Goethe in einfacher Sprache?

An immer mehr Gymnasien lesen die Schüler im Deutschunterricht die Klassiker wie Lessing, Goethe und Schiller häufig nicht mehr im Original, sondern in „einfacher Sprache“, d.h. in um bis zu 15 Prozent gekürzten Versionen. Fakt ist, daß dies keine Bereicherung darstellt, sondern eine Verarmung. Umstritten und vielfältig hingegen sind die Gründe bzw. Aspekte, die für eine solche geistige Verarmung der Jugend angeführt werden:
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Man sucht permanent nach Ausreden. um den Bildungsstandard in Deutschland zu senken – durch Vereinfachen oder Weglassen. Eine solche lautet, die Literatur von Goethe sei zu schwer. Schließlich sollen über 50 % eines Jahrgangs das Abi machen. Und die Vereinfachung ist notwendig, um weiter Abitur-Durchschnittsnoten mit 1.x für möglichst die Hälfte der Abiturienten zu erreichen.

Wenn Berlins Schülersprecher Orçun Ilte sagt, „Im Deutschunterricht gibt es bei ‚Faust‘ … wenig bis gar keine Anknüpfungspunkte für viele Schüler mit Migrationsgeschichte“, dann liegt dem das „umgekehrt rassistische Missverständnis“ (1) zugrunde, nach dem nur bio-deutsche Schüler über ein Klassiker-Verstehen-Gen verfügen würden.

Es sind nicht nur die „Migrationshintergrundler“, die keine komplexeren Sprachinhalte verstehen können und mit der deutschen Sprache überfordert sind, sondern vermehrt auch die „Autochthonen“.

Goethe und Schiller haben „nichts mit dem Alltag von Schülern mit Migrationshintergrund zu tun“ – so Berlins Landesschülersprecher. Doch, denn wenn ich mich integrieren will und meine neue Heimat verstehen will, dann gehört Goethe nun mal dazu.

Die Migration als Grund für die Vereinfachung im Literaturunterricht heranzuziehen, ist falsch: Damit unterstellt man ihnen weniger Grips, Motivation und Ausdauer.

Einfache Sprache bedeutet Kulturverlust.

Wenn ich mich in den Iran integrieren möchte, muß ich auch die wunderbaren Gedichte von Hafis lesen und zu verstehen suchen.

In Deutschlands wird jetzt alles „vereinfacht“ – auch Einwanderung in die Sozialsysteme und die Einbürgerung. Die Tagesschau ab sofort in „einfacher“ Sprache. Deutschland ist jetzt ein Land der Vereinfachung bzw. Simplifizierung. Nur die Steuern und Abgaben. werden erhöht. Zur Simplifizierung: „Du Simpel“ ist dabei, es vom Schimpfwort zur Lobeshymne zu schaffen.

Viele Schüler werden das Gefühl haben, unter Niveau behandelt und nicht mehr ernst genommen zu werden.

Das Tragische an dieser Sprachvereinfachung (5) deutscher Literatur von Goethe, Lessing und Schiller ist, daß junge Migranten zu Bürgern zweiter Klasse erzogen werden. Minder-Bildung statt Integration. Goethe im Original gibts nur an den Privatschulen und diese werden ausschließlich von Bio-Deutschen besucht.

Wir enden vielleicht nicht in der Sprachlosigkeit, aber in einer sprachlich-intellektuellen Banalisierung. Alles einfach nur einfach.
Ende Aspekte.
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Nationaldichter repräsentieren die Kultur eines Landes in besonderem Maße. Was William Shakespeare (1564-1616) für England oder Hafis (1320-1389) für den Iran ist, das ist Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) für Deutschland. Undenkbar (für das Mullah-Regime wie die nun hoffentlich folgende Demokratie), die Gedichte von Hafis (auch Hafes bzw. Hafez genannt) würden im Iran in der Schule nur noch vereinfachter Sprache gelesen. Auch Goethe zählte zu den großen Bewunderen des großen Mystikers Hafis (mehr hier).

