Abtreibung

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Herz von blühenden Narzissen an der Dreisam in Freiburg im März 2019

Herz von blühenden Narzissen an der Dreisam in Freiburg im März 2019

 

Ohne Abtreibung kein Arbeitskräftemangel
Zu: „Die grüne Illusion“ von Ulrich van Suntum, JF 27/22
In dem Leitartikel wird die Frage aufgeworfen, wie „trotz rückläufigen Wachstums und millionenfacher Einwanderung akuter Arbeitskräftemangel in der Wirtschaft“ herrsche. „Irgend etwas (sei) wohl gründlich schiefgelaufen bei dem Versuch, junge und motivierte Arbeitskräfte im Wege humanitär begründeter Masseneinwanderung ins Land zu holen.“ Aus der Geschichte wissen wir, daß Migrationsgesellschaften Konfliktgesellschaften sind. Der humanitäre Gedanke, alle einwanderungswilligen Menschen in Deutschland aufzunehmen, führt dazu, daß viele davon im sozialen Netz landen und nur in der Größenordnung von einem Drittel auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Ein Einwanderungsgesetz nach kanadischem Muster würde eine gezielte Einwanderung benötigter Fachkräfte ermöglichen und den Sozialhaushalt stark entlasten. Vor einer Tatsache beim Thema Fachkräftemangel verschließen wir aber unsere Augen völlig. Seit 1974 wurden in Deutschland etwa sieben bis acht Millionen Kinder im Mutterleib getötet. Wir hätten heute keinen Arbeitskräftemangel, wären diese Kinder nicht abgetrieben worden. Die Politik fördert diese Kultur des Todes. Leider ist von der Ampelregierung keine Änderung zu erwarten. Im Gegenteil: Erst vor wenigen Tagen wurde das Werbeverbot für Abtreibungen, Paragraph 219a, aus dem Strafgesetzbuch gestrichen. Darüber hinaus sind bereits Bestrebungen im Gange, auch den Paragraph 218, der Abtreibungen bei Vorlage eines Beratungsscheines straffrei stellt, zu streichen.
Eugen Abler, Bodnegg
… Alles vom 15,7,2022 bitte lesen in der JF 29/22, Seite 23
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Assistierte Reproduktion und Pränataldiagnostik: Das Kind ist kein Produkt
Gezeugt, nicht geschaffen
von Manfred Spieker

