Josefskrankenhaus

Home >Business >Gesund >Klinik >Herdern >Josefskrankenhaus

Blick nach Osten über das Dietenbach-Gelände - links Zubringer Mitte mit Dreisam

Blick nach Osten über das Dietenbach-Gelände – links Zubringer Mitte mit Dreisam

 

Was Artemed im St. Josefs- und Loretto-Krankenhaus vorhat
Am 1. Oktober 2020 hat die Artemed-Gruppe das St. Josefs- und das Loretto-Krankenhaus in Freiburg übernommen. Was der neue Betreiber dort vor hat? Ein Gespräch mit den Geschäftsführern. ….
Die wichtigste Aufgabe sei nun, die Häuser klar zu positionieren, sagt Benjamin Behar, Mitglied der Geschäftsführung von Artemed. Die Profile der Krankenhäuser sind bekannt, sollen aber geschärft werden.
Das St. Josefs ist nach der Uniklinik wichtigstes Notfallzentrum Freiburgs. Die Zahl der Fälle ist seit 2015 um 3000 auf 21 000 pro Jahr gestiegen. Die Gründe dafür: Bevölkerungszuwachs, steigendes Durchschnittsalter, sagt Behars Kollege Frank Lörscher. Dazu komme der Trend, dass es Patienten im Notfall in die größte Stadt der Gegend ziehe, ergänzt Behar. Mit der bestehenden Unfallchirurgie und einer breit ausgerichteten, aber auch spezialisierten internistischen Abteilung sei das St. Josefs „super aufgestellt“. Den Bau einer zentralen Notaufnahme hoffen die beiden in den nächsten zwei Jahren angehen zu können.
Der andere Schwerpunkt des St. Josefs ist die Frauenklinik. Mit Chefärztin Bärbel Basters-Hoffmann und den Neugängen Michaela Bossart und Alexandra Sallmann decke das Haus die Felder Geburtsmedizin, Gynäkologie, onkologische Chirurgie und Brustkrebs mit ausgewiesenen Spezialistinnen ab, „die sich alle um die Patientinnen kümmern“.
… Alles vom 8.7.2021 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/was-artemed-im-st-josefs-und-loretto-krankenhaus-vorhat–203233840.html
.
Kommentare:
Notfallversorgung im Umland eingeschränkt
Die Aussage der Geschäftsführer der Artemed bezüglich der steigenden Patientenzahlen in der Notfallversorgung, begründet durch steigendes Alter der Patienten, und der Trend, dass Patienten es im Notfall in die größere Stadt zieht, sind nicht ganz richtig.
Den Herren ist sicher entgangen, dass kleinere Krankenhäuser, wie beispielsweise die Becker-Klinik in Bad Krozingen, nur noch eine eingeschränkte Notfallversorgung (Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr) anbieten und am Wochenende gar nicht! Diese Einschränkungen sind durch die Politik erfolgt, nicht weil es die Patienten an Klinikzentren zieht. Wenn man schon als Geschäftsführer der Artemed solche Feststellungen über die Notfallversorgung publiziert, sollten diese umfassend und belastbar sein.
Es waren und sind bezüglich der Notfallversorgung einige Bürgerinitiativen aktiv – leider, „Corona sei Dank“, ohne den gewünschten Erfolg –, um die komplette Notfallversorgung, durch kleinere Kliniken, im Umland zu erhalten.
12.7.2021, Horst Lorenz, Bad Krozingen, BZ

