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- Rheinwiesenlager der USA nach Kriegsende: „Der blanke Horror, die Hölle auf Erden“ (14.11.2025)
- Mario Kandil: Der vertuschte Völkermord an den Deutschen (11.2.2025)
- LpB Rheinland-Pfalz: Rheinwiesenlager (2021)
- Rheinwiesenlager: Mit 7,7 Millionen Kriegsgefangenen hatte niemand gerechnet (7.5.2020)
- Die Rheinwiesenlager – Erinnern mit Fakten, Lernen durch Bildung (16.4.2020)
- Geplanter Tod in der Goldenen Meile? (1989)
Rheinwiesenlager der USA nach Kriegsende: „Der blanke Horror, die Hölle auf Erden“
Interview: Mit fast 102 Jahren gehört Kurt Schornsheim zu den letzten Veteranen des Zweiten Weltkriegs. Der junge Marinesoldat überlebte nicht nur die Schrecken der Kämpfe, sondern auch den Alptraum der amerikanischen Rheinwiesenlager. Zum bevorstehenden Volkstrauertag erzählt der Zeitzeuge von seinen Erlebnissen
Moritz Schwarz
Herr Schornsheim, was denken Sie als einer der letzten Überlebenden des Zweiten Weltkrieges über die aktuelle Wehrpflichtdiskussion?
Kurt Schornsheim: Ich verabscheue Krieg und doch halte ich die Wehrpflicht für eine Notwendigkeit. „Si vis pacem para bellum“, wie der Lateiner sagt, „Willst du Frieden, bereite dich auf Krieg vor“ – ein Wort möchte ich darin aber ändern: „Willst du Frieden, bereite dich auf Verteidigung vor“.
Ergo sind Sie mit der Politik des Kanzlers zufrieden?
Schornsheim: Nein, die ist mir zu kriegstüchtig.
Widersprechen Sie sich nun nicht?
Schornsheim: Nein, ich bin für Verteidigung, aber gegen Krieg. Und wie jetzt von einem Krieg gegen Rußland gesprochen wird, das ist doch Wahnsinn! Die Leute, die es forcieren, haben keine Ahnung, was Krieg bedeutet. Ich sehe auf meine alten Tage mit Entsetzen, wie heute die Lektion, die wir 1945 gelernt haben, von Politikern und Medien vergessen wird. Das hätte ich nicht für möglich gehalten!
Nun ja, Rußland hat die Ukraine überfallen. Muß darauf nicht reagiert werden?
Schornsheim: Wenn Krieg ausbricht, dann hat die Politik zuvor Fehler gemacht. Wir haben entgegen unserer – zugegeben nur mündlichen – Zusagen die Nato immer weiter nach Osten ausgedehnt, haben aus Sicht Moskaus eine rote Linie nach der anderen überschritten. Da darf man sich nicht wundern, daß Putin sich irgendwann eingekreist sah.
Mag sein, dennoch verteidigt sich die Ukraine gegen einen Invasor. Haben Sie dafür keine Sympathie?
Schornsheim: Doch, doch, denn wir jungen Soldaten sahen uns damals auch in einem Vaterlandsverteidigungskrieg. Natürlich stimmt es, daß Hitler zunächst unsere Nachbarn brutal überfallen hat. Aber als ich zum Einsatz kam, hatte sich der Charakter des Krieges gewandelt, und für uns ging es darum, Deutschland zu beschützen. Auch wenn ich nicht geglaubt habe, daß das gelingen würde.
Warum nicht?