Um Kinder zu zeugen, sagte der 2018 verstorbene Philosoph Robert Spaemann, brauche man keinen Grund. Einen hinreichenden Grund für eine Zeugung könne es nicht geben. Würden Kinder von ihren Eltern Rechenschaft für ihre Zeugung verlangen, würde er mit dem Dichter Gottfried Benn antworten: „Glaubt doch nicht, daß ich an euch dachte, als ich mit eurer Mutter ging. Ihre Augen wurden immer so schön bei der Liebe.“ Und er würde fortfahren: „Du verdankst dein Leben nicht deiner Mutter und mir, sondern der gleichen Natur, der auch ich das meine verdanke und der der Schöpfer die Entstehung neuen Lebens anvertraut hat.“ Menschenwürdige Entstehung ist mithin die Folge einer Beziehung, nicht das Produkt einer Herstellung. Deshalb bezeichnet, so Spaemann, der Satz im Großen Glaubensbekenntnis der Christenheit „‘Genitum non factum’ – ‘gezeugt, nicht gemacht’ – nicht nur die Weise des Ursprungs des göttlichen Logos, sondern auch die einzig angemessene Weise der Entstehung jedes Menschen“.
Die assistierte Reproduktion unterscheidet sich von der Zeugung dadurch, daß sie eine zweckrationale Handlung und nicht die natürliche Folge einer Beziehung ist. Sie macht das Kind zum Produkt des Reproduktionsmediziners und verwandelt es so aus einem Subjekt und einem personalen Gegenüber mitmenschlichen Umgangs in ein Objekt technischen Machens. Sie überschreitet die Grenze zwischen Zeugen und Machen. Der Reproduktionsmediziner ist der eigentliche Demiurg, während die Eltern nur das Rohmaterial liefern.
Auch wenn das auf diesem Weg erzeugte Kind als Geschöpf und Ebenbild Gottes wie jeder andere Mensch geachtet werden muß, bleibt die künstliche Befruchtung doch, so Spaemann, „ein schweres Unrecht“, ein in sich schlechter Akt, weil er die fundamentale Gleichheit der Menschen verletzt, auf welcher die universale Solidarität der Menschen beruht. Den Machern stehen die Gemachten, den Planern die Geplanten gegenüber. Dies verstößt, um einen Ausdruck von Jürgen Habermas aufzugreifen, gegen „die Symmetrie der Beziehungen“, die eine wesentliche Voraussetzung der Menschenwürde ist. Nicht erst die Präimplantationsdiagnostik, der gegenüber Habermas diesen Vorwurf erhebt, sondern schon die assistierte Reproduktion selbst verletzt die fundamentale Gleichheit der Menschen, die erfordert, daß wir alle den gleichen Ursprung haben und nicht die einen die Geschöpfe der anderen sind.
Die Abkoppelung der Weitergabe des Lebens vom Zeugungsakt hat in mehrfacher Hinsicht fatale Konsequenzen. Sie eröffnet den Weg zu Experimenten und zum Handel mit Embryonen, zu Leihmüttern und zur Rechenschaftspflicht der Eltern für die Eigenschaften ihrer Kinder. Der Harvard-Philosoph Michael Sandel hat darauf hingewiesen, daß sich die Verantwortung, die den Eltern durch die assistierte Reproduktion und die Versuchung zu einer genetischen Optimierung aufgeladen wird, in erschreckende Dimensionen ausdehnt: „Eltern werden verantwortlich dafür, die richtigen Eigenschaften ihrer Kinder ausgewählt oder nicht ausgewählt zu haben.“
Sandel plädiert, wie Spaemann, für die natürliche Zeugung und dafür, „Kinder als Gabe zu schätzen, sie zu akzeptieren, wie sie sind, nicht als Objekte unseres Entwerfens oder als Produkte unseres Willens oder als Instrumente unserer Ambitionen“. Auch Habermas prognostizierte diese unerträgliche Ausdehnung elterlicher Verantwortung: Jede Person könne, „ob sie nun programmiert worden ist oder nicht, fortan die Zusammensetzung ihres Genoms als Folge einer vorwerfbaren Handlung oder Unterlassung betrachten“. Eine weitere fatale Konsequenz der Abkoppelung der Weitergabe des Lebens vom Zeugungsakt sind die verwaisten Embryonen, die vor ihrer Beseitigung „nützliche Dienste“ für die Forschung und für die Gesundheit leisten sollen.
Aber nicht erst die assistierte Reproduktion macht aus dem Kind ein Produkt. Auch in der auf die natürliche Zeugung folgenden Pränataldiagnostik gibt es eine Entwicklung, die das Kind zum Produkt macht – mit fatalen Folgen für die Schwangere. Dabei ist vorgeburtliche Diagnostik nicht an sich das Problem. Sie ist legitim, solange sie das Leben und die Integrität des Embryos achtet und auf seinen individuellen Schutz oder seine individuelle Heilung ausgerichtet ist, solange sie es mithin möglich macht, den vorgeburtlichen Zustand des Embryos zu erkennen und bei Bedarf therapeutische Maßnahmen zu ergreifen. Darin sind sich die Bundesärztekammer, die Weltgesundheitsorganisation und die christlichen Kirchen einig. Die Pränataldiagnostik ist, so die Weltgesundheitsorganisation in ihren Empfehlungen 1996, nur „im Interesse des Fötus“ durchzuführen.

