Bibel kostenlos an Schueler

Welch ein Aufstand, dass an der Staudinger-Gesamtschule Bibeln verteilt wurden! Was ist daran so verwerflich? Schließlich leben wir in einem christlichen Land und die Bibel ist Gottes Wort. Ich finde es völlig unpassend, die Aktion des Gideonbundes mit einer radikal missionarischen Aktion zu vergleichen und gleichzeitig in Zusammenhang mit der Koran-Verteilung der Salafisten zu sehen.

Während meiner Arbeit als Schulsekretärin in Freiburg-St.Georgen habe ich über viele Jahre die Verteilung der kleinen grünen Bibeln miterlebt. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Gideon-Brüder aufdringlich waren – im Gegenteil, sie waren bei uns immer willkommen und wurden auch dementsprechend empfangen. Damals wurden die Bibeln sogar noch im Klassenzimmer persönlich verteilt. Leider ändern sich die Zeiten. Es ist ja so cool, wenn man eine Bibel in den Mülleimer werfen kann und das dann noch in der Zeitung steht.
5.11.2012, Ingeborg Mäkinen, Freiburg

Bibel in Lutherübersetzung ungleich Koran in Salafistenauslegung
Zu Beginn dieses Artikels wird relativ neutral von der Aktion des Gideonbundes berichtet. Anschließend ist dagegen das Bemühen zu erkennen, die Arbeit des Gideonbundes zu diskreditieren. Dazu:
Erstens: Die von den Mitgliedern des Gideonbundes verschenkten Bibeln beinhalten die Lutherübersetzung, die vom Kultusministerium, soweit mir bekannt, als Unterrichtsmaterial für den Religionsunterricht vorgegeben ist. Speziell handelt es sich dabei um das sogenannte Neue Testament mit Psalmen und Sprüchen.
Zweitens: Dass ein Lehrer der kostenlosen Weitergabe der Bibeln (also Grundlage dessen, was in der Schule gelehrt wird), ich zitiere: „etwas von diesem radikal-missionarischen Charakter“ zuweist, macht mich bestürzt, zumal er es in den Zusammenhang der Salafisten-Aktion im April dieses Jahres stellte, bei der unter anderem nachweisbar Journalisten mit dem Tode bedroht wurden, deren Initiatoren nachweisbar unser Grundgesetz aushebeln und durch die Scharia ersetzen wollen.
Drittens: Traurig ist auch, dass es heißt: „Viele der Bibeln sind sofort im Mülleimer gelandet“. Leider ist heutzutage solche Respektlosigkeit schon weit verbreitet. Meiner Ansicht nach wäre der Fund von Bibeln in Mülleimern ein guter Anlass, den Schülern unser Grundgesetz nahezubringen, insbesondere was Präambel und Grundrechte aussagen, in denen unter anderem Werte für unsere Gesellschaft festgeschrieben sind, deren Wurzeln aus unserer rund 2000-jährigen christlichen Vergangenheit herrühren. Zum anderen wäre es kein nennenswerter Aufwand gewesen, die aufgefundenen Bibeln zu sammeln und dem Gideonbund per Anruf oder über deren Internetseite nahezulegen, sie doch abzuholen. Ich wünschte mir als verantwortungsbewusster Mitbürger unseres Staates, die Staudinger-Gesamtschule wie auch andere Schulen würde ihren Schülerinnen und Schülern über die Unterrichtsbibel hinaus die Möglichkeit eröffnen, ja, es sogar begrüßen, dass sie ein kostenloses eigenes Exemplar erhalten. Insofern darf unsere Gesellschaft dankbar sein, dass Organisationen wie der Gideonbund (und andere) den Mut haben, dem Zeitgeist die Quellen und Wurzeln unserer europäischen Kultur entgegenzuhalten.
5.11.2012, Rainer Hübner, Freiburg

Bibeln in der UDSSR
Viele Russlanddeutsche wurden vom kommunistischen Regime in ihrer Religionsausübung behindert. Allesamt hatten sie Bibeln zuhause, versteckt natürlich, und woher? Von den Gideons, über die USA auf geheimen Wegen nach Russland eingeschmuggelt. Wir sollten doch froh und dankbar sein, dass die Gideons kostenlos ihre Bibeln verteilen – übrigens in guter Lutzerübersetzung
5.11.2012, Nikolaus Altmann

