Abtreibung

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Herz von blühenden Narzissen an der Dreisam in Freiburg im März 2019

Herz von blühenden Narzissen an der Dreisam in Freiburg im März 2019

 

 

Pro Life Freiburg – Hochschulgruppe Freiburg sucht Dialog
Abtreibung ist nach wie vor ein Tabu – und zunehmend Gegenstand eines Kulturkampfes. Frauen, Beratungsstellen sowie Ärztinnen und Ärzte, die sich für weibliche Selbstbestimmung, offen zugängliche Informationen und sichere Schwangerschaftsabbrüche einsetzen, stehen dabei Lebensschützern gegenüber, die Abtreibung als Mord bezeichnen und mit blutigen Bildern abgetriebener Föten schockieren. Die kleine Freiburger Hochschulgruppe der Initiative „Pro Life“ will einen anderen Ton anschlagen und sucht den Dialog.
„Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der Abtreibung überflüssig ist, weil jeder Mensch, der sich ankündigt, willkommen ist“, sagt Clara B. Die 22-jährige Theologiestudentin gehört mit rund 20 Kommilitoninnen und Kommilitonen an der Universität Freiburg der Hochschulgruppe „Pro Life“ an, die seit November 2017 besteht und auf den Verein Pro Life Europe mit Sitz in Augsburg zurückgeht. Jedes Mitglied hat seine eigenen Beweggründe, sich hier zu engagieren. Bei Medizinstudent Paul G. (24) war es das Staunen über die Entstehung des Lebens im Embryologie-Kurs und das Entsetzen darüber, wie wenig verantwortlich sich seiner Erfahrung nach viele junge Männer fühlen, wenn ihre Freundin sagt: „Du, ich bin schwanger.“
Vermeintlich liberal, in Wahrheit aber feige, laute die Antwort allzu oft: „Es ist deine Entscheidung, egal was du machst, für mich ist es okay.“ Damit, sagt Paul G., bleibe die Frau allein – und der Schwangerschaftsabbruch erscheine als Lösung. Die Juristin Helene J. (36), Assistentin an der Uni, will sich für eine Haltung einsetzen, die das Ungeplante bejaht: „Gerade unter Studierenden wird ein Kind heute in erster Linie als finanzielles Problem und Karrierehindernis gesehen.“
Dass die drei Studierenden ihre Nachnamen nicht in der Zeitung sehen wollen, hat seinen Grund in einer Auseinandersetzung, die seit einigen Jahren an Schärfe gewinnt. Bei Demonstrationen wie jener der Piusbrüder, die seit 2009 immer im April in Freiburg stattfindet und dieses Jahr coronabedingt ausfiel, eskaliert sie regelmäßig in Gewalt. Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen berichten von massiven Anfeindungen, Mediziner wie die Gießener Ärztin Kristina Hänel, die Abtreibungen anbietet und darüber auch informieren möchte, werden nicht nur zu Geldstrafen verurteilt, sondern häufig auch mit Morddrohungen konfrontiert.
25 Jahre nach Verabschiedung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes im August 1995 ist Abtreibung in Deutschland zwar für alle Beteiligten rechtswidrig, bleibt aber nach einer Pflichtberatung und drei Tagen Bedenkzeit in den ersten drei Monaten straffrei. Moralisch allerdings gilt sie inzwischen als derart verwerflich, dass sich immer weniger Ärztinnen und Ärzte bereit finden, Abbrüche anzubieten. Pro Familia spricht gar von einem „Versorgungsnotstand“, obwohl die Länder gesetzlich verpflichtet sind, ein ausreichendes Angebot von Einrichtungen zur Vornahme von Abtreibungen sicherzustellen. Als Bärbl Mielich (Grüne), südbadische Staatssekretärin im Sozialministerium in Stuttgart, jüngst auf dieses Dilemma hinwies, war die Aufregung so groß, dass sie sich von ihrer Partei zurückpfeifen lassen musste. Wer nach Praxen und Kliniken sucht, die Abtreibungen anbieten, findet sich derzeit auf https://www.babykaust.de und https://www.abtreiber.com wo Abtreibungen als „Steigerung des Holocaust“ bezeichnet werden, am umfassendsten informiert.