Goethe über Hafis:
Und mag die ganze Welt versinken,
Hafis mit dir, mit dir allein Will ich wetteifern!
Lust und Pein Sei uns, den Zwillingen, gemein!
Wie du zu lieben und zu trinken,
Das soll mein Stolz, mein Leben sein.

Du bist der Freuden echte Dichterquelle
Und ungezählt entfließt dir Well’ auf Welle.
Zum Küssen stets bereiter Mund,
Ein Brustgesang, der lieblich fließet,
Zum Trinken stets gereizter Schlund,
Ein gutes Herz, das sich ergießet.
14.1.2026
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Ende von Beitrag „Goethe in einfacher Sprache?“
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Beginn von Anlagen (1) – (6)
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(0) Realschule statt Gymnasium?
„Es ist nicht schlimm, wenn man von Goethe überfordert ist. Es ist nicht schlimm, ihn nur in vereinfachter Sprache lesen zu können. Dafür gibt es eine Lösung, sie heißt Realschule.“
Benedikt Brechtken, Kommentator, auf X am 11. Januar 2026
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(1) Bildung: Berlin kapituliert vor Goethe
… in mal wieder. Die Hauptstadt der Kapitulation vor den Verhältnissen. Die Avantgarde des Niveausenkens. Dort lesen Schüler an Gymnasien Klassiker wie Lessing, Goethe und Schiller häufig nicht mehr im Original, sondern in sprachlich vereinfachten und um bis zu 15 Prozent gekürzten Versionen – beispielsweise aus der Reihe „Einfach deutsch“ des Cornelsen-Verlags.

Der absurdeste Beitrag zu dieser neuen Klassikerdebatte kommt, wie man es mittlerweile fast erwartet, vom Landesschülerrat Berlins. Dessen Sprecher lässt sich im „Tagesspiegel“ zitieren: „Im Deutschunterricht gibt es bei ‚Faust‘ oder ‚Der zerbrochne Krug‘ wenig bis gar keine Anknüpfungspunkte für viele Schüler mit Migrationsgeschichte.“ Dem liegt das umgekehrt rassistische Missverständnis zugrunde, biodeutsche Schüler hätten ein Klassiker-Gen, das es ihnen ermögliche, Goethe und Kleist leichter zu verdauen – was Migrantenkindern qua Herkunft unmöglich sei.
Die Wahrheit ist, dass mindestens seit 150 Jahren auch deutsche Schüler nicht mehr in die Welt von Goethe und Kleist hineingeboren werden, wie sich das der junge Mann offenbar vorstellt. Dafür haben die industrielle Revolution, die Asphaltmoderne und der Aufstieg der Massenkultur gesorgt. Auch vorher kam schon kein Deutscher mit dem silbernen Löffel zur Welt, der ihn die Klassiker leicht einschlürfen ließ. In Wahrheit waren gerade „Faust“ und der „Zerbrochne Krug“ bereits für die Zeitgenossen sehr anspruchsvoll und fordernd.
Der Unterschied war allerdings: Früher gab es mehr Schüler und Lehrer, die wussten, dass sich Anstrengung lohnt. Man ahnte, dass man nach der mühseligen Lektüre eines halbverstandenen Textes ein klügerer und vielleicht sogar besserer Mensch sein würde. Ob dieses große Versprechen auch eingelöst wird, wenn man Klassiker in tiefergelegten, verdünnten und entfärbten Fassungen liest? Kaum.
… Alles vom 12.1.2026 von Matthias Heine bitte lesen auf
https://www.welt.de/kultur/article6964c37854e8233d6fbde7ca/bildung-berlin-kapituliert-vor-goethe.html
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Einige Kommentare:
Wollte mir ein Bild machen, was das bedeutet:
Original (Goethe):
Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh’ ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor!