Schornsheim: Wissen Sie, in unserer Familie waren wir von Anfang an gegen den Krieg. Obwohl mein Vater Mitglied im Kriegerverein und später des NS-Lehrerbundes war, war er beim Überfall auf Polen 1939 doch entsetzt. Er hatte im Ersten Weltkrieg in der „Blutmühle“ Verdun gekämpft, war lebendig verschüttet worden und hatte nur knapp überlebt. Natürlich, als Hitler dann zunächst diese erstaunlichen Siege gelangen, haben wir alle gestaunt: Frankreich in sechs Wochen niedergerungen! Unfaßbar! Danach sagten die Leute: Wer jetzt immer noch gegen Hitler ist, der ist nicht bei Trost. Doch dann kam 1941 der Überfall auf die Sowjetunion, der mir als Wahnsinn erschien: Was bitte wollten wir in Rußland? Zudem war Moskau seit dem Hitler-Stalin-Pakt unser Verbündeter. Diesen einfach zu überfallen und den Vertrag zu brechen, empfand ich als durch und durch undeutsch. Und als Hitler ein halbes Jahr später auch noch den USA den Krieg erklärte, verlor dieser „GröFaZ“ – der „Größte Feldherr aller Zeiten“, wie man bereits im Krieg zu spotten begann – in meinen Augen seinen Glorienschein.
Dennoch sind Sie 1942, mit 18 Jahren, eingerückt.
Schornsheim: Es blieb mir ja nichts anderes übrig. Das Glück, den Krieg überlebt zu haben, verdanke ich drei Dingen: meiner Vorliebe als Schüler für die Seefahrt, weshalb ich mich zur Kriegsmarine meldete, sowie meiner Kenntnis im Morsen und der englischen Sprache.
Inwiefern das?
Schornsheim: Die Marine hat mich vor dem Ostkrieg bewahrt – im Gegensatz zu meinem besten Freund Ernst Ludwig Mendelssohn, entfernter Nachfahre des berühmten Komponisten, der mit mir eingezogen wurde, aber zum Heer kam und nur sechs Monate später blutjung in Rußland fiel. Und meine Fähigkeiten im Morsen und im Englischen führten dazu, daß ich in der Marine-Funkaufklärung zwei Jahre lang nicht auf die gefährlichsten Posten kam.
Das heißt, Sie haben den Krieg in Sicherheit überstanden?
Schornsheim: Eben ja, aber auch nein, denn ab Sommer 1944 diente ich auf der Korvette „UJ 202“, einem U-Boot-Jäger – doch bald waren wir mehr Gejagte, durch alliierte Flieger, als daß wir jagten. Einmal fing ich einen englischen Funkspruch im Klartext auf, der unsere genauen Koordinaten meldete. Was für ein Schock! Sofort änderten wir den Kurs und konnten entkommen. Ohne meine Warnung wären wir versenkt, mit Mann und Maus vernichtet worden. Dafür wurde ich mit dem „Minensuchabzeichen“ ausgezeichnet. Heute bin ich froh, daß ich mir meine Kriegsauszeichnung nicht für das Töten von Menschen, sondern für deren Rettung erworben habe: Hundert Seelen sind so im letzten Moment dem Tod von der Schippe gesprungen.
Der Ihnen 1944 aber noch näher kommen sollte.
Schornsheim: UJ 202 hatte eine A- und eine B-Funkgruppe, die sich abwechselten. Am 1. November erwischten englische Zerstörer unser Schiff bei Lussino vor der kroatischen Küste – während meine B-Gruppe sich gerade an Land erholte. Die gesamte Mannschaft, hundert Kameraden mitsamt der A-Gruppe, riß es in den Tod, nur einer wurde gerettet. Das war ein ungeheurer Schock, denn wären wir nicht ausgewechselt worden, lägen unsere Leichen nun in jenem nassen Grab in fürchterlicher Tiefe.
Als es am Ende keinen Krieg zur See mehr gab, wurden Sie in den letzten Tagen dem Heer eingegliedert.
