NewYork11September2001

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Rassismus in den USA: Iryna Zarutska und George Floyd

 

 

Ayaan Hirsi Ali: Was Mohamed Atta uns sagen wollte
Nach 25 Jahren ist es an der Zeit, dass sich der Westen der wahren Ursache des 11. September stellt.

Im April 1996, mehr als fünf Jahre bevor er den American-Airlines-Flug 11 in den Nordturm steuerte, saß Mohamed Atta in einer kleinen Hamburger Wohnung und verfasste sein Testament. Er war 27 Jahre alt, studierte Architektur an der Technischen Universität, war der Sohn eines Anwalts aus Kairo, sprach fließend Deutsch und lebte komfortabel in einer der wohlhabendsten Gesellschaften der Welt.

Nichts an seinen Lebensumständen zwang ihn dazu, sich mit dem Tod zu beschäftigen. Dennoch hinterließ er detaillierte Anweisungen für den Umgang mit seinem Leichnam. „Ich möchte nicht, dass irgendwelche Frauen zu meinem Grab kommen, weder während meiner Beerdigung noch bei irgendeiner späteren Gelegenheit“, schrieb er. Weder eine schwangere Frau noch „eine Person, die nicht rein ist“, sollte kommen, um Abschied zu nehmen. Der Mann, der seinen Leichnam wusch, sollte Handschuhe tragen, um seine Genitalien nicht zu berühren. Atta wollte in drei schlichte weiße Tücher gehüllt, auf die rechte Seite mit dem Gesicht nach Mekka gelegt und „neben guten Muslimen“ begraben werden. Sein Geld sollte „gemäß der muslimischen Religion, wie der allmächtige Gott es von uns verlangt“, verteilt werden.

Das Dokument enthält weder ein politisches Programm noch irgendeinen Hinweis auf außenpolitische oder wirtschaftliche Missstände. Da ist lediglich ein junger muslimischer Mann in einer deutschen Wohnung, der Vorkehrungen für die Opferung seines Lebens an Allah trifft – im festen Glauben daran, dass Allah sein Martyrium im Jenseits belohnen werde. Das Testament wurde von Glaubensbrüdern aus der al-Quds-Moschee bezeugt, wo Atta auf Arabisch betete, sich einen Bart wachsen ließ und wo er vier Jahre später die Männer treffen sollte, mit denen er gemeinsam sterben würde.

Dieses Dokument gehört zu den am meisten vernachlässigten Beweisstücken im Zusammenhang mit dem 11. September, weil es den Erklärungen widerspricht, denen die meisten westlichen Kommentatoren den Vorzug gaben. Atta war nicht arm. Er war nicht durch Drohnenangriffe radikalisiert worden, die damals noch gar nicht stattgefunden hatten, und auch nicht durch die amerikanische Unterstützung Israels. Im formalen oder organisatorischen Sinne war er kein „Islamist“. Vielmehr hing er einem kompromisslosen und militanten Islamverständnis an, für das er bereit war zu sterben.

Dennoch bestanden westliche Eliten 25 Jahre lang immer wieder darauf, Männer wie Atta müssten von etwas anderem angetrieben worden sein als von jener Kultur und jenem Glauben, durch deren Brille ihnen ihr Handeln vernünftig und notwendig erschien. Nach dem 11. September fragten Intellektuelle und politische Entscheidungsträger: „Was ist schiefgelaufen?“, als ob die Ursache für Attas Feindseligkeit gegenüber dem Westen in einem tiefen Geheimnis verborgen wäre. In der historischen Erfahrung des Westens hatten Menschen seit dem Ende der großen Religionskriege des 17. Jahrhunderts nicht mehr in großem Maßstab andere Menschen aus religiösen Gründen getötet. Auch Kultur – ein Begriff, unter dem man früher zahlreiche Aspekte menschlicher Identität, Erfahrung und Zugehörigkeit verstand, einschließlich der Religion – durfte als Erklärung nicht gelten. Dass kulturelle Unterschiede existieren und respektiert werden sollen, gehörte zu den Grundlagen der multikulturellen Ordnung. Die Vorstellung jedoch, dass manche Kulturen Menschen aus Gründen zum Töten bewegen könnten, die nicht auf der westlich-rationalistischen Liste vernünftiger Motive auftauchen, erschien vielen westlichen Liberalen dem Rassismus so nahe, dass sie sich mit diesem Gedanken lieber gar nicht erst auseinandersetzten.

Seitdem griff ein großer Teil der westlichen Intellektuellenklasse jedes Mal, wenn der Westen mit dem Islam in Konflikt geriet, auf Erklärungen zurück, die in ihre eigenen säkular-humanistischen Kategorien passten: erlittenes Unrecht, Erniedrigung, Unterentwicklung, Entfremdung, Frustration über Außenpolitik oder das Versagen westlicher Staaten bei der Integration von Männern wie Atta. Menschen wie er seien schließlich – oder müssten jedenfalls sein – im Grunde nicht anders als gleichaltrige, ähnlich gebildete und sozial vergleichbare Einwanderer aus Vietnam, Polen oder irgendeinem anderen Land. Weil man davon ausging, dass alle Konflikte materielle Ursachen haben, nahm man ebenso an, sie ließen sich mit materiellen Mitteln lösen. Und angesichts der offenkundigen Überlegenheit westlicher Werte – gemessen am materiellen Erfolg des Westens – sollten Konflikte um Land, Arbeit, Würde, Souveränität oder Umverteilung mit jener Großzügigkeit ausgehandelt werden, die sich für Menschen gehört, die aufgrund der Ungerechtigkeiten des europäischen Kolonialismus eine Position außerordentlichen Wohlstands und großer Macht innehaben. Wenn muslimische Bevölkerungsgruppen unter einem Demokratiedefizit litten, würden Wahlen diese Forderungen offenlegen und abmildern. In jedem Fall wurden Theologie und Kultur in Psychologie, Wirtschaft, Entwicklungspolitik oder Diplomatie übersetzt.

Gegner falsch diagnostiziert
Amerikanische Politiker fügten dieser Verdrängung noch eine zweite Ebene hinzu. Präsident George W. Bush trat im Islamic Center of Washington auf und erklärte, „das Gesicht des Terrors ist nicht der wahre Glaube des Islam“. Nach späteren Gräueltaten in Paris, Brüssel, Manchester und anderswo folgten westliche Staats- und Regierungschefs Bushs Beispiel und betonten immer wieder, die Täter hätten „nichts mit dem Islam zu tun“. Gleichzeitig wurde die Vorstellung der „abrahamitischen Religionen“ wiederbelebt beziehungsweise zur Normalität gemacht – als wären Judentum, Christentum und Islam lediglich Varianten einer einzigen spirituellen Familie, die sich eher durch ihr Temperament als durch Theologie oder zivilisatorische Ambitionen unterscheiden.

