Der Soziologe und „West-Marxist“ Jürgen Habermas ist m 14.3.2026 mit 96 Jahren in Starnberg gestorben. Laut Friedrich Merz müssen wir nun ohne Leuchtfeuer auskommen in der tosenden See von Energiemangel, Desindustrialisierung, Kriegsuntüchtigkeit und Strassenterror: „Jürgen Habermas war einer der bedeutendsten Denker unserer Zeit. Seine analytische Schärfe prägte den demokratischen Diskurs in Deutschland und Europa und wirkte wie ein Leuchtfeuer in tosender See. Seine intellektuelle Eindringlichkeit und seine Liberalität werden uns fehlen.“
Und von seiner intellektuellen Eindringlichkeit von Habermas zeugen Sätze wie dieser:
„Die Sprachvermittlung des Weltbezugs erklärt die Rückbeziehung der im Handeln und Sprechen unterstellten Objektivität der Welt auf die Intersubjektivität der Verständigung zwischen Kommunikationsteilnehmern.“
Der Bundeskanzler mag diesen Habermas’schen Satz ja verstanden haben, ich aber nicht. Und Sie, lieber Leser?
Sir Karl Popper urteilte dem Habermas sein Geschwätz so ein, als wenn Mondmenschen sprechen würden: „I can only say that when I read either Adorno or Habermas, I feel as if lunatics were speaking“ – mehr dazu in (1).
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In den frühen 1968er Jahren hatten sich links-sozialistische Philosophen wie Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, Herbert Marcuse, Erich Fromm oder auch Jürgen Habermas zur „Frankfurter Schule“ zusammengetan, um als „undogmatische Marxisten und wertkritische Kapitalismuskritiker“ (Wikipedia) Hegel, Marx und Freud zu lobpreisen. Sie verschmelzten den Neomarxismus und die Psychoanalyse zur Kritischen Theorie, um die Deutschen nach dem gelungenen Wiederaufbau mitsamt Wirtchaftswunder der erneuten Umerziehung zuzuführen.
Ab nun waren die permanente Revolution a la Trotzki und der Marsch durch die Institutionen angesagt. Letzterer gelang bis zur Maueröffnung 1989 bzw. Grenzöffnung 9/2015 – Bildung (Universitäten), Verwaltung (Beamten), Medien (ÖRR), Judikative (Gerichte), Zivilgesellschaft (NGOs), Legislative (Parteienstaat) und Regierung. Was mit diesem linken Marsch angerichtet worden ist, zeigt sich heute – vor allem in der Bildungsmisere an Hochschulen (wo die Freiheit der Wissenschaften nicht mehr gewährleistet ist) und in Schulen (wo Grundschüler nicht mehr richtig lesen, schreiben und rechnen können am Ende der 4. Klasse).
Habermas ist der Wegbereiter des herrschaftsfreien Diskurses, der zur linken Gesinnungs- und Meinungshegemonie führte, die heute die öffentliche und veröffentlichte Meinung prägt. Und dessen politischen Enkel dafür gesorgt haben, daß die CDU von der rechten Mitte weit nach links gerückt ist, um dort links von der Brandmauer zu überleben (3). Wenn Merz diesen Habermas nun als „Leuchtfeuer“ lobt, dann hat er damit nicht begriffen, dass er „in der tosenden See“ mit seiner CDU scheitern wird.
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Jürgen Habermas, der die Auflösung von Deutschland in Europa vehement befürwortete, beschuldigte 1989 alle Westler, die sich für die deutsche Einheit aussprachen, in einem ZEIT-Artikel des „DM-Nationalismus“. Er sah den Zusammenbruch der DDR und das Streben nach einem ungeteilten Staat als Hindernis an auf dem Weg, Deutschlands Nationalität in Europa aufgehen zu lassen.
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Zweimalige gute Erinnerungen an Jürgen Habermas:
I. Habermas propagierte drei Einsichten, die sich jenseits seiner doch umschweifenden Satzbildung kurz so fassen lassen (5):
1. Das Politische vom Privaten trennen
2. Es gibt auch Linksfschismus und
3. Ausreden lassen (herrschaftsfreier Diskurs)
II. Das Zwiegespräch zwischen Jürgen Habermas und Papst Benedikt, in dem der Papst ihn vielleicht „zum Klingen“ (4) gebracht hat, vielleicht aber auch auf das ihm zukommende intellektuelle Maß zurechtgestutzt hat. „Vielleicht gibt Gott ihm in seiner unermeßlichen Güte jetzt die Möglichkeit, religiös ein wenig „musikalischer“ zu werden“ – so einer der vielen Kommentare zum Tode von Jürgen Habermas. Er ruhe in Frieden.
