Deutschlands Wunschvorstellung ist die regelbasierte Weltordnung mit Völkerrecht, UN-Blauhelmen und einem für Recht sorgenden Internationalen Gerichtshof (IGH) der UN in Den Haag. Dabei wird ignoriert, daß mit China, Indien, Russland und USA die großen Mächte fehlen. Diese richten ihre realpolitisch agierende Diplomatie längst an der multipolaren Weltordnung aus – mit den BRICS-Staaten und den USA, die sich als Hegemon verabschiedet und dem MAGA zugewandt haben.
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Die Anfang Dezember 2025 verkündete „National Security Strategy“ der USA zieht für Westeuropa als zivilisationsmüden Problemfall (1) vier Entwicklungen ins Kalkül:
1. Brüssel als eine (öko)-autoritäre EU-Zentralregierung,
2. Herrschaft islamisch geprägter Autokratie
3. Von Russlands als dominierendem Energieversorger abhängiger Staatenbund
4. Zerfall.
Vor allem die Verweigerung der Meinungsfreiheit als Grundrecht eines jeden Bürgers durch den Staat sowie die Akzeptanz von Migration und politischem Islam sieht die US-Sicherheitsstrategie als Bedrohung der Partnerschaft USA-EU an.
Nach dem deutschen Einmarsch in Dänemark im Zweiten Weltkrieg hatten die USA Grönland besetzt – zur Sicherung der transatlantischen Versorgungsroute. Auch danach hatten die Grönländer ein zwiespältiges Verhältnis zu ihrer Kolonialmacht Dänemark – für die erlittene Zwangsadoption von Kindern und Sterilisierung von Frauen fordern sie bis heute noch Verantwortung von den Dänen.
Mit dem zunehmenden Niedergang der EU-Staaten und der damit verbundenen Verteidigungsunfähigkeit gegenüber Grönland wächst die Sorge der USA, daß sich Russland oder China als Nachbarn im weiten Sinne der riesengroßen Eisinsel bemächtigen könnten. Zu recht, denn in der neuen multipolaren Welt werden die Einflußsphären der großen Player abgesteckt. Die Trump-Administration ist nicht naiv, verrückt oder imperial, sondern sie denkt langfristig bzw. strategisch.
In ihrer Neujahrsansprache 2025/26 hat die dänische Ministerpräsidentin plötzlich gegen übergriffige Migranten gewettert – ein Signal an die USA, die eine Abwehr der islamischen Migration fordern?
Die Annektierung von Grönland durch die USA würde einen Bruch der NATO bewirken. Das Beibehalten des Status quo für Grönland funktioniert in der multipolaren Welt nicht mehr. Zwischen diesen beiden Optionen bleibt nur der dritte Weg dazwischen: Die Europäer kehren endlich vor ihrer eigenen Haustüre: Die demokratiefeindliche Brandmauer abbauen, Freedom of Speech gewährleisten, den politischen Islam bekämpfen, Asyl- als Teil der Einwanderungsgesetzgebung sowie freie Marktwirtschaft. Um danach als starke und prosperierender Partner der USA beitragen zu können, daß Grönland der „freien Welt“ (darf man dies überhaupt noch sagen?) erhalten bleibt.
19.1.2026
Ende von Beitrag „Grönland in multipolarer Welt“
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Beginn von Anlagen (1) – (2)
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(1) Das Grönland-Rätsel: Was wollen die USA?
Wie ist das dominante Verhalten der USA in der Grönlandfrage zu erklären? Sind die USA auf imperialen Abwegen? Oder befürchten die USA, dass Europa auf Abwegen ist? Von gegenseitigem Unverständnis und dem Risiko sich selbst erfüllender Prophezeiungen. Gedanken zur Diskussion.
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Der Begriff „regelbasierte Weltordnung“ steht in Deutschland für eine ideale Weltordnung, in der Blauhelme für Ordnung sorgen und allfällige Kriegsverbrecher in Den Haag von der internationalen Gemeinschaft zur Verantwortung gezogen werden. Schönheitsfehler: Der internationalen Gemeinschaft von Den Haag fehlen die USA, China, Indien, Russland. Kurz gesagt: Entscheidende Teile der Welt machen gar nicht mit. Die sogenannte regelbasierte Weltordnung ist, so gut sie gedacht sein mag, eine spezifisch deutsche Wunschvorstellung …
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Ein Blick in die neue Nationale Sicherheitsstrategie der USA ist lohnend. Wenn man sich also in die USA hineinversetzt und zehn, zwanzig oder vierzig Jahre vorausblickt, dann drängt sich ein Szenario auf: Es ist das Szenario, dass das kleine Europa eines Tages fällt. Sei es in Gestalt einer (öko)-autoritären EU-Zentralregierung, sei es in Gestalt von islamisch geprägten Autokratien, sei es in Gestalt eines Russlands, welches Europa über seine Energieversorgung dominiert oder gar Teile Europas militärisch überrollt hat.