Nach Jahrhunderten von Religionskriegen war der Westen zu dem Schluss gekommen, dass die Privatisierung des Glaubens der Preis für Stabilität und Fortschritt sei. Religion sollte zum Hobby, zum Kulturerbe oder zum privaten Trost werden; Politik dagegen in der nüchterneren Sprache von Interessen betrieben werden. Nachdem sie diesen Kompromiss eingegangen waren, vergaßen die westlichen Gesellschaften, dass Säkularismus und Pluralismus lokale historische Vereinbarungen und keineswegs universelle Normalzustände sind. Sie gingen daher davon aus, dass jede konkurrierende Zivilisation letztendlich dasselbe befürworten müsse. Als der Westen mit einem Gegner konfrontiert wurde, für den die öffentliche Ordnung ausdrücklich theologischer Natur ist und für den die Trennung von sakraler und politischer Autorität an sich schon ein Verstoß gegen Gott darstellt, tat er das Einzige, was sein eigenes geistiges Koordinatensystem zuließ: Er übersetzte die Theologie in Kategorien, die er für besser handhabbar hielt.
Die Folge war, dass Amerika und der Westen sich ein Vierteljahrhundert lang immer tiefer mit dysfunktionalen muslimischen Gesellschaften verflochten – in der Absicht, zu korrigieren, „was schiefgelaufen war“. Gleichzeitig öffneten sie ihre Türen für eine muslimische Masseneinwanderung und nahmen Millionen Flüchtlinge aus kriegszerstörten Gesellschaften auf, die bemerkenswerterweise weder durch amerikanisches Geld noch durch Demokratieberater oder westliche Soldaten grundlegend verändert worden waren. Das Scheitern des westlich-säkularen Glaubens an die Macht materieller Verhältnisse wurde als Zufall abgetan – oder gerade als Folge davon interpretiert, wie zerstört und hilfsbedürftig diese Gesellschaften seien. Gewiss, so die Hoffnung, werde sich dieser Glaube bewähren, sobald die Flüchtlinge erst in Amerika angekommen seien.

Tatsächlich erwies sich die Vorhersage als richtig, dass eine groß angelegte Begegnung zwischen den Bevölkerungen westlicher Staaten und muslimischer Länder tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen hervorrufen würde. Was westliche Optimisten sich nicht vorstellen konnten, war, dass ihre eigenen Gesellschaften nach dem Bild jener Neuankömmlinge umgestaltet werden könnten, die sie eigentlich von ihren eigenen Werten überzeugen wollten. Bis 2026 wurde New York City zu einem Aufmarschplatz islamischer Terrorgruppen, regiert von einem im Ausland geborenen muslimischen Bürgermeister, der die Forderung nach einer „Globalisierung der Intifada“ unterstützte und dessen Frau das Hamas-Massaker an Israelis bejubelte. Solche Einstellungen sind in einer Stadt keineswegs ungewöhnlich, in der muslimische Einwanderer zahlenmäßig beinahe die einheimische jüdische Bevölkerung erreichen. Eine im Juli 2026 veröffentlichte Umfrage des Pew Research Center ergab, dass 44 Prozent der Muslime in Amerika eine positive Einstellung zur Hamas haben.

Anders ausgedrückt: Wenn Amerika und der Westen ursprünglich gegen eine kleine Elite muslimischer Extremisten in den Krieg zogen, deren wichtigste Waffe der Terrorismus war, dann endet dieser Krieg 25 Jahre später mit einer selbstverschuldeten Niederlage. Sie beruht darauf, den Gegner falsch diagnostiziert und zugleich Bevölkerungsgruppen mit kulturell unvereinbaren Vorstellungen ins eigene Land geholt zu haben, die von dieser extremistischen Avantgarde ebenso wie von anderen politischen Kräften im In- und Ausland mobilisiert werden können. Nachdem es dem Westen nicht gelungen ist, muslimische Terroristen im Ausland zu besiegen, sieht er sich nun im eigenen Land mit denselben Gegnern konfrontiert und muss gleichzeitig beobachten, wie sich seine Gesellschaften durch die Masseneinwanderung von Menschen verändern, die die verbreitete westliche Wunschvorstellung keineswegs teilen, Religion und Kultur seien lediglich Quellen oberflächlicher Unterschiede. Die Vorstellung, dass Barbaren außerhalb der Tore leben, gehört seit Langem zum westlichen kulturellen Erbe. Ebenso gehörte dazu die Vorstellung, dass das Einlassen der Barbaren in die Tore zur Zerstörung der westlichen Zivilisation führen könnte – selbst wenn es zwischenzeitlich verboten wurde, diesen Gedanken überhaupt zu denken.

Fünfundzwanzig Jahre nach den Anschlägen auf New York und das Pentagon müssen die Vereinigten Staaten mehr tun, als nur einer vergangenen Gräueltat zu gedenken. Sie sollten eine ernsthafte Bestandsaufnahme vornehmen: nicht nur hinsichtlich der Bedrohung durch den gewalttätigen Islamismus, sondern auch hinsichtlich des umfassenderen Bedrohungsökosystems, das sich in dem Vierteljahrhundert seit 2001 um ihn herum entwickelt hat. Entscheidend ist die Erkenntnis, dass Islamismus niemals nur aus Terrorzellen und spektakulären Anschlägen bestand. Er war zugleich ein zivilisatorisches Projekt, gespeist aus der Erinnerung an das Kalifat, aus dem Anspruch, Politik, Gesellschaft und Recht nach islamischen Normen neu zu ordnen, sowie aus langfristigen Bemühungen, innerhalb westlicher Gesellschaften institutionelle Stützpunkte zu schaffen.

Du hast die Pflicht, sie zu bekehren
Ich kann aus eigener Erfahrung von diesem Anspruch berichten, und meine persönliche Geschichte weist in mancher Hinsicht Parallelen zu der Mohamed Attas auf. Als ich als somalisches Flüchtlingsmädchen im Alter von 15 oder 16 Jahren in Nairobi in Kenia lebte, schloss ich mich der Muslimbruderschaft an. Einer solchen Bewegung beizutreten, ist kaum damit zu vergleichen, Mitglied beim YWCA oder bei den Pfadfinderinnen zu werden. Man zahlt keinen Mitgliedsbeitrag und trägt keine Uniform. Vielmehr durchläuft man einen Prozess umfassender Selbsttransformation, in dem einem beigebracht wird, die vielschichtigen Identitäten von Familie, Clan, Region und Nationalität zugunsten einer einzigen, universellen Identität abzulegen: der Identität als muslimischer Gläubiger, als Mitglied der Umma.
Als begeisterte junge Anhängerin genügte es mir nicht mehr, zu den vorgeschriebenen Zeiten zu beten und zu fasten und mich so als Muslimin zu verstehen, wie meine Eltern mich erzogen hatten. Unsere Lehrer waren ernsthafte Leute, Afrikaner, die im Ausland ausgebildet worden waren – in Saudi-Arabien und im Iran. Sie verlangten von uns, den Koran, die Hadithe und die Biografie des Propheten Mohammed zu lesen und die Texte eingehend zu analysieren, um unseren Glauben zu vertiefen. Unter ihrer Anleitung verwandelte sich der Islam von einer Frage traditioneller religiöser Praxis in etwas tief Empfundenes, das wir furchtlos verteidigen und als Waffe gegen Ungläubige einsetzen konnten. Eine der wichtigsten Methoden, die uns zur Ausübung unseres Glaubens vermittelt wurde, bestand darin, das Verhältnis zwischen uns als Muslimen und den Nichtmuslimen zu klären, die wir als unsere Feinde definierten.