Vereinfacht:
Ich habe alles Mögliche studiert – Philosophie, Jura, Medizin
und sogar Theologie.
Ich habe mich sehr angestrengt.
Trotzdem stehe ich jetzt hier
und bin nicht klüger als am Anfang.
Limbo L
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In Berlin braucht es nur 2 Schriftstücke zu geben: Der Koran und der Antrag für Bürgergeld. Mehr Bedarf haben die Menschen da nicht. Peter V.
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Auf die Oberstufe des Gymnasiums gehört die Auseinandersetzung mit den Originaltexten – weil das eigentliche Bildung ausmacht!
Ich kenne den Fall einer Klasse, in der von Schillers „Räubern“ die vereinfachte Fassung des Cornelsen-Verlags gelesen wurde. Fairerweise ist dort exemplarisch einer bearbeiteten Seite der Originaltext gegenübergestellt. Die Schüler bemerkten den „Schwindel“ sofort, stellten fest, wieviel in der Vereinfachung verloren gegangen war, sprachlich, inhaltlich, ästhetisch. Es blieb ein Misstrauen: Hat das Schiller wirklich so gesagt und gemeint? Und ein Gefühl, unter Niveau behandelt und nicht ernst genommen zu werden.
In anderen Kontexten (Jugendbücher, Comics, Verfilmungen etc.) spricht natürlich nichts dagegen, den Zugang zu den Klassikern zu erleichtern. Konrad K
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Als wir in der Schule Faust I und später Faust II behandelten, empfahl uns der Deutschlehrer: Unterstreicht doch mal die Passagen, die Ihr für besonders wichtig haltet und lest in 25 Jahren das Stück nochmal und vergleicht. Diese Erfahrung bleibt der heutigen Schülergeneration dann offensichtlich verborgen. Jürgen H.
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„Im Deutschunterricht gibt es bei ‚Faust‘ oder ‚Der zerbrochne Krug‘ wenig bis gar keine Anknüpfungspunkte für viele Schüler mit Migrationsgeschichte.“ Diese Ansicht wird gerne auch mit energischem Nachdruck von Eltern mit Migrantionshintergrund bei gelegentlichen Schulbesuchen vertreten, wenn die an deutscher Kultur völlig desinteressierten Jugendlichen schlechte Deutschnoten kassieren. Eine Deutschlehrerin an einem Gymnasium in NRW erzählte mir von einer Mutter, die mit alternativen Vorschlägen aus dem Trivialliteraturangebot aufkreuzte, was ja noch einigermassen heiter sein konnte verglichen mit jenen Vätern, die überzeugt waren, dass Goethe und Schiller usw. die moralische Verderbnis für ihre Töchter mit sich bringen!
Wohin diese Entwicklung unweigerlich führt, kann man ja an den Herkunftsländern studieren. Die Frage bleibt, ob wir damit einverstanden sind. Magdalena B.
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Von mir aus! Soll dieses Land doch verblöden- ohne Goethe, ohne Mann, ohne Division, ohne Physik, und sich gegenseitig „influencen“ oder gendern in „einfacher Sprache“ . Was geht mich kommendes Elend an… Wossi
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Das Schlimmste ist: Goethe hat nicht gegendert! Der Mangel ist in den überarbeiteten und vereinfachten Texten hoffentlich abgestellt. Der Mephisto ist hoffentlich das Mefisto.

Die Bürgschaft vom ollen Schiller kann man auch so lehren:
Zu Dingsbums, dem Tyrannen schlich Damon, den Dolch (!) im Gewande (Das e ist nicht Mehrzahl oder altmodisch 3.Fall, wird nur für den Reim gebraucht, wahlweise Gewinde benutzen! Dann aber in der nächsten Zeile Binde oder Winde).
Die Bullen fingen ihn und die Bande.
„Was wolltest du mit dem Dolch (Einzahl!), sprich!“
„Kartoffeln (Kulturelle Aneignung!) schälen, verstehste mich, Die Wurscht von der Pelle befreien!“ (Zeilenanfang altmodisch groß geschrieben.)
„Das sollst du mit Streuseln bestreuen.“ Das ist Kultur!
Reicht. Alles Andere ist altmodisch, der Gegenwart nicht mehr angemessen und die Besprechung ist im Text bereits enthalten. Abi-Aufgabe: Die Besprechung entfernen. Ael S.
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Und nebenan ein Artikel darüber, dass Niedersachsen das schriftliche Dividieren in der Grundschule abschafft. Wir befinden uns im freien Fall. Frau M.
Ende Kommentare
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(2) Berliner Gymnasien setzen auf vereinfachte Varianten von Schiller und Goethe
Berliner Gymnasien setzen auf vereinfachte Versionen von Literaturklassikern, zum Beispiel, um Zeit zu sparen. Der Berliner Schülersprecher kritisiert, dass Literaturklassiker nichts mit dem Alltag von Schülern mit Migrationshintergrund zu tun haben.

