Suedafrika

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Wetterbuchen in der Abendsonne am Schauinsland im Schwarzwald März 2023

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  • Südafrika im Zerfall 2011, 2016, 2026 – Was uns hier in Europa bevor steht (17.4.2026)
  • Doku „weiße Farmer in Südafrika“ von Lauren Southern auf deutsch (23.5.2025)
  • Grüße aus Kapstadt: Ende des Regenbogens (23.5.2025)
  • Trump trifft Südafrikas Präsident Ramaphosa im Oval Office (23.5.2025)
  • Trump adressiert Rassismus gegen Weiße (23.5.2025)
  • Südafrika: Russland ist und bleibt unser Freund (30.3.2023)
  • Es gilt das Recht des Stärkeren – in Südafrika und in Deutschland? (12.8.2021)

 

Südafrika im Zerfall 2011, 2016, 2026 – Was uns hier in Europa bevor steht
Ich war zweimal in Südafrika.

Zuerst, 2011, nur ein paar Tage in Kapstadt, als Abstecher vor der Namibia-Reise. Und 2016 eine Südafrika-Rundreise von Johannesburg nach Kapstadt.
Als ich 2011 das erste Mal in Kapstadt war, dachte ich noch „Ach, ist das eine schöne Stadt!“. Ich habe zwar damals schon die Probleme mit den Townships gesehen und die auch besichtigt, aber selbst das schien irgendwie noch ein Leben und irgendwie geordnet zu sein, und die Stadt selbst kam mir ganz toll vor. Die Leute (von ein paar marodierenden aggressiven Leuten abgesehen) sehr freundlich, eine große Infrastruktur von Cafes und Restaurants, alles sehr schön gemacht, und egal, in welches Restaurant man ging, man konnte blind und willkürlich reingehen, es war alles exzellent und wunderbar. Auch Bäckereien quietschten zwar vor Knallfarben, alles in Rosa und Grün und mit Lebensmittelfarbe gefärbt, aber ein Paradies aus Torten und Kuchen und allem. Herrliche Museen, ein wunderbares Vergnügungsviertel im Hafen. Ich habe damals wirklich gedacht, das sei ein Ort, an dem man bleiben könne.

Ich habe damals im Hafen noch die alten Betonröhren gesehen, als die noch die Ruinen eines alten Silos waren, aus denen man dann das Zeitz museum of contemporary art africa (MOCAA) gebaut hat (eröffnet 2017), und hatte mir eigentlich vorgenommen, irgendwann nochmal eine Woche nach Kapstadt zu fliegen, um mir dieses Museum anzusehen. Denn eigentlich war Kapstadt auch recht preisgünstig, eben eine Woche schlemmen, und man fliegt jetlag-frei über Nacht dorthin und zurück. Eigentlich ein optimaler Ort für ein Urläubchen.

Auf meiner Rundreise 2016 sah das schon anders aus. Da habe ich schon gesehen und miterlebt, wie das Land unter Vermüllung, Zerstörung, Vandalismus, Kriminalität leidet. Nirgendwo sonst habe ich gesehen, dass der Geldbote, der abends am Supermarkt die Tageseinnahmen mit dem Geldtransporter abholt, von einem Uniformierten mit Maschinenpistole gesichert wird, der im Abstand von etwa 15 Metern auf der anderen Straßenseite folgte, und der wiederum von einem zweiten in Zivil mit einer Maschinenpistole gleichen Typs. Geldabheben am Geldautomaten wird zum Gruppenprojekt. Kilometerweise, Zig-Kilometerweise fuhr man an völlig zugemüllten Landschaften entlang, und der Einfluss von Hexerei, Aberglauben, esoterischem Humbug war enorm angestiegen.
Erstaunlicherweise war das früher so verufene Soweto (south west township) durchaus gangbar und interessant (allerdings voller Ziegen, die sich auf das Suchen und Fressen von Müll spezialisiert hatten, und auch nicht bei Dunkelheit empfohlen), aber schon die Innenstadt von Johannesburg verfallen und für Weiße nur noch in geführten Gruppentouren auf sehr ausgesuchten Routen möglich. Wir standen damals vor einem geschlossenen und verfallenen Hotel, bei dem man noch durch die Scheiben in die Lobby schauen und sehen konnte, dass das einstmals ein großes Luxushotel gewesen war. Bereits damals alles verrottet und vergammelt.