Ein „Fallen“ Europas? Von außen betrachtet, klingt das nicht so absurd, wie es sich für uns vielleicht anhört. Einige Entwicklungen in Gesetzgebung, Justiz, öffentlicher Debatte und Migration müssen aus US-Sicht und mit mittelfristigem Zeithorizont Anlass zu großer Sorge geben. Selbst das Wort Zensur wird in Europa wieder gesellschaftsfähig – für US-Bürger unvorstellbar. Aus amerikanischer Sicht ist auch die zunehmende Regulierung der US-Digitalkonzerne bedeutsam, die Auflagen, die milliardenschweren Bußgelder, die Eingriffe in die Inhalte sozialer Medien, die bereits beschlossenen Klimazölle (CBAM, Cross Border Adjustment Mechanism).
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Die USA haben im Zweiten Weltkrieg gesehen, dass Dänemark dem deutschen Einmarsch nichts entgegensetzen konnte. Damals haben die USA schon einmal Grönland besetzt bzw. dort ihre Basen zum Schutz der Versorgungsrouten über den Atlantik etabliert. Die USA wissen also um die strategische Bedeutung Grönlands. Solange die Europäer ein zuverlässiger Teil von NATO und freiheitlicher Wertegemeinschaft waren, war das kein Thema, zumal das Fortbestehen der Gemeinschaft von starker US-Truppenpräsenz in Europa abgesichert war. Jetzt ist das aus amerikanischer Sicht nicht mehr sicher.
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Möglicherweise ist auch die prägnante Neujahrsansprache der dänischem Ministerpräsidentin vor dem Hintergrund des Grönlandkonfliktes zu sehen. Es ware eine Rede mit klarer Ansage an das Dominanzgebaren bestimmter Gruppen von Zuwanderern. Ob der 2019 errichtete kleine Grenzzaun zwischen Dänemark und Deutschland wirklich nur dem Schutz vor der Schweinepest dient? Oder schwingt da auch Vorsorge gegenüber möglichen Verwerfungen beim südlichen Nachbarn mit?
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Unterstellt man die dargestellte Sichtweise, dann braucht es geschickte Diplomatie und den Willen zum Kompromiss. Das sind Fertigkeiten, die in einer von „Haltung“ geprägten Politk in den Hintergrund geraten sind. Eine einvernehmliche Lösung würde aber vor allem ein grundlegendes Umlenken der Europäer in Sachen Freiheit, Demokratie, Migration und Wirtschaft erfordern.
… Alles vom 19.1.2026 von Jerzy Müller bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/das_groenland_raetsel_was_wollen_die_usa
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Einige Kommentare:
Achtung! E-Busse gehen auf Grönland nicht! Sam Lowry
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Die Dänen sollten Grönland die volle Souveränität zurückgeben. Schließlich haben sie dort genauso wenig verloren wie die USA. Die Grönländer können sich dann überlegen, ob sie sich von den Amis kaufen lassen oder nicht. Wenn nicht, hat Trump ein Problem, so er nicht China die Blaupause für die Besetzung Taiwans liefern will. In jedem Fall wäre der Schwarze Peter jenseits des Atlantiks. Alex Müller
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Kein Problem. Alles wird gut. t-online meldet heut: „Annalena Baerbock hat sich in den Streit zwischen Europa und US-Präsident Donald Trump um Grönland eingeschaltet.“ Jörg
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Mich treibt die Frage um, wieso die den Kolonialismus so sehr verteufelnden Linken, die in Deutschland, der EUDSSR und der europäischen Nato federführend sind, der Kolonialmacht Dänemark hysterisch beispringen, um deren Kolonie, wo Dänemark sich nicht durch wertebasierten Umgang mit den Ureinwohnern ausgezeichnet hat, gegen andere Begehrlichkeiten, immerhin noch mit einem fairen Zahlungsangebot verbunden, zu schützen. Wieso fragt keiner die Grönländer? Ich vermute, als neuer Bundesstaat der USA ginge es ihnen besser und sie würden zustimmen. Immerhin versuchen das gerade auch die Einwohner von Alberta, Kanada. Die haben gewiss ihre Gründe. Rosemarie