Ganz anders ist die Pränataldiagnostik jedoch zu bewerten, wenn sie nicht im Interesse des Fötus, sondern im vermeintlichen Interesse der Gesellschaft durchgeführt wird. Die Krankenkassen gehen davon aus, daß es wesentlich kostengünstiger ist, ein flächendeckendes Embryonen­screening durchzuführen als die durchschnittlich erwartbare Zahl an Menschen mit Trisomie 21 zu versorgen. Seit ihrer Einführung 1970 hat sich diese Diagnostik zu einem Selektionsinstrument entwickelt, das zu einer tödlichen Gefahr für den Embryo geworden ist. Der seit 2021 von den Krankenkassen bezahlte nicht-invasive Pränataltest, bei dem mittels einer Blutentnahme nach den Trisomien 13, 18 und 21 gefahndet wird, um die Embryonen mit positivem Befund abzutreiben, ist nur der jüngste Schritt in diese Perversion der Pränataldiagnostik.
Die Pränataldiagnostik verändert die Schwangerschaft. Schwangere lassen sich in der Regel auf diese Untersuchungen ein, weil sie davon ausgehen, daß diese dazu beitragen, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen. Daß der häufigste Weg, um eine Gefahr für die Gesundheit des Kindes abzuwehren, dessen Abtreibung ist, wird in der Regel verschwiegen oder hinter Begriffen wie „Prävention“, „prophylaktische Maßnahmen“, „Verhinderung genetischer Anomalien“ oder „Einleitung der Geburt“ verschleiert.
Die Pränataldiagnostik verwandelt die Schwangerschaft von einer natürlichen Lebensphase in einen Risikozustand, der durch ständige Überwachung zu kontrollieren ist. Sie verzögert den inneren Dialog der Schwangeren mit dem Kind. Die Schwangere empfindet Schwangerschaft nicht mehr als einen passiven Zustand des Geschehenlassens und des natürlichen und geschützten Heranwachsens des Kindes im Mutterleib, sondern als Produktionsprozeß, der ihr die Illusion einer aktiven Produzentin vermittelt. Was in einer Schwangerschaft zählt, ist das Produkt und seine Qualität und weniger die Beziehung zwischen der Mutter und dem Kind.

„Ein Leben im Wahn der Optimierung. Von Anfang an. Um jeden Preis. Eltern bekommen diesen Druck besonders zu spüren. Vollkommene Eltern von vollkommenen Kindern sollen sie sein“, so Monika Hey in ihrer erschütternden Abrechnung mit der Pränataldiagnostik, bei der sie selbst zu einer Abtreibung gedrängt wurde: „Mein gläserner Bauch. Wie die Pränataldiagnostik unser Verhältnis zum Leben verändert“ (München 2012). Das behinderte Kind, das die Schwangerschaft übersteht und zur Geburt gelangt, gilt als Versäumnis der Frau. Damit wird der Schwangeren die Verantwortung für die Gesundheit des Kindes zugeschoben. Die Geburt eines behinderten Kindes zu verhindern, gilt als kategorischer Imperativ. Das in Deutschland offenkundig hohe „Qualitätsbewußtsein“ hat in Verbindung mit den Urteilen des Bundesgerichtshofes zur Arzthaftung eine fatale Folge: 60 bis 75 Prozent der Schwangerschaften werden zu Risikoschwangerschaften erklärt, während es in vergleichbaren Ländern wie den Niederlanden nur 25 Prozent sind. Für die Mutter bleibt die Schwangerschaft eine Schwangerschaft auf Probe, bis die Pränataldiagnostik deren Unbedenklichkeit bescheinigt. Zu Recht ist deshalb von einer Enteignung der Schwangerschaft durch die Medizin und von ihrer Pathologisierung die Rede.
Zur Veränderung des Schwangerschaftserlebens durch die Pränataldiagnostik gehört eine eigenartige Dialektik von Selbstbestimmung der Schwangeren und Verlust dieser Selbstbestimmung. Die Schwangere begibt sich in die gynäkologische Praxis, um die allgemeine Schwangerenvorsorge wahrzunehmen – aus eigenem Entschluß und in der Überzeugung, daß dies gut sei für ihr Kind. Ihr Mutterpaß fordert sie auf, die Ratschläge des Arztes zu befolgen und die ihr gebotenen Möglichkeiten zu nutzen, um sich und ihrem Kind „Sicherheit“ zu verschaffen. Die Untersuchungsspirale, in die sie durch die Ärzte gedrängt wird, bis sie eine Entscheidung über Leben oder Tod des Kindes treffen muß, beraubt die Schwangere zunehmend ihrer Selbstbestimmung.
Der Schwangeren wird die Last der Entscheidung oft erst bewußt, wenn sie zwischen Leben und Tod „wählen“ soll. Daß ihre Entscheidung, egal in welche Richtung sie ausfällt, zu Schuldgefühlen führt, sei es, weil sie sich vorwirft, Krankheit und Leid nicht verhindert zu haben, sei es, weil sie sich vorwirft, ein Kind nur wegen einer Behinderung getötet zu haben, ist moraltheologisch ein Irrtum. Ein Kind zu töten, ist ein gravierender Verstoß gegen ein unbedingtes Unterlassungsgebot, nämlich Unschuldige nicht zu töten. Krankheiten und Leiden zu vermeiden, ist ein verständlicher Wunsch jeder Mutter, mithin ein Handlungsgebot, aber nur soweit der Mensch die Macht hat, sie durch sein Handeln zu vermeiden. Eine Schwangere, die sich nach einem pathologischen Befund der Pränataldiagnostik zu ihrem kranken oder behinderten Kind bekennt und dessen Geburt gegen alle Widerstände durchsetzt, wird nicht schuldig. Sie beachtet das Unterlassungsgebot, dem im Falle einer Kollision mit einem Handlungsgebot immer der Vorrang zukommt. Sie weiß, daß das Kind kein Produkt ist, das man zurückgeben kann, sondern ein Mensch mit Würde und dem Recht auf Leben.