Christian Plein vom Fachverband Deutsch sagt gegenüber dem Tagesspiegel: „In Zeiten, in denen viele Jugendliche – besonders mit Migrationshintergrund – das Lesen nur bedingt oder kaum beherrschen, ist es tatsächlich unverzichtbar, ihnen komplexere Texte durch einfache(re) Sprache nahezubringen.“ Berlins Landesschülersprecher Orçun Ilte kritisiert, dass Literaturklassiker keine Anknüpfungspunkte an das Alltagsleben von Schülern mit Migrationshintergrund haben würden. Stattdessen solle man Raptexte analysieren.
Der Cornelsen-Verlag kürzt den Originaltext „angemessen“ – was das jedoch heißt, liegt letztlich im Ermessen der Lektorinnen und Lektoren und des Verlags. Die Ringparabel wird beispielsweise um 15 Prozent gekürzt. Lehrkräfte, die die vereinfachten Texte kritisieren, stellen indes infrage, wie es um die Lesekompetenz der Schüler steht, die nur die einfachen Texte lesen, und was dann das Abitur noch wert sei.
… Alles vom 12.1.2026 bitte lesen auf
https://apollo-news.net/berliner-gymnasien-setzen-auf-vereinfachte-varianten-von-schiller-und-goethe/
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https://apollo-news.net/komplexestes-rechenverfahren-niedersachsen-streicht-schriftliches-dividieren-aus-grundschullehrplan/
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Einige Kommentare:
Nun, das hinreichende Verständnis der Landessprache ist für jedes Schulfach und jede Form der Berufstätigkeit in einem Land die zentrale Schlüsselqualifikation – an einer mathematischen Textaufgabe wird – unabhängig von mathematischen Fähigkeiten – der scheitern, der sie – warum auch immer – nicht versteht.
Und die Lektüre der „Klassiker“ gewinnt ihre Berechtigung aus der Vermittlung des geistesgeschichtlichen Fundaments Europas, dessen man sich weder mit Rap-Texten, noch mit „einfacher Sprache“ anzunähern vermag.
Die Verengung dieser Bildungsdiskussion auf Jugendliche mit „Migrationshintergrund“ verschleiert indes den Blick auf das tatsächliche Problem, denn es sind beileibe nicht (nur) ausländische Schüler, die mit der deutschen Sprache überfordert sind. Die Diskussion müsste nämlich darüber geführt werden, wie man es verhindert, daß Schüler auf Gymnasien und Oberschulen gelangen, die dort – oft hoffnungslos – überfordert sind – und das sind oft nicht die ausländischen Schüler.
Nachtrag: Ich hatte im Lateinunterricht der Klasse 12 zwei Schüler (einer Sohn eines Rechtsanwalts, der andere aus einer Arztfamilie), die noch nicht einmal imstande waren, ein deutsche Einleitung zur Vorinformation für einen Übersetzungstext flüssig zu lesen und längere Worte mussten beide mit dem Finger unter den Worten ausbuchstabieren. Da habe ich mir die Frage gestellt, wie funktionale Analphabeten in die 12. Klasse eines Gymnasiums gelangen konnten.
Nebenbei: In derselben Klasse waren eine junge Türkin (unverschleiert) und ein Nigerianer, schwärzer als Kaffee, die nicht nur der deutschen Sprache in bemerkenswerter Weise mächtig waren, sondern auch buchstäblich druckreife Übersetzungen aus dem Lateinischen zuwege brachten.
Intelligenz ist nicht zuvorderst ein Herkunfts- oder Hautfarbenproblem, sondern sie hängt viel mehr davon ab, wie die intellektuelle Entwicklung von Kindern auch im Elternhaus wertgeschätzt und gefördert wird. Marcus Agrippa
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Man sucht permanent nach Ausreden um den Bildungsstandard in Deutschland zu senken. Eine absolute Fehlentwicklung. Gerade auch aus der Lektüre von Klassikern kann man so viel für sein Leben lernen, das weit über das hinausgeht was heute nur noch so als Minimumstandard ausgelegt wird.
Die Liebe zur deutschen Sprache oder zur deutschen Kultur fällt doch nicht einfach vom Himmel. Diese aber zu fördern hat man längst aufgegeben. Sicher übertreibe ich, aber irgendwann enden wir noch in der Sprachlosigkeit. Ein Schulsystem in dem sich Schüler nicht mehr in unserer Landessprache vernünftig und auch gewählt ausdrücken können, ist ein System des Totalversagens. Und die Rücksichtnahme auf den MH ist doch nur vorgeschoben. Man will sich keine Mühe mehr machen. Lindblom
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Indes ist es ein Verbrechen an den Texten, die nicht dazu da sind, irgendwelche gegenwärtige Lebenswelten zu spiegeln, sondern die kulturelle Substanz der Geistesgeschichte. Gute Literatur ist „das Spiel von Sprache, Geist und Form“, wie es einst der Philologe Karl Büchner zusammenfaßte; das können nur die Autoren selbst, nicht irgendwelche pädagogisch beflissene Lektoren. Schule darf ruhig mal ein wenig anstrengend sein, daheim kann man sich später auch noch erholen. Eigen Karl
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Und Beethovens „Fünfte“ reduzieren wir auf „da, da, da, daaa“. Ich müßte mir so eine einfache Variante einmal zulegen, kennen tue ich derlei allerdings aus dem Fremdsprachenunterricht, da wurde so etwas auch verwendet. Aber da ging es vorwiegend um die Fremdsprache. (Aber gut, im Deutschunterricht inzwischen ja wohl auch.) Wer im Literaturunterricht (v. a. an Gymnasien) solche einfachen Varianten verwendet, hat nicht verstanden, worum es bei Literatur geht. Den „Plot“ und „die Moral“ kann man sich auch noch kürzer besorgen, z. B. über ein Literaturlexikon. Traurig, sehr traurig. Amicus
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In Deutschlands wird jetzt alles „vereinfacht“, und die Steuern, Abgaben, Beiträge, Gebühren werden erhöht. Auch Einwanderung in die Sozialsysteme und die Einbürgerung wird vereinfacht. Tagesschau ab sofort in „einfacher“ Sprache. Deutschland ist jetzt ein Land der Vereinfachung Juerge.pr
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Goethes FAUST in leichter Sprache: (In einem Zimmer mit hoher Decke sitzt Faust an seinem Schreibtisch.)
„Ich habe sehr lange studiert: Philosophie, Jura, Medizin und sogar Theologie.
Ich habe viel gelernt und viel gelesen.
Trotzdem fühle ich mich nicht klüger als vorher.
Ich glaube, dass ich eigentlich nichts wirklich weiß.
Ich bin frustriert, weil ich trotz all meines Wissens die Welt nicht verstehe.
Ich bin ein angesehener Lehrer, aber innerlich fühle ich mich leer.
Ich finde keinen Sinn mehr in meinem Leben.“
