Herzinfarkt

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Kaki am Baum fast reif in Freiburg 29.11.2023

 

Wie ein Gerät namens CARL aus Freiburg Herzinfarktpatienten das Leben rettet
Friedhelm Beyersdorf hat nichts dagegen, wenn man ihn als den Vater von Carl bezeichnet. Der 69-Jährige ist der frühere Ärztliche Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg. Unter seiner Leitung wurde jahre- und jahrzehntelang geforscht und entwickelt, um die dramatisch schlechten Überlebenschancen bei einem Herzstillstand zu verbessern.
In Carl – der Abkürzungsname steht etwas gewollt für Controlled Automated Reperfusion of the whole Body – steckt sehr viel zusammengetragenes und eigens generiertes medizinisches Wissen darüber, was bei einem Herzstillstand im Körper passiert. Es geht nicht nur darum, das Blut des Patienten oder der Patientin wieder zirkulieren zu lassen und mit Sauerstoff anzureichern. In dem aus der Leistenvene entnommenen Blut kann Carl zum Beispiel Blutdruck, Herzfrequenz und die Körpertemperatur messen. Und vor allem kann er durch das Beimischen von Substanzen aus kleinen Beuteln mehr als 14 Parameter ändern.

Beyersdorf gibt ein Beispiel: Wenn kein frisches Blut mehr die Zellen des Körpers versorgt, kann eine Pumpe in der Zellmembran, die Kalzium aus dem Zellinnern befördert, nicht mehr arbeiten. Deshalb droht das Kalzium sie zu überfluten und die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen, nachhaltig zu schädigen. „Also bringen wir den Kalziumgehalt im Blut runter“, sagt Beyersdorf. Auch der Sauerstoffgehalt soll eher niedrig gehalten werden, damit keine schädlichen freien Radikale entstehen.
Es geht darum, den Schaden, den der Herzstillstand verursacht, möglichst gering zu halten. Und weil jede Rettungssituation anders ist, je nachdem wie lange der Herzstillstand her ist, ist es eine große Errungenschaft, dass Carl sofort und fein regulieren kann.
Ein weiteres kommt hinzu: die Art und Weise, wie Carl mit seinen zwei Pumpen das Blut wieder abgibt. Mit einem höheren als dem normalen Blutdruck, was vor allem für die Hirnzellen besser ist, aber auch kleine, nach dem Herzstillstand zugeschwollene Adern wieder öffnet. Auch die Flussgeschwindigkeit ist mit acht bis neun Litern in der Minute höher als normal. Gepumpt wird dabei nicht stetig, sondern mit einer Pumpfolge, die dem Puls des Herzens entspricht. Und nicht zuletzt: Das Blut wird von Carl heruntergekühlt, binnen 20 Minuten auf 32 Grad. Die Forschung hat festgestellt, dass das die Folgen eines Herzstillstands im Körper mindert.
Für einen Laien ist es fast unglaublich, was Carl kann und was in ihm steckt. Vieler Leute hat es bedurft, um ihn zur Serienreife zu bringen. Neben Beyersdorf waren leitend beteiligt Georg Trummer, Oberarzt an der Herzklinik des Universitätsklinikums, und Christoph Benk, der Bereichsleiter Kardiotechnik der Herzklinik. Und mit ihnen, das betont Beyersdorf, zwei, drei Dutzend Mitarbeiter.
Geräte zu entwickeln, zu bauen und zu verkaufen gehört ja nicht zu den Aufgaben eines Universitätsklinikums. Weshalb Beyersdorf für Carl die Start-up-Firma Resuscitec aus dem Klinikum heraus gegründet hat. Ihr Produkt ist mittlerweile in 25 Krankenhäusern in Deutschland und in zehn in anderen europäischen Ländern im Einsatz.
… Alles vom 29.12.2023 von Thomas Steiner bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/geraet-aus-freiburg-rettet-infarktpatienten

CARL – Controlled Automated Reperfusion of the whole Body
Wenn ein Mensch einen Herz-Kreislaufstillstand erleidet, gilt nach wie vor die Meinung, dass innerhalb weniger Minuten zunächst das Gehirn und dann auch die anderen Organe so stark geschädigt sind, dass nach einer sehr kurzen Zeitspanne kaum eine Chance auf eine erfolgreiche Wiederbelebung besteht.
Neuere Forschungen zeigen, dass diese Annahme nicht stimmt: Die Organe und auch das Gehirn können viel länger ohne die Zufuhr von Sauerstoff überleben. Aber der gesamte Körper befindet sich nach einem Herz-Kreislaufstillstand in einem besonderen Zustand, der sehr genau verstanden und patientenspezifisch behandelt werden muss.
CARL ist für diesen besonderen Patientenzustand nach Herz-Kreislaufstillstand konzipiert und zielt durch eine individuelle und zielgerichtete Wiederbelebung darauf ab, die heutigen Grenzen der Reanimation durch ein besseres neurologisch-intaktes Überleben zu verschieben.
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RESUSCITEC GMBH
Wir entwickeln, produzieren und vermarkten Spitzentechnologie für die Notfall- und Intensivmedizin mit dem Ziel, weltweit führend im Bereich der extrakorporalen kardiopulmonalen Reanimation zu werden.
Dafür bringen wir kontinuierlich neue Technologien zur Marktreife, die passgenau auf die Reanimation im inner- wie im außerklinischen Einsatz zugeschnitten sind. Eine praxisorientierte Fort- und Weiterbildung ermöglicht multiprofessionellen Teams die optimale Anwendung der CARL Technologie.

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