Kenia war damals ein christlich geprägtes Land, und die meisten meiner Mitschülerinnen und Mitschüler waren Christen oder Anhänger traditioneller Religionen. Einige waren meine Freundinnen. Nach der Schule gingen wir gemeinsam nach Hause, teilten Essen und vertrauten einander Geheimnisse an – so, wie es unter Mädchen im Teenageralter normal ist, unabhängig von religiösen Unterschieden. Als ich meinen Lehrern widersprach und sagte: „Ich kann meine Freundin doch nicht als Feind betrachten“, antworteten sie: „Doch. Du hast die Pflicht, sie zu bekehren. Und wenn sie sich nicht bekehren lässt, dann ist sie deine Feindin.“

Diese neu entdeckten Feinde, meine Klassenkameradinnen, waren jedoch nur unbedeutende, lokale Feinde. Unsere Lehrer stellten uns auch die großen Feinde des Islam vor: den „großen Satan“, die Vereinigten Staaten von Amerika, und den „kleinen Satan“, Israel, den jüdischen Staat. Dabei wurde noch zwischen Israel als Staat und den Juden unterschieden, denen eine Art metaphysisches Böses zugeschrieben wurde. Der Jude war gleichbedeutend mit Satan. Er stand angeblich hinter allem Bösen, hatte den Islam und die Muslime zu seinen Feinden erklärt und war entschlossen, uns alle zu vernichten. In all unseren Gebeten und Bittgebeten fand sich die Bitte, Gott möge die Juden zerstören und beseitigen.

Springen wir vorwärts zu meinem Leben im Westen, in den Niederlanden, wo ich an der Universität Leiden Politikwissenschaft studierte. Am 11. September 2001 arbeitete ich für einen Thinktank im Umfeld der wichtigsten Mitte-links-Partei der Niederlande, vergleichbar mit der Demokratischen Partei in den Vereinigten Staaten. Die Parteiführung bestand aus Menschen, die ich bewunderte. Sie versuchten, den Angriff auf das World Trade Center und das Pentagon mit den Kategorien zu erklären, die ihnen vertraut waren. Der Anschlag sei eine Reaktion auf die Ungerechtigkeit der amerikanischen Nahostpolitik im Allgemeinen oder auf den israelisch-palästinensischen Konflikt im Besonderen gewesen. Ja, der Angriff sei brutal und unmenschlich gewesen, aber zugleich müsse man die Ungerechtigkeit der amerikanischen Außenpolitik anerkennen, die die Terroristen zu ihrem Handeln getrieben habe. Unterdessen wurde berichtet, dass Mohamed Atta Mitglied der Muslimbruderschaft war. Auch die anderen Terroristen des 11. September gehörten der Muslimbruderschaft an, wie wir erfuhren – in Form einer Terrororganisation namens Al-Qaida.

Ich wusste einiges über die Muslimbruderschaft. Ich wusste auch, dass die Anschläge nichts mit den Erklärungen zu tun hatten, die diese gebildeten Männer und Frauen für bare Münze nahmen. Da ich selbst in denselben Lehren verwurzelt war, die auch die Terroristen antrieben, verstand ich, dass das, was gerade geschehen war, eine zivilisatorische Auseinandersetzung war – ein neues Kapitel in einem Konflikt, der sich seit Jahrzehnten angebahnt hatte und in dem die Muslime die bewussten Aggressoren waren. Noch erschreckender war, dass ich wusste, dass die Muslimbrüder den Westen für schwach und sich selbst für stark hielten. Osama bin Laden hatte seinen Angriff nicht aus Verzweiflung und Schwäche gestartet, sondern in der Überzeugung, ein Werkzeug der Geschichte zu sein – und zu gewinnen.

All dies war mir aufgrund meiner eigenen Erfahrungen als jugendliche Gläubige in Afrika klar. Doch für die Menschen, die nah an den Schalthebeln der Macht saßen – jene, die ich erreichen konnte –, klang meine Schilderung, wer die Angreifer waren und welches Ziel hinter ihrem „Überfall“ stand, eindeutig wie Science-Fiction. Wie konnten diese Höhlenbewohner sich nur einbilden, sie seien eine überlegene zivilisatorische Kraft? Immer wieder erlebte ich, wie dieselben Menschen – und ihre Pendants überall im Westen – die naheliegende Erklärung darüber verwarfen, wer ihre Feinde waren und was diese wollten. Stattdessen hielten sie an der herablassenden Vorstellung fest, ihre Gegner wollten lediglich mehr Arbeitsplätze, eine bessere Wirtschaft, einen Anteil am westlichen Wohlstand und zusätzlich die Wiedergutmachung historischer Ungerechtigkeiten, um ihr vermeintlich primitives Ehrgefühl zu besänftigen. Nachfolgende Begegnungen mit dem Feind, dessen eigenständige und doch in sich schlüssige Weltanschauung sie niemals anerkennen, geschweige denn verstehen konnten, schienen sie daher immer wieder zu überraschen.

Ehrenmorde? So etwas passiert bei uns nicht. Vielleicht gab es das früher einmal, aber das ist lange vorbei. Dann kam es in einer westeuropäischen Stadt zu mehreren Ehrenmorden, die Presse berichtete darüber, und die Politiker reagierten jedes Mal mit demselben ehrlichen Erstaunen. Hier? Das ergab keinen Sinn. Wie hätte man das wissen sollen? Dasselbe galt für die sogenannten Grooming-Gangs in Großbritannien und die systematischen Übergriffe von Einwanderern auf nichtmuslimische Frauen. Zunächst wurden sie rundweg geleugnet, anschließend mit demselben unverstellten Erstaunen kommentiert: Wir wussten nichts davon. Wie konnte etwas so Schreckliches geschehen? Sie wussten es – und wussten es zugleich nicht, weil wirkliche Erkenntnis ihr eigenes Gefühl von Sicherheit und zivilisatorischer Überlegenheit zerstört hätte, das von Jahr zu Jahr zerbrechlicher wurde.

Wir haben keine weiteren 25 Jahre
25 Jahre später ist Unwissenheit keine akzeptable Entschuldigung mehr. Doch selbst unter jenen, die inzwischen einräumen, dass gewalttätige muslimische Extremisten nicht einfach nur auf vom Westen verursachtes Unrecht reagieren und dass Muslime selbst zu den bedeutendsten Kolonisatoren der Geschichte gehörten, bleibt ein erheblicher blinder Fleck bestehen. Wir im Westen sind so stark auf den militärischen Arm der islamistischen Bewegung fixiert, dass wir häufig übersehen, dass die Übernahme von Institutionen und die demografische Veränderung von Gesellschaften ebenfalls Bestandteil der islamistischen Strategie sind. Diese Verdrängung ist besonders ausgeprägt bei Amerikanern sowohl der Linken als auch der Rechten. Sie haben sich eingeredet, muslimische Einwanderung und die gezielte Unterwanderung von Institutionen mit dem Ziel, den eigenen Glauben zu verbreiten und Praktiken zu normalisieren, die vielfach jene Freiheiten einschränken oder zerstören sollen, auf denen westliche Gesellschaften beruhen, seien ausschließlich europäische Probleme. Was in Amerika geschehe, so sagen sie mir, sei noch längst nicht dramatisch genug, um ernsthafte Veränderungen zu rechtfertigen. Muslimische Gemeinschaften hätten ein verfassungsmäßiges Recht zu wachsen, und wenn sie Wahlen gewännen, dann gewännen sie eben Wahlen. Was ich darin höre, ist dieselbe Unfähigkeit, die ich vor 25 Jahren in Europa erlebt habe: die Größenordnung einer Bedrohung durch einen feindlich gesinnten Gegner zu akzeptieren oder überhaupt die Realität kultureller Unterschiede anzuerkennen.

