Genua

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Blick von der Mole des Porto Antico nach Norden auf Genua am 17.5.2012

 

Genua am 17.5.2012

Nach Genua fährt man am besten mit dem Zug. Die beiden Bahnhöfe Stazione Principale und Stazione Brignole liegen nur ca 2 km voneinander entfernt am östlichen und westlichen Rand der historischen Altstadt. Aufgrund der einengenden Lage zwischen Meer im Süden und den Bergen im Norden hat man es mit dem Auto sehr schwer.

Genua ist schön und imposant. Genua liegt traumhaft. Genua fasziniert. Genua ist einen Besuch wert. Aber man wird das Gefühl nicht los, dass die Probleme diese einst so reiche und stolze Stadt überrollen. Am Wochenende flüchten immer mehr Genueser aus der Stadt  ins Weekend-Domizil an die ligurische Küste oder – da deutlich preiswerter – ins bergige Hinterland nach Norden; hier ist es hell, ruhig und sicher. Sie überlassen die Stadt den Touristen (tzwischen Porto Antoco und Via Garibaldi), den weniger Wohlhabenden (in den z.T. tristen Vororten) und den Migranten (in den engen Gassen östlich des Hauptbahnhofs Stazione Principale), und diese bilden ihre abgegrenzten Gebiete; zur Bildung von Ghettos bzw. Slums ist es nicht mehr weit – vielleicht gibt es sie ja schon.

Positiv die zahlreichen inhabergeführten kleinen Läden überall in der Stadt: Lebensmittelgeschäfte mit den breiten Auslagen für Obst und Gemüse, Spezialgeschäfte (beim Rundgang habe ich vier Schlüsseldienste gesehen), Dienste und Handwerk. Und großenteils sprechen die Inhaber nicht nur Italienisch, sondern sind auch in Genua geboren.

Überall in der Altstadt und am Hafen sieht man Polizei: Stets Doppelstreife, Stadtpolizei von Genua oder Militär – vornehmlich Alpini mit Hut und Feder, also Gebirgsjäger. Die freundlichen jungen Männer geben gerne Auskunft, aber auch deutliche Hinweise (etwa: Bitte die Altstadtgassen östlich der Statione Principale zwischen Hafen und Via Balbi meiden. Ignorieren Sie die agressiven Händler sowie Bettler. Geben Sie den aufsässigen Bettlern nichts). Genua soll sicherer werden, zunächst wenigstens tagsüber.

Die historische Altstadt von Genua zerfällt mehr und mehr. Nur wenige Gebäude wurden saniert, zumeist in der Via Garibaldi. Die Häuser in den so malerisch anmutenden engen Gassen sind dem Verfall preisgegeben. Uralte Fenster, Putz bröckelt soweit vorhanden, Elektrokabel offen und ohne Schutzleiter. Der Glanz und Reichtum vergangener Zeiten läßt sich nur noch erahnen.

Nur am Porto Antico wurde investiert, leider hypermodern häßlich: Acquario, Gigo, Biosfera, Arena del Mare
www.acquariodigenova.it
www.portoantico.it
www.cittadeibambini.net
www.genoaportcenter.it
www.eataly.it
www.comune.genova.it

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