17.3.2026
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Ende von Beitrag „Habermas 96-jährig gestorben“
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Beginn von Anlagen (1) – (4)
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(1) Habermas gestorben
Es tickert gerade rum: Jürgen Habermas, Nachzügler der Frankfurter Schule, ist gestorben. Schade. Ich hätte ihm gerne gesagt, für wie blöd ich das alles halte. Ein Geschwätzakrobat, Linkenpriester, eine Schlüsselfigur der alles vernichtenden 68er.
Mir ist das einmal aufgefallen, wie sehr sie dem hinterherlaufen, als sich in einer Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht der Vorsitzende nicht mehr am Gesetz, sondern an den Thesen von Habermas orientierte und den auch zitierte. Spätestens da war mir klar, dass die Geisteswissenschaften eine Klapsmühle sind und Habermas einer ihrer Dompteure.
Das sind solche Leute, die aus Steuermitteln bezahlt werden und deren Gerede endlos wuchert, sich selbstreferentiell immer weiter verstärkt, ohne auch nur einmal verifiziert, empirisch an der Realität gemessen zu werden. Eigentlich nur Eskalateure beliebigen Geschwätzes.
So ein Dummenfütterer, von dem sich die Dummen gern füttern lassen.
Solche, die sich für Sinn, Konsistenz, Nachprüfbarkeit, Richtigkeit nicht interessieren, sondern die das gedrechselte Geschwurbel beeindruckt und die die Rede allein danach beurteilen, ob sie das gewünschte, das ideologisch passende Ergebnis liefert.
Ein Idiotensurfer, der es ausnutzte, dass es an der Universität genug Idioten gibt, um ihr Professur zu sein.
Ein Messias derer, die mit der Empirie, der Natur, den Sinnesorganen nichts anfangen können und einen Vorschwätzer brauchen, von dem sie plagiieren können. Ein Lieferant des Plagiationszirkus, den man Geisteswissenschaft nennt. Ein Mensch, der anscheinend sein ganzes Leben lang nie ernstlich gearbeitet, aber viele aufgewiegelt hat.
Falls mir jetzt jemand unterstellt, ich würde einen Toten beschimpfen: Nein. Ich beschimpfe nicht Habermas. Ich beschimpfe die Habermas-Anhänger.
Im Prinzip nämlich war Habermas auch nichts anderes als ein Influencer, ein Camgirl mit den technischen Mitteln seiner Zeit: Er liefert einen konsumgierigen Publikum einfach das, was das hören will. Nicht Habermas war das Problem. Sondern seine Anhänger. Leute, die solche Leute feiern. Er gilt als einer, der die Sozialwissenschaft wesentlich beeinflusst hat. Es erwähnt aber keiner, dass die Sozialwissenschaft unter diesem Einfluss zu einer Klapsmühle, zum Versorgungsamt der Unfähigen geworden und verblödet ist.
Update: Eine Leserin schreibt dazu:
Mir ist kürzlich beim Aufräumen die Fotokopie des Briefes vom 28.4.1970 von Prof. Sir Karl Popper an Professor Aron (weiß nicht, wer das war) in die Hände gefallen. (Diesen Brief gibt’s auch im Internet unter „stephenhicks.org“, Ph.D., zu sehen.) Daraus zitiere ich:
„I can only say that when I read either Adorno or Habermas, I feel as if lunatics were speaking. I have translated some of their German sentences into simple German. It turns out to be either trivial or tautological or sheer pretentious nonsense. […] There seems to be an interesting law: bad and pretentious language drives out good and simple language. And once human language is destroyed, we shall return to the beasts. […]“
Dem Urteil schließe ich mich an! Das übliche Soziologen- und Philosophensyndrom: Hinter komplizierter Sprache wird versteckt, dass sie entweder gar nichts oder nur Bekanntes, Dummes oder Selbstwidersprüchliches zu sagen haben.
… Alles vom 14.3.2026 von Hadmut Danisch bitte lesen auf
https://www.danisch.de/blog/2026/03/14/habermas-gestorben/
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(2) Jürgen Habermas mit 96 Jahren verstorben!
Ich gönne jedem so ein derart reifes Lebensalter – in Gesundheit. Bei J. Habermas war es aber mit der geistigen Gesundheit von Beginn an und durchgehend nicht gut bestellt. So meine unmaßgebliche Meinung. Aber auch die Ansicht vieler wirklich intellektueller Zeitgenossen unserer, seiner Generation.
Die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität aus dem verkommenen Frankfurt rühmte einst Habermas als: „der wichtigste deutsche Philosoph der Gegenwart und einer der weltweit meistzitierten Intellektuellen.“
Mein Nachruf wird von seinen Verehrern und Geistesgenossen gewiss als bösartig angesehen werden, denn ich halte mich mal moralisch unkorrekt nicht an das „de mortuis nihil nisi bene!“ und sondere mein Gift ab.