Auf dieser Reise hatte ich damals auch das Erlebnis, von dem ich schon erzählt hatte. Irgendwo unterwegs hielten wir wieder mal zu Tanken an, und wie üblich, gingen wir alle in den Tankstellenladen, so wie in Deutschland kleine Minisupermärkte, um uns Kekse, Eis, gekühlte Getränke usw. zu holen, und ich staunte. Der Kassierer für den Treibstoff in einem separaten Kabuff an der Außenwand hinter dickem Panzerglas mit einem schwenkbaren Metallfach, damit man ihn nicht direkt bedrohen kann. Und im Supermarkt aus Stahlstangen geschweißt ein Gittertunnel, indem man im Supermarkt entlang ging, ohne die Waren berühren zu können, und seinem persönlichen Einkäufer mit Korb dann zeigte, was man haben will, der das dann in den Korb packte, und erst nach dem Bezahlen bekam man das dann verpackt ausgehändigt.
Ich hatte mich eigentlich gefreut, wieder nach Kapstadt zu kommen, weil ich das in so guter Erinnerung hatte, aber schon das war nichts mehr. Das fing schon beim Aussteigen an. Uns wurde gesagt, dass der Bus direkt am Reisebüro des Veranstalters halte und wir schauen sollen, dass wir das Gepäck so schnell wie möglich erste einmal in das Reisebüro bringen, keinesfalls aus den Augen lassen und nicht auf dem Gehweg stehen lassen. Das Reisebüro selbst hatte eine vergitterte Eingangstür, die per elektrischem Türöffner von den Arbeitsplätzen aus jedesmal einzeln geöffnet werden musste. Mein Hotel zwar zwei Kreuzungen weiter, und man riet mir davon ab, mit allem Gepäck auf einmal hinzugehen, sondern in mehreren Schüben und immer nur so viel zu nehmen, wie ich gut festhalten und zügig alleine transportieren kann. Vieles war gegenüber 2011 schon heruntergekommen und nicht mehr ohne weiteres zu begehen, da machte Kapstadt schon keinen Spaß mehr. Man musste auf der Straße schon darauf achten, wer sich einem näherte, auch von hinten. Alles nicht mehr lustig. Nun weist mich ein Leser auf das hin:

SOUTH AFRICA IS RUINED 🇿🇦 Before VS After REVEALED
https://www.youtube.com/watch?v=uxEWUgqjscw
.
Es passt zu dem, was man sonst so aus Südafrika hört, liest, sieht. Ein Land, das in kürzester Zeit zerfallen ist und in Kriminalität, Müll, Zerstörung versinkt.
Der Punkt: Südafrika wird stramm links regiert. Korruption und Kriminalität blühen. Weiße Farmer hat man vertrieben oder getötet. Es gibt die Forderung, alle Weißen zu töten. Das Land ist im Eimer.
Deutschland unterstützt Südafrika mit 470 Millionen Euro Finanzhilfe     https://www.merkur.de/politik/deutschland-unterstuetzt-suedafrika-mit-470-millionen-euro-finanzhilfe-zr-94264003.html Und das wird in Deutschland auch so laufen. In manchen Gegenden von Berlin sieht man ähnliche Effekt.
… Alles vom 17.4.2026 bitte lesen auf
https://www.danisch.de/blog/2026/04/17/suedafrika-im-wandel-der-zeit/

 

Doku „weiße Farmer in Südafrika“ von Lauren Southern auf deutsch
Die kanadische Aktivistin Lauren Southern hat mit ihrer in diesem Jahr gedrehten Dokumentation (1 Std 11 min) über die Situation der weißen Farmer in Südafrika bereits über eine Million Zuschauer auf YouTube erreicht. Jetzt gibt es ihren sehenswerten Film auch in einer deutschen Version.
… Alles vom 23.5.2025 bitte lesen auf
https://m.youtube.com/watch?v=hzBH2qyIZ2U

