Die deutsch-französische Freundschaft bzw. l’Amitié franco-allemande lebt so vor sich hin und kann unter zukünftigen rechten konservativen Regierungen nur besser werden. Das Pendant zur deutschen AfD in Frankreich heißt „Rassemblement National (RN), vormals „Front National“ (FN).
Der FN wurde gegründet von Jean-Marie Le Pen, einem Rechtsnationalisten „Vive la France“, gegen den Björn Höcke als kleiner Waisenknabe erscheint. Seine Tochter Marine Le Pen (57) hat den FN in RN umbenannt und von rechtsaussen zur politischen Mitte hin geführt, um für die Präsidentschaftswahlen mehrheitsfähig zu werden. Ihre Teilnahme an den nächsten Wahlen ist aber unsicher aufgrund eines Strafverfahrens – sie soll widerrechtlich Gelder für die Parteiarbeit verwendet haben. Deshalb wird ggf. ihr Adlatus Jordan Bardella (30) zur Präsidentschaftswahl im April 2027 antreten, mit ebenso guten Aussichten auf den Wahlsieg.
Ein Treffen von Marine Le Pen mit Alice Weidel Anfang 2024 offenbarte, daß die beiden rechten Parteiführerinnen nicht sonderlich gut miteinander können. Zwei Gründe:
– Die unterschiedlichen Typen: Weidel als promovierte Volkswirtschaftlerin und Le Pen als eher rudimentäre Politikertochter.
– Die FN glaubte an das „Geheimtreffen von Potsdam“ bzw. die Nazi-Wannseekonferenz 2.0, die sich inzwischen gerichtlich bestätigt als medial inszenierte Lügenkampagne bezeichnet werden darf.
Anfang Mai 2026 hat sich auch Jordan Bardella im FAZ-Interview (1) von der AfD abgegrenzt. Die AfD-Chefin spielt die angesprochenen Differenzen daraufhin wohl zu Recht herunter (2).
Das Problem ist vielschichtig. Auf der einen Seite sind RN und AfD rechtskonservative Parteien. Wenn das RN weitaus rechtsradikaler einzuordnen ist als die AfD, dann ist dies dem französischen Nationalbewußtsein geschuldet im Sinne von „La France – la grande nation“ – schon so etwas dürfte in Deutschland kein Parteichef sagen.
Natürlich führen die unterschiedlichen Interessen zu Reibungen:
1. Frankreich als Agrarland profitiert von den immensen Agrar-Subventionen. Der EU-Agrarmarkt macht annähernd 40 % aller von der EU geleisteten Transferzahlungen aus, ein beachtlicher Milliardenwert.
2. Die EU-Target-Salden zu Lasten von Deutschland betragen derzeit über eine Billion Euro. Dabei ist Frankreich als Nehmerlang ganz weit vorne.
3. Bardella mißbilligt die AfD-Pläne zu einer Reform der EU in erster Linie aus Sorge, Frankreich könnte weniger Geld aus EU-Töpfen erhalten.
4. Auch das RN liebt Deutschland nicht wegen „amour fou“, sondern primär als Haupt-Zahlmeister der europäischen Union. Mit fortschreitender Deindustrialisierung und abnehmender Zahlungsfähigkeit wird es Deutschland schwerer haben, von Franzosen geliebt zu werden.
Wenn’s ums Geld geht, plädiert Frankreich für den Erhalt der EU als bürokratischen Moloch. In Fragen national-gesellschaftlicher Interessen jedoch zeigen sich viele Gemeinsamkeiten.
– „la France d’abord“ bzw. „Deutschland zuerst“ bzw. neudeutsch „Germany first“.
– Nationales Recht vor EU-Recht, im Hinblick auf den EuGH
– Erhalt und Pflege der eigenen Kultur und Tradition.
– „Europa der Vaterländer “ bzw. „Euope des Patries“ von Adenauer und de Gaulle
– Verteidigung
– Gegen Amerikanismen. für die eigene Sprachvielfalt Deutsch und Französisch
– Betonung der nationalen Souveränität
– Staatsquote in F weit über 50%, wobei sich die Staatsquote in D diesem Horrorwert zügig annähert.
– Beide Länder befinden sich im wirtschaftlichen Niedergang.
