Das Höfesterben im Schwarzwald und am Hochrhein beschäftigt auch den Waldshuter Landtagsabgeordneten Felix Schreiner (CDU). Jetzt liegt die Antwort des Landwirtschaftsministeriums auf seine Anfrage zur Situation der Landwirtschaft im Kreis vor. Danach haben von den 1242 im Kreis Waldshut ansässigen landwirtschaftlichen Betrieben 777 einen Inhaber, der mindestens 45 Jahre alt ist und sich deshalb mit der Nachfolgefrage auseinandersetzen musste. Für 188 Betriebe gibt es bereits eine geregelte Nachfolge, für den Rest, also für 589, noch nicht. Diese Zahlen liegen weit über dem Landesdurchschnitt…..
Alles vom 13.1.2013 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/der-landwirtschaft-geht-der-nachwuchs-aus
Es gibt Leute, die einen landwirtschaftlichen Betrieb übernehmen wollen
Mich ärgert der Artikel sehr. Ich selbst bin auf der Suche nach einem landwirtschaftlichen Betrieb, den ich übernehmen kann. Ja, liebe Leute, sowas gibt es tatsächlich noch! Meine bisherige Erfahrung: die Hofbesitzer WOLLEN keine Nachfolger (im Artikel „Erben“ genannt). Die Jungen wollen die dicke Kohle mit Land und Grund machen (einfach mal in den Anzeigen schauen, was ein Bauernhof hier in der Gegend so kostet!!!) und die Alten denken vermutlich: nach uns die Sintflut. Keine Ahnung. In neuen Wegen denken weder ominöse, in dem Artikel erwähnte CDU-Politiker, noch die armen, nichtbeerbaren Hofbesitzer. Daher ist dieser Artikel ein Hohn und ein Mit-Zahlen-um-sich-schlagen, sonst nichts. Denn andernfalls würde man sich mal Gedanken machen, wie diesem angeblichen „Hofsterben“ beizukommen ist und nach Leuten suchen, die sich der Verantwortung und dem Geschenk, das (ererbter) Haus und Hof bedeuten, klar sind, die das zu würdigen wissen. Sollte das Landwirtschaftsministerium, die Waldshuter CDU oder irgendein Hotzenwälder Bäuerlein einen Hof zur Verfügung haben, der bewirtschaftet werden soll, dann her damit. Ich nehme ihn – und ich finde hundert prozentig noch 588 andere, die die anderen Höfe, deren Weiterführung fragwürdig ist, übernehmen. Aber ich denke, es ist einfacher, theoretisch den ach-so-schlimmen Wandel in der landwirtschaftlichen Demografie zu diskutieren, als auch nur an einem einzigen Hof ein praktisches Exempel zu statuieren. Oder???
13.1.2013, Bettina Brennecke