 

Grüße aus Kapstadt: Ende des Regenbogens
Plötzlich ist Donald Trump der einflußreichste Politiker Südafrikas. Vor dreißig Jahren verliebte sich die Welt in Nelson Mandelas Traum von einer „Regenbogennation“. Bis jetzt haben nur wenige zugegeben, daß dieser Traum in den letzten zwanzig Jahren zu einem Alptraum geworden ist. Die neue US-Regierung, unterstützt vom in Südafrika geborenen Elon Musk, schont niemanden, wenn es darum geht, den ANC und die südafrikanische Regierung zur Rede zu stellen. Es geht um die weitverbreitete Diskriminierung von Minderheiten, neue Gesetze, die es der Regierung erlauben, Eigentum ohne Entschädigung zu enteignen, antiwestliche Rhetorik und die Annäherung an China, Rußland und den Iran trotz der nominellen Politik der Nichtpaktgebundenheit Südafrikas.
Es scheint nun sicher, daß die USA das AGOA-Programm aufkündigen werden, das afrikanischen Ländern Präferenzhandelsbedingungen gewährt, sofern sie sich nicht den außenpolitischen Interessen der USA entgegenstellen. Südafrika hat genau das getan, und nun stehen seine Landwirtschaft und Automobilindustrie vor schweren Einbußen.
70.000 Südafrikaner haben einen Ausreiseantrag gestellt. Die ersten 49 Flüchtlinge kamen in Washington an.
Trump wirft Südafrika einen möglichen Völkermord an Weißen vor und bot Afrikaanern und anderen ethnischen Minderheiten den Flüchtlingsstatus in den USA an. 70.000 haben einen Antrag gestellt, und vergangene Woche kamen die ersten 49 Flüchtlinge in Washington an. Der ANC war außer sich vor Wut.
Unter dem ANC gibt es in Südafrika mittlerweile 142 rassistische Gesetze gegen Minderheiten – mehr als jemals zuvor unter der Apartheid –, und mehr als 500.000 weiße Südafrikaner, über zehn Prozent der weißen Bevölkerung, sind vor rassistischer Verfolgung geflohen. Die ideologisch kompromittierten Gerichte haben entschieden, daß das öffentliche Singen von „Shoot the farmers“ bei politischen Kundgebungen völlig akzeptabel ist, und der Präsident hat die Bevölkerung öffentlich in „weiße Kolonisatoren“ und „schwarze Menschen“ gespalten.
Die ehemalige Oppositionspartei Demokratische Allianz versucht die Südafrikaner davon zu überzeugen, daß sie alles unter Kontrolle habe. Um so mehr, seit sie im Juni 2024 einer Regierung der nationalen Einheit beigetreten ist. Das war gefährlich naiv, und auch sie wurde von Trumps Offenheit überrascht. Sehr zum Mißfallen vieler ihrer eigenen Wähler. Ob man ihn mag oder nicht, Donald Trump zwingt die Welt, Südafrika mit neuen Augen zu sehen. In der Westkap-Provinz, wo die Mehrheit weiterhin ein Referendum über die Unabhängigkeit von Südafrika befürwortet, spürt man plötzlich deutlich mehr Lebensmut und die Sonne scheint ein wenig heller
Phil Craig ist Mitbegründer der Cape Independence Advocacy Group in Kapstadt
… Alles vom 23.5.2025 von Phil Craig bitte lesen in der JF 22/25, Seite 8

 

