Bayerischer Hof kündigt MisesDe

Seit 2013 hält das libertäre „Ludwig von Mises Institut Deutschland“ seine jährlichen Tagungen im Münchner Hotel Bayerischer Hof ab. In dem 1841 eröffneten renommierten Haus übernachten Staatschefs und Monarchen, hier findet auch die alljährliche Münchner Sicherheitskonferen (MSC) statt. Jetzt hat das Hotel, das „seit jeher für Weltoffenheit, Toleranz, Vielfalt sowie die Grundwerte einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft“ steht, dem weltweit wohl wichtigsten Verein des Libertarismus nach 2026 gekündigt. Die Tagung am 17.10.2026 kann also noch stattfinden. https://www.misesde.org/2026/06/ludwig-von-mises-institut-deutschland-konferenz-2026/
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Im Namen von Weltoffenheit und Toleranz wird einem Instítut gekündigt, das genau für diese freiheitlichen Werte steht. Grotesk, es trifft ausgerechnet Ludwig von Mises: 1881 in Lemberg geboren, war einer der bedeutendsten Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie. Als liberaler Ökonom und Jude musste er vor den Nationalsozialisten fliehen, wurde Professor in der Schweiz und emigrierte schließlich in die Vereinigten Staaten.

Zu den Kündigungsgründen schweigt der Bayerische Hof. Es gibt nur Mutmaßungen: „Das Ergebnis der Recherche: Mitten in München konnte eine antidemokratische Gemeinschaft gedeihen, die bis in die USA vernetzt ist – und dessen Vertreter inzwischen im Landtag und um Bundestag sprechen. Bayerns Verfassungsschützer beobachten es bis heute nicht“ – schreibt die Münchener Abendzeitung. Zudem habe das Mises-Institut dem argentinischen Präsidenten Javier Milei einen Preis verliehen. Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) nennt das Gedankengut des Mises-Instituts „besorgniserregend“.

In ihrem Beitrag „Vor 92 Jahren setzte er sich von den Nationalsozialisten ab – heute wird das Mises-Institut gecancelt“ schreibt Zeinab Herz über Ludwig von Mises: „Sein Name hat mehr mit Weltoffenheit und Toleranz zu tun als die heuchlerischen Losungen der selbsternannten Sittenwächter in den Medien und der Politik“ (1).
In ihrem blinder Antikapitalismus versteigt sich die Linke dazu, Libertären eine Nähe zum Rechtsextremismus vorzuwerfen (2). „Jetzt ist sogar die Freiheit „Nazi“ – titelt die Berliner Zeitung (3).
26.8.2026
Dieser Text wurde ohne KI geschrieben.
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Ende von Beitrag „Bayerischer Hof kündigt MisesDe“
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Beginn von Anlagen (1) – (3)
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(1) Vor 92 Jahren setzte er sich von den Nationalsozialisten ab – heute wird das Mises-Institut gecancelt
1934 nahm Ludwig von Mises Abschied von Wien, 1938 raubten die Nazis seine Bibliothek. Heute wird sein Institut im Namen der „Weltoffenheit“ von einem Hotel ausgeladen und von Münchens grünem Oberbürgermeister zum politischen Verdachtsfall erklärt.
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Am 23. August 1934 stiegen Ludwig von Mises und seine spätere Frau Margit durch die österreichischen Alpen. Oben am Edelweißkopf angekommen, umgeben von Bergen, Wind und einer Ruhe, die in scharfem Gegensatz zu den politischen Verhältnissen im damaligen Österreich stand, erklärte Mises ihr, dass er Wien Anfang Oktober verlassen werde. Ihm war eine Professur am Genfer Hochschulinstitut für internationale Studien angeboten worden. Mises hatte zugesagt.
Margit von Mises setzt diese Szene in ihren Erinnerungen nicht zufällig unmittelbar hinter die Schilderung von Hitlers Aufstieg, der nationalsozialistischen Unruhen in Österreich und der Ermordung des österreichischen Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß. Mises habe genau gewusst, was Hitlers Machtzuwachs für Österreich bedeuten werde. Nur den Zeitpunkt der Katastrophe habe er nicht kennen können. Am 3. Oktober 1934 verließ er Wien tatsächlich in Richtung Genf.

