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(1) Februar 2006 (2) Mai 2006 Rathausplatz Freiburg (3) 29.5.2014 in Stegen-Wittental
(1) „Ein bisschen schwanger gibt es nicht“ Foto: Evangelische Studierendegemeinde FR, www.uni-freiburg.de/esg
(2) Endlich mal etwas Erfreuliches vor dem Rathaus Freiburg am 10.5.2006
Hebammen sollen abtreiben? Hier sprechen sich drei von ihnen klar dagegen aus
Hebammen sollen Kinder abtreiben. Das fordert nicht nur die WHO, sondern auch Hebammenverbände. Was sagen Hebammen dazu? Hier melden sich drei von ihnen zu Wort.
Die Angriffe auf das Leben sind vielschichtig, hinterhältig und manchmal so abstrus, dass man nicht damit rechnen würde. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht trotzdem effektiv sein könnten. Ein solcher Fall ist der Vorstoß von Verbänden, die ausgerechnet Hebammen in die Abtreibungsindustrie eingliedern wollen.
Hebammen, die Helfer ins Leben, die Müttern und Familien mit Rat und Tat zur Seite stehen, sollen also Leben verhindern? Wie gesagt: abstrus. Und doch schon Realität. In Frankreich dürfen Hebammen medikamentöse und instrumentelle Abtreibungen durchführen. Auch in Ländern wie Schweden oder Nepal dürfen sie Schwangerschaften beenden, wie Corrigenda ausführlich berichtete.
Die Abtreibungslobby hat es sowohl in die Weltgesundheitsorganisation WHO als auch in den Internationalen Hebammenverband (ICM) und den Deutschen Hebammenverband (DHV) geschafft. Alle drei sprechen sich dafür aus, dass Hebammen medikamentöse Abtreibungen vornehmen dürfen sollen. Ein DHV-Präsidiumsmitglied begründete das mit angeblichen Versorgungslücken. Und laut WHO gehören Abtreibungen zur „reproduktiven Gesundheitsversorgung“ (mehr dazu hier).
Wie stehen Hebammen dazu? Umfragen unter deutschen Geburtshelfern dazu gibt es nicht. Corrigenda hat aber rund ein Dutzend Hebammen beziehungsweise Studentinnen befragt. Die Stimmung ist eindeutig: Keine von ihnen hat den Beruf gewählt, um später einmal Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen.
Hier sprechen drei Hebammen über ihre Motive, Beweggründe und ihr Berufsbild.
Magdalena: „Eine Hebamme sollte das Leben bejahen“
Als ich von den Bestrebungen hörte, dass Hebammen angebliche Versorgungslücken bei Schwangerschaftsabbrüchen schließen sollen, nahm ich dies zunächst nicht ernst. Wie bitte? Das Berufsbild der Hebamme ist doch darauf ausgelegt, Frauen und ihre Familien während der Schwangerschaft, bei der Geburt und darüber hinaus zu begleiten und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Wie passt das mit der Beendigung eines Lebens im Mutterleib zusammen?
Ich bin seit 2021 examinierte Hebamme und durfte selbst bereits zweimal das Glück erleben, Mutter zu werden. An meinem Beruf liebe ich besonders, wie schnell man mit zuvor fremden Menschen eine innige und vertrauensvolle Beziehung aufbaut. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Frauen ermutigt werden können, und über ihre eigenen Fähigkeiten hinauswachsen. Vor allem das Stillen und das damit verbundene intensive Erlebnis, das eigene Kind zu ernähren, fasziniert mich sowohl als Hebamme als auch als Mutter immer wieder aufs Neue.
Meiner Ansicht nach sollte eine Hebamme das Leben bejahen und Frauen sowie ihre Familien dabei unterstützen, eine Beziehung zu ihrem ungeborenen Kind aufzubauen. Der Gedanke, einer ungewollt schwangeren Frau eine Abtreibungspille zu überreichen, lässt mich erschaudern. Das entspricht nicht dem Berufsbild, das ich erlernt habe und ausüben möchte.
