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Staudenhöfe am 17.4.2011: Blick nach Osten bei Gasthaus “Staude” – Schafe

 

 

Merkel bittet Muslime um Toleranz für Schweinebraten
im März hatte Bundesernährungsminister Christian Schmidt davor gewarnt, Schul- oder Kantinenessen aus Rücksicht auf Muslime einzuschränken. “Ich nehme es mit Besorgnis wahr, dass Schweinefleisch in Schulen und Kantinen vom Speiseplan genommen wird”, sagte der CSU-Politiker damals. “Unser Weg kann doch nicht sein, dass wir kulturelle Unterschiede bei der Ernährung mit der Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner beantworten.” Schweinefleisch ist das am häufigsten in Deutschland verzehrte Fleisch. Rund 38 Kilogramm isst jeder Deutsche im Jahr, auf Platz zwei liegt Geflügel mit 11,5 Kilogramm pro Jahr.
Alles vom 10.7.2016 auf
http://www.welt.de/politik/deutschland/article156923740/Merkel-bittet-Migranten-um-Toleranz-fuer-Schweinebraten.html

 

Klimakiller Nr 1: Massentierhaltung – Essgewohnheiten überdenken
Kohlekraftwerke, fossile Brennstoffe und der Abbau von Gas durch natürliches Fracking haben fraglos stark zur Verschmutzung durch Treibhausgase beigetragen. Doch während alle Zeitungen der Welt über den Erfolg des Klimagipfels in Paris frohlocken, ist nirgends vom Klimakiller Nummer eins die Rede: Massentierhaltung.
Die Agrarindustrie in Deutschland produziert immer mehr Fleischberge zu Dumpingpreisen, vorbei an der Nachfrage. Mehrere internationale Studien belegen, dass Massentierhaltung – aus der über 90 Prozent des Fleisches stammen – der größte Verursacher des Klimawandels ist. Das durch den tierischen Stoffwechsel ausgeschiedene Methangas ist einer der wesentlichsten Faktoren für den weltweiten Klimawandel.
Jedes Steak, jeder Hamburger, jeder Schluck Milch heizt das Klima weiter an. Den Rindern und Schafen entweicht bei der Verdauung jede Menge Methan – rund 200 000 Liter im Leben eines Mastrinds.
Methan wiederum ist das gefährlichste Treibhausgas der Welt, 23-mal so klimaschädlich wie das breit diskutierte Kohlendioxid (CO2) Hätten Sie gewusst, dass für die Herstellung eines einzigen Hamburgers dieselbe Menge fossiler Brennstoffe benötigt wird, wie ein Kleinwagen bei einer 32 Kilometer langen Fahrt verbraucht? Wir sollten unsere Essgewohnheiten schleunigst überdenken, bevor es zu spät ist.
24.12.2015, Martin Leccese, Lörrach

Zu: “Viel Lob für den neuen globalen Weltklimavertrag”, Beitrag von Christian Mihatsch, Bärbel Krauß und Agenturen (Politik, 14. Dezember):

Maßloser Fleischkonsum – unsere erschreckende Gedankenlosigkeit
Unsäglich ist nicht der Veggie-Tag. Unsäglich sind die grausamen Zustände in unserer Massentierhaltung. Und unsäglich ist die Tatsache, dass alle fünf Sekunden weltweit ein Kind an Hunger stirbt, während wir für unseren maßlosen Fleischkonsum tonnenweise Getreide an die Tiere verfüttern. Eine Menge, die ausreichen würde, um noch mehr als die eine Milliarde hungernder Menschen zu sättigen.
Dies und der Umstand, dass die Nutztierhaltung mehr Treibhausgase verursacht als der weltweite Verkehr waren die Gründe, weshalb vor Jahren Paul McCartney und der Vorsitzende des Weltklimarats zu einem fleischlosen Tag in der Woche aufriefen. Was ist daran falsch? Hier besteht doch ein enormer politischer Handlungsbedarf.
Nicht der Veggie-Tag stempelte die Grünen zur Verbotspartei. Dies besorgte die Kampagne, die von der Bild-Zeitung losgetreten und von zahlreichen Politikern und Journalisten mitgetragen wurde. Der Veggie-Tag diente hier schlicht als Wahlkampfkeule gegen die Grünen. Bestürzt haben mich allerdings die Reaktionen in Teilen der Bevölkerung. Das infantile Gejammer, dass man sich die Currywurst nicht verbieten lassen wolle, zeugt von erschreckender Gedankenlosigkeit und Gleichgültigkeit.
6.11.2013, Eda Siefert, Lahr

 

Schweinfleischindustrie in Deutschland

28 Mio Schweine werden im Mai 2013 in Deutschland gehalten. In den Landkreisen Cloppenburg und Vechta leben 8-mal mehr Schweine als Menschen.

  • 39 kg Schweinefleisch verspeist jeder Bundesbürger im Jahr. Dazu kommen weitere 22 kg Fleisch von Rind, Huhn, Pute und anderen Tierarten.
  • Der Verbrauch an Schweinefleisch hat sie seit 1950 verdreifacht.
  • 45% der Bundesbürger essen tagtäglich Fleisch oder Wurst (4-mal so viel wie Mitte des 19.Jahrhunderts)
  • 58.7 Mio Schweine wurden 2012 in Deutschland geschlachtet – nach China und den USA liegen wir auf Platz 3 der Schlachtnationen.
  • 654.000 t Schweinefleisch hat Deutschland in 2011 exportiert – Platz 2 hinter den USA. Der deutsche Schweine-fleischexport stieg von 167 Mio US-Dollar in 1993 auf 1574 Mio US-Dollar an, also um mehr als das Neunfache.
  • Genetische Verarmung: Nur drei Rassen stellen 98% aller Zuchtschweine.
  • In nur 4 Monaten vervierfacht sich das Schweinegewicht von 30 auf 120 kg.
  • Enge Haltung: 0.75 qm stehen einem Mastschwein (50-110 kg, bis 2 m lang) zur Verfügung.
  • Ackerflächen: Knapp die Hälfte der Ackerflächen in Deutschland dienen der Futtermittelerzeugung.
  • Tierfutter;: 40% der jährlichen weltweiten Ernte von Weizen, Goggen, Hafer und Mais werden zu Tierfutter.
  • Regenwald: Auf 90% der gerodeten Wälder in Brasilien wir Gensoja in Monokultur angebaut.
  • Massentierhaltung: 32.7% der Schweinemastbetriebe halten über 1000 Tiere (1999 nur 3.4%). Die 5000 größten Betriebe halten über 4.6 Mio Schweine.
  • Wasserverbrauch: 5988 l Wasser zur Produktion von 1 kg Schweinefleisch (nur 297 l Wasser für 1 kg Kartoffeln).
  • Antibiotika: In der Intensivtierhaltung werden 40-mal mehr Antibiotika eingesetzt als in den deutschen Kliniken.
  • Gülle: 50 Mrd l Schweinegülle gelangt pro Jahr ins Grundwasser. Das sind 2.5 Mio Tanklaster-Füllungen.

Quelle: Das Schweinesystem – wie uns die Fleischindustrie krank macht
Der Spiegel, 21.10.2013, S. 65-72

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