„Diese virulent geführte Debatte deckt die Anliegen von Betroffenen zu, statt ihnen in einem vertieften Gespräch Raum zu geben“, sagt Helene J. Weg von Polemik und Konfrontation, hin zu einem Austausch über Ängste und Erfahrungen, sei daher das Ziel der Hochschulgruppe. „Schockbilder helfen niemanden – davon distanzieren wir uns“, sagt Clara B. Auch mit Rechtsradikalismus und Homophobie, denen viele in der Lebensschützer-Szene anhängen, wolle man nichts zu tun haben. Stattdessen verteilt die Gruppe am Muttertag Rosen an Passantinnen und erinnert am Welt-Down-Syndrom-Tag an die Menschenwürde aller. Es gibt Informationsabende von Beratungsstellen wie Pro Femina und Ausweg Pforzheim und das Angebot an Schulen, dort über das Thema zu informieren.
Die Pro-Life-Tour führte durch vier Länder nach Freiburg
Am 16. August war Freiburg das Ziel der diesjährigen Pro-Life-Tour mit mehr als 100 Teilnehmenden, die in Bregenz begann und unter dem Motto „Wir wollen Abtreibung Geschichte machen“ durch vier Länder führte. Unterwegs verteilten die jungen Frauen und Männer Flugblätter, entrollten Transparente und kamen mit Vertretern der „Pro Choice“-Bewegung ins Gespräch, die sich für Selbstbestimmung und die vollständige Abschaffung des Paragrafen 219a einsetzt, der die Aufklärung über Schwangerschaftsabbrüche stark einschränkt. Teilnehmerin Belinda (23) schilderte im begleitenden Blog die Begegnung mit einer Aktivistin als ihr „persönliches Highlight“ der Tour. „Durch ein Gespräch und eine Erklärung, warum wir marschieren und was wir glauben, war sie viel offener und hat gemeint, sie finde Abtreibung auch nicht super, aber tue sich schwer, wenn eine Frau nicht selbst entscheiden dürfe“, so Belinda. „Ich war froh, ihr einen Samen ins Herz säen zu können.“
In solchen Gesprächen zeige sich oft, dass beide Seiten im Grunde das gleiche Anliegen hätten, sagt Clara B.: „Frauen in Not muss geholfen werden.“ Es brauche dringend mehr Unterstützung und Aufklärung in medizinischer, sozialer und rechtlicher Hinsicht. Wenn Ärzte aus Sorge vor Anfeindungen keine Abtreibungen mehr anbieten, könne sie das nicht als Erfolg verzeichnen, ebenso wenig sei ein Verbot von Abbrüchen ihr Ziel. „Weniger Abtreibungen sind für uns nur dann ein Erfolg, wenn es aus innerer Überzeugung geschieht“, sagt Helene J.
In den vergangenen Jahren lang die Zahl der Abbrüche in Deutschland nahezu unverändert bei 100 000, das sind 58 je 10 000 Frauen. „Diese Menschen fehlen“, sagt Helene J.
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… Alles vom 25.8.2020 von Sigrun Rehm bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/schockbilder-helfen-niemandem–193238442.html
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„Pro Life“ Freiburg
In weniger als einem Monat ist es so weit: In Berlin werden wieder Tausende auf die Straße gehen, um für das ungeborene Leben einzustehen. Für junge Menschen gibt es die Möglichkeit am Impact-Congress teilzunehmen, der Workshops, Austausch, Gespräch und Diskussion rund ums Thema Lebensschutz bietet. Anmelden kann man sich unter:
https://www.eventbrite.de/e/impact-outreach-2020-berlin-tickets-108143508144
https://de-de.facebook.com/ProLifeFR/
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https://www.pro-life-fortbildungen.de/event-location/freiburg-im-breisgau/
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https://prolifetour.org/