Prof. em. Dr. Manfred Spieker, Jahrgang 1943, lehrte von 1983 bis 2008 Christliche Sozialwissenschaften am Institut für katholische Theologie an der Universität Osna­brück. Auf dem Forum schrieb er zuletzt über Reproduktionsmedizin und Eugenik („Auf der Wasserscheide“, JF 39/19).

… Alles vom 17.9.2021 von Manfred Spieker bitte lesen in der JF 38/21, Seite 18, https://www.junge-freiheit.de

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Pro Life Freiburg – Hochschulgruppe Freiburg sucht Dialog
Abtreibung ist nach wie vor ein Tabu – und zunehmend Gegenstand eines Kulturkampfes. Frauen, Beratungsstellen sowie Ärztinnen und Ärzte, die sich für weibliche Selbstbestimmung, offen zugängliche Informationen und sichere Schwangerschaftsabbrüche einsetzen, stehen dabei Lebensschützern gegenüber, die Abtreibung als Mord bezeichnen und mit blutigen Bildern abgetriebener Föten schockieren. Die kleine Freiburger Hochschulgruppe der Initiative „Pro Life“ will einen anderen Ton anschlagen und sucht den Dialog.
„Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der Abtreibung überflüssig ist, weil jeder Mensch, der sich ankündigt, willkommen ist“, sagt Clara B. Die 22-jährige Theologiestudentin gehört mit rund 20 Kommilitoninnen und Kommilitonen an der Universität Freiburg der Hochschulgruppe „Pro Life“ an, die seit November 2017 besteht und auf den Verein Pro Life Europe mit Sitz in Augsburg zurückgeht. Jedes Mitglied hat seine eigenen Beweggründe, sich hier zu engagieren. Bei Medizinstudent Paul G. (24) war es das Staunen über die Entstehung des Lebens im Embryologie-Kurs und das Entsetzen darüber, wie wenig verantwortlich sich seiner Erfahrung nach viele junge Männer fühlen, wenn ihre Freundin sagt: „Du, ich bin schwanger.“
Vermeintlich liberal, in Wahrheit aber feige, laute die Antwort allzu oft: „Es ist deine Entscheidung, egal was du machst, für mich ist es okay.“ Damit, sagt Paul G., bleibe die Frau allein – und der Schwangerschaftsabbruch erscheine als Lösung. Die Juristin Helene J. (36), Assistentin an der Uni, will sich für eine Haltung einsetzen, die das Ungeplante bejaht: „Gerade unter Studierenden wird ein Kind heute in erster Linie als finanzielles Problem und Karrierehindernis gesehen.“
Dass die drei Studierenden ihre Nachnamen nicht in der Zeitung sehen wollen, hat seinen Grund in einer Auseinandersetzung, die seit einigen Jahren an Schärfe gewinnt. Bei Demonstrationen wie jener der Piusbrüder, die seit 2009 immer im April in Freiburg stattfindet und dieses Jahr coronabedingt ausfiel, eskaliert sie regelmäßig in Gewalt. Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen berichten von massiven Anfeindungen, Mediziner wie die Gießener Ärztin Kristina Hänel, die Abtreibungen anbietet und darüber auch informieren möchte, werden nicht nur zu Geldstrafen verurteilt, sondern häufig auch mit Morddrohungen konfrontiert.
25 Jahre nach Verabschiedung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes im August 1995 ist Abtreibung in Deutschland zwar für alle Beteiligten rechtswidrig, bleibt aber nach einer Pflichtberatung und drei Tagen Bedenkzeit in den ersten drei Monaten straffrei. Moralisch allerdings gilt sie inzwischen als derart verwerflich, dass sich immer weniger Ärztinnen und Ärzte bereit finden, Abbrüche anzubieten. Pro Familia spricht gar von einem „Versorgungsnotstand“, obwohl die Länder gesetzlich verpflichtet sind, ein ausreichendes Angebot von Einrichtungen zur Vornahme von Abtreibungen sicherzustellen. Als Bärbl Mielich (Grüne), südbadische Staatssekretärin im Sozialministerium in Stuttgart, jüngst auf dieses Dilemma hinwies, war die Aufregung so groß, dass sie sich von ihrer Partei zurückpfeifen lassen musste. Wer nach Praxen und Kliniken sucht, die Abtreibungen anbieten, findet sich derzeit auf https://www.babykaust.de und https://www.abtreiber.com wo Abtreibungen als „Steigerung des Holocaust“ bezeichnet werden, am umfassendsten informiert.
„Diese virulent geführte Debatte deckt die Anliegen von Betroffenen zu, statt ihnen in einem vertieften Gespräch Raum zu geben“, sagt Helene J. Weg von Polemik und Konfrontation, hin zu einem Austausch über Ängste und Erfahrungen, sei daher das Ziel der Hochschulgruppe. „Schockbilder helfen niemanden – davon distanzieren wir uns“, sagt Clara B. Auch mit Rechtsradikalismus und Homophobie, denen viele in der Lebensschützer-Szene anhängen, wolle man nichts zu tun haben. Stattdessen verteilt die Gruppe am Muttertag Rosen an Passantinnen und erinnert am Welt-Down-Syndrom-Tag an die Menschenwürde aller. Es gibt Informationsabende von Beratungsstellen wie Pro Femina und Ausweg Pforzheim und das Angebot an Schulen, dort über das Thema zu informieren.