Tatsache ist, dass wir keine weiteren 25 Jahre haben, um das in den Griff zu bekommen. Nicht einmal weitere zehn Jahre. Das strategische Umfeld westlicher Staaten hat sich dramatisch verändert. Der Westen sieht sich inzwischen mit einem erweiterten hybriden Schlachtfeld konfrontiert, auf dem feindliche Staaten und Bewegungen weniger auf klassische Kriegsführung setzen als auf Cyberoperationen, Desinformation, Migrationsdruck, die Unterwanderung von Institutionen und das Ausnutzen gesellschaftlicher Polarisierung. Begünstigt wird dies nicht nur durch Technologieplattformen, sondern auch durch den Aufstieg einer säkularen linken Avantgarde, die ein Bündnis mit politisierten muslimischen Kadern geschlossen hat. Diese haben gelernt, die gemeinsame Sprache eines Dritte-Welt-Sektierertums zu sprechen, um Migrantengemeinschaften zu mobilisieren. Beide Seiten dieses sogenannten rot-grünen Bündnisses, das mittlerweile nicht nur in Europa, sondern auch von New York City bis Michigan bei Wahlen antritt, glauben vermutlich, die jeweils andere Seite für den eigenen Machtgewinn einzusetzen. Aber wahrscheinlich wird am Ende nur eine Hälfte dieses Bündnisses gewinnen. Persönlich würde ich auf die Seite setzen, die potenziell eine Armee von 1,6 Milliarden Gläubigen mobilisieren kann und dabei vom Reichtum der führenden Erdölproduzenten der Welt unterstützt wird – und nicht auf Universitätsstudenten aus wohlhabenden Elternhäusern, deren politische Vorstellungswelt aus Karl-Marx- und Che-Guevara-Postern im Studentenwohnheim besteht. Bis sie erkennen, wie die Sache tatsächlich ausgeht, dürfte es wahrscheinlich zu spät sein.

Die Frage, vor der wir als Gesellschaft stehen, lautet deshalb nicht mehr lediglich, ob Amerika Terrororganisationen besiegen kann. Es geht darum, ob die amerikanische Republik noch in der Lage ist, eine miteinander verknüpfte zivilisatorische Herausforderung zu erkennen und darauf zu reagieren, in der islamistischer Machtanspruch, feindliche ausländische Mächte, demografischer Druck, kulturelle Vereinnahmung und ein Zusammenbruch gemeinsamer Erkenntnisgrundlagen einander verstärken. Wir müssen die islamistische Bedrohung in ihrer ganzen zivilisatorischen Tiefe wahrnehmen und anschließend entscheiden, was getan werden muss, um die liberale Verfassungsordnung zu bewahren, ohne zuzulassen, dass die Freiheiten, die wir schätzen und feiern, zu Werkzeugen unserer eigenen Zerstörung werden. Der heutige 11. September 2026 muss daher als ein weiterer Scheideweg in der Geschichte der amerikanischen Republik verstanden werden – von vergleichbarer Tragweite wie der Angriff auf die Zwillingstürme und das Pentagon vor 25 Jahren.

Nicht jede Kultur der Welt ist mit unserer kompatibel
Die eigentliche Lehre aus dem 11. September war nicht nur, dass Amerika Feinde hatte, die bereit waren, Zivilisten in großem Umfang zu töten. Es war vielmehr die Erkenntnis, dass die westlichen Eliten nach dem Ende des Kalten Krieges die Vorstellung nicht ernst genommen hatten, dass die ihnen vertraute liberale Ordnung ernsthaft infrage gestellt werden könnte. Schließlich hatte der Westen das Sowjetimperium besiegt – das über ein gewaltiges Atomwaffenarsenal verfügte, etwa ein Sechstel der weltweiten Landmasse umfasste und über riesige Ressourcen verfügte –, ohne einen einzigen Schuss abzufeuern. Francis Fukuyamas Essay über „Das Ende der Geschichte“, der heute gemeinhin verspottet wird, wurde damals tatsächlich fast überall als Beschreibung nicht nur der Realität, sondern auch der Zukunft akzeptiert. Eine massive Hinwendung zum Kommunismus nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion schien ebenso unwahrscheinlich wie das massenhafte Wiederaufleben des Nationalsozialismus, vor dem Linke gerne in Wahlkampfzeiten warnten. Noch absurder erschien die Vorstellung, dass Religion säkulare Ideologien wieder als Massenmobilisierungskraft ablösen oder sogar erneut zur Grundlage staatlicher Ordnung werden könnte. Das wirkte wie eine Rückkehr zu Phänomenen, die die Geschichte längst hinter sich gelassen hatte – vergleichbar mit dem Glauben, Hexen seien für Missernten verantwortlich, oder der Behauptung, Juden tränken das Blut nichtjüdischer Kinder.

Es war nicht so, dass westliche Beobachter für die ideologischen, organisatorischen und zivilisatorischen Dimensionen islamistischer Bewegungen blind gewesen wären. Was ihnen fehlte, war die Vorstellungskraft, sich deren möglichen Triumph auszumalen. Schließlich hatte der westliche Liberalismus, unterstützt durch immer mächtigere digitale Technologien, den Wettstreit zwischen Ost und West – den Kalten Krieg – eindeutig gewonnen. Westliche Wissenschaftler, die fast ausnahmslos der Linken angehörten und von denen viele auf einen letztendlichen Sieg der Sowjetunion und der mit ihr verbundenen revolutionären Bewegungen der Dritten Welt gehofft hatten, hoben daher die sozialen, organisatorischen und politischen Dimensionen islamistischer Bewegungen als positiv hervor – als Vorläufer demokratischen politischen Handelns. Hamas, Hisbollah und die iranischen Revolutionsgarden wurden innerhalb eines streng westlichen Deutungsrahmens verstanden als sich entwickelnde westliche sozialdemokratische Parteien oder Akteure mit linken Merkmalen verstanden, deren eher kulturspezifische Merkmale getrost übersehen werden konnten. Die Richtung ihrer künftigen Entwicklung galt aufgrund des vermeintlich zwangsläufig säkularisierenden Verlaufs der Geschichte als vorherbestimmt. Sich länger als unbedingt nötig mit den kulturellen Besonderheiten solcher Bewegungen zu beschäftigen, hätte bedeutet, Kultur womöglich eine entscheidende Bedeutung zuzuschreiben – und eine solche Sichtweise rückte in den Augen vieler schnell in die Nähe des Rassismus.