Seit vier Monaten warte ich auf Antwort – Pflegedienstleistung im Loretto?
Ich wurde Ende März dieses Jahres im Lorettokrankenhaus gut und erfolgreich operiert. Auf interne Anregung habe ich danach eine Patientenbeurteilung über meinen Aufenthalt schriftlich an die in Ihrem Artikel abgebildeten Geschäftsführer geschrieben. In Kopie ging dieser auch an die Leiterin des Qualitätsmanagements, Frau Richthammer. Diese Beurteilung war übrigens durchweg positiv, enthielt aber auch kritische Punkte, insbesondere zu dem von Ihnen erwählten Thema „moderne Ausstattung“ sowie zur Pflegedienstleitung.
Seit fast vier Monaten warte ich – trotz Ermahnung – auf Antwort.
Das zeigt mir, dass den Herren Geschäftsführern Behar und Löscher sowie dem Qualitätsmanagement nicht wirklich an dem Thema „Mehr Zeit für Patienten“ gelegen ist.
Thomas Bruhn, Bad Krozingen , 12.7.2021,
.
Artemed RKK-Kliniken: Sicht der Ärzte und Pfleger?
Mit Interesse habe ich den Artikel gelesen. Er hat mich in meiner Verwunderung bestärkt, dass nach Übernahme von Krankenhäusern durch private Träger diese wieder mit Gewinn betrieben werden – was staatlichen, städtischen und kirchlichen Trägern offenbar nicht gelingt.
Das Rezept scheint immer gleich zu sein: Verschlankung durch Personalabbau und Outsourcing. Zudem strebt man eine Spezialisierung auf gewinnträchtige Medizinsparten an. Das Interesse der Patienten auf eine gute Versorgung gerät dabei immer mehr aus dem Blickfeld. Die Anschaffung teurer medizinischer Apparaturen überzeugt nicht, wenn das Personal zur Bedienung und zur guten Pflege der Patienten (das mehr und mehr in die nahe Schweiz zur Arbeit pendelt – man darf raten, warum…) nicht mehr vorhanden ist.

Der Verweis auf Digitalisierung, um den Personal mehr Zeit bei der Operation (wird da zur Zeit auch „gehetzt“?) und am Krankenbett zu ermöglichen, erscheint mir eine gelungene Mär zu sein. Es geht doch wohl vor allem um „Jobenrichment“: Arbeitsverdichtung.

Alles unter dem Gesichtspunkt der Gewinnmaximierung! Man darf getrost davon ausgehen, dass kein einziger Euro investiert wird, der sich nicht zigfach lohnt: sehr zum Wohle des Krankenhausbetreibers (17 Kliniken!) – ob auch zum Wohle der Angestellten geschweige denn der Patienten, sei zur Diskussion gestellt!
Unter diesen Aspekten wäre es für mich interessant, auch einmal statt aus der Perspektive der Geschäftsführung eine Stellungnahme des betroffenen Ärzte- und Pflegepersonals zu lesen. Hier bietet sich ein interessantes Recherchethema für engagierte, eventuell investigative Journalisten an!
Und wenn Sie jemanden kennen, der sich in letzter Zeit einem Krankenhausaufenthalt unterziehen musste, fragen Sie ihn mal, wie ihm das Essen geschmeckt hat!
20.7.2021, Herrmann Groteloh, Freiburg, BZ
 

 

Artemed übernimmt Josefs- und Lorettokrankenhaus
Die Artemed-Klinikgruppe mit Sitz in Bayern will Freiburgs traditionsreiche katholische Krankenhäuser übernehmen. Investition in zweistelliger Millionenhöhe sind geplant.
… Alles vom 14.8.2020 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/klinikgruppe-aus-bayern-uebernimmt-freiburgs-katholische-krankenhaeuser–191606036.html

 

Josefs- und Lorettokrankenhaus sind für Freiburg unverzichtbar
Schade, dass die katholischen Kliniken künftig nicht mehr von Ordern geführt werden. Wichtiger ist aber eine optimale medizinische Versorgung – die kann auch mit dem neuen Eigentümer gelingen. …
Es geht eine Ära zu Ende, wenn das 1886 gegründete St. Josefskrankenhaus in Herdern und das 1921 eröffnete Lorettokrankenhaus in der Wiehre nach so vielen Jahrzehnten nicht mehr von Orden geführt werden. Gleichzeitig ist es aber auch eine wichtige und gute Nachricht für Freiburg, dass das St. Josefs- und das Lorettokrankenhaus im zweiten Anlauf einen Investor gefunden haben, der den Fortbestand der beiden Häuser, den Erhalt der rund 2000 Arbeitsplätze und vor allem die notwendigen Millioneninvestitionen in die Zukunft garantiert. Und diese Garantien sind wichtig, um hochqualifiziertes Personal zu bekommen und zu halten.
… Kompletten Kommentar vom 14.8.2020 von Joachim Röderer bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/josefs-und-lorettokrankenhaus-sind-fuer-freiburg-unverzichtbar

.