Ich persönlich könnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, als Hebamme an einem Schwangerschaftsabbruch mitzuwirken. Es schmerzt mich, wenn ich von Kolleginnen höre, dass sie dies befürworten. Meiner Meinung nach wird den Frauen damit nicht geholfen. Im Gegenteil: Sie bleiben möglicherweise mit der schweren Last zurück, sich gegen ihr eigenes Kind entschieden zu haben.
Bernadette: „Ich müsste meinen Beruf niederlegen“
Mein Wunsch, Hebamme zu werden, entstand schon in meinen jungen Kindheitstagen. Niemals hätte ich geglaubt, dass ich tatsächlich einmal in diesem Beruf tätig sein werde. Nur 20 Bewerberinnen von 300 wurden ausgewählt und ich war eine von ihnen. Für mich ein absolutes Wunder! Meine Ausbildung absolvierte ich am Uniklinikum Augsburg, in welchem ich schon bald mit dem Thema Abtreibung konfrontiert wurde. Aktiv daran beteiligen wollte ich mich nie, denn für mich war schon immer klar, dies kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Für mich sind diese kleinen ungeborenen Menschen genauso schutzbedürftig wie eine Minute nach der Geburt.
Leider konnte ich dennoch nicht ganz vermeiden, damit konfrontiert zu werden. Es kam einige Male vor, dass, wenn ich während meines Dienstes etwas im „unreinen Arbeitsraum“ (hier standen die Abfalleimer für Müll, dreckige Wäsche usw.) entsorgen musste, dort zu meinem Schrecken neben dem Waschbecken ein kleines totes Menschlein lag, das durch Abtreibung getötet wurde. Sie waren so perfekt und so zerbrechlich, dass mir nur die Tränen kamen ob dieses Unrechts.
Einmal war ich bei einer Geburt anwesend, bei der Zwillinge geboren wurden. Der eine kam lebend und der zweite tot, denn er wurde in der 22. Schwangerschaftswoche aufgrund von Trisomie abgetrieben. Trotz der Freude über die Geburt des lebendigen Kindes lag eine tiefe Schwere und Trauer in diesem Kreissaal.
Ich stand so oft in dem Konflikt, sagen zu wollen und doch nichts sagen zu dürfen, oft fühlte ich mich so schuldig, ja mitschuldig am Tod dieser Kinder, denn ich habe nichts getan und nicht eingegriffen, um das Leben der ungeborenen Kinder zu retten. Mir waren als Hebammenschülerin die Hände gebunden und oft fehlte mir der Mut zu sprechen. Dies war ein Grund, weshalb ich seitdem nur noch in Krankenhäusern arbeite, in denen Abtreibung keine Option war. Ich müsste meinen Beruf niederlegen, sollte Abtreibung tatsächlich ins Aufgabengebiet von Hebammen fallen.
Eltern bekommen während der Schwangerschaft zum Beispiel die schlimme Diagnose, dass ihr Ungeborenes nicht oder nur begrenzt lebensfähig sein wird. Für viele Eltern scheint der einzige Ausweg ein Schwangerschaftsabbruch zu sein. Dabei wird diese weitreichende Entscheidung oft unter (Zeit-)Druck und im Schock getroffen.
Eine Alternative bietet sich in der palliativen Geburt, bei der die Mutter das Ungeborene weiter trägt, bis das Kind verstirbt – noch im Mutterleib, während der Geburt oder danach. Für die professionelle Begleitung der betroffenen Familien hat das Klinikum Kempten ein Konzept erstellt, das meiner Meinung nach an allen Kliniken eingesetzt werden müsste, um eine gute Alternative für Eltern in solchen Situationen zu bieten.
Christine: „Beratung und Begleitung von Schwangeren in Not stärken“
Schwangerschaft, Geburt und das Wochenbett gehören zu den prägendsten Phasen im Leben einer Frau. Als Hebammen geben wir hierbei verlässliche Orientierung und Unterstützung. Vor diesem Hintergrund lehne ich aktuelle Bestrebungen, Hebammen in die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen einzubeziehen, klar ab. Es widerspricht unserem beruflichen Selbstverständnis: Unsere Aufgabe ist die kontinuierliche, zugewandte Begleitung – nicht ein Eingriff, der das Leben eines Kindes beendet.