Trump trifft Südafrikas Präsident Ramaphosa im Oval Office
God bless Donald Trump
Bei seinem Treffen mit dem südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa im Oval Office führte Donald Trump ein Video vor https://x.com/nicksortor/status/1925231946231128350
, das unter anderem den südafrikanischen Oppositionspolitiker Julius „Kill the Boer” Malema zeigt, der bei mehreren Gelegenheiten zum Mord an Weißen, speziell an weißen Farmern, aufruft und dafür von seinen Anhängern bejubelt wird. Auch der ehemalige Präsident Jacob „Shoot the Boer” Zuma ist im Film zu sehen, wo er zu Enteignungen aufruft. Das Video zeigt tausende weiße Holzkreuze entlang einer Straße, deren jedes für einen ermordeten Farmer steht. Trump präsentierte danach noch Fotos und Medienberichte von Opfern von Farmangriffen. Ramaphosa war die ganze Präsentation sichtbar peinlich, und er stellte sich unwissend.

Wenn Schwarze tausend Weiße umbringen und zehntausend Schwarze, wem geht es dann schlimmer, den Weißen oder den Schwarzen? Sehen Sie.
Die südafrikanische online-Zeitung BizNews hat einen aufschlussreichen Artikel zum Thema veröffentlicht https://www.biznews.com/rational-perspective/dave-steward-the-59-afrikaner-refugees , der nicht nur das Schrumpfen der weißen Bevölkerung und ihre gezielte juristische Diskriminierung durch die schwarze Regierung beschreibt, sondern auch auf die derzeit verbreitete Behauptung eingeht, die Farmermorde seien, erstens, Morde wie alle anderen auch und, zweitens, praktisch nur ein Tropfen im Ozean südafrikanischer Gewalt. Nämlich:
– „Die Mordrate auf den Farmen ist wesentlich höher als der nationale Durchschnitt.
– In 20% der Farmmorde wurden die Opfer gefoltert.
– Keine andere Klasse von Mordopfern war Gegenstand anhaltender politischer Anstiftung, die zu ihrem Tod aufrief.
– Vor zwei Wochen wurden fünf weitere Menschen auf südafrikanischen Farmen ermordet. Zwei von ihnen wurden absichtlich verbrannt.”

Sogar der stern https://www.stern.de/politik/ausland/farmmorde-in-suedafrika–weisse-opfer–schwarze-taeter—7617322.html schrieb vor nunmehr acht Jahren: „Seit dem Ende der Apartheid sind in Südafrika Tausende weiße Farmer ermordet worden.” Die Ignoranz der öffentlich-rechtlichen Redakteure gegenüber diesen oft viehischen Taten – vor ihrer Abschlachtung gruppenvergewaltigte Frauen, in Badewannen verbrühte Kinder und dergleichen Abscheulichkeiten – hat damit zu tun, dass die Opfer Weiße und die besagten Redakteure – denken Sie sich einen passenden Begriff aus – sind.
…. Alles vom 23.5.2025 bitte lesen auf
https://www.klonovsky.de/2025/05/god-bless-donald-trump/
.

Trump adressiert Rassismus gegen Weiße
US-Präsident Donald Trump hat bei einem Besuch des südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa im Weißen Haus scharfe Kritik an der Lage weißer Südafrikaner geübt. Während des Treffens präsentierte Trump ein Video, das die Ermordung weißer Farmer zeigt und den südafrikanischen Oppositionsführer Julius Malema zeigt, wie er auf einer Parteiveranstaltung den Slogan „Kill the Boer“ skandiert. Trump warf Südafrika systematische Diskriminierung, rassistische Enteignung und einen „Genozid an weißen Farmern“ vor – ein Thema, das westliche Medien seit Jahren weitgehend verschweigen oder relativieren.
Trump hatte bereits zuvor US-Hilfen eingefroren und weißen Südafrikanern Asyl angeboten. Außerdem kritisierte er das von Ramaphosa unterzeichnete neue Enteignungsgesetz, das der südafrikanischen Regierung erlaubt, im „öffentlichen Interesse“ Land zu enteignen, auch ohne Entschädigung. Der südafrikanische Präsident versuchte, die Bedenken als unbegründet darzustellen, sprach von einer „inszenierten Falle“ und wies die von Trump gezeigten Bilder und Zahlen zurück.
… Alles vom 23.5.2025 bitte lesen auf https://www.tichyseinblick.de/

