Kulturstaatsminister

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Der 4. Affe ist endlich da: Nichts hören, sehen, riechen, nur tippen

 

Kulturminister Weimer zerlegt grüne Verbotspolitik
Paukenschlag bei Maischberger! Der neue Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (60, CDU) hat bei Sandra Maischberger (58) volle Breitseiten gegen linke und grüne Zensurformen wie „Wokeness“ und „Cancel Culture“ abgefeuert.
Seine Kritik: „Da waren identitätspolitische Vorgaben“. Zum Beispiel dürfe man Karl May nicht mehr lesen, weil dort koloniale Vorurteile propagiert würden. „Udo Lindenbergs ‚Sonderzug nach Pankow‘ wird nicht mehr gespielt, weil das Wort ‚Oberindianer‘ darin vorkommt“, so Weimer.
Weimers aktuellstes Beispiel: „Eine Venus-Statue wird aus einer deutschen Behörde entfernt, weil eine feministisch gesinnte Gleichstellungsbeauftragte meint, Venus-Statuen seien nicht mehr tragbar“ (vor sechs Wochen im Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen in Berlin, d. Red.). https://www.bild.de/leben-wissen/kultur/wirbel-in-bundesamt-venus-figur-verschwindet-nach-sexismus-beschwerde-6826e7a26ebf7d29dc9297d5
Weimers Warnung: „Wir haben eine riesige AfD-Fraktion, die latent aggressiv ist. https://www.bild.de/leben-wissen/kultur/wirbel-in-bundesamt-venus-figur-verschwindet-nach-sexismus-beschwerde-6826e7a26ebf7d29dc9297d5 Auch die Linkspartei hat großes Aggressionspotential. Der Raum der bürgerlichen Mitte ist kleiner geworden, weil beide Seiten diese Räume enger machen.“
Seine besondere Sorge: „Wir haben auf der linken Seite in den vergangenen Jahren eine Mode gehabt, eine Wokeness-Mode, eine Cancel-Culture-Mode, wo viele auch aus der Grünen Partei sagen: Wenn wir ehrlich sind, haben wir das auch übertrieben.“

Ex-Vizepräsidentin Bundestagsabgeordnete Katrin Göring-Eckardt (59, Grüne) dazu verdruckst: „Es ist nicht verboten, Karl May zu lesen, sondern die Frage hieß: Sagen wir jetzt ‚Ureinwohner‘ oder sagen wir irgendetwas anderes.“ Gemeint war „Indianer“, doch auch jetzt brachte sie das bei den Grünen verfemte Wort nicht über die Lippen.
Danach zeigte Maischberger den Minister als Talkgast in einem Einspieler vom Juni 2023, als er sagte: „Wenn Sie jetzt auf Sommerfesten unterwegs sind und Sie rufen die Worte ‚Sombrero‘, ‚Zigeunerschnitzel‘ und ‚Gendersternchen‘ in die Runde, dann kriegen Sie eine Welle der Empörung.“ Maischberger selbst ließ das geächtete Wort danach lieber weg: „Sie wollen also das Schnitzel noch so nennen, wie es war …“
Das bedenkliche Lagebild des Ministers: „Wir wissen aus Umfragen, dass nur noch 40 Prozent der Deutschen der Meinung sind, du kannst in Deutschland frei deine Meinung sagen, ohne irgendwelche Nachteile zu erwarten. Noch in den 90er Jahren haben 95 Prozent gesagt: Natürlich kannst du alles sagen, was du denkst.“
Seine dringende Mahnung an Göring-Eckardt: „Der Raum für Debattenkultur hat sich verdunkelt. Wer ist dafür verantwortlich? Natürlich viele, aber eben auch eure grüne woke Blase, die eine gefühlte Bevormundung hat entstehen lassen, wo viele Menschen sagen: Wir wollen das nicht! Da kann sich auch die Linke nicht rausschleichen, aus dieser Verantwortung.“
Weimers Ansage: „Wenn der gefühlte Freiheitsbegriff in der Bevölkerung enger wird, ist es die Aufgabe der bürgerlichen Mitte, das wieder zu weiten.“ Dafür lebhafter Beifall. Weimer dann über die Entscheidung von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (52, CDU), https://www.bild.de/themen/personen/julia-kloeckner-aktuelle-news-und-infos-wbO2aIz1M5TEoSyKgoqX den Reichstag nicht für den CSD zu beflaggen: „Sie achtet sehr auf Neutralität, auf Spielregeln. Wir wollen ja auch nicht Regenbogenfahnen in jedem Gerichtsaal. Es gibt Grenzen.“
Seine These: „Die Freiheit ist unter Druck. Wir sehen Neonationalismus, wir sehen islamistische Attacken, wir haben das aber auch vom linken Lager. Wir wollen den Raum der politischen Kultur wieder weiten und zurückerobern. Wir wollen die AfD zurückdrängen und die Linke.“ Denn, so der Minister zum Schluss: „Wenn wir die Kultur betrachten als eine NGO mit Orchester und Museum, dann machen wir etwas falsch. Die Kultur ist keine Platzanweiserin unserer politischen Korrektheit.“
… Alles vom 1.7.2025 bitte lesen auf
https://www.bild.de/politik/politik-talkshows-im-tv-talk-kritik/maischberger-kulturstaatsminister-weimer-zerlegt-gruene-verbotspolitik-686319153446cc6249eaa7d1

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Weimers Wut: Kulturminister rechnet mit Wokeness ab
Talkshow-Eklat mit Ansage – doch folgt auf Worte auch Politik?