Die Zahl von jährlich über 106.000 Abbrüchen in Deutschland zeigt vielmehr, dass strukturelle, finanzielle und psychosoziale Hilfen oft nicht ausreichend vorhanden sind.
Dass eine Ausweitung der Durchführung auf Hebammen keine präventive Lösung ist, wie manche Verbände behaupten, beweist der Blick ins Ausland: In Schweden stagniert die Abbruchrate trotz der erlaubten Durchführung durch Hebammen seit Jahrzehnten auf hohem Niveau – in Frankreich, wo Hebammen medikamentöse und mittlerweile sogar instrumentelle Abbrüche durchführen dürfen, ist die Zahl zuletzt sogar deutlich angestiegen. Die Einbindung unseres Berufsstandes senkt also nicht die Zahl der Konflikte. Ein Abbruch darf gesellschaftlich nicht als „schnelle Lösung“ wahrgenommen werden, nur weil der Zugang zu echten Alternativen fehlt.
In meiner Praxis erlebe ich, wie essenziell Zeit, Zuhören und verlässliche Unterstützung im Schwangerschaftskonflikt sind. Wir müssen die Rolle der Hebammen genau hier stärken – in der frühzeitigen Beratung und Begleitung von Schwangeren in Not – und sie klar von der Durchführung von Abbrüchen abgrenzen.
… Alles vom 4.7.2026 von Andrea Heinemann bitte lesen auf
https://www.corrigenda.online/leben/hebammen-sollen-abtreiben-hier-sprechen-sich-drei-von-ihnen-klar-dagegen-aus
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einige Kommentare:
Welche Abartigkeit vertreten die Weltgesundheitsorganisation WHO als auch der Internationale Hebammenverband (ICM) und der Deutschen Hebammenverband (DHV). Großartig die Stellungnahme unserer Hebammen. „Was ihr dem Geringsten Meiner Brüder getan habt, das habt ihr Mir getan“ In Christo per Mariam E.Müller
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Diese Diskussion zeigt eigentlich nur, wie krank diese Gesellschaft, wie teuflisch diese Welt inzwischen ist – Frauen, die für die Geburt zuständig sind, sollen Kinder im Mutterleib töten dürfen? Einfach nur noch abartig. dgu
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Vielen Dank für euren starken und mutigen Beitrag! Es verdient Respekt, dass sich drei Hebammen diesem gesellschaftlich sensiblen Thema mit Fachwissen, Empathie und Offenheit widmen. Solche Stimmen sind wichtig, weil sie zum Nachdenken anregen und einen respektvollen Dialog fördern. Vielen Dank für euren Einsatz und euren Mut! Elisabeth
Ende Kommentare
Ganzer Berufsstand ist in Gefahr
Wir haben viele Jahre in einem Belegteam aus Hebammen und Ärzten mit Herrn Dr. Kerl zusammen gearbeitet. Damals hat er sich, zu seiner Entlastung, sehr auf die Arbeit von uns Hebammen verlassen. Zu dem Vorwurf, dass Hebammen sich überschätzen, verweisen wir auf unsere Berufsordnung, in welcher die Zuständigkeiten klar geregelt sind.
Wir fragen uns, was ist eigentlich sein Anliegen? Die Zeit rund um die Geburt eines Kindes ist nun mal hoch emotional und wird seit jeher von Hebammen begleitet.
Bei der Haftpflichtproblematik ist Emotionalität nicht angebracht, hierbei handelt es sich um Versicherungsmathematik. (Entgegen anderslautender Prognosen, sind nicht die Schadensfälle, sondern die Schadenssummen gestiegen. Dies erklärt sich zum Teil dadurch, dass seit einigen Jahren auch die Sozialversicherungsträger gegen Hebammen und GeburtshelferInnen klagen dürfen, zum anderen durch permanent steigende Kosten für die medizinische und therapeutische Betreuung Betroffener. So ist es gegenwärtig kaum mehr möglich zu berechnen, auf welche Kosten ein heute entstandener Versicherungsfall in den nächsten Jahrzehnten ansteigen wird.) Bei den sich jetzt abzeichnenden Folgen aber schon.