Die Vorstellung, Geschichte bewege sich nur in eine einzige Richtung – eine Richtung, die allen aufgeklärten westlichen Wissenschaftlern und Politikern bekannt sei und über die Einigkeit herrsche –, machte es selbst den nüchternsten Mitgliedern der Elite nahezu unmöglich, sich sogenannte „gewöhnliche“ Muslime als innere Bedrohung vorzustellen. Auf subtilere Weise führte sie außerdem dazu, dass man übersah, dass radikalere muslimische Gruppen stets innerhalb einer muslimischen politischen Basis operieren – sowohl in ihren Herkunftsländern als auch im Westen.

In den Jahren nach dem 11. September errichteten die Vereinigten Staaten eine gewaltige Infrastruktur zur Terrorismusbekämpfung und wurden erheblich besser darin, Anschlagspläne aufzudecken, Netzwerke zu zerschlagen und gewalttätige Dschihadisten gezielt auszuschalten. Doch die Reaktion auf den 11. September brachte dem Westen zugleich bei, vor allem in Kategorien wie Terroristen, Rückzugsräume und Sicherheitsoperationen zu denken, während die langsameren institutionellen, demografischen und zivilisatorischen Veränderungen, die gleichzeitig stattfanden, weit weniger kontinuierliche Aufmerksamkeit erhielten.

Die Bedrohung, die wachsende muslimische Migrantenpopulationen für den Westen darstellen, ist nicht lediglich eine Frage falscher Koranauslegung, wie George W. Bush sich das vielleicht gewünscht hätte. Sie ist vielmehr eine Folge dessen, was diese Menschen in ihren Herkunftsländern gelernt haben und wie sie die Welt betrachten. Muslimische Ärzte, Krankenschwestern, Psychiater und andere Fachkräfte, die antiwestliche Wertvorstellungen in westliche Institutionen tragen und bisweilen sogar Gewalttaten begehen, handeln dabei nicht im Widerspruch zu ihrem Verständnis muslimischer Überzeugungen, sondern gerade in der Überzeugung, gute Muslime zu sein. Krankenschwestern in australischen Krankenhäusern, die damit prahlen, jüdische Patienten nicht zu behandeln, tun dies im festen Glauben daran, dass solche Einstellungen in ihren Gemeinschaften weithin geteilt werden – und dass kaum jemand innerhalb dieser Gemeinschaften ihnen widerspricht. Dieselben antiwestlichen Einstellungen und dieselbe Gewaltbereitschaft gibt es auch unter weniger gebildeten Bevölkerungsgruppen, deren kulturelle, konfessionelle und religiöse Normen und Verhaltensweisen mit westlichen Gesellschaften unvereinbar sind. Häufig leben sie von Sozialleistungen – bei somalischen Einwanderern in Minneapolis sollen es etwa 81 Prozent sein – und stehen ihren Aufnahmegesellschaften feindselig gegenüber. Sie schaffen eigene Parallelgesellschaften in Brüssel, Minneapolis und Malmö, die islamistischen Radikalen sowohl als Rekrutierungsbasis als auch zur materiellen Unterstützung dienen.

Eine ernsthafte Bilanz nach 25 Jahren muss zu der Erkenntnis zurückkehren, dass nicht jede Kultur der Welt mit unserer kompatibel ist. Insbesondere wenn Millionen Menschen in demokratische Gesellschaften aufgenommen werden sollen, die von westlichen Werten geprägt sind, welche sich über Jahrtausende entwickelt haben und kulturell einzigartig geblieben sind, handelt es sich um eine zivilisatorische Aufgabe, die erhebliche Durchsetzungskraft erfordert. Ein solches Vorhaben auf bewusster Ignoranz und gut gemeinten Lügen aufzubauen, führt unweigerlich in die Katastrophe.

Ein Meer aus Sympathien und kultureller Prädisposition
Beginnen wir also damit, einige dieser gut gemeinten Unwahrheiten zu korrigieren. Der Islam ist keine „abrahamitische Religion“, die ähnlich funktioniert wie das protestantische Christentum oder das rabbinische Judentum. In der islamischen Lehre gibt es kein Gegenstück zu grundlegenden westlichen Vorstellungen wie der Trennung von Kirche und Staat, säkularem Recht oder individuellen Freiheiten und Rechten, einschließlich der Religionsfreiheit. Vielmehr wird der Islam von der Vorstellung geprägt, die muslimische Welt habe mit der Abschaffung des Kalifats eine historische Enteignung erlitten, die eines Tages rückgängig gemacht werden müsse – einschließlich der Rückeroberung aller Gebiete, die jemals unter muslimischer Herrschaft standen. In seiner weltlichen Dimension ähnelt der Islam deshalb umfassenden und irredentistischen politischen Ideologien mindestens ebenso sehr wie einer Religion.

In dem Weltbild, das sowohl gewöhnliche Muslime als auch ihre selbsternannten politischen Sprecher vertreten, sind Amerika und der Westen im weiteren Sinne nicht nur geopolitische Rivalen. Sie sind zivilisatorische Hindernisse: Mächte, die eine säkulare, liberale und postkalifatische Ordnung verteidigen, welche Islamisten überwinden wollen. Islamisten können diesen Anspruch aufrechterhalten, weil sie sich in erheblichem und nachvollziehbarem Umfang auf Koran, Hadithe, Sira und Jahrhunderte islamischer Rechtsgelehrsamkeit stützen können, in denen der Islam als umfassende Lebensordnung verstanden wird, die Politik, Recht und Gesellschaft regelt. Was sie nicht kontrollieren, sind sämtliche Muslime. Ihr Projekt besteht deshalb darin, aus theologischer Überzeugung gesellschaftliche Kontrolle zu machen, indem sie gewöhnliche Muslime mit dem Widerspruch zwischen ihrem erklärten Glauben und ihrem modernen, in einzelne Lebensbereiche aufgeteilten Alltag konfrontieren.

Daneben gibt es weitere kulturelle, nationale, gesellschaftspolitische und konfessionelle Faktoren, die keineswegs modern sind und innerhalb der muslimischen Umma gemeinsam mit dem islamistischen Projekt oder parallel dazu wirken. Dazu gehören beispielsweise Einstellungen gegenüber Frauen, gegenüber vermeintlichen „Beleidigungen“ des Korans oder Mohammeds, gegenüber Juden oder die Unterstützung terroristischer Gruppen aus konfessionellen oder nationalen Motiven. Ist die Anhängerschaft der Hisbollah in Amerika eine Folge der Hisbollah selbst – oder eine Folge libanesisch-schiitischer Einwanderung? Sind Vergewaltigungsbanden in Großbritannien und anderswo ein „islamistisches“ Phänomen? Oder ein kulturelles?