Es war eine jener TV-Szenen, bei denen man kurz innehält: Ein Bundesminister sitzt bei Maischberger, spricht von „Zensur“, von „grüner Verbotskultur“, von „linkem Tugendterror“. Er regt sich über gestrichene Lieder, entstellte Denkmäler, abgesagte Lesungen auf. Und das nicht etwa als AfD-Gast oder konservativer Kolumnist, sondern als Kulturstaatsminister der Bundesregierung. Wolfram Weimer heißt der Mann, und er spricht aus, was viele fühlen – aber bisher niemand im Regierungsauftrag sagte.

… bisher ist Weimer vor allem ein Minister der Worte. Klar, er hat einen vielbeachteten Gastbeitrag in der „Süddeutschen Zeitung“ verfasst – eine Kampfansage an den „moralischen Imperialismus“ von links wie rechts. https://reitschuster.de/post/minister-macht-gegen-tugendterror-mobil-ausgerechnet-in-der-sz/ Er warnte dort vor „Empörungskultur“, vor einer „Erziehungsgesellschaft“, die aus Angst vor Shitstorms lieber verzichtet als streitet. Es war ein liberaler Appell, wohlformuliert und streitbar.
Doch was folgt daraus? Welche Behörden hat er zurechtgewiesen? Welche Förderlinien hat er geändert? Gibt es neue Richtlinien für Museen, für Theater, für von Steuergeld finanzierte Programme? Bislang: nichts Konkretes. Die Kritik an „Cancel Culture“ bleibt moralisch und medial, aber nicht institutionell unterlegt. Das Problem dabei: Je lauter ein Minister gegen Verbotskultur wettert, ohne selbst Strukturen zu ändern, desto eher wird er zur Karikatur seiner eigenen Mahnung.
Dabei wäre Weimer in der Lage, zu handeln. Der Kulturhaushalt beträgt Milliarden. Weimers Einfluss auf Förderrichtlinien ist real. Doch er nutzt ihn bislang nicht sichtbar. Während Intendanten nach politischer Korrektheit schielen und Preisjurys ideologische Kriterien betonen, bleibt ausgerechnet der Mann für Kulturfreiheit merkwürdig folgenlos. Es wirkt fast, als wolle er Applaus auf beiden Seiten: von konservativen Kritikern wie von liberalen Feuilletonisten.
… Alles vom 1.7.2025 bitte lesen auf
https://reitschuster.de/post/weimers-wut-kulturminister-rechnet-mit-wokeness-ab/

 

Kulturstaatsminister Weimer spricht AfD die Koalitionsfähigkeit ab
Die Causa Weimer – Sicherer Instinkt
Es gehört zum Wesen aller Institutionen, daß sie, einmal eingeführt, nur schwer wieder loszuwerden sind. So auch das Amt des Kulturstaatsministers. Als es ein halbes Jahrhundert nach Gründung der Bundesrepublik aus der Taufe gehoben wurde, meldeten sich sofort kritische Stimmen, die darauf hinwiesen, daß „Kultur“ Ländersache sei.
Geholfen hat es nichts. So gab es seit 1999 sieben Inhaber des Amtes, von denen die ersten auffallend kurz verweilten – als Intellektuelle hatten Michael Naumann und Julian Nida-Rümelin sich wohl etwas anderes vorgestellt – und die übrigen nur als Verwalter in Erscheinung traten. Ausnahme von dieser Regel war die ampelberufene Claudia Roth, die mit dem ihr eigenen brachialen Selbstbewußtsein zur Sache kam, stets das Ziel des finalen Umbaus der Republik im Visier.
Was Weimer vortrug, sorgte im Justemilieu, dem er sich zuzählt, stets für Applaus – und ansonsten für ein gerüttelt Maß an Langeweile.
Und nun der Medienunternehmer und Publizist Wolfram Weimer, den schon kurz nach seiner Ernennung der flächendeckende Protest der Kulturszene traf, weil er als „Konservativer“ oder gar als „Rechter“ nichts anderes im Sinn haben könne als ein Rollback. Worauf der Angegriffene erwartbar defensiv reagierte. Erwartbar insofern, als noch jede Stellungnahme Weimers in der Vergangenheit von einem wachen Instinkt für die Grenzen des Mein- und Sagbaren zeugte. Was er vortrug, sorgte im Justemilieu, dem er sich zuzählt, stets für Applaus oder wenigstens für Wohlbehagen und beschauliche Stimmung und ansonsten für ein gerüttelt Maß an Langeweile.

Und daran wird sich nichts ändern. Der Nachdruck, mit dem Weimer in seiner ersten Rede im Deutschen Bundestag ankündigte, den Antisemitismus zu bekämpfen, ist kein Gegenbeweis. Aufmerken lassen sollten vielmehr die kaum kaschierten Garantien für den Status quo im Kulturbetrieb und die Vehemenz, mit der Weimer die „Brandmauer“ verteidigt: „Uns liberal-bürgerliche Menschen […] unterscheidet von den Rechten manche politische Ansicht, vor allem aber eine ethische Kategorie. Die breite Mitte und ihre demokratischen Parteien sind grundsätzlich auf Integrität aus. Darum können sie auch miteinander koalieren. Die AfD und die Rechtspopulisten hingegen zielen auf reine Ressentiments.“
Da hilft wenig, daß Weimer dem „Rechts-Sein“ gönnernd ein Existenzrecht zuspricht. Denn die Behauptung, daß die „demokratischen Parteien“ – also alles von der Linken über das BSW, die Grünen, die Sozialdemokraten bis zur Union – die Moral gepachtet haben, macht nicht nur jede Debatte von vornherein aussichtslos, sondern erklärt auch ein Viertel der Staatsbürger zu unerwünschten, charakterlich defekten Inländern
… Alles vom 23.5.2025 von Karlheinz Weißmann lesen in der JF 22/25, Seite 1