Sprache bei Habermas
In der ZEIT fand ich vor etwa 6 Jahren, zu seinem 90ten Geburtstag folgenden Beitrag; es geht um die „Sprache“ bei Habermas: „Ihre reife Gestalt gewinnt Habermas’ Analyse der Struktur der Sprache mit seiner Theorie des kommunikativen Handelns aus dem Jahr 1981. Durch eine kreative Aneignung der sprachphilosophischen Strömungen des 20. Jahrhunderts entwirft er eine pragmatische Theorie der Bedeutung, die die Einseitigkeiten ihrer Vorgänger zu korrigieren verspricht. Nicht das Wort, nicht der Satz, sondern die an andere adressierte Äußerung gilt Habermas als die grundlegende Einheit sprachlichen Sinns.“
Haben Sie das begriffen? Ich nicht! Das stammt von einem gewissen Martin Seel, der „als Vertreter der „dritten Generation“ der Frankfurter Schule“ etikettiert wird.
Aber lassen wir den Meister selbst zu Wort kommen: „Die Sprachvermittlung des Weltbezugs erklärt die Rückbeziehung der im Handeln und Sprechen unterstellten Objektivität der Welt auf die Intersubjektivität der Verständigung zwischen Kommunikationsteilnehmern.“ Gaga? Nein, Habermas!
Habermas´ Hauptwerk heißt: „Die Theorie des kommunikativen Handelns“ und zusammengefasst lautet Habermas´ philosophische Zentralthese: Die Welt ist kommunikatives Handeln! Lässt man sich das durch den Kopf gehen, versteht man Günter Maschkes ätzende Bemerkung, dass die Habermas’sche Theorie »schnell, bequem und täglich durch die Abendnachrichten erledigt wird.«
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Der ganz gewiss bedeutende Philosoph Karl Popper geriet einst ins Visier von Adorno und dessen Zögling Habermas im Rahmen des sog. Positivismusstreits.
Popper benutzte diesen Streit, um sich „Gegen die großen Worte“ zu wenden und unterzog einzelne Äußerungen von Habermas seiner Deutung, mit Übersetzung ins Deutsche.
Popper zitiert dazu aus dem Faust:
„Mich drängt´s, den Grundtext aufzuschlagen,
Mit redlichem Gefühl einmal
Das heilige Original
In mein geliebtes Deutsch zu übertragen.“
Hier ein Auszug des Habermas´schen Schwulst in der Übertragung durch Carl Popper:
H.: Die gesellschaftliche Totalität führt kein Eigenleben oberhalb des von ihr Zusammengefaßten, aus dem sie selbst besteht.
P.: Die Gesellschaft besteht aus den gesellschaftlichen Beziehungen.
H.: Sie produziert und reproduziert sich durch ihre einzelnen Momente hindurch.
P.: Die verschiedenen Beziehungen produzieren irgendwie die Gesellschaft.
H.: Adorno begreift die Gesellschaft in Kategorien, die ihre Herkunft aus der Logik Hegels nicht verleugnen.
P.: Adorno verwendet eine an Hegel erinnernde Ausdrucksweise.
H.: Er begreift Gesellschaft als Totalität in dem streng dialektischen Sinne, der es verbietet, das Ganze organisch aufzufassen nach dem Satz: es ist mehr als die Summe seiner Teile;
P.: Er sagt daher (sie) nicht, daß das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile;
H.: Ebensowenig aber ist Totalität eine Klasse, die sich umfangslogisch bestimmen ließe durch ein Zusammennehmen aller unter ihr befaßten Elemente.
P.: Ebensowenig ist (sie) das Ganze eine Klasse von Elementen.
H.: die Totalität der gesellschaftlichen Lebenszusammenhänge…
P.: Wir alle stehen irgendwie untereinander in Beziehung …
H.: Theorien sind Ordnungsschemata, die wir in einem syntaktisch verbindlichen Rahmen beliebig konstruieren.
P.: Theorien sollten nicht ungrammatisch formuliert werden; ansonsten kannst Du sagen, was Du willst.
H.: Sie erweisen sich für einen speziellen Gegenstandsbereich dann als brauchbar, wenn sich ihnen die reale Mannigfaltigkeit fügt.
P.: Sie sind auf ein spezielles Gebiet dann anwendbar, wenn sie an wendbar sind.
Michael Klonovsky ätzte in diesem Kontext über Habermas: „Sein Werk wurde in alle Weltsprachen übersetzt – außer ins Deutsche.