 

Birgit Kelle: Von Küken und Kindern 
Babys töten: Geht es um Tiere, ist der Deutsche sensibel, nicht aber bei Menschen
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Kükenschreddern: /Wer sein Leben im Angesicht sinnlos dahingemetzelter flauschiger Küken nicht augenblicklich auf vegan umstellt, muß sich ab sofort zumindest den Vorwurf fortgesetzter Herzlosigkeit bei jedem weiteren Biß in
ein knuspriges Chicken-Nugget gefallen lassen.
Vergangene Woche entschied ein Gericht, daß es in Deutschland weiterhin erlaubt sei, die aus Sicht von Tierzüchtern nutzlosen, unwirtschaftlichen, männlichen Küken nach der Geburt massenhaft zu töten, zumindest solange die Methode der präventiven Geschlechtsfeststellung im Hühnerei noch nicht ausgereift sei. Politik, Tierschützer, das Gericht und die Tierzüchter selbst sind sich einig: Es sei „unethisch“, Tiere zu töten, nur weil man sie nicht braucht. Geht es um Tierbabys, ist der Deutsche sensibel. Wir haben Gesetze, die Hundewelpen das Recht garantieren, nach der Geburt ein paar Monate bei ihrer Mama zu bleiben, damit sie keine psychischen Störungen entwickeln. Wir tragen Frösche über die Straße, retten Bienen, und wenn Kälbchen von ihren Müttern getrennt werden, damit die Kuhmutti ihre Milch lieber für den Supermarkt produziert, echauffiert sich sogar die Süddeutsche Zeitung mit herzzerreißenden Schlagzeilen wie „Kühe ohne Kindheit“. Das kollektive Kükenretten läßt sich gerade politisch keiner entgehen. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter fordert, die Bundesregierung müsse die „unwürdige und unethische Praxis jetzt gesetzlich beenden“; Linken-Abgeordnete Amira Mohamed Ali nennt es „Barbarei“; die Tierschutzpartei möchte endlich Tierrechte ins Grundgesetz; die FDP findet es „unerträglich“; die Grüne Jugend ist entsprechend ihrem Intelligenzquotienten „fucking angry“, und Georg Restle, Leiter des ARD-Magazins „Monitor“, spricht angesichts des Gerichtsurteils gar von einem „juristischen Offenbarungseid“.
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Zu den Schlagzeilen, die wir niemals in den Tageszeitungen lesen oder bei ARD-Reportagen hören werden, gehören jedoch jene wie: „Kinder ohne Kindheit“ oder auch „Kinderschreddern ethisch skandalös“. Dabei findet es täglich statt. In den vergangenen 20 Jahren wurden über fünf Millionen Kinder im Bauch ihrer Mütter zerstückelt und getötet, weil sie gerade aus unterschiedlichen Gründen nicht ins Lebenskonzept ihrer Eltern paßten. Tausche das Wort „Küken“ gegen „Kinder“ und der Skandal fällt aus, weil niemand die Praxis beim Namen nennt.
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Während das deutsche Fernsehen Bilder vom Kükentöten offeriert, wurde das Unrecht an ungeborenen Menschenkindern aus Sprache und Bild getilgt oder geschönt. Noch nie wurde der Überlebenskampf eines Kindes während einer Abtreibung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen oder im Schulunterricht gezeigt – was man auf Ultraschallbildern genau sehen könnte, wenn man wollte. Bei Küken ist es also „Schreddern“, bei Kindern im Mutterbauch wurde es aseptisch und verbraucherfreundlich umgeschrieben, auf daß sich niemand durch martialische Sprache gestört oder irritiert fühle. Die Abtreibung wird so zur „Schwangerschaftsunterbrechung“, als könne man
eine Werbepause einschalten und danach mit der Schwangerschaft fortfahren. Statt „Töten“ hören wir das Märchen vom „Kampf um die Rechte der Frau“. Abtreibung wird zum „Recht auf reproduktive Gesundheit“, dabei geht es gerade darum, Reproduktion zu verhindern.
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Das Kind darf nicht einmal mehr „Embryo“ sein, professionelle Abtreibungslobbyisten wie Pro Familia sprechen längst vom „Schwangerschaftsgewebe“, so als gälte es, einen gefährlichen Tumor aus dem Bauch der Mutter zu entfernen und nicht ihr eigenes Kind. „Pro Choice“ nennen sich die Abtreibungslobbyisten, die zuletzt im Bundesstaat New York die Legalisierung von Abtreibung bis zum Einsetzen der Wehen im neunten Monat erkämpften. Möchte das jemand mal bildlich sehen, wie ein überlebensfähiges Kind im neunten Monat kurz vor der Geburt getötet wird? Jemand sollte solche Bilder den Damen von den Jusos einmal vorspielen, damit sie wenigstens wissen, was sie bei ihrem jüngsten Bundesparteitag als vermeintliches „Frauenrecht“ gefordert haben. Wer von Barbarei sprechen will, findet hier sicher
Anschauungsmaterial.
Erst kürzlich mokierte sich ARD-Framing-Expertin Elisabeth Wehling darüber, daß sich diese „Abtreibungsgegner*innen“ tatsächlich „Lebensschützer“ nennen und damit allen, die anderer Meinung seien, unterstellten, „sie seien gegen das Leben“. Wer nicht „Pro Life“ sei, sei demnach „Pro Death“. Aus Perspektive des ungeborenen Kindes ist das schlicht eine nüchterne Feststellung.
Es muß Menschen, die gewohnt sind, Ereignisse aus dem eigentlichen Kontext in medial erwünschte Rahmen zu setzen, zutiefst irritieren, wenn andere dennoch sprachlich pedantisch genau bleiben. Für fortgesetzte Sprachverschleierung und Sprechverbote sorgen weltweit Aktivisten, Unternehmen und auch Staaten. Anfang Juni verweigerte Twitter beispielsweise der US-Lebensschutzorganisation Live Action weitere Werbung, solange sie auf dem Portal und selbst auf ihrer unabhängigen Internetpräsenz weiterhin über „Abtreibungsverfahren“ schreibt oder gar „Ultraschallbilder“ von Ungeborenen zeigt. Frankreich hat es 2017 gesetzlich geregelt: Nicht etwa Abtreibung, sondern deren „Behinderung“ durch „Desinformation“ in den sozialen Medien gilt seither als Straftat, die mit zwei Jahren Haft und 30.000 Euro Geldstrafe geahndet werden kann. Informationen zu Komplikationen oder psychischen Folgen von Abtreibungen sind damit nicht mehr die Verbreitung von Fakten, sondern Auslegungssache im Bereich strafbarer „Desinformation“. Statt Meinungsvielfalt gilt fast wortwörtlich: Bloß nicht das Kind beim Namen nennen.