Wie soll ein junger Mensch da noch Freude an Literatur und Sprache entwickeln?
Sprachliebhaberin
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„Mit dem Hintergrund von Schülern hat das meiste, was sie in der Schule lernen, zunächst einmal nichts zu tun“. Integralrechnung nicht, deutsche Grammatik eigentlich auch nicht, Kunst und Musik schon dreimal nicht. Ein völlig idiotisches Argument. Aber bitte: Schafft das alles ab, dafür dann Wirtschaftsunterricht, Reparaturkurse für defekte elektrische Leitungen, sanitäre Anlagen, lockere Ziegel, kaputte Fahrräder. Ach, das brauchen die auch nicht, weil der Papa das macht oder der den Handwerker holt. Bleiben also wohl nur noch das Smartphone und „Gaming“.
Und weil Goethe kein Araber oder Chinese oder sonstwas war, müssen die deutschen Kinder in Deutschland nun ausländische Literatur lesen, damit Literatur für Kinder mit Migrationshintergrund etwas mit deren Alltag zu tun hat? Die wollen übrigens, dachte ich, daß ihr Alltag hier in Europa und v. a. in Deutschland stattfindet. Verblödetes Identitätsgeschwätz. Ami
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Anstatt den Menschen mit Migrationshintergrund Bildung zu geben, wird nun den Menschen ohne Migrationshintergrund Bildung unter dem Vorwand der Rücksichtnahme auf Migrantenkinder Bildung verwehrt. Deutschland geht zurück in die intellektuelle Vor- und Frühgeschichte. Denkste
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Verstehe ich es richtig: Bestimmte Schüler wollen an Deutschen Gymnasien in Deutsch keine Deutschen Klassiker lesen, weil sie keinen Bezug dazu haben wegen ihres Migrationshintergrund. Sollen stattdessen lieber ausländische Klassiker in ausländischer Sprache in Deutsch gelesen werden? Ich bin verwirrt. Toto
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Das Lied von der Glocke von Friedrich Schiller in einfacher Sprache:
Loch in Erde,
Bronze rin,
Glocke fertig,
Bim, bim, bim.
Für einfache Gemüter. erdgenosse
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„Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles andere vergessen hat.“ Wie schön, wenn schließlich nichts mehr zum Vergessen da ist und Bildung gleich auf dem Nullpunkt beginnt. Das löst dann auch viele Demenzprobleme… Watnu
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„.. nichts mit dem Alltag von Schülern mit Migrationshintergrund zu tun hab….“ Doch, wenn ich mich integrieren will und meine neue Heimat verstehen will. Und immer mitbedenken, es handelt sich um den höchsten Schulabschluss, eine Auslese, der angeboten wird, der gleichzeitig früher mal eine Hochschulreife war. Das war mal eine Auszeichnung, etwas besonderes. Heute berichten Universitäten und Hochschulen, dass genau diese Hochschulreife nicht vorhanden ist und reagieren mit zusätzlichen Tests und Vorstellungsgesprächen um eine hoffnungslose Überforderung zu vermeiden. Idfis
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Warum übernimmt man denn nicht gleich die Lehrpläne aus dem Orient? Ist doch viel einfacher, es sind doch eh unsere Kinder, die anpassungsfähig sein müssen damit sie gut integriert sind! Und wenn ein Eid schon keinen Wert mehr hat, warum sollte das Abitur dann einen haben? Dazu kommt die fortschreitende KI, die Schule künftig grundsätzlich in Frage stellen wird! Julie
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Alles für die Migranten, ohne Rücksicht auf die deutschen Schüler. Dafür wird unsere Kultur gekürzt, verfälscht oder gar ganz vergessen. Das Volk der Dichter und Denker? ZERSTÖRT und ins Abseits gestellt. Armes Germanistan. Deichgraf
Ende Kommentare
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(3) Leichte Sprache: ein festes Regelwerk
„Die Konzepte und Regeln der Einfachen und Leichten Sprache sind aus dem Engagement von Menschen mit Lernschwierigkeiten heraus entstanden. Anlehnend an Bewegungen in den USA haben sie sich Gedanken darüber gemacht, wie Texte geschrieben sein müssen, damit alle sie verstehen können“, erklärt Bärbel Mickler, Vorstandsmitglied von Netzwerk Leichte Sprache. Der im Jahr 2006 gegründete Verein will mit einem Regelwerk zur Leichten Sprache die Selbstbestimmung Erwachsener verbessern – unabhängig von ihren Lesefertigkeiten und ihrem Hintergrundwissen. So werden etwa kurze Sätze und bekannte Wörter verwendet, Fremdwörter vermieden und komplexe Sachverhalte durch Fotos und Bilder illustriert. Genutzt wird die Leichte Sprache nicht nur von Menschen mit Lernschwierigkeiten: Die bürgerlichen Grundrechte in Leichter Sprache zum Beispiel werden häufig auch von Senioren und Migranten nachgefragt. Wissenschaftliche Studien haben inzwischen den Nutzen der Leichten Sprache bestätigt.
… Alles bitte lesen beim Goethe-Institut unter
https://www.goethe.de/prj/dlp/de/magazin-sprache/20872577.html
https://www.leichtesprache.org
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(4) Kastrierte Klassiker: Warum Gymnasien Lessing & Co. in vereinfachter Sprache lesen
An Berliner Gymnasien werden literarische Klassiker zunehmend in gekürzten Fassungen und „leichter Sprache“ unterrichtet. Einige Kritiker sehen darin die Verstümmelung von Sprache. Von Lorenz Maroldt und Stefan Jacobs.
Weil inzwischen auch Berliner Gymnasiasten die literarischen Klassiker nicht mehr zuzumuten sind, bekommen sie an immer mehr Schulen eine gekürzte Fassung in „leichter Sprache“ serviert.
Ein Beispiel aus „Nathan der Weise“:
Original (von Lessing): „Er ließ den Ring von seinen Söhnen dem geliebtesten; und setzte fest, daß dieser wiederum den Ring von seinen Söhnen dem vermache, der ihm der liebste sei; und stets der liebste, ohn’ Ansehn der Geburt, in Kraft allein des Rings, das Haupt, der Fürst des Hauses werde.“
Fälschung (von Cornelsen): „Er gab den Ring seinem liebsten Sohn und legte in seinem Testament fest, dass dieser ebenso den Ring seinem liebsten Sohn vererben sollte, und immer weiter so, ob Erstgeborener oder nicht.
… Alles vom 10.1.2026 bitte lesen auf
https://checkpoint.tagesspiegel.de/langmeldung/6rgnOITPN1Jw4UDuti2fb7
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(5) Tragik: Junge Migranten werden zu Bürgern zweiter Klasse erzogen
Kultureller Niedergang im Klassenzimmer: Berliner Gymnasien verstümmeln Goethe und Schiller