 

Josefskrankenhaus in Freiburg-Herdern

St. Josefskrankenhaus, Sautierstraße 1, 79104 Freiburg-Herdern, Tel 0761/2711 – 1
info@rkk-sjk.de,   www.rkk-sjk.de

Das St. Josefskrankenhaus wirde bis 2013 für 60 Millionen Euro erweitert. Danach geben sich die Häuser ein neues Profil: Das Loretto wird die Chirurgische und Innere Abteilung aufgeben – diesen Part übernimmt das     Josefskrankenhaus. Dafür werden dann im Loretto die bereits bestehenden Schwerpunkte Orthopädie und Urologie noch ausgebaut, wie auch die Hals-Nasen-Ohren-Abteilung,die Intensivstation und Anästhesie.

SJK im Regionalverbund kirchlicher Krankenhäuser
Zum Anfang 2000 gegründeten Regionalverbund kirchlicher Krankenhäuser (Jahresumsatz 2006: 73 Millionen Euro) gehören in Freiburg das St. Josefs-, das Loretto- und das St. Elisabethkrankenhaus sowie das Hospiz „Karl Josef“ und das Bruder-Klaus-Krankenhaus in Waldkirch.
Insgesamt stehen in den Kliniken 623 Betten zur Verfügung. www.rkk-ggmbh.de

 

.

Josefskrankenhaus: Der tägliche Corona-Kampf auf einer Isolierstation
In Nahdistanz zum Coronavirus, Tag für Tag: Ein Team aus Ärzten und Pflegern arbeitet auf der Isolierstation des Freiburger St. Josefskrankenhauses – in der es manchmal auch nach Chili con carne riecht.
„Stop. Isolationsbereich. Kein Zutritt.“ Rote Schilder an der Milchglasscheibe warnen vor dem Betreten der Isolierstation. Eine Station, die vor sechs Wochen im St. Josefskrankenhaus in Freiburg aus dem Boden gestampft worden ist. Hinter der Scheibe, in der roten Zone, kämpft seither Tag für Tag ein Team aus Ärztinnen und Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern in Zwölf-Stunden-Schichten gegen ein Virus, das die ganze Welt seit Wochen in Atem hält und die 1886 gegründete Institution des Freiburger Gesundheitswesens in einen Ausnahmezustand versetzt hat: Sars-CoV-2.
50 Patientinnen und Patienten werden aktuell im Josefs- und im ebenfalls zum Regionalverbund kirchlicher Krankenhäuser (RKK) gehörenden Lorettokrankenhaus behandelt. Zehn Infizierte sind in den vergangenen Wochen in den beiden Häusern an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, vorwiegend ältere Menschen mit Vorerkrankungen. Die zwei RKK-Kliniken verfügen zusammen über 489 Betten, zehn Prozent davon im Intensivbereich. Derzeit befinden sich 15 Infizierte auf der Intensivstation, fünf weniger als Anfang April.
„Wir sind aber immer noch im Krisenmodus, weit weg vom Normalgeschäft“, sagt Thorsten Vowinkel, der Ärztliche Direktor. Mit Sorge blicken sie im „Josefs“ auf die Flaneure in der Kaiser-Joseph-Straße und die Menschenschlangen vor den Eisdielen, vernehmen voller Skepsis die Rufe nach noch mehr Lockerungen. Es ist die Sorge vor der zweiten Welle. Davor, dass „dann unser System aus der Kurve fliegt“, wie der Medizinprofessor Vowinkel sagt. Deswegen hält das Josefskrankenhaus weitere Betten frei, auch wenn nun nach und nach ein Teil der wegen Corona verschobenen Operationen nachgeholt werden soll. Und nachdem es über Wochen kaum noch Brüche oder Verbrennungen, Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu geben schien, ist auch die Notaufnahme wieder etwas stärker frequentiert.

Die vermeintliche Grippe war doch Covid-19: Der Autor dieses Beitrags, Joachim Röderer, hat sich Mitte März mit dem Sars-Cov-2 Virus infiziert. Es war ein langer Weg bis zum positiven Test – und glücklicherweise ein milder Krankheitsverlauf.

Wer als Patient ins Haus kommt, wird gleich am Eingang von zwei Mitarbeitenden durchgecheckt und einem von drei Bereichen zugeteilt: Grün heißt „kein Corona“, gelb „unklarer Status“. Rot bedeutet „infiziert“. Innerhalb von kurzer Zeit wurde das Innenleben des St. Josefskrankenhauses umstrukturiert und auf Corona ausgerichtet. Früh wurde zum Schutz von Patienten und Personal ein Besuchsverbot erlassen, seit Wochen ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für alle Pflicht – nicht nur auf der Covid-19-Station.