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https://altmod.de/2026/03/juergen-habermas-mit-96-jahren-verstorben/8213/
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(3) Ausgerechnet Union adelt Vordenker der Wokeness
Wie CSU und CDU vor ihren Gegnern Männchen machen – sogar postum
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Ich halte Habermas für einen der wesentlichen Wegbereiter jener linken Meinungshegemonie, die Deutschland heute fest im Griff hat. Nicht weil er ein Agitator war — das war er nicht. Sondern weil er als wichtigster Vertreter der „Frankfurter Schule“ dem Linkssein philosophische Würde verlieh, die weit über bloße Politik hinausging. Sein Kerngedanke: Vernunft zeigt sich im herrschaftsfreien Diskurs, im Ringen um das bessere Argument. Klingt gut. Das Problem: Wer den Diskurs definiert, definiert auch, wer darin legitimerweise sprechen darf — und wer nicht. Seine geistigen Erben haben diese Lizenz ausgiebig genutzt. Die Cancel Culture, die Sprachregulierung, der akademisch-mediale Komplex, der unliebsame Stimmen systematisch ausgrenzt — das ist kein Verrat an Habermas. Das ist seine Blaupause, konsequent zu Ende gedacht.
Und nun das Bemerkenswerte: Ausgerechnet Friedrich Merz eilte ans Mikrofon, um dem Mann zu huldigen, dessen geistige Enkel der CDU seit Jahren das Leben schwer machen. Seine Worte: Habermas habe „wie ein Leuchtfeuer in tosender See“ gewirkt.
Man möchte fragen: Hat Merz je einen Satz von Habermas gelesen? Oder ist die Bereitschaft, jeden vom rot-grünen Establishment als „groß“ deklarierten Denker reflexartig zu adeln, inzwischen einfach CDU-Standardprogramm?
… Alles vom 14.3.2026 bitte lesen auf
https://reitschuster.de/post/ausgerechnet-die-union-adelt-vordenker-der-wokeness/
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(4) Joseph Ratzinger brachte Jürgen Habermas zum Klingen
Sein Austausch mit dem späteren Papst gehörte zu den bemerkenswertesten Dialogen zwischen Glauben und Philosophie: Zum Tod des großen Philosophen Jürgen Habermas (+96).
Die Begegnung zwischen dem Philosophen Jürgen Habermas und dem Theologen sowie späteren Papst Benedikt XVI. gehört zu den bemerkenswertesten geistigen Dialogen der jüngeren europäischen Ideengeschichte. Zwei Denker, die aus sehr unterschiedlichen Traditionen stammen – der eine aus der kritischen Theorie der Frankfurter Schule, der andere aus der katholischen Theologie – begegneten einander mit einer bemerkenswerten intellektuellen Wertschätzung.
… Alles vom 14.3.2026 bitte lesen auf
https://www.die-tagespost.de/kultur/feuilleton/joseph-ratzinger-brachte-juergen-habermas-zum-klingen-art-273023
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(5) Danke, Jürgen Habermas – für drei Einsichten
Der Philosoph und Soziologe war einer der großen Denker der Bundesrepublik. Ich bin ihm insbesondere für drei Einsichten dankbar, die mein eigenes Denken prägten.
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1. Das Politische hat im Privaten nichts verloren
In Habermas‘ verschwurbelter Ausdrucksweise klingt das natürlich etwas anders. Er sprach von der „Kolonisierung der Lebenswelt“ durch die zweckrationalen Systeme und meinte damit, dass die politischen Konstrukte des Staates, der Wirtschaft und des Rechtssystems immer stärker in die Privatsphäre der Menschen vordringen und sie mit ihrer starren, lebensfremden Logik konfrontieren.
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2. Es gibt einen linken Faschismus
Letztlich wollte es Habermas dann doch nicht so gemeint haben. Aber verbürgt ist, dass er die radikale Agitation linker Studentengruppen als „Linksfaschismus“ bezeichnet hat. Nur die eigene Meinung gelten lassen, Andersdenkende niederbrüllen oder am besten gleich ganz mundtot machen – diese autoritäre Intoleranz ist typisch für die Linke. Habermas hatte das schon früh erkannt.
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3. Jemanden nicht ausreden lassen, ist asozial
Und jemanden gar nicht zu Wort kommen lassen, noch viel mehr. Vielleicht hat Habermas gerade aus seiner Erfahrung mit der linken Diskussions(un)kultur, mit ihren Sprech- und Denkverboten, seine Idee vom „herrschaftsfreien Diskurs“ entwickelt. Damit beschrieb er eine ideale Sprechsituation, bei der alle Beteiligten auf Augenhöhe miteinander kommunizieren können sollen.
… Alles vom 18.3.2026 von Hans Scheuerlein bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/danke_juergen_habermas