Nach ihrer Reparatur wird durch die Nordstream2-Pipeline wieder preiswertes Erdgas strömen – preiswert aber nur für das US-amerikanische Unternehmen, das den Deal mit Russland abgeschlossen hat (1), um das Pipelinegas mit Preisaufschlag an Deutschland weiter zu verkaufen. So könnte es laufen, wenn die bilateralen Wirtschaftsverhandlungen zwischen den USA und Russland erfolgreich abgeschlossen worden sind.
.
Würde die Berliner Regierung deutsche Interessen – und darunter sind nun mal auch Wirtschaftsinteressen – vertreten, dann wäre die Sprengung von Nordstream2 längst geklärt und die Lieferung mit billigem russischen Gas wieder aufgenommen worden. Nun aber droht eine Posse: Das für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft so wichtige russische Erdgas wird verfügbar sein – aber nur über die Zahlung einer für jeden Gas-Kubikmeter fälligen kleinen Gebühr an den US-amerikanischen Investor als Deal-Maker.
Auch hierbei wird wieder deutlich: Die Regierung Merz/Klingbeil vertritt nicht die eigenen deutschen Interessen, die Willy Brandt im Rahmen seiner Entspannungspolitik mit „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein“ vorgegeben hat und nie ihre Gültigkeit verloren hat, sondern eher die Interessen der USA mit „Make America great again„.
9.10.2026
.
Ende von Beitrag „D zahlt an USA für Gas aus RU?“
============================================================
Begin von Anlagen (1) – (2)
.
.
(1) Nord Stream vor dem Comeback? USA und Russland verhandeln – Berlin stellt sich quer
…
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, haben hochrangige Vertreter der USA und Russlands über eine mögliche Beteiligung amerikanischer Investoren an den Nord-Stream-Pipelines gesprochen. Beteiligt sein sollen unter anderem Donald Trumps Vertrauter Jared Kushner und der russische Präsidentenberater Kirill Dmitrijew. Im Mittelpunkt steht die Überlegung, wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland zu einem Bestandteil einer künftigen Friedensordnung zu machen.
…
Die Bundesregierung lehnt eine Rückkehr zu russischem Pipelinegas weiterhin ab. Auch Polen und die baltischen Staaten stellen sich gegen entsprechende Pläne. Die AfD dagegen fordert seit Langem eine Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen. Sollte es tatsächlich zu einem amerikanisch-russischen Energieabkommen kommen, wäre das eine bemerkenswerte Pointe der europäischen Sanktionspolitik: Washington und Moskau würden neue wirtschaftliche Möglichkeiten erschließen, während Deutschland weiterhin auf eine Energiequelle verzichtet, die einst wesentlich zur Wettbewerbsfähigkeit seiner Industrie beitrug.
… Alles vom 9.10.2026 bitte lesen auf
https://philosophia-perennis.com/2026/10/09/nord-stream-vor-dem-comeback-usa-und-russland-verhandeln-berlin-stellt-sich-quer/
.
.
(2) USA und Russland sprachen angeblich über US-Einstieg bei Nord Stream
Hochrangige Vertreter Russlands und der USA haben Insidern zufolge über den Einstieg eines US-Investors bei den Nord-Stream-Pipelines gesprochen.
An den Gesprächen über die Leitungen, die vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine Gas nach Deutschland lieferten, hätten unter anderem der enge Berater von Präsident Wladimir Putin, Kirill Dmitrijew, und der US-Sondergesandte Jared Kushner teilgenommen, sagten fünf mit der Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.
Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, versucht, einen Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln und sieht Geschäftsabschlüsse als zentrales Element zur Wiederherstellung des Friedens.
…
Bundesregierung hält an Sanktionen fest
Die Bundesregierung und andere europäische Staaten lehnen eine Wiederinbetriebnahme der Pipelines entschieden ab. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums erklärte: „Die Nord-Stream-Pipelines unterliegen mit dem 18. Sanktionspaket, welches von Deutschland ausdrücklich mitgetragen wird, europäischen Sanktionen.“ Russisches Gas sei generell sanktioniert.
Es sei Deutschland gelungen, bei der Gasversorgung durch umfangreiche Maßnahmen die Abhängigkeit von russischem Gas zu beenden. „Daran halten wir fest.“ Grundsätzlich gelte, dass eine Inbetriebnahme durch die Bundesnetzagentur zertifiziert werden müsse, bestätigt durch die Bundesregierung und abgesprochen mit den Mitgliedstaaten und der EU-Kommission. Das werde von keiner Seite angestrebt.
Die Bundesregierung dürfe nicht zulassen, dass Nord Stream in amerikanische Hände falle, warnte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Michael Kellner, der in der früheren Regierung für die Energiepolitik zuständig war. „Es droht ein ganz schmutziger Deal zu Lasten Europas.“ Amerikaner und Russen könnten sich die Profite teilen und Europa erpressen. Nord Stream sei der größte Fehler deutscher Energiepolitik der vergangenen Jahrzehnte. „Noch größer wird der Fehler, wenn die Amerikaner die Pipelines kontrollieren und die Russen das Gas liefern.“
… Alles vom 8.10.2026 bitte lesen auf
https://www.handelsblatt.com/politik/international/nord-stream-usa-und-russland-sprachen-angeblich-ueber-us-einstieg-bei-nord-stream/100260720.html