Ein ganzer Berufsstand ist in Gefahr: Längst geht es nicht mehr nur um ständig steigende Haftpflichtprämien und um die freie Wahl des Geburtsortes, sondern darum, dass es ab dem 1. Juli 2015 keine Haftpflichtversicherung für Hebammen mehr gibt.
Dies bedeutet einen Wegfall aller originären Hebammentätigkeiten, wie Geburtsvorbereitung, Beratung in der Schwangerschaft, Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden, Vorsorgeuntersuchungen, Begleitung von Haus-, Geburtshaus- und Beleggeburten (20 Prozent Beleggeburten in Deutschland!), die häusliche Wochenbettbetreuung, Stillberatung und Rückbildungsgymnastik. Um diese Entwicklung noch aufzuhalten ist die Politik gefordert. Wir sind unserem Hebammenverband sehr dankbar, dass er hier aktiv Lobbyarbeit, auch in Berlin, betreibt. Unser Anliegen ist es auch weiterhin Frauen, Paare und Familien rundum kompetent zu betreuen. Im Regelfall geschieht dies in kollegialer Zusammenarbeit (nicht in Konfrontation) mit den FrauenärztInnen und Kliniken.
9.4.2014, Angelika Adomaitis, Cornelia Eichhorn, Stephanie Müller und Judith Steck,Hebammen des ehemaligen Belegteamsder Helios-Rosmann-Klinik, Breisach
Geburtshelferinnen sehen sich in ihrer Existenz gefährdet
Rapide gestiegene Beiträge zur Haftpflichtversicherung bedrohen die Existenz freier Hebammen. Die ersten Geburtshelferinnen in der Region geben bereits auf. Das Lörracher Geburtshaus steht vor dem Aus. „Drei Kolleginnen haben sich gleich abgemeldet, andere überlegen, wie lang sie sich ihren Beruf noch leisten können“, berichtet Brigitte Schreiber von der Kreisversammlung des Deutschen Hebammenverbands (DHV) diese Woche. Die Teningerin arbeitet im Kreiskrankenhaus Emmendingen und ist Vorsitzendes des Kreisverbands Freiburg-Emmendingen- reisgau- Hochschwarzwald, in dem 230 Hebammen organisiert sind. Weitere 30 bis 50 Kolleginnen kommen in Südbaden hinzu.„Ich rechne damit, dass mindestens 20 von uns im Lauf des Jahres aufgeben“, sagt Schreiber. Der Grund ist das Geld: Die Haftpflichtversicherung, die jede Hebamme, die Geburtshilfe anbietet, abschließen muss, wird ab 1. Juli stark verteuert. Kolleginnen, die Hausgeburten begleiten oder als Beleghebammen in Kliniken arbeiten, zahlen künftig 3 700 Euro Haftpflichtversicherung im Jahr. Gynäkologen, die Geburtshilfe anbieten, müssen neuerdings sogar zwischen 10000 und 20000 Euro zahlen. In zehn Jahren ist der Beitrag für selbstständige Hebammen laut DHV um 250 Prozent gestiegen. Bundesweit gibt es nur noch drei in der Versicherungskammer Bayern vertretene Versicherungen, die überhaupt Haftpflicht für Hebammen anbieten. „Die Geburtshilfe bewegt sich hart am Rande der Versicherbarkeit“, erklärt Katrin Rüter de Escobar vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Zwar hätten nicht die Zahl der bei der Geburt geschädigten Neugeborenen zugenommen, wohl aber die Summen, die dafür eingeklagt werden. Braucht ein Mensch lebenslange Pflege, kann der zu zahlende Schadensersatz schnell in die Millionen gehen. Zu danken ist das dem medizinischen Fortschritt, der viele Babys überleben lässt, die früher gestorben wären. Hinzu kommt, dass manches Leid heute nicht mehr als Schicksal hingenommen wird, sondern entschädigt sein will. „Für ein gutes Geburtserlebnis braucht die gebärende Frau jemanden, der sie mit Erfahrung, Empathie, Vertrauen, Geduld, Präsenz