Schornsheim: Das paßte uns natürlich gar nicht. In Thüringen sollten wir gegen die Amerikaner kämpfen. Anfang April 1945 kamen wir nach Nordhausen im Harz, das in den Nächten zuvor fast völlig vom doppelten Feuersturm englischer Bomber ausgetilgt worden war. Da standen wir, inmitten der totalen Zerstörung, noch immer brennender Ruinen und sahen die verkohlten Leichen in den Straßen – absolut grauenhaft. An Angriff war gar nicht mehr zu denken, mit den Amis lieferten wir uns nur noch ein Katz-und-Maus-Spiel, um nicht von ihrer völlig überlegenen Feuerkraft vernichtet zu werden. Längst waren sie überall und wie ein Lindwurm wälzte sich ihr gewaltiger Heerzug durch die Landschaft: wir konnten die ungeheure Zahl an Fahrzeugen, Kanonen und Panzern kaum fassen. Auf unserer Seite herrschte dagegen entsetzliches Chaos, die Struktur unseres Bataillons war zerfallen und die Kompanien waren auf sich selbst gestellt. Immer mehr von uns gingen stiften – jeden Morgen waren wieder ein paar verschwunden. Am 13. April beschlossen dann auch wir, Schluß zu machen: Mit zwei Kameraden stahl ich mich des Nachts davon. Vier Tage schlugen wir uns durch, immer auf der Hut vor den Amerikanern und unserer eigenen Feldgendarmerie – denn hätte die uns erwischt, wären wir als Deserteure ohne Federlesen sofort erschossen worden. Am 17. April waren wir gerade dabei, eine Wiese zu überqueren, beinahe hatten wir schon den rettenden Wald erreicht, da hörten wir plötzlich: „Hands up!“
Was dachten Sie, als Ihnen klar wurde, es war vorbei?
Schornsheim: Ich war erstaunt, daß ich es wirklich überlebt hatte. Und ich dachte: Nie, nie, nie wieder so ein „Scheißkrieg“! Wie wir alle ihn nur noch nannten.
Zunächst waren Sie von den Amerikanern enttäuscht, warum?
Schornsheim: Weil sie uns erstmal ausraubten, Uhren, Federhalter, alle Wertsachen – weg. Ich protestierte: „Habt ihr das wirklich nötig?“ Antwort: „Shut up, you fuckin’ Kraut!“ Dann ging es zur Sammelstelle und von dort ins Lager. Da besserte sich mein Eindruck, denn wir wurden als Kriegsgefangene anständig behandelt und verpflegt. Mit diesen wunderbaren US-Militärrationen – was da alles drin war! Doch dann, nach der Kapitulation vom 8. Mai, ging es nach Westen und hinein in den Alptraum der Rheinwiesenlager.
In den etwa zwei Dutzend Lagern entlang des Rheins, von der Pfalz bis zum Niederrhein, pferchten die USA von April bis zu ihrer Auflösung im Juli 1945 Millionen von Landsern zusammen. Was haben Sie erlebt?
Schornsheim: Den blanken Horror, wirklich die Hölle auf Erden! In den Lagern Welda, Remagen und Sinzig, die ich durchlief, vegetierten Hunderttausende unter freiem Himmel: Wind und Wetter ausgesetzt, mit Rationen, die uns langsam verhungern ließen, selbst Trinkwasser war Mangelware, ebenso medizinische Versorgung. Täglich sahen wir Kameraden sterben, langsam krepieren an Hunger, Krankheit, Entkräftung und Verzweiflung. Um uns vor dem Wind zu schützen, gruben wir mit Löffeln Kuhlen in die Erde, in die wir uns legten – die aber bei Regen vollliefen, so daß Geschwächte darin elend ertranken.
Die, die noch die Kraft hatten, herauszukriechen und sich aufzurichten, stellten sich bei Regen nachts in engem Kreis zusammen, um gegeneinander gelehnt und sich gegenseitig abstützend, zumindest ein wenig stehend zu dösen. Immer mehr Kameraden wurden krank, die Ruhr und andere Seuchen grassierten, an denen viele wortwörtlich verreckten. In den Latrinen ertranken jene, die es zwar noch bis dorthin schafften, dann aber so schwach waren, daß sie den Halt verloren und in den braunen Sumpf stürzten. Manche ruderten noch ein wenig verzweifelt mit den Armen, hilflos ums Überleben kämpfend, bevor sie in den Exkrementen versanken und am Kot erstickten. Ihnen half auch keiner mehr, weil dazu alle längst zu kraftlos, apathisch und verzweifelt waren. Vielfach wurde die Kameradschaft vom Kampf ums Überleben, von der Logik „er oder ich“ ersetzt. Zum Beispiel im Streit um das letzte Trinkwasser, da wurde geprügelt und um des Überlebens willen sogar getötet.