– Die Regierungen Macron wie Merz sind gleichermaßen unfähig, die Probleme zu lösen bzw. Reformen anzustossen.
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Die deutsch-französische Freundschaft hat unter Mitterand, Sarkozy, Hollande, Giscard d’Estaing und Macron sehr gelitten. Immer weniger junge Franzosen sprechen deutsch und immer weniger Deutsche lernen Französisch. Auch die Städtepartnerschaften haben Sorgen um den Nachwuchs. Auf deutscher Seite spielt auch der Umzug von Bonn nach Berlin sowie die deutsche Kulturhoheit der Länder – im Gegensatz zur französischen Zentralisierung – eine Rolle.
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Die deutsch-französische Freundschaft hat sich über 70 Jahre hinweg bewährt. Sie ist wertvoll und muß erhalten werden – unabhängig davon, wer in Paris und Berlin gerade regiert. Die Unkenrufe, daß mit RN und AfD diese Freundschaft leiden werde, sind unberechtigt und geradezu bösartig. Schließlich waren auch die Begründer der Amitié franco-allemande politisch Rechte. Entsprechendes gilt übrigens auch die deutsch-polnische Freundschaft.
Die drei alten Polit-Opas Macron, Merz und Starmer werden bald Geschichte sein. Unter Regierungen von AfD und RN kann die dann „L’amitié franco-allemande“ nur gewinnen.
20.5.2026
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Ende von Beitrag „Amitié franco-allemande RN-AfD“
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Beginn von Anlagen (1) – (3)
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(1) Jordan Bardella (RN): „Wir werden nationales Recht über Europarecht stellen“
Im Interview spricht der Vorsitzende des Rassemblement National (RN) über Deutschland, die Rhetorik der AfD, seine Pläne für eine Migrationswende – und warum er nicht zu jung für das Präsidentenamt ist.
… Alles vom 12.5.2026 bitte lesen auf
https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/wir-werden-nationales-recht-ueber-europarecht-stellen-jordan-bardella-von-rassemblement-national-accg-200822399.html
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(2) Pariser Distanzierung: Bardella geht auf Abstand zur AfD – Weidel kontert kühl
Der eigentlich enge rechte Schulterschluss in Europa bekommt Risse. Jordan Bardella, Chef des französischen Rassemblement National (RN) und voraussichtlicher Präsidentschaftskandidat für 2027, hat sich in einem aufsehenerregenden Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung demonstrativ von der AfD distanziert. AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel reagierte gegenüber der Jungen Freiheit betont gelassen – ja beinahe süffisant: Sie wisse nicht, ob Bardella „die aktuellen Entwicklungen und die Innenpolitik in Deutschland im Blick“ habe. Mit Paris stehe man ohnehin in engem Austausch.
Der Franzose sparte nicht mit harten Worten. Viele Positionen der AfD seien mit den Grundsätzen des RN „unvereinbar“. Insbesondere stieß er sich an der „extremen Rhetorik“ der AfD in historischen Fragen und an der Forderung nach einem EU-Austritt. Sein Credo dagegen klingt fast schon staatsmännisch geschmeidig: Man wolle „alles verändern, ohne etwas zu zerstören“. Die Frage drängt sich auf: Ist das noch fundamentale Opposition oder schon das galante Tänzchen mit dem Brüsseler Establishment?
… Alles vom 13.5.2026 bitte lesen auf
https://www.kettner-edelmetalle.de/news/pariser-distanzierung-bardella-geht-auf-abstand-zur-afd-weidel-kontert-kuhl-13-05-2026
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(3) FAZ-Interview: Vorsitzender des Rassemblement National, Bardella, distanziert sich von AfD
Der Vorsitzende des französischen Rassemblement National, Bardella, hat sich von der AfD distanziert. Viele Positionen der AfD seien mit den Grundsätzen seiner Partei unvereinbar, sagte Bardella der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Die AfD habe einen starken europafeindlichen Flügel, der einen EU-Austritt fordere. Das sei nicht die Position des Rassemblement National. Zugleich lobte Bardella die Migrationspolitik von Bundeskanzler Merz.
… Alles vom 13.5.2026 bitte lesen auf
https://www.deutschlandfunk.de/faz-interview-vorsitzender-des-rassemblement-national-bardella-distanziert-sich-von-afd-100.html