Defibrillator

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Märzenbecher im Ibental bei Freiburg am 22-2-2021 – Frühling

 

 

Verein will Defibrillatoren im Raum Freiburg zugänglich machen
Nur wenn Defibrillatoren im Notfall auffindbar und erreichbar sind, können sie Leben retten. Und das sind sie häufig nicht – versteckt in der Schublade oder in einem Geschäft, das nach 19 Uhr geschlossen ist, können Defibrillator nicht helfen. Der Verein Region der Lebensretter setzt sich dafür ein, dass die Geräte zugänglich für alle und in regelmäßigen Abständen verfügbar sind.
Bei einem Herzkreislaufstillstand geht es um jede Minute. Für die Suche nach einem Defibrillator, der in irgendeiner Schublade vergessen wurde oder hinter verschlossenen Türen unerreichbar ist, ist da keine Zeit. So schnell wie möglich sollte einer der Ersthelfer vor Ort an einen Defibrillator kommen. In der Region gibt es große Unterschiede: Es gibt Gemeinden quasi ohne jegliches Gerät oder solche mit vielen Defibrillatoren – jedoch alle auf einem Flecken, in anderen Wohngebieten gibt es dafür gar keinen, erzählt Thomas Steuber.
Er ist aktiv beim Verein Region der Lebensretter und Projektleiter für die Defibrillatoren-Standorte. „Alle 600 Meter ein Defibrillator wäre nicht schlecht“, schätzt Steuber. Selbst an abgelegenen Stellen wie Freiburger Ausflugszielen, etwa bei St. Ottilien oder auf dem Kanonenplatz, würde er einen Defibrillator begrüßen, denn der Rettungsdienst braucht im Notfall lange dort hin.

299 Defibrillatoren gibt es laut des Ersthelfervereins in der Region, doch nur 100 davon seien rund um die Uhr zugänglich, und lediglich zwei Handvoll richtig gut erreich- und auffindbar, berichtet Steuber. Als Negativbeispiel nennt er ein Gerät, das zwar an der rund um die Uhr besetzten Pforte einer Firma hinterlegt ist – doch auch der Pförtner sei mal nicht am Platz – wertvolle Sekunden oder Minuten gehen wegen des Wartens verloren.
Dabei ließe sich das ganz einfach ändern, so sagt der Experte: Etwa indem eine Firma ihren Defi einfach an die Fassade hängt – so wie es kürzlich die Firma Hauri Mineralstoffwerke in Bötzingen gemacht hat. „Wir hatten schon länger einen Defibrillator im Verwaltungsgebäude“, erzählt Geschäftsleiter Frank Hauri. Nun hängt er gut sichtbar für alle an der Fassade an der Bergstraße, die von Bötzingen nach Oberbergen führt. Der Verein Region der Lebensretter hat das schon mitbekommen und den Defibrillator in seine Karte aufgenommen.
„Unsere Helfer sind überall und bemerken neue Defibrillatoren“, sagt Thomas Steuber. Im Idealfall melden sich Firmen, Gemeinden oder andere Initiatoren direkt beim Verein. Die Defi-Karte steht der Integrierten Leitstelle zur Verfügung. So können Passanten, die den Notruf absetzen, einen Helfer losschicken, um einen Defi zu holen oder die Ersthelfer des Vereins können direkt dorthin gelotst werden. Die Karte soll bald auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Doch Steuber betont: Wichtig bei einem Notfall ist nicht der Defi, sondern viel mehr die Herzdruckmassage, mit der sofort begonnen werden muss, wenn es zu einem Herzkreislaufstillstand kommt. „Mit einer Herzdruckmassage kauft man Zeit“, erklärt Steuber. Und damit darf dann auch nicht aufgehört werden.
Gefährlich sei, dass Laienhelfer, die nicht sicher mit einem Defi umgehen können – auch wenn die modernen Geräte mittlerweile klare, sogar akustische Anweisungen geben, – von der Massage abgelenkt werden und pausieren, um den Defi in Gang zu setzen, was lebensgefährlich für den Patienten sein kann. Deshalb setzt sich der Verein dafür ein, das Netz an Lebensrettern und Defis im öffentlichen Raum auszubauen, mit denen diese dann helfen können. Bei seiner Defi-Offensive gehe es dem Verein außerdem um die Sichtbarkeit der Geräte und damit um die Sichtbarkeit des Themas Erste Hilfe, um dazu zu animieren, die Herzdruckmassage zu üben.
Um weiter das Netz der Defis auszubauen, unterstützen die Lebensretter auch Gemeinden oder Vereine bei der Anschaffung von hochwertigen Geräten und sorgen als Betreiber dafür, dass sie gut sichtbar und an einer sinnvollen Stelle angebracht werden – beleuchtet, damit sie leicht zu entdecken sind, und beheizt, damit die Batterien nicht unter Kälte leiden. Außerdem lässt der Verein die Geräte regelmäßig kontrollieren und warten. Das werde gerne mal von den Betreibern wie Firmen oder Sportvereinen vergessen, so Steuber. „Wir haben schon Geräte gesehen, da war die Batterie 16 Jahre leer und die Elektroden waren abgelaufen.“
Gut geklappt hat das Ganze jüngst in Gottenheim, dank der Zusammenarbeit von Gemeinde, DRK und Lebensretter-Verein. Das Gasthaus Krone hat ein Gerät gespendet, das vor dem Haus an einer Laterne befestigt wurde, ein weiteres hängt am Rathaus. Damit das Industriegebiet auch gut versorgt ist, will man auf Firmen zugehen, um auch den Bereich „herzsicher“ zu machen, wie Steuber es nennt.
… Alles vom 28.2.2021 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/verein-will-defibrillatoren-im-raum-freiburg-zugaenglich-machen–200318831.html

http://www.regionderlebensretter.de