Warum ließen die Amerikaner solche Zustände zu?
Schornsheim: Zum einen waren sie überfordert, denn mit der Kapitulation fielen ihnen auf einen Schlag Millionen deutsche Soldaten in die Hände.
Das Kriegsende am 8./9. Mai kam allerdings nicht überraschend, sondern zeichnete sich Monate zuvor ab.
Schornsheim: Ja, und dennoch war es eine gewaltige Herausforderung. Aber ich bin weit davon entfernt, die Amerikaner freizusprechen, denn sie taten längst nicht alles, um uns zu helfen. Im Gegenteil, sie enthielten uns viele Tausende Rot-Kreuz-Pakete vor, ebenso wie vorhandene Wehrmachtsbestände, ja sie verboten sogar der lokalen Bevölkerung, uns Essen zu bringen!
Ein anderer Rheinwiesenlagerinsasse erzählte früher im Interview mit dieser Zeitung: „Die Amerikaner nahmen Nahrung, die uns die Bevölkerung brachte, kippte sie in ein Erdloch und schütteten es zu. Oder sie spielten Fußball mit Brotlaiben, während wir verhungerten.“
Schornsheim: Es war grausam. Vor allem lautet mein Vorwurf an die Amerikaner, daß Sie uns unter diesen Bedingungen überhaupt festhielten und dadurch Zigtausende zu einem grauenvollen Tod durch Verrecken verurteilten. Denn sie hätten uns auch einfach gehen lassen können. Die Wehrmacht hatte bedingungslos kapituliert und die Reichsregierung war verhaftet, wir waren völlig geschlagen und entwaffnet, jeder nur noch mit dem eigenen Überleben beschäftigt – wir waren absolut keine Gefahr mehr. Wenn man uns nicht versorgen konnte, so hätte man uns gehen lassen können, so wie es US-General George Patton in seinem Südabschnitt gemacht hat. Aber nein, Millionen wurden in diesen Todeslagern gehalten, weil man uns eine Straflektion erteilen wollte – es war ein Verbrechen! Übrigens genauso wie die sinnlosen Luftangriffe auf jene deutschen Städte, die nur deshalb bombardiert wurden, weil sie noch standen.
Dennoch haben Sie auch Gutes über die Amerikaner zu sagen. Wie paßt das zusammen?
Schornsheim: Schwer, aber es steht nun einmal nebeneinander: ihre schrecklichen Verbrechen an uns Deutschen, aber auch, daß wir nach Auflösung der Rheinwiesenlager, in denen auch ich um ein Haar an der Ruhr krepiert wäre, ab Juli in ordentliche Lager überführt wurden. Bis zu meiner Entlassung im Sommer 1946 erlebte ich vorzüglich organisierte US-Camps, wo wir auch Schulungen in Demokratie erlebten und erstmalig durch Film Kenntnis von den Holocaustverbrechen erhielten. Etwas, was ich gar nicht wußte, und ich bin den Amerikanern dafür außerordentlich dankbar.
Was bedeutete die Niederlage für Sie?
Schornsheim: Sie war natürlich furchtbar. Ich lese gerade das Buch „Der vertuschte Völkermord an den Deutschen. Wie die Vernichtung nach 1945 weiterging“, das ich nur jedem dringend empfehlen kann! Es ist unbeschreiblich, was uns Deutschen angetan wurde und wie vergessen all diese Verbrechen heute sind – auch weil man alles getan hat, damit sie vergessen werden. Ich wollte nicht, daß Deutschland verliert, ich wollte aber auch nicht, daß wir gewinnen, weil klar war, wir würden die besetzten Länder ausbeuten und ihre Menschen zu Heloten degradieren. Im nachhinein weiß ich, daß die NS-Herrschaft die blanke Brutalität war, die Judenverfolgung, die Zwangsarbeiter, die ich 1945 mit eigenen Augen in Thüringen gesehen habe, die Verbrechen in den besetzen Gebieten – all das war genauso schrecklich wie die furchtbaren Verbrechen an uns Deutschen im Krieg und danach.