Berlin steht mit dieser Entwicklung keineswegs allein. In Niedersachsen hat das Kultusministerium angekündigt, dass ab dem kommenden Schuljahr in Grundschulen kein schriftliches Dividieren mehr gelehrt werden soll – die Rechenform sei zu komplex und fehleranfällig. Man reibt sich verwundert die Augen: Soll künftig auch das Einmaleins gestrichen werden, weil es manche Schüler überfordert?
Was wir hier beobachten, ist nichts weniger als die systematische Demontage des deutschen Bildungswesens. Während asiatische Länder ihre Schüler zu Höchstleistungen antreiben, orientiert sich Deutschland an den Schwächsten. Das Ergebnis ist eine Generation, die weder die eigene Kultur kennt noch die intellektuellen Werkzeuge besitzt, um in einer globalisierten Welt zu bestehen.

Die Zerstörung des kulturellen Erbes
Goethe, Schiller und Lessing sind nicht irgendwelche verstaubten Autoren aus einer fernen Vergangenheit. Sie sind das geistige Fundament Europas, die Verkörperung der Aufklärung, die Grundlage unserer freiheitlichen Gesellschaft. Ihre Werke in „einfache Sprache“ zu übersetzen, bedeutet, ihnen die Seele zu rauben. Denn Literatur ist, wie es der Philologe Karl Büchner einst formulierte, „das Spiel von Sprache, Geist und Form“ – und dieses Spiel können nur die Autoren selbst spielen, nicht irgendwelche pädagogisch beflissenen Lektoren.
Die Tragik dieser Entwicklung liegt darin, dass sie ausgerechnet jenen schadet, denen sie angeblich helfen soll. Schüler mit Migrationshintergrund, die nur vereinfachte Texte lesen, werden niemals die volle Tiefe der deutschen Sprache und Kultur erfassen können. Sie werden zu Bürgern zweiter Klasse erzogen – mit einem Abitur in der Tasche, das sie für keine anspruchsvolle Tätigkeit qualifiziert.