Das Problem muslimischer Migration lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres auf „Islamisten“ beschränken, auch wenn Islamisten weiterhin die wichtigsten Ideologen eines höchst aggressiven und gefährlichen politischen Programms sind, das sich direkt gegen den Westen richtet. Entfernt man die Islamisten, bleibt ein erheblicher Teil des Problems bestehen: eine Kultur, die in ihrer heutigen Form mit zentralen westlichen Werten unvereinbar ist und sich teilweise ausdrücklich in Opposition zu ihnen definiert. Gerade dieses bereits vorhandene Meer aus Sympathien und kultureller Prädisposition macht das offen islamistische Projekt so gefährlich.

Der Übergang von geistiger Kontrolle zu gesellschaftlicher Kontrolle findet über Institutionen statt. Moscheen, Schulen, Zentren, Wohlfahrtsorganisationen, Interessenverbände und kulturelle Einrichtungen können die wichtigsten Orte sein, an denen Muslime religiöser Autorität begegnen und in ein umfassendes zivilisatorisches Verständnis des Islam eingeführt werden. Interne Planungstexte der Muslimbruderschaft – etwa das „Explanatory Memorandum“ von 1991 und das als „The Project“ bekannte Dokument von 1982 – beschrieben langfristige Strategien der Ansiedlung, der organisatorischen Verankerung und der Nutzung westlicher Freiheiten, um islamische Herrschaft voranzutreiben und die westliche Zivilisation von innen heraus zu schwächen. Spätere Berichte aus Frankreich, Großbritannien, Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden lieferten auf europäischer staatlicher Ebene zusätzliche Hinweise darauf, dass islamistisch verbundene Netzwerke Strategien der institutionellen Unterwanderung, des Separatismus und des langfristigen Aufbaus von Da’wa-Strukturen verfolgen, die ebenso politischer wie religiöser Natur sind.

Die Bedrohung, der wir ausgesetzt sind, ausschließlich anhand islamistischer Strukturen zu definieren, wird das übergeordnete Problem des konfessionellen muslimischen Einflusses wohl kaum lösen. Palästinenser, die die Hamas oder andere palästinensische Terror- oder politische Bewegungen unterstützen, Somalier, die die USA verlassen, um in den Herkunftsländern ihrer Familien für Milizen zu kämpfen, ihnen Geld zukommen lassen und in deren kulturellem Umfeld Antisemitismus als gesellschaftliche Norm gilt, bedrohen westliche politische Kultur und gesellschaftlichen Frieden unabhängig davon, ob sie direkt mit islamistischen Organisationen verbunden sind oder sich selbst über islamistische Lehren definieren. Wenn solche Gruppen zu politisch aktiven und bedeutenden Wählerblöcken heranwachsen und von uns verlangen, Normen zu normalisieren und zu unterstützen, die unsere Zivilisation zerstören könnten – reicht es dann aus, einfach dem „Islamismus“ die Schuld zu geben? Oder gibt es eine grundlegendere Unvereinbarkeit, die aus unterschiedlichen Werten und Normen hervorgeht und die westliche Staaten anerkennen müssen?

Unverhüllter Antisemitismus als Speerspitze
Islamistische Bewegungen betrachten Migration, Da’wa, Geburtenrate und institutionelle Kontinuität seit langem als Mittel, um westliche Gesellschaften im Laufe der Zeit zu verändern. Europäische Städte holten Menschen ins Land, in der Annahme, Integration sei eine Frage der Wohnungspolitik – nur um dann im Bataclan, in der Manchester Arena, auf dem Berliner Weihnachtsmarkt und auf der Westminster Bridge feststellen zu müssen, dass manche Angehörige der zweiten Generation im siebten Jahrhundert mehr Sinn fanden als im Sozialamt.
Islamistische Literatur und Rhetorik stellen den Westen nicht lediglich als Zufluchtsort oder Land der Möglichkeiten dar, sondern als Siedlungsraum, in dem künftige Generationen, die innerhalb von islamistisch geprägten Institutionen aufgewachsen sind, eines Tages auf demokratischem oder quasi-demokratischem Weg die Durchsetzung schariabasierter Normen verlangen könnten. Dieses Ziel, das einst wie Science-Fiction oder wie ein Traum aus der Wasserpfeife erschien, wirkt inzwischen beunruhigend realistisch. Europa spürt diesen Druck stärker als die Vereinigten Staaten, weil die Einwanderung größer war, der muslimische Bevölkerungsanteil höher ist und sich Parallelgesellschaften sichtbarer herausgebildet haben. Doch Amerika holt schnell auf und scheint sich zugleich einer Bedrohung kaum bewusst zu sein, die in Europa inzwischen weithin anerkannt wird.

Was die Situation des Jahres 2026 beunruhigender macht als jene von 2001, ist die Tatsache, dass die islamistische Bedrohung mittlerweile Bestandteil eines größeren hybriden Systems geworden ist. Rivalisierende oder feindliche Mächte wie Russland und China setzen zunehmend auf Cyberkrieg, Desinformation, Einflussoperationen, wirtschaftlichen Druck und migrationsbedingte Destabilisierung anstelle einer ausschließlich konventionellen militärischen Konfrontation. Diese Akteure nutzen gesellschaftliche Polarisierung aus, zerstören Vertrauen und verwandeln gerade die Offenheit liberaler Gesellschaften in eine operative Schwachstelle. Islamisten sind mit diesen Staaten nicht identisch und verfolgen nicht immer dieselben Ziele. Doch sie profitieren von derselben Erosion gesellschaftlichen Zusammenhalts, bürgerlichen Selbstvertrauens und institutioneller Legitimität und tragen ihrerseits dazu bei. Die größten Stärken liberaler Gesellschaften – offene Informationssysteme, großzügige Einwanderungsregelungen und weitreichende Vereinigungsfreiheit – sind zugleich zu genau jenen Kanälen geworden, über die hybride Gegner und zivilisatorische Bewegungen versuchen, diese Gesellschaften zu destabilisieren.

In diesem Zusammenhang stellt das Bündnis zwischen westlichen linken Parteien und muslimischen Wählern mit Migrationshintergrund, das in Europa bereits weit fortgeschritten ist, eine Bedrohung ganz anderer Art dar als die Gefahr, die vor 25 Jahren von radikalen muslimischen Terrorgruppen ausging. Abgesehen von der Wahrscheinlichkeit, dass dieses Bündnis in Städten mit großem muslimischen Bevölkerungsanteil wie Dearborn (Michigan) und nun auch New York die Macht übernimmt, eröffnet der Zusammenschluss von Islamisten und der Linken einen fruchtbaren Kanal für ausländische Propagandisten, die darauf abzielen, die Spaltungen in der amerikanischen Gesellschaft zu ihrem eigenen Vorteil zu vertiefen. Diese externen Akteure reichen von muslimischen Ländern wie Katar und der Türkei, die offen mit der Muslimbruderschaft verbündet sind, bis hin zu Ländern wie China und Russland, die Islamisten im eigenen Land unterdrücken, während sie deren Aktivitäten im Ausland als Akteure des sozialen Zerfalls und des Chaos unterstützen.