Am Sonntag ist Volkstrauertag, Deutschland gedenkt seiner Toten der zwei Weltkriege und Diktaturen. Interessiert sich die Jugend für Ihre Erlebnisse?
Schornsheim: In meiner Familie ja, aber sonst? Denken Sie an all die beschmierten Denkmäler für unsere Gefallenen, Kriegstoten und Vertriebenen! Kaum jemanden empört das. Es ist für mich schrecklich, wie alles mißachtet und vergessen wird. Und ich kann nicht genug davor warnen, daß dieses Vergessen unseres eigenen und des fremden Leids dazu beträgt, daß Krieg für die Politik, von den Grünen bis zur CDU, wieder vorstellbar wird.
… Alles vom 14.11.2025 von Moritz Schwarz und Kurt Schornsheim bitte lesen in der JF 47/25, Seite 3
Kurt Schornsheim wurde am 30. Januar 1924 im brandenburgischen Strausberg östlich von Berlin geboren. 1942 erhielt er seinen Gestellungsbefehl und diente in der Marine als Gefreiter zur See (rechts, 1943). Nach dem Krieg blieb er in seiner Vaterstadt und arbeitete als Musikredakteur im Rundfunk, Lehrer an einer Berliner Musikschule sowie als Fachübersetzer.
Leserbrief zu Rheinwiesenlager: Ein Plädoyer für Frieden und Verständigung
Das aktuelle Interview über Schornsheims Kriegserfahrungen ist ein wichtiger Beitrag unserer Zeit. Tagtäglich sprechen Politiker, Medien und Militärs von Krieg und Aufrüstung, ohne dabei jedoch überhaupt einen Krieg erlebt zu haben. Schornsheims Schilderungen führen in eine Zeit zurück, als der Alltag von Entbehrungen, Grausamkeiten und Morden geprägt war. Wie und warum es zum Krieg kam, wird währenddessen nebensächlich.
Für die Soldaten ist es ein purer Überlebenskampf, den kein Politiker oder Journalist am Schreibtisch durchleben muß. Wie im Interview beschrieben, löst der Krieg im Soldaten Verrohung und Empathielosigkeit aus, die auch die deutschen Truppen nach dem Zweiten Weltkrieg in den Siegerlagern erfahren sollten. Natürlich war dies auch umgekehrt der Fall, als die Wehrmacht und die SS Hunderttausende Rotarmisten systematisch verhungern ließen. Mir geht es aber auch nicht um einen Vergleich des Unrechts, sondern um die Lehren des Krieges, welche Schornsheim so treffend formuliert: „Nie, nie wieder ein Scheißkrieg!“
Solche Botschaften müßten heute statt der ganzen Kriegsrhetorik in die Schulen transportiert werden, unter Einbeziehung von Zeitzeugen. Jeder Politiker sollte sich mit einem solchen unterhalten, bevor er von Kriegstüchtigkeit spricht. Schließlich gab es bis zur deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945 noch keine Nuklearwaffen, womit die Grauen eines neuen Krieges noch undefinierbar bleiben. Für mich ist dieses Interview eine Mahnung an uns alle und ein Plädoyer für Frieden und Verständigung. Haben Sie dafür vielen Dank!
