Als Michel Houellebecq’s Buch „Unterwerfung“ im Jahr der Merkel’schen Grenzöffnung 2015 erschien, also vor nunmehr 10 Jahren, war die Aufregung vor allem von linker Seite groß. In den Medien die üblichen Phrasen: Verschwörungstheoretiker, Schwurbler, Muslimhasser, Spalter. Doch die anfänglichen Vorwürfe, Houellebecq’s Bücher seien islamfeindlich oder gar rassistisch, sind längst ins Leere gelaufen, mehr noch, sie haben sich ins Gegenteil verkehrt: Das Buch „Unterwerfung“ diagnostiziert das Ende des Atheismus und die Rückkehr der Religionen im alten Europa – auch die des Katholizismus, in der so viel Kraft steckt.
Die von Houellebecq 2015 beschriebene Unterwerfung Frankreichs unter den Islam entspricht der Einschätzung von Papst Benedikt XVI zum Islam: „Er bietet eine geistige Grundlage, die dem alten Europa abhanden gekommen zu sein scheint. (…) Mit dem Sieg der technisch-säkularen Welt, mit der Universalisierung ihres Lebensmusters und ihrer Denkweise verbindet sich weltweit, besonders aber in den nicht-europäischen Welten Asiens und Afrikas der Eindruck, dass die Wertewelt Europas eigentlich schon abgetreten sei, dass nun die Stunde der Wertesysteme anderer Welten, etwa des Islams und der asiatischen Mystik gekommen sei. Europa scheint in dieser Stunde seines äußersten Erfolgs von innen her leer geworden.“
Im Spiegel-Interview verriet Michael Houellebecq, daß der Buchtitel „Unterwerfung“ ursprünglich „Bekehrung“ heißen sollte. Doch daraus wurde nichts, vielleicht weil „Islam“ wörtlich übersetzt ebenfalls „Unterwerfung“ bedeutet und Houellebecq als Schriftsteller natürlich Wortspiele liebt.
Inzwischen ist aus dem Fantasieroman „Unterwerfung“ ein anerkanntes Sachbuch geworden. Die Fiktion wurde zur Realität, nicht nur in Frankreich. Als Friedrich Merz dem Druck von Links und Islamismus nachgab und am 10.8.2025 sein Waffenembargo gegen Israel verkündete, tauchten in Berlin’s Strassen Parolen mit „Houellebecq“ und „Unterwerfung“ auf – zur Erinnerung und zur Mahnung.
Für die, die den 270 Seiten starken Roman „Unterwerfung“ nicht lesen wollen (schade, denn schon alleine der Erzählstil von Houellebecq ist wirklich großartig), hier eine Kurzbeschreibung:
Nachdem im französischen Wahlkampf beim ersten Urnengang der Front National FN (heute Rassemblement National RA) gewonnen hatte, schließen sich Sozialisten und Muslime zusammen, um Marie le Pen als Staatspräsidentin zu verhindern. Bürgerkriegsähnliche Unruhen brechen aus. Mohamed Ben Abbes leitet die Koalitionsverhandlungen im Lager des IslamoGauchisme, die geheim geführt werden, damit die Franzosen nichts vom Plan erfahren, eine islamische Gesellschaftsordnung einzuführen. Dennoch lassen die Strassenkämpfe nicht nach, auch nicht nach Verhängen einer Nachrichtensperre. Die meisten in Frankreich lebenden Juden verlassen das Land. Es brodelt nicht nur in den urbanen Zentren.
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Schließlich scharen sich alle Parteien um den charismatischen Mohamed Ben Abbes mit dem einzigen Ziel, den FN an der Machtübernahme zu hindern. Auch die reiche französische Oligarchie und die linken NGOs machen mit. Letztendlich stimmen sie alle zu, daß Abbes als neuer Staatspräsident die Verfassung des Laizismus (strenge Trennung von Kirche und Staat) in eine des Kalifats (Islam als Staatsreligion) ändert, um so dem politischen Islam mit Koran, Scharia, Polygamie und Patriarchat zur Macht zu verhelfen.
Der von Michel Houellebecq 2015 erschienene Roman „Soumission“ spielt im Frankreich des Jahres 2022. Heute schreiben wir das Jahr 2025 allüberall in Europa.
14.8.2025
Michael Houellebecq: Unterwerfung
(franz: Soumission)
1. Aufl. 2015, 271 Seiten, Dumont, 10.99 Euro
„Nichts für intellektuelle Feiglinge“ (DIE ZEIT)
„Dafür ist Literatur erfunden worden“ (FAZ)