Dort, hinter der Tür mit dem Stoppschild, säumen Sauerstoffflaschen die Flure. Am Ende des langen Ganges lagern auf Holzpaletten gut 40 große Kisten. Dem Chefapotheker ist es gelungen, ausreichend Schutzmaterial zu besorgen. Kittel, Handschuhe und Hauben etwa für Krankenschwester Anna Tränkle. In voller Montur steht sie am Bett einer Patientin und richtet ihr behutsam die Atemschutzmaske. Sie gehe heute nicht besorgter zur Arbeit als zu Vor-Corona-Zeiten, sagt sie. Anfangs habe sie Angst gehabt vor der emotionalen Belastung. Doch die habe sich gelegt. „Auch durch die vielen Glücksmomente, die wir erlebt haben“, so Tränkle: Als etwa ein 89-jähriger Patient nach überstandener Corona-Infektion entlassen werden konnte. Gerührt habe sie auch das über 80 Jahre alte Ehepaar, das sich ein Zimmer teilte und sich immer gegenseitig beim Anlegen der Atemmasken unterstützte. Und für große Erleichterung sorgt in der Belegschaft auch, dass die Sicherheitsvorkehrungen wirken.
.
Bisher gab es im RKK-Krankenhausteam nur drei Ansteckungen – bei 1800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zwei davon haben sich Thorsten Vowinkel zufolge im privaten Bereich angesteckt, nur einer im Krankenhaus. Der Schutz der Mitarbeiter sorgt für Zusatzkosten in Höhe von 50.000 Euro – pro Woche. Es sei kein Problem gewesen, genug Mitarbeitende für die Covid-19-Station zu finden, sagen die RKK-Pflegedienstleiter Andreas Bernhard und Pascal Kuske.
„Wir sind in dieser Zeit in unseren beiden Häusern über alle Berufsgruppen hinweg noch einmal unglaublich stark zusammengewachsen“, meint Kuske. Im Isolierbereich arbeiten auch Reinigungskräfte und Techniker. Die haben nicht nur Stationen umgesiedelt, Wände versetzt und Geräte besorgt, sondern in den Zimmern die Belüftung auf Unterdruck gestellt und in den Fluren und den Stationsräumen auf Überdruck. „So wird verhindert, dass die Virus-Aerosole über die Raumluft aus den Zimmern gelangen“, erklärt der Technische Betriebsleiter Jens Renzow.
Für das Team auf der Covid-Station sind Essen und Getränke kostenlos. Gerade ist Mittagszeit. Der würzige Duft von Chili con carne übertüncht den Desinfektionsmittelgeruch. Eine Tür, auf der ein weiteres Stoppschild klebt, führt auf die Intensivstation des Covid-19-Bereichs. Hier liegen die Patienten, die intubiert und an Beatmungsgeräte angeschlossen werden mussten. Die Türen sind bunt, mit Fingerfarben sind Tintenfische, Schweine oder Marienkäfer aufgemalt. „Hier war bis vor kurzem noch eine Kinderstation“, erklärt Stephan Sorichter, der Chefarzt der Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin.
Gleich zu Beginn der Corona-Krise sind die Intensivkapazitäten im Josefs- und Lorettokrankenhaus verdreifacht worden. Denn das war vor vier, fünf Wochen die große Angst: Reichen die in der Stadt und der Region vorhandenen Kapazitäten für die erste Welle an Erkrankten aus? Aktuell reichen sie. Dazu haben der Lockdown und die Disziplin der Menschen den entscheidenden Beitrag geleistet, da ist sich der Chefarzt sicher. So sei vermieden worden, dass es im Josefskrankenhaus zu Zuständen wie in Kliniken im Elsass oder in Oberitalien kam.
Grafiken: Das Coronavirus in Freiburg, Südbaden und Baden-Württemberg

