publicomag.com/2026/01/wie-viele-elefanten-im-raum-winston/
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Dirk Schwarzenberg verfasste früher Kriminalromane und bleibt auch als Journalist dem Genre im weitesten Sinn treu. Er lebt und arbeitet in Bayern. In der Publico-Kolumne „Frisch gepresst“ behandelt er gesellschaftliche Stilfragen.
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Maurice Berger: „l’idéologie empêche de regarder le réel“ – Ideologie versus Realität

Maurice Berger: Mineurs violents, Etat inconsistant: Pour une révolution pénale Taschenbuch – Blaues Buch, 8. Januar 2025, 104 Seiten, 10 Euro

Zum Buch: Jamais une telle situation ne s’est présentée dans l’histoire de notre pays : une hausse dramatique des actes violents commis par des mineurs et une réponse pénale de plus en plus faible. Pourquoi la situation actuelle est si grave ? Pourquoi en est-on arrivé là? Quelles solutions peut-on envisager ? Telles sont les questions qu’aborde le docteur Maurice Berger, après 35 ans d’expérience en pédo-psychiatrie dédiée aux mineurs violents. Il constate à quel point le refus de prendre en compte le savoir dont nous disposons concernant le fonctionnement psychique individuel et familial des mineurs violents actuels a entravé, et entrave toujours la prise de conscience de la gravité du problème.
Sans cesse, l’idéologie empêche de regarder le réel, nous le payons maintenant et cela risque de devenir un danger national hors de contrôle. Après avoir travaillé dans un Centre éducatif renforcé (CER) recevant des mineurs violents placés judiciairement, le docteur Berger est actuellement consultant dans une structure spécialisée dans l’accueil d’adolescents dits “ incasables “ car ayant mis en échec les autres institutions. Il exerce aussi “ de l’autre côté de l’agression “ , dans un service de réadaptation fonctionnelle recevant, entre autres, des victimes de violences.
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Als Psychiater hat Maurice Berger 150 kriminelle Jugendliche behandelt. Er sagt: «Die Gewalt wird nicht aufhören, egal, wie viel Geld in die Quartiere gesteckt wird»
Gewaltakte sorgen in Frankreich für Entsetzen. Massgeblich verantwortlich für die Eskalation seien Realitätsverweigerer in Politik, Medien und Justiz, sagt der Jugendpsychiater Maurice Berger.
In Paris überfallen am 23. November zwei Jugendliche eine schwangere Frau, würgen sie vor den Augen ihres schreienden Kindes, weil sie angeblich «reich und jüdisch» ist. Wenige Tage zuvor, am 19. November, sticht eine Jugendbande im südfranzösischen Crépol auf Besucher einer Dorfparty ein und tötet einen Jugendlichen. …
… Alles vom 15.12.2023 von Lucien Scherrer bitte lesen auf
https://www.nzz.ch/feuilleton/gewalt-crepol-frankreich-kriminalitaet-migration-maurice-berger-ld.1769617