Die Pro-Life-Tour führte durch vier Länder nach Freiburg
Am 16. August war Freiburg das Ziel der diesjährigen Pro-Life-Tour mit mehr als 100 Teilnehmenden, die in Bregenz begann und unter dem Motto „Wir wollen Abtreibung Geschichte machen“ durch vier Länder führte. Unterwegs verteilten die jungen Frauen und Männer Flugblätter, entrollten Transparente und kamen mit Vertretern der „Pro Choice“-Bewegung ins Gespräch, die sich für Selbstbestimmung und die vollständige Abschaffung des Paragrafen 219a einsetzt, der die Aufklärung über Schwangerschaftsabbrüche stark einschränkt. Teilnehmerin Belinda (23) schilderte im begleitenden Blog die Begegnung mit einer Aktivistin als ihr „persönliches Highlight“ der Tour. „Durch ein Gespräch und eine Erklärung, warum wir marschieren und was wir glauben, war sie viel offener und hat gemeint, sie finde Abtreibung auch nicht super, aber tue sich schwer, wenn eine Frau nicht selbst entscheiden dürfe“, so Belinda. „Ich war froh, ihr einen Samen ins Herz säen zu können.“
In solchen Gesprächen zeige sich oft, dass beide Seiten im Grunde das gleiche Anliegen hätten, sagt Clara B.: „Frauen in Not muss geholfen werden.“ Es brauche dringend mehr Unterstützung und Aufklärung in medizinischer, sozialer und rechtlicher Hinsicht. Wenn Ärzte aus Sorge vor Anfeindungen keine Abtreibungen mehr anbieten, könne sie das nicht als Erfolg verzeichnen, ebenso wenig sei ein Verbot von Abbrüchen ihr Ziel. „Weniger Abtreibungen sind für uns nur dann ein Erfolg, wenn es aus innerer Überzeugung geschieht“, sagt Helene J.
In den vergangenen Jahren lang die Zahl der Abbrüche in Deutschland nahezu unverändert bei 100 000, das sind 58 je 10 000 Frauen. „Diese Menschen fehlen“, sagt Helene J.
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… Alles vom 25.8.2020 von Sigrun Rehm bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/schockbilder-helfen-niemandem–193238442.html
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„Pro Life“ Freiburg
In weniger als einem Monat ist es so weit: In Berlin werden wieder Tausende auf die Straße gehen, um für das ungeborene Leben einzustehen. Für junge Menschen gibt es die Möglichkeit am Impact-Congress teilzunehmen, der Workshops, Austausch, Gespräch und Diskussion rund ums Thema Lebensschutz bietet. Anmelden kann man sich unter:
https://www.eventbrite.de/e/impact-outreach-2020-berlin-tickets-108143508144
https://de-de.facebook.com/ProLifeFR/
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https://www.pro-life-fortbildungen.de/event-location/freiburg-im-breisgau/
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Birgit Kelle: Von Küken und Kindern 
Babys töten: Geht es um Tiere, ist der Deutsche sensibel, nicht aber bei Menschen
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Kükenschreddern: /Wer sein Leben im Angesicht sinnlos dahingemetzelter flauschiger Küken nicht augenblicklich auf vegan umstellt, muß sich ab sofort zumindest den Vorwurf fortgesetzter Herzlosigkeit bei jedem weiteren Biß in
ein knuspriges Chicken-Nugget gefallen lassen.
Vergangene Woche entschied ein Gericht, daß es in Deutschland weiterhin erlaubt sei, die aus Sicht von Tierzüchtern nutzlosen, unwirtschaftlichen, männlichen Küken nach der Geburt massenhaft zu töten, zumindest solange die Methode der präventiven Geschlechtsfeststellung im Hühnerei noch nicht ausgereift sei. Politik, Tierschützer, das Gericht und die Tierzüchter selbst sind sich einig: Es sei „unethisch“, Tiere zu töten, nur weil man sie nicht braucht. Geht es um Tierbabys, ist der Deutsche sensibel. Wir haben Gesetze, die Hundewelpen das Recht garantieren, nach der Geburt ein paar Monate bei ihrer Mama zu bleiben, damit sie keine psychischen Störungen entwickeln. Wir tragen Frösche über die Straße, retten Bienen, und wenn Kälbchen von ihren Müttern getrennt werden, damit die Kuhmutti ihre Milch lieber für den Supermarkt produziert, echauffiert sich sogar die Süddeutsche Zeitung mit herzzerreißenden Schlagzeilen wie „Kühe ohne Kindheit“. Das kollektive Kükenretten läßt sich gerade politisch keiner entgehen. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter fordert, die Bundesregierung müsse die „unwürdige und unethische Praxis jetzt gesetzlich beenden“; Linken-Abgeordnete Amira Mohamed Ali nennt es „Barbarei“; die Tierschutzpartei möchte endlich Tierrechte ins Grundgesetz; die FDP findet es „unerträglich“; die Grüne Jugend ist entsprechend ihrem Intelligenzquotienten „fucking angry“, und Georg Restle, Leiter des ARD-Magazins „Monitor“, spricht angesichts des Gerichtsurteils gar von einem „juristischen Offenbarungseid“.