 

Südafrika: Russland ist und bleibt unser Freund
Die südafrikanische Regierung wird die Beziehungen zu Russland nicht auf Geheiß anderer Länder abbrechen.
„Es gibt einige, die nicht wollen, dass wir Beziehungen zu einem alten historischen Freund unterhalten“, sagte Außenministerin Naledi Pandor am Donnerstag vor Journalisten in Pretoria.
„Wir haben deutlich gemacht, dass Russland ein Freund ist, mit dem wir seit vielen Jahren kooperative Partnerschaften pflegen“, zitiert Bloomberg die Ministerin. (…)
Südafrika hat im Ukraine-Krieg eine neutrale Haltung eingenommen. Diese Haltung ist von den USA und der EU kritisiert worden, die zu den größten Handelspartnern Südafrikas zählen. (…)
„Wir sind zwar mit vielen Menschen in der ganzen Welt befreundet, aber wir können nicht auf Verlangen anderer plötzlich zu Feinden werden“, sagte Pandor. Sie lässt sich rechtlich beraten, wie sie mit dem Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Präsident Wladimir Putin umgehen soll, wenn dieser im August an einem Gipfel der BRICS-Staaten in Südafrika teilnehmen wird.(…)

„Wir als Südafrika sind nach wie vor zuversichtlich, dass wir eine diplomatische Lösung für den aktuellen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine finden können“, sagte sie.
Zwar gibt es noch keine offizielle Bestätigung für Putins Teilnahme am Gipfel der BRICS-Staaten im August in Südafrika. Es wird aber erwartet, dass das russische Staatsoberhaupt anreisen wird. Die BRICS-Staaten sind ein Zusammenschluss von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, deren Bündnis in naher Zukunft um weitere Staaten wie Saudi-Arabien und Argentinien ergänzt werden soll. (…)
Das Gericht in Den Haag verfügt über keine eigenen Polizeikräfte und ist darauf angewiesen, dass seine Mitgliedsstaaten Verdächtige festnehmen und in die Niederlande überstellen.
Südafrika gehört zu den 123 Staaten, die den Strafgerichtshof tragen.“
…. Alles vom 30.3.2023 bitte lesen auf
https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/702901/Suedafrika-besteht-auf-Freundschaft-zu-Russland

 

Es gilt das Recht des Stärkeren – in Südafrika und in Deutschland
Normen des Zusammenlebens: Im Nebeneinander unvereinbarer Kulturen wird nichts diskursiv ausgehandelt
von Thorsten Hinz
Die Unwetter in Deutschland haben die bürgerkriegsähnlichen Vorgänge in Südafrika weitgehend hinter einem medialen Regenvorhang verschwinden lassen. Die meisten Wortberichte verschwiegen schamhaft, was die Bilder und Filmaufnahmen dann doch verrieten: Die Plünderungen, Brandstiftungen, Morde gingen vor allem auf das Konto von Schwarzafrikanern. Was nicht heißt, daß nicht auch viele Schwarze unter den Übergriffen zu leiden hatten und entsetzt sind über das angerichtete Chaos. Die Polizei, die Staatsgewalt erwies sich als unfähig, überfordert, unterwandert.
Ein Lichtblick während der Herrschaft des Mobs war die Fähigkeit zur Selbstorganisation, der Auftritt von Bürgerwehren, die dem tobenden Pöbel durch Gegengewalt Einhalt geboten. Wie der Schriftsteller Dan Roodt festhielt, „standen eine Minderheit von Weißen und Indern in einer Art ‘indo-europäischer’ Allianz gegen die Zulus zusammen, um ihre Häuser vor Plünderungen zu schützen“.
Als Hauptgrund für die tagelange Abwesenheit von Recht und Gesetz werden die sozialen Probleme und Ungleichheiten genannt. Das ist zweifellos ernst zu nehmen. Doch 30 Jahre nach dem Ende der Apartheid liegt es in der Verantwortung des seither unumschränkt herrschenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC), daß keine ökonomischen und sozialen Verbesserungen für die schwarze Bevölkerungsmehrheit erreicht wurden und Korruption, Kriminalität, Gewalt das Land prägen. Im übrigen hat der ANC vom Apartheid-Regime ein vergleichsweise wohlhabendes und gut organisiertes Staatswesen übernommen.