Fast genau 92 Jahre später, am 23. August 2026, heizt sich in München eine Debatte darüber auf, ob ein Institut, das Mises’ Namen trägt und seine Lehren verbreiten will, noch als akzeptabler Vertragspartner gelten könne. Nach einem Bericht der Münchner Abendzeitung, der dem Institut eine Nähe zur AfD vorwarf, prüfte das Hotel, in dem 13 Jahre lang die jährliche Konferenz des Instituts stattfand, die Geschäftsbeziehung „erneut und umfassend“. Über das Jahr 2026 hinaus wolle man dem Institut keine Räume mehr überlassen. Der Bayerische Hof betonte, er stehe für „Weltoffenheit, Toleranz“ und die Grundwerte einer freiheitlichen Demokratie.

Noch viel bedenklicher als die Entscheidung eines privaten Hotels ist aber die politische Intervention. Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause bezeichnete das Gedankengut des Mises-Instituts gegenüber der Abendzeitung als „besorgniserregend“. Seine Folgerung lautete: „Der Staat darf auch nicht untätig bleiben.“ Sicherheitsbehörden und die sogenannte Zivilgesellschaft müssten wachsam sein. Der Vorwurf lautet nicht mehr bloß, einzelne Redner des Instituts verträten radikale oder falsche Auffassungen. Aus einer weltanschaulichen Kontroverse wird ein Gegenstand staatlicher Aufmerksamkeit.

Dabei hatte das bayerische Innenministerium noch im Oktober 2024 auf eine parlamentarische Anfrage geantwortet, die Konferenzen seien aus Sicht des Münchner Polizeipräsidiums stets störungsfrei verlaufen. Weder beim Polizeipräsidium noch beim Bayerischen Landeskriminalamt lägen Erkenntnisse im Sinne der abgefragten extremistischen Phänomenbereiche vor. Das Institut sei auch kein Beobachtungsobjekt des Landesamtes für Verfassungsschutz.
Um die historische Ironie dieses Vorgangs zu verstehen, muss man wissen, wofür Mises’ Österreichische Schule der Nationalökonomie steht. Sie geht von einem einfachen Gedanken aus: Nicht Staaten, Klassen oder abstrakte Kollektive handeln, sondern einzelne Menschen. Die Wirtschaft eines Landes ist kein statisches Gebilde, das vom Reißbrett eines Ministeriums aus geplant werden kann. Sie ist vielmehr ein dynamisches System, das die Entscheidungen und Präferenzen aller seiner Teilnehmer widerspiegelt und durch freie Preisbildung miteinander in Einklang bringt.

Preise helfen dabei, Entscheidungen von Individuen miteinander zu koordinieren. Sie zeigen, was knapp ist, was dringend gebraucht wird und wo sich eine Investition lohnt. In einer Planwirtschaft ohne Privateigentum und echte Marktpreise kann laut Mises nicht vernünftig berechnet werden, wofür Rohstoffe, Arbeit und Kapital am sinnvollsten eingesetzt werden sollen, was den Wohlstand der Menschen schmälert.
Was die Demokratie angeht, hat Mises selbst ihr einen entscheidenden Wert zugeschrieben. Demokratie war für ihn ein Mittel friedlicher Machtbegrenzung innerhalb einer liberalen Ordnung. Mit ihr lassen sich Regierungen ohne Revolutionen und Blutvergießen auswechseln. Sie ist jedoch kein Freibrief für Mehrheiten, Eigentum, Meinungsfreiheit oder Minderheitenrechte nach Belieben anzutasten.

Gerade diese Verbindung aus Individualismus, Privateigentum, freiem Austausch und Misstrauen gegenüber zentralisierter Macht sowie seine jüdische Abstammung machten Mises für die Nationalsozialisten zum Feindbild. Wie früh sie seinen Namen als politischen Makel behandelten, zeigt eine heute fast vergessene Episode.
Am 10. März 1933 veröffentlichte die Deutschösterreichische Tageszeitung, das Blatt der österreichischen Nationalsozialisten, den Artikel „Die Kandidatur Dr. Morgensterns“. Ziel des Angriffs war Oskar Morgenstern, ein Ökonom aus dem Umfeld von Mises. Der Wirtschaftshistoriker Hansjörg Klausinger fasst die nationalsozialistische Polemik so zusammen: Morgenstern sei als Jude, „Manchester-Liberaler“, Schüler von Mises und Protegé eines weiteren Funktionärs beschimpft worden. Der Angriff war so bedrohlich, dass Morgensterns Vater die Familiengeschichte untersuchen ließ, um die angeblich „arische Herkunft“ seines Sohnes nachzuweisen.