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Zu den Schlagzeilen, die wir niemals in den Tageszeitungen lesen oder bei ARD-Reportagen hören werden, gehören jedoch jene wie: „Kinder ohne Kindheit“ oder auch „Kinderschreddern ethisch skandalös“. Dabei findet es täglich statt. In den vergangenen 20 Jahren wurden über fünf Millionen Kinder im Bauch ihrer Mütter zerstückelt und getötet, weil sie gerade aus unterschiedlichen Gründen nicht ins Lebenskonzept ihrer Eltern paßten. Tausche das Wort „Küken“ gegen „Kinder“ und der Skandal fällt aus, weil niemand die Praxis beim Namen nennt.
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Während das deutsche Fernsehen Bilder vom Kükentöten offeriert, wurde das Unrecht an ungeborenen Menschenkindern aus Sprache und Bild getilgt oder geschönt. Noch nie wurde der Überlebenskampf eines Kindes während einer Abtreibung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen oder im Schulunterricht gezeigt – was man auf Ultraschallbildern genau sehen könnte, wenn man wollte. Bei Küken ist es also „Schreddern“, bei Kindern im Mutterbauch wurde es aseptisch und verbraucherfreundlich umgeschrieben, auf daß sich niemand durch martialische Sprache gestört oder irritiert fühle. Die Abtreibung wird so zur „Schwangerschaftsunterbrechung“, als könne man
eine Werbepause einschalten und danach mit der Schwangerschaft fortfahren. Statt „Töten“ hören wir das Märchen vom „Kampf um die Rechte der Frau“. Abtreibung wird zum „Recht auf reproduktive Gesundheit“, dabei geht es gerade darum, Reproduktion zu verhindern.
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Das Kind darf nicht einmal mehr „Embryo“ sein, professionelle Abtreibungslobbyisten wie Pro Familia sprechen längst vom „Schwangerschaftsgewebe“, so als gälte es, einen gefährlichen Tumor aus dem Bauch der Mutter zu entfernen und nicht ihr eigenes Kind. „Pro Choice“ nennen sich die Abtreibungslobbyisten, die zuletzt im Bundesstaat New York die Legalisierung von Abtreibung bis zum Einsetzen der Wehen im neunten Monat erkämpften. Möchte das jemand mal bildlich sehen, wie ein überlebensfähiges Kind im neunten Monat kurz vor der Geburt getötet wird? Jemand sollte solche Bilder den Damen von den Jusos einmal vorspielen, damit sie wenigstens wissen, was sie bei ihrem jüngsten Bundesparteitag als vermeintliches „Frauenrecht“ gefordert haben. Wer von Barbarei sprechen will, findet hier sicher
Anschauungsmaterial.
Erst kürzlich mokierte sich ARD-Framing-Expertin Elisabeth Wehling darüber, daß sich diese „Abtreibungsgegner*innen“ tatsächlich „Lebensschützer“ nennen und damit allen, die anderer Meinung seien, unterstellten, „sie seien gegen das Leben“. Wer nicht „Pro Life“ sei, sei demnach „Pro Death“. Aus Perspektive des ungeborenen Kindes ist das schlicht eine nüchterne Feststellung.
Es muß Menschen, die gewohnt sind, Ereignisse aus dem eigentlichen Kontext in medial erwünschte Rahmen zu setzen, zutiefst irritieren, wenn andere dennoch sprachlich pedantisch genau bleiben. Für fortgesetzte Sprachverschleierung und Sprechverbote sorgen weltweit Aktivisten, Unternehmen und auch Staaten. Anfang Juni verweigerte Twitter beispielsweise der US-Lebensschutzorganisation Live Action weitere Werbung, solange sie auf dem Portal und selbst auf ihrer unabhängigen Internetpräsenz weiterhin über „Abtreibungsverfahren“ schreibt oder gar „Ultraschallbilder“ von Ungeborenen zeigt. Frankreich hat es 2017 gesetzlich geregelt: Nicht etwa Abtreibung, sondern deren „Behinderung“ durch „Desinformation“ in den sozialen Medien gilt seither als Straftat, die mit zwei Jahren Haft und 30.000 Euro Geldstrafe geahndet werden kann. Informationen zu Komplikationen oder psychischen Folgen von Abtreibungen sind damit nicht mehr die Verbreitung von Fakten, sondern Auslegungssache im Bereich strafbarer „Desinformation“. Statt Meinungsvielfalt gilt fast wortwörtlich: Bloß nicht das Kind beim Namen nennen.

