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Theater mit der integrativen Theatergruppe Schattenspringer

Tanz, Theater, Musik: Wo Menschen mit Behinderungen ohne ausdrücklich pädagogischen Anspruch kreativ sein können.
Freunde treffen, gemeinsam was erleben, unterwegs und kreativ sein – freie Zeit kann herrlich sein. Doch bei Menschen mit Behinderung stehen Freizeitaktivitäten oft vor allem unter dem Aspekt der Förderung und Therapie, die Muße kommt dabei zu kurz. Doch es gibt sie, die ganz normalen Begegnungen zwischen Menschen, losgelöst vom pädagogischen Anspruch.

„Versuch mal mit dem Stuhl zu flirten, Christoph, nicht immer mit Hilde“, sagt Wolfgang Kapp, Regisseur der integrativen Theatergruppe  Schattenspringer, zu einem seiner Schauspieler. Christoph grinst, schnappt sich seinen Stuhl und schwingt sich in Walzerschritten quer durch den Probenraum. Walzer tanzen mit einem Stuhl? Hilde kichert. Vor fünf Minuten hat Kapp das Ensemble aufgefordert, Verliebtheit auszudrücken – mit Hilfe von Stühlen. Während Patrizia sich an ihren Stuhl schmiegt, zwinkert Pablo seine Sitzgelegenheit kokett an. „Jetzt möchte ich euch alle mal hochnäsig sehen. Seid mal so richtig arrogant“, sagt Kapp, schreitet mit großen Schritten über den Parkettboden und schaut zu. Linus, der im Rollstuhl sitzt und einen Kleiderbügel statt einen Stuhl zum Ausdruck seiner Gefühle benutzt, schaut durch das Plastikdreieck mit hochgezogenen Augenbrauen, wie durch ein Monokel. Dabei schürzt er streng die Lippen. „Linus, so siehst du aus wie ein Theaterkritiker“, sagt Kapp, „sehr schön.“ Die Freiburger Theatergruppe für Menschen mit und ohne Behinderung ist gerade dabei, ihr nächstes Stück zu entwickeln.  Kapp arbeitet mit dem, was ihm die Schauspieler anbieten, ihre Ideen fließen in die Produktionen ein. Neun Stücke hat die Gruppe seit ihrer Gründung 1998 auf die Bühne gebracht, 2001 wurde sie mit dem Sozialpreis Innovatio ausgezeichnet. Träger der Schattenspringer ist das Diakonische Werk Freiburg. Es ist 19.30 Uhr, Zeit für die Pause. Die Teilnehmer finden sich in Grüppchen um das Klavier in der Ecke des Probenraums zusammen. Dort wartet  eine Prinzenrolle. Kekskrümel und Gekicher verbreiten sich im Raum. Nach einer Viertelstunde geht es weiter: Wolfgang Kapp verteilt schwarze Sonnenbrillen, als Zeichen, dass es nun darum geht, aufmerksam zuzuschauen. Die einzelnen Teilnehmer haben eigene kleine Auftritte vorbereitet. Es wird still im Raum.

Integrative Theatergruppe DIE SCHATTENSPRINGER - Bild: Zena

Die Schattenspringer treffen sich jeden Donnerstag beim Arbeitskreis Behinderte an der Christuskirche,
Maienstraße 2, Freiburg, von 18 bis 21 Uhr zum Proben.
Info unter Tel 0761/7677277, www.dieschattenspringer.de

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