Was hätte der Schulpatron Staudinger zur Bibel-Verteilung gesagt?
Für seine Arbeiten über Makromoleküle erhielt Prof Hermann Staudinger 1953 den Nobelpreis für Chemie. Doch nicht nur für diese Verdienste wurde er zum Namenspatron der Staudinger-Gesamtschule in Freiburg bestellt. Dazu folgendes Zitat:
Zu Beginn der „Nationalsozialistischen Revolution“ plädierte der Rektor der Freiburger Universität für die Entlassung Staudingers aus dem Hochschuldienst und ließ polizeiliche Ermittlungen gegen ihn anstellen. Der damalige Rektor war kein geringerer als der weltberühmte Philosoph Martin Heidegger. Am 22.2.1934 wird Staudinger entlassen. …..
Hermann Staudinger erscheint also in der Kontroverse mit dem Nationalsozialismus, als Naturwissenschaftler, der
– den Frieden einfordert angesichts der Technisierung des Krieges
– Liberalität gegen übersteigerten Nationalismus vertritt
– vom totalitären NS-Staat als Idealist denunziert wurde
Hermann Staudinger ist also nicht nur wegen seinen wissenschaftlichen Leistungen ein vorbildlicher Schulpatron.
Quelle: https://hsgerlenbach.de/Informationen/Historie/Staudinger_als_Vorbild.htm

Professor Staudinger vertritt Liberalität. Was hätte er als Liberaler wohl gesagt, wenn  nun keine Bibeln mehr im Schulgelände verteilt bzw. Bibeln ostentativ in den Müll weggeworfen werden?
5.11.2012, Anita Hild

 
Gratis-Bibeln an Schüler verteilt
Aktion des „Gideonbunds“. Mitglieder des „Gideonbunds“ haben in dieser Woche vor der Staudinger-Gesamtschule kostenlose Bibeln verteilt. „Die Verteiler standen auf dem Gehweg – sie durften das Schulgelände nicht betreten“, sagt Rudolf Burgert, der Leiter des städtischen Schulamts. Nach seiner Kenntnis sei die Aktion ruhig verlaufen: „Ich habe nichts davon gehört, dass Schülern die Bibeln aufgedrängt worden wären.“
Es habe sich eingespielt, dass der Gideonbund etwa dreimal jährlich auf öffentlichem Gelände vor zwei bis drei Schulen seine kleinen, grünen Ausgaben des Neuen Testaments verteile, sagt Rathaussprecherin Martina Schickle. Dafür werde jeweils eine schriftliche Zustimmung des Amts für öffentliche Ordnung erteilt. Die Schulleitungen seien informiert, nächsten Mittwoch komme die Emil-Thoma-Schule an die Reihe.
„Zum jetzigen Zeitpunkt könnte man schon einen Zusammenhang mit der Koran-Verteilung vor einigen Wochen sehen“, findet Ben Klein, Lehrer an der Staudinger-Gesamtschule. „Das wirkt wie eine Reaktion und hat schon etwas von diesem radikal-missionarischen Charakter.“ Die Reaktionen der Schüler seien unterschiedlich gewesen: „Viele der Bibeln sind sofort im Mülleimer gelandet.“ Auch Jakob Wagner, Schüler der zehnten Klasse, hat eine der Bibeln bekommen. Die Verteiler hätten auch auf dem Schulgelände gestanden: „Man hat sich schon ein bisschen bedrängt gefühlt.“
Der Geschäftsführer des Gideonbundes in Wetzlar war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die Organisation bezeichnet sich selbst als „Missionsbund“, dessen Ziel die Weitergabe von Gottes Wort ist. Der Bund hat nach eigenen Angaben weltweit etwa 1,5 Milliarden Bibeln unter anderem in Schulen, Krankenhäusern und Hotels verteilt.
13.10.2012, jhx, www.badische-zeitung.de

 

Gideonbund – Die Gideons

Der Internationale Gideonbund, in Deutschland ansässig in Wetzlar (https://www.gideons.de), hat sich zur Aufgabe gemacht, das Wort Gottes zu verbreiten. So findet man beispielsweise in Hotels, aber auch in Arztpraxen oder Krankenhäusern die kleinen Büchlein, die sowohl das Neue Testament als auch die Psalmen und das Buch der Sprüche enthalten. Die deutsche Übersetzung basiert auf der Lutherbibel von 1984.

Die Bibel zeigt uns den Willen Gottes,
den Zustand des Menschen,
den Weg zur Rettung,
das Verderben des Sünders und die Glückseligkeit der Gläubigen.
Ihre Grundlagen sind heilig, ihre Gebote verbindlich, ihre Berichte sind wahr und ihre Entscheidungen unwandelbar.
Lies diese Schrift, um weise zu sein, glaube ihr um sicher zu sein und
lebe nach ihr, um heilig zu sein.
Sie enthält das Licht, dich zu leiten, Nahrung um dich zu versorgen und
Trost, um dich aufzumuntern.“
www.gideons.ch

 

Staudinger Gesamtschule Freiburg

https://www.staudi.fr.schule-bw.de/
www.staudinger-gesamtschule.de

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