Doch statt sich zum Leuchtturm afrikanischer Prosperität zu entwickeln, schlägt Südafrika den Weg Simbabwes ein, das, als es noch Südrhodesien hieß, die Kornkammer Afrikas war. Eine kleptokratische Politik hat dazu geführt, daß es heute von Hilfslieferungen abhängig ist. Weiße Farmer werden enteignet, ermordet und im Westen als Landräuber verhöhnt. Vor allem aber haben sie das Land bebaut. Die Kultivierung wird nun rückgängig gemacht. Kein in die Unabhängigkeit entlassenes afrikanisches Land hat die postkolonialen Erfolgsgeschichten der Länder Südostasiens mitvollzogen.

Im Zeitalter globaler Medien, der weltweiten „Black Lives Matter“-Bewegung und einer Identitätspolitik mit antiweißer Stoßrichtung in den Ländern des Westens wird die Frage virulent, was es bedeutet, wenn fern in Südafrika politische und soziale Konflikt sich entlang der Rassengrenze mit brachialer Gewalt entladen. Einst wurde der ANC romantisiert und bejubelt. Heute werden die BLM-Exzesse in den USA geradezu liebevoll kommentiert. In Frankreich gleichen Vorstädte einem ethnisch-sozialen Pulverfaß, ebenso in England. Der relative innere Frieden in Deutschland wird durch die großzügige Alimentierung der Zuwanderer erkauft – deren Kehrseite das Auspressen des deutschen Steuerzahlers ist.

Die ehemalige Migrationsbeaufragte der Bundesregierung, Aydan Özoğuz (SPD), machte vor einigen Jahren Schlagzeilen mit der Äußerung: „Unsere Gesellschaft wird weiter vielfältiger werden, das wird auch anstrengend, mitunter schmerzhaft sein.“ Das Zusammenleben müsse täglich neu ausgehandelt werden. Das ist gefährlicher Blödsinn. In Südafrika wird das Zusammenleben seit 30 Jahren neu ausgehandelt, mit zerstörerischer Dynamik und entsprechenden Ergebnissen. Was Özoğuz von sich gegeben hat, ist unverdauter, vulgarisierter Habermas. Tatsächlich vertritt der Staatsphilosoph der Bundesrepublik die Auffassung, daß die Normen des Zusammenlebens nicht verfügt, sondern permanent ausgehandelt werden. Allerdings macht er klare und unhintergehbare Voraussetzungen für die Akteure geltend, etwa ein republikanisches, aufgeklärtes Bewußtsein und den Willen zum Gemeinsinn. Es bedarf also einer vorgeschalteten, relativen Homogenität der Anschauungen und akzeptierten Regeln.

Ein solches Grundvertrauen aber entwickelt sich laut Rolf Peter Sieferle erst in einer langen Generationenabfolge. Das war in der alten Bundesrepublik noch gegeben. Für die kulturellen Unverträglichkeiten, den religiösen Fundamentalismus, die zivilisatorischen Rückstände und die importierte Gewaltaffinität im Zuge der unkontrollierten Masseneinwanderung taugt das Habermas-Modell nicht. Die Vision einer harmonischen „postmigrantischen Gesellschaft“ auf deutschem Boden ist genauso eine Chimäre, ein demagogischer Werbegag wie die südafrikanische „Regenbogennation“, die vor 30 Jahren proklamiert wurde.