Die Verbreitung extremistischer pro-palästinensischer und anti-israelischer Propaganda in von der Linken kontrollierten Zeitungen und im akademischen Bereich ist zu einem prägenden Merkmal des zersetzenden Bündnisses zwischen Islamisten und der westlichen Linken geworden. Den jüdischen Staat als einzigartig böse darzustellen, ist für säkulare Linke ein geringer Preis für einen großen und stetig wachsenden Wählerblock. Islamisten wiederum verlangen als Preis für ihre politische Gefolgschaft immer ausdrücklichere antisemitische Angriffe auf Israel und auf Juden – zugleich als sichtbares Zeichen ihres politischen Aufstiegs. Eine Politik, deren Speerspitze unverhüllter Antisemitismus ist, die „westlichen Einfluss“ als etwas Böses verunglimpft und die „Unterdrückten“ glorifiziert, ist kaum noch „westlich“ – und genau darum geht es. Die Botschaft lautet: Wir gewinnen. Und es fällt zunehmend schwer, das Gegenteil zu behaupten.

Die liberale Ordnung neu justieren
In früheren Momenten existenzieller Gefahr erkannte trotz aller gesellschaftlichen Spaltung irgendwann eine Koalition politischer Führer die Bedrohung in ihrer ganzen Tragweite und handelte entsprechend. Das galt gegenüber den Achsenmächten in den 1940er-Jahren ebenso wie gegenüber dem sowjetischen Kommunismus in den 1950er-Jahren. Heute dagegen sieht jede politische Seite nur einen Teil der Gefahr. Konservative erkennen Islamismus, demografische Verwerfungen und institutionelle Vereinnahmung häufig klarer, sind jedoch weniger bereit, sich mit den vollen Konsequenzen eines Zusammenbruchs gemeinsamer Erkenntnisgrundlagen und ausländischer hybrider Kriegsführung auseinanderzusetzen. Liberale achten stärker auf russischen staatlichen Einfluss sowie auf die Rechte westlicher Identitätsgruppen wie Homosexueller, sind aber weniger bereit, die zivilisatorischen Ambitionen islamistischer Bewegungen und die strukturellen Auswirkungen von Parallelgesellschaften anzuerkennen. Das Ergebnis ist eine gespaltene, mittelmäßige Elite, die Teilwahrheiten als parteipolitische Waffen einsetzt und deshalb keine kohärente Diagnose der umfassenderen Bedrohung zustande bringt.

Die Tatsache, dass der 25. Jahrestag des 11. September in New York City von einem muslimischen Politiker geleitet wird, der mit muslimischen Extremisten sympathisiert, ist ein eindrucksvolles Symbol dafür, wie weit sich die politische Klasse der Republik von der Tragweite dieser zivilisatorischen Herausforderung entfernt hat: Ein Vierteljahrhundert nach dem spektakulärsten islamistischen Anschlag ihrer Geschichte kann sie Persönlichkeiten in den Vordergrund stellen, deren Rhetorik und ideologische Zugehörigkeiten Bewegungen widerspiegeln, die genau jene Ordnung zerschlagen wollen, die sie nun feierlich repräsentieren.

Eine ernsthafte, parteiübergreifende amerikanische Führung, die entschlossen ist, die Freiheiten und die Einzigartigkeit des Landes zu bewahren, würde anerkennen, dass der Islamismus nicht nur ein gewalttätiges Sicherheitsproblem, sondern auch ein zivilisatorisches Projekt ist; dass hybride staatliche Gegner dieselben liberalen Öffnungen ausnutzen wie die Islamisten; und dass die innenpolitische Polarisierung und die Massenmigration aus muslimischen Ländern all diese Risiken noch verstärken. Sie würde sterile doktrinäre Debatten über die Trennung von Islam und Islamismus vermeiden und stattdessen zwischen verschiedenen muslimischen Akteuren entsprechend ihrer politischen Ambitionen und institutionellen Auswirkungen unterscheiden. Sie würde außerdem das Paradox anerkennen, das auch in deutschen Analysen der Sicherheitsbehörden beschrieben wird: Manche gewaltfreien islamistischen Organisationen rekrutieren möglicherweise nicht direkt für den Dschihad, können dennoch gesellschaftliche Desintegration und die Bildung von Parallelgesellschaften fördern, indem sie die Abgrenzung von Gemeinschaften und deren normative Distanz zur Verfassungsordnung verstärken. Die Masseneinwanderung aus muslimischen Ländern würde beendet werden – so, wie Amerika nach dem Ersten Weltkrieg auch die Masseneinwanderung aus Europa beendete.

Eine geeinte politische Führung würde zunächst die liberale Ordnung neu justieren und klarstellen, dass verfassungsmäßige Schutzrechte Schranken gegen willkürliche Macht darstellen und keine Selbstmordverträge sind, die eine unbegrenzte Duldung organisierter Unterwanderung verlangen. Islamistisch verbundene Strukturen würden dort identifiziert und reguliert, zerschlagen oder verboten, wo dokumentarische, finanzielle und organisatorische Belege eine Verbindung zu langfristigen zivilisatorischen Projekten nachweisen. Auch ausländische Finanzierung müsste als zentrales Handlungsfeld behandelt werden und nicht länger als Nebenthema. Universitäten, Schulen, Thinktanks, Moscheen, Wohlfahrtsorganisationen, Medienunternehmen und andere meinungsbildende Institutionen haben hohe Summen von ausländischen Regierungen und mit ihnen verbundenen Organisationen angenommen. Amerikanische Offenlegungsdaten weisen auf Milliardenbeträge in Form ausländischer Schenkungen und Verträge hin, darunter allein im Jahr 2025 mehr als 1,1 Milliarden Dollar aus Katar. Jüngste Transparenzinitiativen und Gesetzesvorhaben haben außerdem die Besorgnis über Finanzierungen aus China, Russland, Iran und anderen problematischen Staaten deutlich gemacht. Eine ernsthafte Reaktion müsste deshalb sowohl für ausländische Geldgeber als auch für die inländischen Empfänger reale Konsequenzen vorsehen: verpflichtende öffentliche Offenlegung bis hin zur tatsächlichen Herkunft und zum Verwendungszweck der Mittel; eine Meldepflicht ohne Mindestschwelle für feindliche oder risikoreiche Staaten; Prüfungen und Ermittlungen; zivilrechtliche Sanktionen; den Verlust des Anspruchs auf öffentliche Mittel; Visa-, Sanktions- oder Vermögenssperren für staatsnahe ausländische Geldgeber sowie Schließung oder Ausschluss inländischer Einrichtungen, die solche Gelder wissentlich verschleiern, waschen oder zur ideologischen Vereinnahmung einsetzen.

Britische Berichte über aus dem Ausland finanzierten islamistischen Extremismus und amerikanische Untersuchungen zu nicht offengelegten ausländischen Finanzierungen von Universitäten deuten darauf hin, dass solche Gelder mit strategischen Bedingungen verbunden sein können – insbesondere wenn sie Moscheen, Bildungseinrichtungen oder Hochschulprogramme finanzieren, in denen extremistische oder verfassungsfeindliche Vorstellungen normalisiert werden. Anschließend müsste es darum gehen, die für die gesellschaftliche Prägung entscheidenden Institutionen – Schulen, Universitäten, Medien, Kirchen, Kulturindustrien und digitale Plattformen – vor verfassungsfeindlicher Vereinnahmung zu schützen und ihre Funktion als Vermittler staatsbürgerlicher Loyalität, historischen Bewusstseins und verfassungsmäßigen Selbstvertrauens wiederherzustellen.