21. Juni 2019, „Von Küken und Kindern“ von Birgit Kelle, JF 26/19 , Seite 3

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Sittliche Ungeheuer
Wer diesen hervorragenden, erschütternden Beitrag von Birrgit Kelle gelesen hat, kann in den Organisationen, die – wie etwa Pro Familia – die Tötung von Ungeborenen befürworten, nur noch sittliche Ungeheuer sehen.
11.7.2019, Karl-August Hennicke, Bad Kissingen, JF
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Schreckliche Szenen in der Schule
Ihre Worte treffen ins Schwarze. Allerdings habe ich in meiner Schule, Marienschule der Ursulinen in Offenbach, einen Film über Abtreibung (in den 80ern) gesehen. Die schrecklichen Szenen haben sich tief in mir verankert. Ich kann heute kaum glauben, daß das echt und nicht nachgestellt war. Ich habe gesehen, wie das ungeborene Leben, das Winzig-Baby, ich mag das Wort Embryo nicht, sich versuchte, dem tötenden Instrument zu entziehen. Es war grauenhaft. Gleichzeitig kam mir heute der Gedanke, welche Todesängste die Babys durchstehen, wenn sie mit technischem Gerät „geholt“ werden müssen, sei es mit Saugglocke, sei es mit Geburtszange. Mit Sicherheit ein Trauma, das sich in der Seele verankert und später im Verhalten durchaus zeigen kann. Todesangst im Geburtsprozeß, Todesangst auf dem Weg ins Leben.
11.7.2019 , Felicitas Nagel, Hünstetten-Wallbach, JF

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