und viel, viel Zeit begleitet“, sagt die Hausgeburtshebamme Uschi Böcking aus Wittnau. Ein Anspruch, den eine angestellte Klinikhebamme wie Brigitte Schreiber nach eigenen Angaben beim besten Willen nicht erfüllen kann – schließlich betreut sie oft in einer Schicht allein fünf Geburten gleichzeitig. Bei ihrem Protest ziehen darum jetzt alle Hebammen – ob angestellt oder frei, ob naturheilkundlich oder schulmedizinisch geprägt – an einem Strang und nennen auch für Klinikgeburten eine 1:1-Betreuung als Ziel. Außerdem fordern sie für Eltern den Erhalt der Wahlmöglichkeit, wie und wo sie ihr Kind zur Welt bringen wollen. Ob es die weiterhin geben wird, ist ungewiss: Zehn Hausgeburten im Jahr muss eine Hebamme künftig anbieten, um allein den Versicherungsbeitrag zu erwirtschaften, erst ab der elften verdient sie etwas. „Wer von diesem Beruf leben will, muss mindestens 20GeburtenimJahr haben“, rechnet die DHV-Kreisvorsitzende Brigitte Schreiber. Und, das sagen Hausgeburtsund Beleghebammen übereinstimmend: Mehr als 30seienpro Jahr nicht zu schaffen. Schließlich gehören zu jeder Geburt drei Wochen Vor- und zwei Wochen Nachsorge und teils 24 Stunden Rufbereitschaft pro Tag. „Die Belastung in diesem Beruf steht in keinem Verhältnis zur Bezahlung“, sagt Jutta Posch von der „Hebammenpraxis in der Wiehre“. Für die Betreuung einer Geburt zahlen die Krankenkassen der Hebamme 237 Euro, wenn sie die Frau in die Klinik begleitet, 445 Euro im Geburtshaus, 537 Euro zuhause. Für einen Hausbesuch am Wochenbett erhält sie 26 Euro. Zum Vergleich: Das Krankenhaus kassiert für eine natürliche Entbindung 1482 Euro. Kaum eine der Frauenverdient laut DHV mehr als 1200 Euro im Monat – vor Steuern. Dass der erhöhte Beitrag zur Haftpflichtversicherung nun allein an ihnen hängen bleiben soll, erfüllt die Hebammen mit Wut. „Wir können uns diesen Beruf nichtmehr leisten“, sagt Katja Tammik, die zusammen mit vier Kolleginnen im Geburtshaus Lörrach arbeitet. Wenn die Honorare der Hebammen nicht angehoben würden, müsse nach dem 2008 geschlossenen Freiburger Geburtshaus Lichtblick auch die Einrichtung in Lörrach mittelfristig zumachen. Die Hoffnung der Hebammen auf mehr Geld wurde Ende März enttäuscht. Das Angebot der Krankenkassen zur Erhöhung der Geburtspauschale lag im einstelligen Eurobereich. Jetzt läuft ein Schlichtungsverfahren, der Schiedsspruch wird bis in drei Monaten erwartet. So lange wollen die Frauen nicht warten. Die Lörracher Hebammen haben die Parteien angeschrieben und ihr Anliegen geschildert. Eine Antwort, sagt Katja Tammik, hätten sie allerdings nur von der CDU erhalten, mit dem Inhalt, das Schreiben sei an den Bundestagsabgeordneten Armin Schuster weitergeleitet worden. Der internationale Hebammentag am 5. Mai und die Tage danach sollen nun zur Protestzeit werden. Dann starten die Hebammen auch ihre Petition im Internet: Wenn sie bis Mitte Mai 50000 Unterschriften zusammen haben, muss sich der Bundestag mit dem Thema befassen. „Wir fordern, dass die Krankenkassen, die bei Haus- und Beleggeburten viel Geld sparen, die Lücke schließen“, sagt Brigitte Schreiber. Und Jutta Posch meint: „Unsere Gesellschaft muss jetzt überlegen, was ihr ein guter Start ins Lebenwert ist.“
Zum Protest rufen die Hebammen jetzt auf:
FREIBURG, Münsterplatz: Informationsstand,Mittwoch, 5.Mai, 10 bis 18Uhr.