21. Juni 2019, „Von Küken und Kindern“ von Birgit Kelle, JF 26/19 , Seite 3

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Sittliche Ungeheuer
Wer diesen hervorragenden, erschütternden Beitrag von Birrgit Kelle gelesen hat, kann in den Organisationen, die – wie etwa Pro Familia – die Tötung von Ungeborenen befürworten, nur noch sittliche Ungeheuer sehen.
11.7.2019, Karl-August Hennicke, Bad Kissingen, JF
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Schreckliche Szenen in der Schule
Ihre Worte treffen ins Schwarze. Allerdings habe ich in meiner Schule, Marienschule der Ursulinen in Offenbach, einen Film über Abtreibung (in den 80ern) gesehen. Die schrecklichen Szenen haben sich tief in mir verankert. Ich kann heute kaum glauben, daß das echt und nicht nachgestellt war. Ich habe gesehen, wie das ungeborene Leben, das Winzig-Baby, ich mag das Wort Embryo nicht, sich versuchte, dem tötenden Instrument zu entziehen. Es war grauenhaft. Gleichzeitig kam mir heute der Gedanke, welche Todesängste die Babys durchstehen, wenn sie mit technischem Gerät „geholt“ werden müssen, sei es mit Saugglocke, sei es mit Geburtszange. Mit Sicherheit ein Trauma, das sich in der Seele verankert und später im Verhalten durchaus zeigen kann. Todesangst im Geburtsprozeß, Todesangst auf dem Weg ins Leben.
11.7.2019 , Felicitas Nagel, Hünstetten-Wallbach, JF

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