BZ online teils kostenpflichtig

Wie kann Qualitätsjournalismus in einer digitalen Welt finanziert werden? Nicht erst seit den Pleiten der Frankfurter Rundschau und der Financial Times Deutschland sucht die Zeitungsbranche nach Antworten auf diese Frage. Dabei setzt sich die Erkenntnis durch: Journalistische Inhalte können nicht mehr ausschließlich kostenlos im Netz verfügbar sein, die Leser müssen sich – wie beim gedruckten Produkt – als Abonnenten an der Finanzierung beteiligen. Auch die Webseite der BZ wird künftig nur noch von zahlenden Abonnenten unbegrenzt nutzbar sein.Gesamten Beitrag vom  8.12.2012 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/die-freundliche-kioskverkaeuferin 

Unterschied Journalismus Online und Print?
Zwischen Online-Berichterstattung und dem u.a. von der BZ postulierten „Qualitätsjounalismus“ besteht m.E. ein unauflösbarer Widerspruch. Man sieht an einigen Zeitschriften wie Spiegel Online, dass sich journalistischer Erfolg online nicht an der Qualität der Artikel (Recherche, Stil etc …) misst. Sondern es geht darum, möglichst viele Klicks und Zugriffe zu generieren, die dann wiederum ein Argument für Onlinewerbekunden sind. Damit ein Artikel angeklickt wird, soll er attraktiv erscheinen (artet oft in reißerische Headlines und Boulevardisierung aus) und ein Artikel soll zeitnah zum berichteten Event erscheinen, sonst klickt ihn kaum jemand an, online-Berichterstattung ist extrem kurzlebig. Die Folge ist hoher Zeitdruck für die Schreiber, das führt zwangsläufig zu inhaltlichen und stilistischen Fehlern. Vielleicht schafft es die BZ, den Widerspruch zwischen enormem Zeitdruck und Qualität eines Artikels aufzulösen, viele andere sind daran gescheitert. Im übrigen sind die Kommentare für viele Online-Leser das wichtigste am Artikel. Kommentatoren und deren Gratisbeiträge (!) sollte man als Online Medium tunlichst pfleglich behandeln.
11.12.2012, Karl Alfred Wolpert

Kostenloses BZ-online ist nicht realistisch
In Heidelberg gab es früher einmal vier Lokalzeitungen, heute ist mit der RNZ nur noch eine übriggeblieben. Lange schimpften viele Heidelberger über diesen natürlich „bösen Monopolisten“, aber heute gehts der RNZ trotz Monopol wirtschaftlich ganz schlecht. Obwohl alles Überregionale von Mannheim/Ludwigshafen übernommen wird und obwohl das Online-Auftritt der RNZ zu vernachlässigen ist.
In Freiburg ist die Lage ähnlich – mit dem riesengroßen Unterschied, dass die BZ frühzeitig viel Geld investiert hat in das Internet: BZ-Online-Portal mit Datenbank, Archiv, Service, Kommentierbarkeit, … ist wirklich gut. Und fudder.de als innovatives Zusatzangebot für die Schein-Virtuellen ist top.
Nun öffnet sich aber auch in Freiburg die bekannte Regionalschere: Print-Anzeigen und -Abonnements rückläufig, Online-Kunden nehmen zu. Wenn es der BZ nicht gelingt, online kostenpflichtig zu machen und daran auch Geld zu verdienen, dann wird die BZ irgendwann pleite sein. Und dann heißt unser Regionalblatt „Stuttgarter Zeitung“. So einfach ist das. Ich bezahle gerne ein paar Euro für BZ-Online, wenn ich damit die einzige Regionalzeitung im Dreiländereck erhalten kann. Und die ist nun mal die BZ.
12.12.2012, Ekke

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