Deutschland, einst das Land der Dichter und Denker, verkommt zum Land der Vereinfacher und Verweigerer. Eine Entwicklung, die nicht nur unsere Redaktion, sondern auch ein Großteil der deutschen Bevölkerung mit wachsender Sorge beobachtet. Es ist höchste Zeit, dass die Politik diesen kulturellen Niedergang stoppt – bevor von unserem geistigen Erbe nichts mehr übrig ist als ein paar Raptexte.
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https://www.deutschlandfunkkultur.de/fluechtlinge-ungleiche-behandlung-100.html
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(6) Berlin verwässert Deutsch-Abi: Goethe und Schiller nur noch in leichter Sprache?
Entlarvende Reaktion auf Bildungsnotstand
… Man stelle sich vor, ein AfD-Politiker stellte die These auf, wonach deutsche Schüler schon per Geburt schlauer seien als ihre Altersgenossen mit Migrationshintergrund. Der Aufschrei in Politik, Medien und Gesellschaft wäre riesig und das natürlich völlig zurecht. Genau das tat jetzt aber der Landesschülerrat Berlin, der über sein Haus-und-Hof-Medium, den „Tagesspiegel“ ausrichten lässt: „Im Deutschunterricht gibt es bei ‚Faust‘ oder ‚Der zerbrochene Krug‘ wenig bis gar keine Anknüpfungspunkte für viele Schüler mit Migrationsgeschichte.“
Diese Aussage bezieht sich auf eine aktuell in der Hauptstadt – und nicht nur dort – schwelende Debatte, ob die Ansprüche an deutschen Gymnasien mittlerweile zu hoch seien. Nein, sind sie natürlich nicht, nur die Leistungsbereitschaft der Schüler scheint immer weiter abzunehmen bzw. das, was man glaubt, jungen Menschen auf ihrem Weg zum Abitur, der Hochschulreife wohlgemerkt, noch zumuten zu dürfen.