Die Wortfolge ist aufschlussreich. „Schüler von Mises“ stand in der nationalsozialistischen Denunziation neben „Jude“ und „Manchester-Liberaler“. Die Verbindung mit Mises galt selbst als Belastungsmaterial. Sein Name verkörperte für die österreichischen Nationalsozialisten gerade jene kosmopolitische, marktwirtschaftliche und individualistische Ordnung, die sie durch die rassisch definierte Volksgemeinschaft und einen totalitären Staat ersetzen wollten.

Nach dem Anschluss Österreichs im März 1938 verwandelte sich diese ideologische Feindschaft in staatliche Verfolgung. Die Universität Wien entzog Mises am 8. April aus rassistischen Gründen die Lehrbefugnis und vertrieb ihn formell aus der Universität. Er selbst befand sich bereits in der Schweiz. Seine Wiener Wohnung sowie seine umfangreiche Büchersammlung waren den Nationalsozialisten jedoch ausgeliefert.
Der Sicherheitsdienst hatte den Raub jüdischer und oppositioneller Bibliotheken systematisch vorbereitet. Beim Einmarsch in Österreich waren Namen, Adressen, Religionszugehörigkeiten und politische Verbindungen bereits auf Karteikarten erfasst. Mehr als 130 Tonnen Buch- und Aktenmaterial wurden aus Wien nach Berlin abtransportiert. Neben der bedeutenden Bibliothek der Israelitischen Kultusgemeinde beschlagnahmte der SD ausdrücklich die „Privatbibliotheken von Karl Adler, Ludwig Mises und Herbert Richter“. Das geraubte Material wurde danach als regional bedeutsam, „reichswichtig“ oder „vernichtungsreif“ eingestuft. Teile gingen an andere NS-Organisationen, andere wurden geplündert oder vernichtet.

Auch Hayek, ein Schüler von Mises und späterer Wirtschaftsnobelpreisträger, wurde durch den Nationalsozialismus zum Emigranten. Allerdings nicht in Form einer plötzlichen Flucht im Jahr 1938. Er hatte bereits 1931 einen Ruf an die London School of Economics angenommen. Nach dem Anschluss erhielt er 1938 die britische Staatsbürgerschaft. Seine räumliche Entfernung von Wien wurde nun zum dauerhaften Exil, während das intellektuelle Milieu seiner Jugend zerstört wurde.

Hayek beschränkte sich nicht darauf, aus sicherer Entfernung zuzusehen. Er verfasste Empfehlungsschreiben für gefährdete österreichische Wissenschaftler, darunter auch politisch links stehende Ökonomen, und reiste nach dem Anschluss noch zweimal nach Österreich, um überwiegend jüdischen Mitgliedern seines intellektuellen Kreises bei der Emigration zu helfen. Im April 1939 wagte er eine weitere Reise nach Wien, um im Auftrag von Mises dessen geraubte Unterlagen zurückzuerlangen. Der Versuch scheiterte. Die bedeutenden Mitglieder des Wiener „Geistkreises“ emigrierten, zwei von ihnen wurden nach Theresienstadt deportiert und ermordet. Mit ihrer Vertreibung verlor Wien eines seiner wichtigsten intellektuellen Milieus.

Damals trieb ein totalitärer Staat seine Gegner mit Verboten, Enteignung und Gewalt außer Landes oder machte sie mundtot. Zwar ist unsere heutige politische Ordnung nicht vergleichbar, doch in den letzten Jahren wurde immer häufiger versucht, durch eine andere, subtile und oftmals milde Kombination aus privaten und staatlichen Handlungen die Freiheit der Debatte und der Versammlung einzuschränken.
Bezogen auf diesen Fall: Ein Boulevardmedium erklärt Kontakte und unbequeme Gedanken zum Verdachtsmoment, ein Unternehmen zieht aus Sorge um seine Reputation die Tür zu, Politiker übernehmen die Einstufung und fordern schließlich eine weitere, nicht genauer definierte Untersuchung durch Sicherheitsbehörden. Denn Freiheit stirbt immer zentimeterweise.