… Alles vom 28.11.2025 von Marcel Jacobs, Stade bitte lesen in der JF 49/25, Seite 23
Mario Kandil: Der vertuschte Völkermord an den Deutschen
– Wie die Vernichtung nach 1945 weiterging…
Gebundene Ausgabe – 11. Februar 2025, 420 Seiten,
Pionier Verlag , 34,90 Euro
von Mario Dr. Kandil (Autor)
Flucht, Vertreibung und Deportation von Millionen Deutschen, die mit entsetzlichen Massakern und Bestialitäten einhergingen, stellen ein Jahrtausendverbrechen dar: Rund 20 Millionen Deutsche wurden vertrieben und dabei etwa drei Millionen ermordet. Doch diese Katastrophe ist im Bewusstsein der heutigen Deutschen praktisch nicht mehr existent. Das Polit- und Medienkartell mit seiner totalen Deutungshoheit vermochte es in den letzten Jahrzehnten, dieses einmalige Menschheitsverbrechen systematisch zu unterdrücken.
Mit dem Buch „Der vertuschte Völkermord an den Deutschen. Wie die Vernichtung nach 1945 weiterging…“ wollen vier Autoren 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf die unterdrückte Geschichte von Millionen deutschen Toten hinweisen: an das millionenfache Sterben nach dem 8. Mai 1945, also nach der sogenannten Befreiung durch die Alliierten, mitten im Frieden. Ein vertuschter Völkermord, der in den meisten deutschen Familien Tod, Verderben und Leid verursachte. Es ist Zeit, endlich auch an die deutschen Opfer zu erinnern!
LpB Rheinland-Pfalz: Rheinwiesenlager
In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs – im März, April und Mai 1945 – gerieten Millionen deutscher Soldaten in Kriegsgefangenschaft. Die alliierten Streitkräfte waren auf eine solch große Zahl von Kriegsgefangenen in einer so kurzen Zeitspanne nicht ausreichend vorbereitet. Daher wurden die Soldaten sowie uniformierte oder verdächtige Zivilisten zunächst in provisorischen Lagern am Rhein – den sogenannten Rheinwiesenlagern – interniert. Während es an Unterkünften, Nahrung und Medizin für alle Menschen in Deutschland mangelte, war auch das Leben der Kriegsgefangenen gekennzeichnet von Hunger, Krankheiten und völlig unzureichenden hygienischen Verhältnissen. Die meisten der ab April 1945 errichteten Lager bestanden nur wenige Monate oder Wochen und wurden bereits im Sommer bzw. Herbst 1945 wieder aufgelöst.
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Die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz setzt sich daher für die historische Aufarbeitung der Thematik ein. 2012 fand unter dem Titel „Kriegsgefangenenlager 1939–1950. Kriegsgefangenenschaft als Thema der Gedenkarbeit“ eine Fachtagung statt, in der bekräftigt wurde, dass die Rheinwiesenlager mit dem Geschehen vor 1945 in Verbindung gesetzt werden müssen und nicht isoliert betrachtet werden können. Denn die Lager sind eine Folge der NS-Diktatur, des von Deutschland ausgehenden Zweiten Weltkriegs sowie der nationalsozialistischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Einer Instrumentalisierung durch rechtsextreme Kreise und dem damit einhergehenden unwürdigen Umgang mit dem Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen werden wissenschaftliche Fakten entgegengesetzt. Diese Internetseite dient deshalb als informative und fundierte Handreichung für Interessierte, Lehrer und andere Multiplikatoren.
https://rheinwiesen-lager.de/
https://www.lpb.rlp.de/
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http://www.rheinwiesenlager.de/
Rheinwiesenlager: Mit 7,7 Millionen Kriegsgefangenen hatte niemand gerechnet
Ende April und Anfang Mai 1945 ergaben sich ungeheure Massen deutscher Soldaten amerikanischen und britischen Truppen. Die waren unzureichend vorbereitet. Desaströse Zustände in den Gefangenenlagern waren die Folge.
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Nun musste improvisiert werden. Was sollte aus den insgesamt fast vier Millionen deutschen Soldaten allein in US-Hand werden? Zumal die Briten in Nordwestdeutschland fast genauso viele Kriegsgefangene gemacht hatten, nämlich 3,7 Millionen? Die Franzosen hatten weitere 245.000 Mann in Gewahrsam genommen.
