Oberibental

Home >Regio >Orte >StPeter  >Unteribental >Oberibental

Blick nach Süden über Oberibental zwischen St.Peter und St.Märgen in den Nebel am 23.10.2012

 

Wolfsteigehof Ibental: Zeburinder von Simon Schwär
Zebu-Rinder sind Hoffnungsträger für einen jungen Landwirt aus St. Peter
Mehr Vorschriften, sinkende Erträge, Klimaveränderung: Die Zukunft vieler Landwirte sieht nicht gerade rosig aus. Simon Schwär setzt auf seinem Hof im hinteren Ibental deshalb auf neue Methoden.
Ein Rebell? „Ich bin alles, nur das nicht“, sagt Simon Schwär und lächelt etwas verlegen. Er denke in manchen Bereichen vielleicht etwas anders als manche Kollegen, sagt der 36-jährige Landwirt, der seit 2012 den Wolfsteigehof im hinteren Ibental betreibt. Revolutionäres kann er darin nicht erkennen. Vielmehr begleiten ihn, seine Frau Myri und die drei Kinder dieselben Sorgen und Nöte der allermeisten Berufskollegen: Stagnierende, wenn nicht sogar sinkende Erträge, wachsende behördliche Anforderungen und nicht zuletzt die sich immer stärker bemerkbar machende Klimaveränderung. „Da kann einem schon bange werden“, sagt Schwär
….
Die Arbeit mit Bäumen und die Bewirtschaftung des Waldes nimmt einen nicht geringen Teil von Schwärs Arbeit ein. Kein Wunder: Rund 50 von insgesamt 77 Hektar Grund und Boden seines Hofes ist von Wald bedeckt.
…
Es ist ein Zwerg-Zebu, ein Buckelrind. Heimisch ist diese Art in Südostasien, doch es gibt sie auch in Südamerika. Auf kargeren Böden, die auch Schwär im Ibental sein eigen nennt, fühlt sich diese Rasse wohl. Die Tiere akzeptieren hohe Temperaturen ebenso wie pfeifenden Wind und Kälte. Schwär, der die Rasse bei Aufenthalten in Südamerika kennen und schätzen gelernt hat, glaubt, mit ihnen auch in St. Peter einen hoffnungsvollen Schritt in die Zukunft machen zu können. Erste Erfahrungen nennt er „ermutigend“.
…
Für Schwär ist es selbstverständlich, seinen Hof nach biologischen Grundsätzen zu bewirten, mittlerweile hat er das Biosiegel aber zurückgegeben. Aus Ärger über die aus seiner Sicht „irrsinnige Bürokratie und zum Teil unsinnigen Vorschriften“. Eine davon verlangte, dass er für jedes verkaufte Kilo Fleisch Name und Anschrift des Käufers angeben sollte. Datenschutz hin oder her. Unsinn, nennt er das und verweist gleichzeitig auf die großen Supermärkte, die ihre Bioprodukte „ohne solche Schikanen verramschen“ können. Gleichwohl sei er „ein großer Fan von ökologischer Landwirtschaft“. Auch ohne das behördliche Siegel arbeite er weiter nach biologischen Grundsätzen. Das sei er sich und seinen ethischen Grundsätzen schuldig.
„Die zunehmend wachsende Kluft zwischen Landwirten und großen Teilen der Bevölkerung“ machen Simon Schwär und seiner Frau jedoch noch größere Sorgen als der Klimawandel. Sie wünschen sich deshalb mehr Austausch und Verständnis für die Arbeit von Landwirten. „Wir sind nicht nur Lebensmittelerzeuger, sondern erhalten auch die Landschaft als Lebensraum für Mensch und Tier“, sagt er und verabschiedet sich in die Küche zu einer verdienten Kaffeepause mit seiner Frau.
… Alles vom 24.10.2026 von Michael Dörfler bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/zebu-rinder-sind-hoffnungstraeger-fuer-einen-jungen-landwirt-aus-st-peter

https://wolfsteigehof.de/
https://www.freiburg-schwarzwald.de/oberibental.htm#Wolfsteighof%20in%20Oberibental,%20Hofladen

 