Oder liegt die eigentliche Wurzel des Übels in Wirklichkeit sehr viel tiefer? Sind nicht (nur) die Schüler bequemer geworden, sondern auch deren Lehrer? So jedenfalls lässt sich eine Aussage von Sven Haedecke interpretieren. Der Sprecher des Cornelsen-Verlags, der die großen Literatur-Werke vergangener Jahrhunderte als „Einfach klassisch“-Versionen an deutsche Schulen ausgibt, stellt dazu fest: „Unser Eindruck ist, dass zunehmend auch Lehrkräfte an Gymnasien gerne mit der Reihe arbeiten.“ Und genau darin liegt das Problem: die „Einfach klassisch“-Reihe wurde von Cornelsen ursprünglich als Lehrmaterial für Haupt-, Real- und Gesamtschulen konzipiert – und ausdrücklich nicht als Drehtür zum Deutsch-Abi!

Lehrer alter Schule zeigen sich vom neuartigen, aber immer mehr um sich greifenden Konzept des „Goethe light“ hingegen wenig begeistert. Robert Radecke-Rauh, Berlins „Lehrer des Jahres 2013“ ist sich sicher: „Wenn wir damit beginnen, literarische Texte in einfache Sprache zu überführen, rauben wir den Klassikern ihre ästhetische Substanz und den Gymnasien ihren Anspruch, die Hochschulreife zu erwerben.“ Umgekehrt käme ja auch niemand auf die Idee, „Mozarts Opern in simple Klänge zu verwandeln“, zieht der Pädagoge einen durchaus anschaulichen Vergleich.
… Alles vom 13.1.2026 von Kai Rebmann bitte lesen auf
https://reitschuster.de/post/berlin-verwaessert-deutsch-abi-goethe-und-schiller-nur-noch-in-leichter-sprache/

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