Die Propagandisten der postmigrantischen Gesellschaft treten als Wortführer vermeintlich unterdrückter Minderheiten auf. Sie leugnen nicht völlig die entstandenen Konflikte, sie machen aber für die ausbleibende Konfliktlösung ein „rassistisches“ Bewußtsein im Aufnahmeland verantwortlich, das ohnehin viel „zu weiß“ sei. Damit die Fremden sich weniger fremd fühlen, sollen die Einheimischen ihre lebensweltliche Entfremdung hinnehmen. Die den Rassismus beklagen, sind in der Regel keine afrikanischen Spitzenköche, keine indischstämmigen Herzchirurgen, türkischen Biochemiker oder vietnamesischen Computerfachleute. Die haben nämlich gar keine Zeit für derlei Unfug. Es handelt sich um Leute, die an den Vorzügen, den materiellen wie immateriellen, des Ziellandes teilhaben wollen, ohne befähigt oder willens zu sein, sich ihren fairen Anteil daran zu erarbeiten, indem sie zu ihrer Reproduktion beitragen. Gemäß dem Motto Walter Ulbrichts „Überholen ohne einzuholen“ nehmen sie eine Abkürzung, indem sie ihre nichteuropäische Herkunft und nichtweiße Hautfarbe als intellektuellen und moralischen Vorzug herausstellen und sich als Rebellen gegen eine „weiße“ Suprematie, Unterdrückung und Fremdbestimmung inszenieren.

Die Herausforderung ist in jeder Hinsicht unproduktiv, politisch und sozial aber wirkungsvoll: es winken Steuergelder und Quoten-Privilegien. Sie appelliert an ein historisches Schuldgefühl, das in einer exklusiven geistigen Errungenschaft des „weißen“ Westens wurzelt: in der Fähigkeit zu historischer Selbstkritik. Die migrantischen Aktivisten argumentieren auf der Grundlage einer Weltanschauung, die sie gleichzeitig als kolonialistisch verwerfen, ohne in der Lage zu sein, den Selbstwiderspruch zu reflektieren. Mit Wissenschaft oder sonstiger seriöser Praxis hat das nichts zu tun, wohl aber moralischer Erpressung.
Das parasitäre Verfahren ist aus Sicht seiner Nutznießer plausibel und nachvollziehbar. Doch warum akzeptieren die anderen die moralische Asymmetrie, die sie in eine hoffnungslose Diskurs-Situation zwingt?
Wieder ist ein Blick nach Südafrika nützlich, konkret: in die Romane des südafrikanischen Literaturnobelpreisträgers John M. Coetzee. Der Schriftsteller kritisierte die Apartheid, indem er zeigte, daß sie sämtliche Beteiligte – die privilegierten Weißen genauso wie die unterdrückten Schwarzen und Farbigen beschädigte. Daher mußte sie zugrunde gehen. Aber auch die Post-Apartheid-Gesellschaft erscheint bei ihm in einem düsteren Licht.

Hauptfigur in Coetzees Roman „Schande“ (1999) ist der 52jährige Literaturprofessor David Lurie. Er lebt und arbeitet in Kapstadt, ist zweimal geschieden, die einzige Tochter, Lucy, führt ihr eigenes Leben. Seine Studenten hält er für dumm, die eigene wissenschaftliche Befähigung für begrenzt. Wenn er in die Zukunft schaut, sieht er sich als einsamen alten Mann, der den Tag damit zubringt, dem Abend entgegenzudämmern, um sich endlich seine Suppe kochen und schlafen legen zu können. Eine leidenschaftslose Liebschaft verbindet ihn mit der Studentin Melanie. Das Verhältnis wird bekannt, Lurie wird öffentlich gemobbt und ein Verfahren wegen sexueller Belästigung in Gang gesetzt. Der Untersuchungskommission genügt es nicht, daß er sich schuldig bekennt. Er soll eine Beichte ablegen, „Reue“ zeigen, sich „beraten“ und therapieren lassen. Weil er diese Zumutung als verrückt und demütigend ablehnt, muß er aus dem Universitätsdienst ausscheiden. Als Individuum und gesellschaftliche Person lebt er im Zustand der Absurdität. Er ist ein Geistesbruder von Camus „Fremdem“. (Vergl.: „Was die Stunde schlägt“, JF 23/08. Im Wikipedia-Eintrag zum Roman wurde der Artikel weitgehend ohne Quellenangabe übernommen.)