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Rechtlich betrachtet, wäre die erzwungene Abtretung Grönlands an die USA nicht ok. Aber wenn man sich vergegenwärtigt, welche widerwärtigen Verbrechen dänische Kolonisatoren und angebliche „Herrenmenschen“ auf Grönland über Jahrzehnte, bis in die 1970-er-Jahre verübt haben (Missbrauch, brutale Sterilisierungen von Eingeborenen, Ausbeutung und Bereicherung an Bodenschätzen), dann möchte ich sagen: Dänen sollten nicht zu sehr flennen…. Stewart
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Endlich mal jemand mit Verstand. Genau so ist es. Die US-Amerikaner denken eben weit voraus. Europa könnte islamisch bzw. islamischer werden oder in wirtschaftliche Zwänge und Abhängigkeiten gegenüber China geraten oder auch gegenüber Russland. Es könnte sich auch vollends zum Shithole entwickeln, selbst Migrantenaufstände, Tyrannei, Krieg und Bürgerkrieg sind keineswegs unwahrscheinlich. Solange es lief, wie es lief, hatten die USA kein Problem mit dem dänischen Protektorat. Jetzt bewerten sie die Lage eben neu und vor allem, pragmatisch und realistisch. Das woke Geheul der Kleinen Schweinchen interessiert nicht. Und das Schöne ist, die Europäern können kein stichhaltiges Argument vorbringen. Peter Holschka
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Trump Absichten gegenüber Grönland sind weitaus realistischer als alle Weltrettungsfantasien in Sachen Klima und Migration Deutschlands und der EU. Trump geißelt diese Fantasien sogar als größenwahnsinnig. Ich wette, dass sich Dänemark und die USA gütlich einigen, indem Dänemark Konzessionen auf dem Gebiet seiner Kolonie Grönland zumindest vorläufig behält oder die der USA ausgeweitet werden. Man muss dabei beachten, dass Dänen die Insel als Klotz am Bein betrachten. Die Grönländer wollen sich eigentlich selbst regieren. Rolf Lindner
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Der Streit um Grönland ist ein inszenierter Scheinkonflikt. Die USA haben mit Dänemark seit Beginn des kalten Krieges die militärische Nutzung Grönlands vertraglich vereinbart. Stärkere militärische Aktivität muß mit den Dänen nur besprochen werden. Wenn Europa fällt, bekommt die USA Grönland am billigsten oder sie annektiert es einfach. Mathias
Ende Kommentare
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(2) Deutschlands irrationale Reaktion auf Trumps Grönland-Politik
Die trotzige Reaktion von Wirtschaft und Politik auf Donald Trumps Zollstrafe im Grönland-Konflikt zeugt von einer bemerkenswerten Realitätsverweigerung. Es wird immer deutlicher, dass man in Brüssel und Berlin eher bereit ist, erhebliche Kollateralschäden im Streit mit den USA in Kauf zu nehmen, als nach rationalen Lösungen zu suchen. Es ist höchste Zeit, die eigenen Schwächen offen anzuerkennen.
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Worum geht es bei diesem Streit? Donald Trumps Interesse an der strategischen Kontrolle der Insel begründet sich doppelschichtig. Zum einen spielen die reichen Rohstoffvorkommen Grönlands, insbesondere bei den Seltenen Erden, eine entscheidende Rolle. Zum anderen geht es um die Kontrolle zentraler Seewege in der Arktisregion. Das Hauptaugenmerk Washingtons liegt auf der Kontrolle der Nordostpassage entlang Russlands sowie der Nordwestpassage entlang der kanadischen Küste. Diese Transportrouten zwischen Europa, Asien und Nordamerika könnten in Zukunft an strategischer Bedeutung gewinnen. Auch die Davisstraße zwischen Grönland und Kanada nimmt eine zentrale Rolle im strategischen Machtpoker Der USA ein. Sie gewährt Zugang zu bedeutenden Rohstoffgebieten. Die Nordatlantikregion gilt für die US-Regierung generell als unverzichtbar für die militärische Absicherung der eigenen Machtsphäre.
Trump betonte in den vergangenen Tagen mehrfach, dass sich weder die NATO noch die Europäische Union in den vergangenen Jahren substanziell gegen den wachsenden Einfluss Chinas und Russlands in dieser Region politisch positioniert hätten.
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…Alles vom 19.1.2026 von Thomas Kolbe bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/deutschlands-reaktion-auf-trumps-groenland-politik