LÖRRACH, Geburtshaus,Gretherstraße: Demonstration, Samstag, 8.Mai, 10.30Uhr.
STUTTGART, Marktplatz: Kundgebung,Mittwoch, 5. Mai, 10.30Uhr.
PETITION im Internet unter www.hebammen-protest.de
Sigrun Rehm, Kathrin Ganter, 2.5.2010, www.der-sonntag.de
Kaiserschnittgeburten: Gebären wird zum klinikspezifischen Medizinalakt
In dem Bericht über Kaiserschnittgeburten dominiert die zunehmende Medizinalisierung der Geburten, der rein ärztliche und medizinische Aspekt. Damit ist er leider repräsentativ für das Problem. Unerwähnt bleibt der wesentliche Auftrag der Betreuung und Begleitung von Mutter/Eltern durch die Hebamme. Und unberücksichtigt ist der selbstverständliche Gesichtspunkt der mütterlichen, beziehungsweise elterlichen Souveränität für die Entscheidung der Geburtsmethode im Spektrum der Planung. Eine gute Hebammenbegleitung durch die Schwangerschaft stärkt das Selbstvertrauen von werdender Mutter respektive werdenden Eltern, um für die Geburt gemeinsam den selbstbestimmten Weg zum Besten des Neugeborenen und der Mutter zu entwickeln und zu entscheiden. Diese ideelle Kräftigung und Stärkung der mütterlichen wie elterlichen Persönlichkeiten würde und müsste dringend der geschilderten Tendenz entgegenwirken, die das Gebären leider zu einem klinikspezifischen Medizinalakt deformiert, und das nahezu weltweit. Goethe wurde mit der „blauen Asphyxie“ (Sauerstoffmangelrisiko im Gehirn) geboren und leistete damit Entscheidendes für die Menschheit: Sein Großvater, Bürgermeister von Frankfurt, sah sich durch dieses Ereignis veranlasst, die Hebammenausbildung in der Stadt zu verbessern. Seit kurzem gibt es zu dem Thema den informativen Dokumentarfilm „Lichtblicke – Auf den Spuren der Geburt“ der Filmemacherinnen Anja Hansmann und Yanina Serrano (dvd@anjahansmann.com). Vor dem Hintergrund historischer natürlicher Gebärmethoden im argentinischen Hochland beschreibt der Film mutige Bestrebungen überzeugter Hebammen in Tucumán wie in Buenos Aires, die sowohl in privaten wie öffentlichen Kliniken als auch in selbstverwalteten Geburtshäusern der begleiteten natürlichen Geburt neue Aufmerksamkeit und neue Räume schaffen, um der dortigen Kaiserschnittrate von 70 Prozent entgegenzuwirken.
BZ-Leserbrief vom 9.11.2009 von Rolf Hansmann, Freiburg-Opfingen
Es ist nicht egal, wie wir geboren werden
Es geht um sehr viel mehr als um Anpassungsschwierigkeiten der durch Kaiserschnitt ins Leben geholter Neugeborener. An diesen schwerwiegenden Auswirkungen, die allerdings nicht erst seit neuesten Forschungen bekannt sind, kann man sehen, wie sehr die natürlich sinnvolle Abfolge von Ereignissen der normalen Geburt gestört wird. Was steht hinter diesem Trend zum schnellen Schnitt? Es sind die wenigsten Frauen, die tatsächlich von vornherein einen Kaiserschnitt wünschen, und möglicherweise sind Mediziner gar nicht so unglücklich über diese „Wünsche“: Ein Kaiserschnitt ist praktisch, rentabel und braucht nicht viel Zeit – das kann ein Argument sein, aber ich glaube, dahinter verbirgt sich eine große Angst. Die Angst vor einer Anzeige mag eine Rolle spielen. Viel mehr noch wirkt eine Angst vor diesem Unfassbaren, Unkontrollierbaren, diesem Mystischen und zutiefst Weiblichen, das wir so gerne in den Griff bekommen würden. Was uns fehlt, ist eine ganz große Achtung vor der Natur und vor den Frauen, die die Mühsal einer Geburt auf sich nehmen, um das Leben auf die Welt zu bringen. Es fehlt das Hinspüren und das Verständnis, um was es eigentlich geht, und was da tatsächlich Großartiges passiert – ganz ohne mein Zutun. Es geht nicht darum, den Frauen mit der Aufklärung möglicher Atemprobleme der Kinder, Angst vor einem Kaiserschnitt zu machen. Es geht darum, die Frauen zu stärken, der Geburt wieder die Bedeutung zukommen zu lassen, die sie verdient. Es geht darum, Paare wissen zu lassen, dass geboren werden wichtig ist und ein Leben lang wirkt. Es ist nicht egal, wie wir geboren werden.