Er zieht zu seiner Tochter, die in der Provinz Ost-Kap allein eine kleine Farm betreibt. Dort werden sie von drei schwarzen Männern überfallen, die Lucy brutal vergewaltigen und schwängern. David kommt knapp mit dem Leben davon. Als Konsequenz aus dem Verbrechen trifft die Tochter verblüffende Entscheidungen. Sie beschließt, das Kind, das farbig sein wird, auszutragen. Ihre Farm überschreibt sie dem schwarzen Nachbarn und plant, in dessen Familienverband einzutreten, obwohl er in den Überfall eingeweiht war und die Täter kennt. Lucy, die in klischeehafter Weise die Attribute der modernen, emanzipierten jungen Frau vereint, negiert damit alles, was ihr Leben bis dahin ausgemacht und sie als Angehörige der westlichen Zivilisation ausgewiesen hat.

Im Nebeneinander inkompatibler Kulturen wird nichts diskursiv ausgehandelt. Erst kommt die Gesetzlosigkeit, der das Recht des Stärkeren folgt. Während David einer harmlosen, jedenfalls einvernehmlichen Affäre wegen sich in den Fallstricken des Feminismus wiederfindet und gesellschaftlich geächtet wird, bleibt Lucys Vergewaltigung nicht nur ungesühnt, sie setzt und besiegelt neue, vorsintflutliche Macht-, Rechts- und Besitzverhältnisse. Lucy wiederum will darin kein Unrecht und auch keine neue Absurdität erkennen, sondern, dem westlichen Schulddiskurs folgend, das Ergebnis der historischen Logik und Gerechtigkeit. Mit der vollständigen Regression zu einer atavistischen Lebensform glaubt sie Gutes zu tun und erhofft sich die Befreiung aus den Selbstzweifeln des Absurden.
Ihr Vater teilt die Auffassung zumindest tendenziell. Als er nach mehreren Wochen nach Kapstadt zurückkehrt und sein Haus aufgebrochen und geplündert vorfindet, betrachtet er das als „Reparation“, welche den Schwarzen für das Leid der Apartheid zustehe.

Rechnet man die individuelle Entscheidung auf die Politik hoch, ergibt sich: Dem Weißen Mann, der begangenes Unrecht an der Welt wiedergutzumachen sucht, ist die Fähigkeit abhanden gekommen, seine Lebenswelt zu schützen. Aus Selbstzweifel und Schuldgefühlen läßt sich keine Kraft zur Selbstbehauptung schöpfen. Der Schriftsteller Matthias Politycki hatte 2005 im Essay „Weißer Mann – was nun?“ prognostiziert, daß Europa der „Eruption physischer Macht und der Brutalität des vitalen Lebens“ aus der Dritten Welt nicht viel entgegenzusetzen habe. Auch der westliche Feminismus, an dem Lury gesellschaflich zerbricht, wird damit hinfällig. Melanies eifersüchtiger Freund, anstatt mit David die Auseinandersetzung von Mann zu Mann zu suchen, hatte ihn bei Melanies bigottem Vater denunziert und der feministischen Lobby ausgeliefert. Unterm Strich hat der Feminismus sich im „Kampf der Kulturen“ als dekadenter Schwächefaktor erwiesen.

Lucy hatte gemeint, ihre Unterwerfung in ein Leben „ohne Papiere, ohne Waffen, ohne Besitz, ohne Rechte, ohne Würde“, sei „eine gute Ausgangsbasis für einen Neuanfang“. Welche Bilanz sie wohl im Angesicht der Randale von 2021 zieht?
John M. Coetzee ist beizeiten aus Südafrika ausgewandert und australischer Staatsbürger geworden. Er sah voraus, daß aus der anstrengenden Vielfalt eine schmerzhafte, am Ende lebensgefährliche Einfalt erwachsen würde. Was sehen wir heute?
… Alles vom 13.8.2021 von Thorsten Hinz bitte lesen
in der Jungen Freiheit 33/21, Seite 13