Die RKK-Häuser hatten sich für den Fall der Fälle jedoch vorbereitet. Ein Ethikbeirat aus früheren Chefärzten wurde installiert, ein Triagekonzept erarbeitet. So sollte geregelt werden, wer ein Beatmungsgerät bekommt, wenn nicht genug für alle Patienten da sein sollten. Für Mitarbeiter gab es Schulungen, ein Sorgentelefon wurde geschaltet, Seelsorge angeboten. Seit fünf Wochen verstärken zwölf Bundeswehrsoldaten das Josefs-Team. „Das läuft wirklich sehr gut“, sagt Sorichter.
Und jeden Tage lerne man mehr über das Virus. So habe man beispielsweise nach den ersten Wochen mit Covid-19-Patienten die Therapie umgestellt, berichtet Stephan Sorichter, ein anerkannter Spezialist für Lungenkrankheiten. „Basierend auf den Erfahrungen in China und Italien haben wir uns entschieden, weniger Patienten zu intubieren.“ Bei etwa 20 Prozent der Erkrankten mit Lungenproblemen helfe auch das sogenannte CPAP-System. Dabei führt ein Schlauch zu einer Gesichtsmaske mit Virenfilter. Anders als ein Beatmungsgerät übernimmt CPAP die Atmung des Patienten nicht vollständig, unterstützt ihn aber dabei. Die Behandlung ist nicht invasiv, es braucht keine Narkose, der Patient muss nicht auf die Intensivstation. „Wir haben mit CPAP gute Erfolge erzielt“, so Chefarzt Sorichter.
Wenn sich der Zustand des Infizierten nicht bessert, kommt er an das Beatmungsgerät. Damit mehr Sauerstoff in die Lunge gelangt, werden die Patienten teils für 18 Stunden auf Bauchlage gedreht, erklärt der Intensiv- und Notfallmediziner Michael Müller. Solche und andere Erfahrungen tauschen die RKK-Kliniken in einem Arbeitskreis aus, zu dem sie sich mit der Freiburger Universitätsklinik, dem Diakoniekrankenhaus und sieben weiteren Akutkrankenhäusern aus dem Umland vernetzt haben. Mittlerweile wissen alle: Es gibt bei unterschiedlichen Patienten sehr unterschiedliche Symptome. „Das Virus scheint hinterlistig zu sein“, so Vowinkel. Und die Tests auf Corona brächten nicht immer die erhoffte Klarheit: Etwa 20 Prozent der negativen Tests seien falsch.
Die Corona-Krise ist für die Krankenhäuser ein riesiger finanzieller Kraftakt. Der Klinikchef hofft, dass die Politik das in den Blick nimmt. Die Lehren müssten gezogen werden, sagt Pflegedienstleiter Kuske mit Blick auf die Bedingungen fürs Personal. Natürlich seien die Transparente, sei der Applaus von den Balkonen toll. Über die Bezahlung müsse man sprechen. „Wir müssen vor allem mehr Kolleginnen und Kollegen ans Patientenbett bekommen“, stellt Pascal Kuske klar.
Josefs- und Lorettokrankenhaus haben ihr Personal aufgestockt. Auch weil die Teams auf den Stationen mehr mit den Patienten reden müssen, die ja keinen Besuch empfangen dürfen. Um diesen dennoch den Kontakt zur Familie zu ermöglichen, hat das „Josefs“ zwei Tablets für Videotelefonate angeschafft. Liegt ein Patient im Sterben, darf ein Familienmitglied ans Krankenbett. „Das hilft, aber natürlich ist es für die Familien schwierig, die Wahl zu treffen“, weiß Professor Sorichter.
.
Niemand in der roten Zone und auch niemand im Josefs- und Lorettokrankenhaus glaubt, dass die Corona-Krise auch nur ansatzweise durchgestanden ist. Ganz im Gegenteil: Damals bei der spanischen Grippe sei die zweite Welle die tödlichere gewesen, weiß Klinikchef Vowinkel, ein sachlicher Mediziner, der in keiner Weise zum Alarmismus neigt. Hier im Krankenhaus wissen sie auch, dass draußen viele die Sterberate in Frage stellen. Vielleicht, so mutmaßen manche, sei Covid-19 ja doch nicht so gefährlich, wie in den Medien und von der Politik behauptet. In der roten Zone kann Pflegedienstleiter Kuske darüber nur den Kopf schütteln: „Die können gerne alle mal einen Tag hier mitarbeiten. Dann würden sie ihre Meinung ändern.“
… Alles vom 24.4.2020 von Joachim Röderer bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/in-der-roten-zone-der-taegliche-corona-kampf-auf-einer-isolierstation–185111707.html

Schreibe einen Kommentar