BZ-Leserbrief vom 9.11.2009 von Katrin Fritz, Hebamme, Freiburg
Marlis Binning, Sommeracherstr. 16, 79117 Freiburg, Tel 0761/6966318
Wochenbettbetreuung, Geburtsvorbereitung, Paarkurs – Frauenkurs, Rückbildung, Freiburg-Stadt und Umgebung.
Bund Deutscher Hebammen – Landesverband Baden-Württemberg – Kreisverband Freiburg – Breisgau-Hochschwarzwald – Emmendingen
www.meinehebamme.de
Angebote: Schwangerenvorsorge, Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden, Geburtsvorbereitung, Wochenbettbetreuung, Stillberatung, Cranio-Sacrale-Behandlung
zusätzlich: Hebammenspezifischer Unterricht in allgemeinbildenden Schulen
Sanne Bender, Fohrenbühl 1, 79252 Stegen, Tel 07661/979273
sanne.bender@gmx.net
Hebammen in Kirchzarten: Werben für mehr Verkehr
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v.l.n.r.: Regine Knaus, Angelika Peikert, Sanne Bender – Foto: Bernd Müller
Großen Zulauf gab‘s am 5. Mai – dem internationalen Hebammentag – am Infostand der örtlichen Hebammen aus dem Dreisamtal auf dem Wochenmarkt. Unter dem pfiffigen Motto „Wir freuen uns über mehr Verkehr!“ gaben sie Auskunft über das breite Angebot der Hebammenhilfe rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit. „Die frühzeitige Suche nach einer Hebamme waren dabei ebenso Themen wie die sinkende Kinderzahl in Deutschland und die schlechte Bezahlung der freiberuflichen Kolleginnen“, so Angelika Peikert. Weitere Infos unter www.meineHebamme.de .
www.dreisamtaeler.de vom 11.5.2006
Hebammenkreisverband Breisgau-Hochschwarzwald
Organisation zur Schwangerenberatung und -Vorsorge, Geburtsvorbereitung, Wochenbett,
Adressenliste von Hebammen im Landkreis
Bund Deutscher Hebammen, Landesverband Baden-Württemberg
Kreisverband Freiburg – Breisgau-Hochschwarzwald -Emmendingen
c/o Marie-Anette Trappen, Schlosserstraße 25 , 79312 Emmendingen, Tel (07641) 570846
info@meinehebamme.de, www.meinehebamme.de
Internationaler Frauentag 8.3.2011 am Rathausplatz Freiburg >Gender (9.3.2011)
Anne-Meike Irion in Freiburg-Littenweiler und Titisee
Ich bin eine freiberufliche Hebamme mit Sitz in Freiburg-Littenweiler. Mein Tätigkeitsbereich liegt in Freiburg und dem Dreisamtal. Aber auch in Hinterzarten, Titisee-Neustadt und angrenzenden Gebieten bin ich für meine Patienten da. Meine Leistungen: Schwangerenvorsorge, Hilfeleistung bei Beschwerden, Geburtsvorbereitung (Kurse), Wochenbettbetreuung
Anne-Meike Irion, Sickingenstraße 33, 79117 Freiburg-Littenweiler
Tel 0761/155 70 19, 0176/218 01 012
E-Mail: ami@hebamirion.de, www.hebamirion.de