Am 23. August 1934 blickte Ludwig von Mises von einem Alpengipfel auf das Land, das er liebte, und erklärte der Frau an seiner Seite, dass er es verlassen werde. Er ging, weil er früher als viele andere verstand, dass eine Ordnung der Freiheit nicht erst dann verloren ist, wenn die Grenzen geschlossen werden. Sie ist bereits bedroht, wenn Individualismus als Verrat, Liberalismus als Gefahr und die Begrenzung staatlicher Macht als Angriff auf die Gemeinschaft behandelt werden.

Am 23. August 2026 wurde in München darüber diskutiert, ob ein Institut in seinem Namen noch Räume erhalten dürfe und ob der Staat gegenüber seinem Gedankengut „untätig“ bleiben könne. Der Bayerische Hof darf seine Türen schließen. Aber er sollte dann nicht so tun, als sei Ausschluss die höchste Form des Einsatzes für Toleranz.
Die Berufung des Bayerischen Hofs auf seine „Weltoffenheit“ verleiht dem Vorgang eine beinahe groteske Pointe.
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Ludwig von Mises wurde 1881 im damals österreichisch-ungarischen Lemberg, dem heutigen Lwiw in der Ukraine, in eine jüdische Familie geboren. Er wuchs in Wien auf, ging 1934 als Professor nach Genf und floh 1940 vor dem deutschen Vormarsch über Frankreich, Spanien und Portugal in die Vereinigten Staaten. 1946 wurde er amerikanischer Staatsbürger. Ein galizischer Jude, ein Wiener Gelehrter, ein Professor in der Schweiz, ein Flüchtling und schließlich ein amerikanischer Staatsbürger und gefeierter Intellektueller: Sein Name hat mehr mit Weltoffenheit und Toleranz zu tun als die heuchlerischen Losungen der selbsternannten Sittenwächter in den Medien und der Politik.

… Alles vom 26.8.2026 von Zeinab Herz bitte lesen auf
https://apollo-news.net/vor-92-jahren-setzte-er-sich-von-den-nationalsozialisten-ab-heute-wird-das-mises-institut-gecancelt/
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(2) Linke werfen Liberalen und Libertären eine Nähe zum Rechtsextremismus vor. Dahinter steckt blinder Antikapitalismus
Liberale Denkfabriken, die sich der staatskritischen österreichischen Schule der Nationalökonomie verpflichtet fühlen, sind in das Visier linker Aktivisten geraten. Dabei muss in einer freien Gesellschaft auch die kritische Diskussion über den Sozialstaat und sogar über die Demokratie erlaubt sein.

… Alles vom 24.8.2026 bitte lesen auf
https://www.nzz.ch/der-andere-blick/linke-werfen-liberalen-und-libertaeren-eine-naehe-zum-rechtsextremismus-vor-dahinter-steckt-blinder-antikapitalismus-ld.10020790
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(3) Jetzt ist sogar die Freiheit „nazi“: Libertäres Ludwig-von-Mises-Institut gecancelt
Ein Münchner Nobelhotel setzt das libertäre Mises-Institut vor die Tür. Presse-Aktivisten missfällt, wie dort über Freiheit diskutiert wird.
München, die Hauptstadt der Bewegung im Kampf gegen rechts? Unter dem grünen Oberbürgermeister Dominik Krause spüren die weiß-blauen Antifanten Auf- und Rückenwind. Den Aktivisten ist keine Klinge zu stumpf. Und sie haben Blut gerochen. Das westdeutsche Bückbürgertum (© Ulf Poschardt) – konkret in Gestalt des Nobelhotels Bayerischer Hof – knickt ein wie anno dunnemals der preußische Generalstab vor Adolf Hitler.
… Alles vom 24.8.2026 bitte lesen auf
https://www.berliner-zeitung.de/article/libertaeres-ludwig-von-mises-institut-gecancelt-jetzt-ist-auch-die-freiheit-nazi-10324434

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