Agrarpolitik für Bergbauern (wie den Luxhof) und Großbauern trennen
Der neuerliche Artikel über die Bauernproteste lässt mich wieder ratlos zurück. Die Familie Schwär mit ihrem Luxhof zwischen St. Peter und St. Märgen ist sehr sympathisch, der Hof in seiner bäuerlichen Vielfalt und mit schönen Ferienwohnungen wie aus dem Bilderbuch. Sie erzeugt wertvolle Produkte und vermarktet sie wahrscheinlich regional. Ähnlich sympathisch die regional vermarktenden Gemüse- und Obstbauern vom Tuniberg in einem früheren Artikel.
Wenig dazu passt der kürzliche Bericht über die 16 großen Milchproduzenten, die nicht mehr an die Schwarzwaldmilch liefern wollen, sondern an einen international agierenden belgischen Milchkonzern. Sie pokern mit ihrer großen Milchmenge um einen Vorzugspreis, den ihnen die genossenschaftliche Schwarzwaldmilch nur schwer zugestehen kann. Offensichtlich tut sich hier ein Widerspruch auf. Auf der einen Seite die jahrzehntealte Agrarpolitik des „Wachsens und Weichens“ von CDU und FDP, den Deutschen Bauernverbänden und der Agrarindustrie. Die hat hunderttausende Bauern ihre Höfe gekostet. Es war die Ausrichtung auf Massenproduktion, die die deutschen Agrarexporte in alle Welt und den wachsenden Widerspruch von Landwirtschaft und Umwelt mit sich gebracht hat.
Auf der anderen Seite die bescheidenen Versuche einer gesellschafts-, sozial und umwelttauglichen Landwirtschaftspolitik, Bauernhöfen wie dem Luxhof eine Zukunft zu geben. In den bäuerlichen Demonstrationen auf den Straßen geht unter, dass es den Großbauern einfach nicht passt, dass durch grüne Initiativen aus ihrem großen Subventionskuchen kleine Stücke für eine landschaftserhaltende, regionale und umweltverträgliche Landwirtschaft herausgebrochen wurden. Auch Ferienwohnungen wie die des Luxhofes können aus diesen umgewidmeten Subventionen gefördert werden. Viele Schwarzwaldbauern profitieren existenziell davon. Es ist klar, dass den Großbauern, die lieber Masse erzeugen und überregional nach Bestpreis vermarkten, diese grüne Ausrichtung nicht passt.
8.5.2024, Eckhard Engert, Freiburg
.
Leserbrief zu: „Was von den Bauernprotesten geblieben ist“, Beitrag von Eyüp Ertan und Florian Schmieder (Politik, 3. April, 2024):
https://www.badische-zeitung.de/was-von-den-bauernprotesten-in-suedbaden-geblieben-ist

 

 

Oberibental – Ortsteil von St. Peter

Das idyllische und stille Ibental führt vom Dreisamtal über Buchenbacher Gemarkung (Unteribental) und St. Petermer Gemarkung (Oberibental) bis hoch nach St Märgen – von Südwesten nach Nordosten. Ins Oberibental gelangen Sie zu Füß vom Unteribental und mit dem Pkw von St.Peter-Schweighof, St.Peter-Bushof sowie von St.Märgen-Zwerisberg her.

Bilder

                   
(1) Blick nach Süden übers Oberibental am 23.10.2012
                   
(4) Auf dem Kapfenberg  23.10.2012    (5) Blick übers Oberibental zum Zwerisberg  (6) Blick west gen St.Peter
         
(7) Blick vom Zwerisberg nach Nordwest     (8)  … hinten St.Peter im Nebel

Am 23.10.2012: Nebel in Freiburg, im Rheintal, Dreisamtal und auch in St.Peter Ort. Oberibental hingegen in der Sonne bei annähernd 20 Grad.

 

Bilder – Oberibental im Schnee

                   
(1) Hummelhof 8.3.2013                              (2) Fewos Hummelhof               (3) Steinhäusle
                   
(4)  Gerngroßhof – Blick nordost                 (5) Dieschenhof am 8.3.2013     (6) Dieschenhäusle Zwerisberg
                   
(7) Oberibental südwärts                          (8) Oberibental ostwärts              (9) Bushof und Bushäusle
                    
(10) Dieschenhof und Bushof         (11) Kapfhof und Kapfenmathos oben          (12) Dieschenhäusle

(13) Dieschenhof am 8.3.2013

(9) Blick vom Zwerisberg nach Nordosten zu Bushof und Bushäusle (oben) sowie Dieschenhof (rechts) am 8.3.2013
(10) Blick vom Zwerisberg nach Norden über den Dieschenhof zum Bushof am 8.3.2013
(12) Blick vom Zwerisberg nach Norden übers Dieschenhäusle/Zwerisberg zu Kapfhof und Kapfenmathishof am Kapfenberg am 8.3.2013

Schreibe einen Kommentar