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Die Verhältnisse in den Lagern waren vor allem Ende April und Anfang Mai 1945 schlimm. Während nämlich das Frühjahr 1945 im Prinzip warm und zu trocken war, fiel just in dieser Zeit viel Regen, der die Ackerböden zu Schlammwüsten machte. Anfangs gab es keine Zelte, erst recht keine Baracken, sodass viele Kriegsgefangene in selbstgebuddelten Erdhöhlen Schutz suchten. … Am schlimmsten aber war der Nahrungsmangel. Formal hatten Kriegsgefangene das Recht, genauso versorgt zu werden wie die Ersatzeinheiten ihrer Gewahrsamsmacht. Doch die US-Army hatte im Mai 1945 schlicht nicht genug Nahrung für fast vier Millionen zusätzliche Menschen.
… Alles vom 7.5.2020 bitte lesen auf
https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article207794857/Rheinwiesenlager-Wohin-mit-7-7-Millionen-Kriegsgefangenen.html
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Die Rheinwiesenlager – Erinnern mit Fakten, Lernen durch Bildung
Auf den sog. „Rheinwiesenlagern“ wurden im Frühjahr und Sommer 1945 rund 2 Millionen deutsche Kriegsgefangene interniert, die sich der US-Armee ergeben hatten. Die allermeisten lebten auf der blanken Erde und mussten sich „Schlaflöcher“ graben. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Medizin war insbesondere anfangs katastrophal. Unzählige von ihnen verhungerten, starben an Verwundungen und Verletzungen oder ertranken bei Regen in den schlammigen Lehmlöchern. Wie viele deutsche Kriegsgefangene in angloamerikanischer Gefangenschaft starben, kann nicht genau beziffert werden, die seriösen Angaben schwanken zwischen 5.000 und 40.000 Toten. Für die „vermisste Million“ deutscher Soldaten, die angeblich gezielt von den Alliierten umgebracht wurde, gibt es keine seriösen Belege.
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Die Fernsehsendung Landesschau Rheinland-Pfalz hat einen Zeitzeugen in einem Film zu seinen Erinnerungen an seine Kriegsgefangenschaft auf den Rheinwiesen befragt: „Flakhelfer berichtet von „grauenhaften Eindrücken“ in Kriegsgefangenschaft Der Beitrag ist unter der Adresse https://www.swrfernsehen.de/landesschau-rp/kriegsgefangener-berichtet-von-grauenhaften-eindruecken-100.html verfügbar.
Anmerkung 16.11.2025: Film gelöscht – warum?
… Alles vom 16.4.2020 bitte lesen auf
https://www.volksbund.de/nachrichten/erinnern-mit-fakten-lernen-durch-bildung
Geplanter Tod in der Goldenen Meile?
Das Kriegsgefangenenlager Remagen/Sinzig 1945
„Daß eine beträchtliche Zahl von deutschen Gefangenen 1945/46 in amerikanischen und französischen Lagern ihr Leben ließ, ist durch zahlreiche Zeugnisse belegt. Doch nun, mehr als vierzig Jahre später, wartet der kanadische Journalist James Bacque mit einer Sensation auf: Nicht, wie bisher angenommen, einige Zehntausend, sondern nahezu eine Million Häftlinge starben an den Folgen mangelhafter Hygiene, an Seuchen und Unterernährung.
Schuld an den Todesfällen war eine von General Eisenhowerzu verantwortende gezielte Politik: Lebensmittel wurden zurückgehalten, Hilfe seitens des Roten Kreuzes und anderer Organisationen wurde planvoll unterbunden.“1′ Seit ihrem Erscheinen 1989 haben diese Thesen zu einer scharten und bisweilen unfairen Diskussion geführt.
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… Alles von 1989 von Kurt Kleemann bitte lesen auf
https://kreis-ahrweiler.de/kvar/VT/hjb1995/hjb1995.29.htm