Selbst nachdem die Widerstandsfähigkeit dieser Institutionen wiederhergestellt wäre, wäre es vernünftig, die Einwanderung aus Regionen, in denen islamistische Projekte stark verankert sind, nicht wieder aufzunehmen. Generell sollte jede Form von Einwanderung künftig nur unter deutlich strengeren Bedingungen hinsichtlich Überprüfung, Transparenz und Assimilation möglich sein.

Zivilisatorische Widerstandsfähigkeit
Ich habe diesen Essay mit dem Bild Mohamed Attas in einer Hamburger Wohnung begonnen, wo er ruhig Anweisungen für seine Beerdigung niederschrieb, während er in einer der reichsten und freiesten Gesellschaften der Welt lebte. Dieses Bild ist deshalb bedeutsam, weil es jene beruhigende Erklärung widerlegt, die der Westen bevorzugte: Hinter theologischer Sprache müsse sich letztlich immer ein vertrautes materielles Problem verbergen, das sich durch Verhandlungen, Subventionen oder therapeutische Maßnahmen beseitigen lasse.

25 Jahre später lautet die unangenehmere Wahrheit, dass der Westen mittlerweile sehr viel besser darin geworden ist, Männer wie Atta aufzuspüren, festzunehmen oder zu töten – aber weiterhin davor zurückschreckt, sich mit dem Milieu auseinanderzusetzen, aus dem sie hervorgehen: den Institutionen, Netzwerken, Lehren, Finanzierungsströmen und zivilisatorischen Ambitionen, die solche Menschen lange prägen, bevor ihr Name jemals auf einer Beobachtungsliste auftaucht.

Die Widerstandsfähigkeit einer Zivilisation ist kein vages Vertrauen darauf, dass Demokratien sich immer irgendwie durchschlagen. Es ist die konkrete Fähigkeit eines Volkes, seine Schwachstellen klar zu erkennen, sie rechtzeitig zu beheben und seinen Feinden zu verwehren, die eigenen Tugenden als Waffen gegen sie einzusetzen. Dazu müssen wir anerkennen, dass unsere Tugenden real sind und dass sie auf besondere Weise unsere eigenen sind – so sehr, dass über Jahrhunderte Millionen Menschen gekämpft haben und gestorben sind, um sie Wirklichkeit werden zu lassen und zu verbreiten. Diese Kämpfe wurden nicht geführt, weil alle Kulturen gleich seien oder alle Werte denselben Wert hätten. Vielmehr brachten unsere tatsächlichen und geistigen Vorfahren Opfer von zivilisationsweiter Tragweite, damit Männer und Frauen aller Hautfarben und Herkunft frei denken und nach den Geboten ihres eigenen Gewissens leben können. Wer unsere grundlegenden Werte teilt, gehört zu uns. Wer den Vorrang dieser Werte bestreitet, hat jedes Recht, seine eigene Vorstellung vom Glück anderswo zu verfolgen.

Es ist höchste Zeit, dass unsere Eliten begreifen, dass der Vorrang des Westens weder ein zufälliges Geschenk des Schicksals noch überwiegend das Ergebnis von Ungerechtigkeit ist. Ungerechtigkeit findet sich in allen Gesellschaften und Kulturen. Der Westen ist einzigartig aufgrund seiner Achtung vor dem individuellen Gewissen und seiner Fähigkeit, eigene Fehler zu korrigieren. Es ist schlicht wahnsinnig, zu verlangen, der Westen müsse seinen Feinden ein Recht zugestehen, die von uns auf Grundlage der Werte von Reformation und Aufklärung geschaffene Zivilisation zu zerstören und durch Werte anderer Kulturen zu ersetzen, die von Jahrhunderten der Stagnation und des Niedergangs geprägt wurden. Ein solches Recht auf Verdrängung existiert in keiner Gesellschaft und keiner Kultur.

Die radikale und positive Bedeutung der westlichen Kultur für das Erbe der Menschheit zu leugnen, ist mehr als historische und individuelle Blindheit; es ist ein Todeswunsch, den wir uns nicht länger leisten können. Tocqueville schrieb, die Größe Amerikas liege in seiner Fähigkeit, seine Fehler zu korrigieren, und nicht darin, aufgeklärter als andere Nationen zu sein. Das ist noch immer der richtige Maßstab, um die Republik an ihrem 250. Geburtstag zu beurteilen. Die entscheidende Frage lautet inzwischen nicht mehr, ob Amerika Terroristen schneller töten kann, als neue nachwachsen. Eine widerstandsfähige Zivilisation würde ihre Schutzmechanismen so gestalten, dass freie Information, Einwanderungsregeln und Vereinigungsfreiheit wieder ihrem eigentlichen Zweck dienen: dem Schutz der Bürger und nicht ihrer Gegner. Sie würde ihre prägenden Institutionen wiederaufbauen, ihre Führungsschicht erneuern und genügend verfassungsmäßiges Selbstvertrauen zurückgewinnen, um zivilisatorischer Unterwanderung widerstehen zu können, ohne dabei die Freiheit selbst aufzugeben. Und sie würde eine Mauer gegen Menschen errichten, die unsere Kultur nicht teilen und sie sogar aktiv zerstören wollen.

Wenn Amerika und Europa dazu noch in der Lage sind, wird der 11. September 2026 als der Augenblick in Erinnerung bleiben, in dem sie sich mit klarem Blick für ihr Überleben entschieden. Wenn sie dazu nicht fähig sind, werden Mohamed Attas Testament und das Vierteljahrhundert danach als Beleg dafür stehen, dass eine Zivilisation ihre Feinde kennen, deren Fußsoldaten töten, mächtige Armeen um die halbe Welt schicken – und dennoch daran scheitern kann, sich selbst zu retten.
… Alles vom 11.9.2026 von Ayaan Hirsi Ali bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/was_mohamed_atta_uns_sagen_wollte

Der Beitrag erschien zuerst im Tablet Magazine
https://www.tabletmag.com/sections/news/articles/mohamed-atta-25-years-911
This story originally appeared in English in Tablet magazine, at tabletmag.com, and is reprinted with permission.

 

25 Jahre nach dem 9/11-Islamterror hat New York einen islamischen Bürgermeister
Heute jährt sich zum 25. Mal einer der mörderischsten Angriffe der Geschichte, als an jenem schwarzen Dienstag, 11. September des Jahres 2001 zwei von strenggläubigen Muslimen gekidnappte Flugzeuge in die beiden Zwillingstürme in New York gesteuert wurden, eine Maschine ins Pentagon in Washington einschlug und eine weitere abstürzte. Geplant wurde dieser Anschlag mit tausenden Toten und Abermilliarden Dollar Sachschaden in Deutschland.
Die “Badische Zeitung” berichtete am 5. September ganzseitig unter dem Titel „Ich habe mich immer gefragt, ob ich etwas bei ihm übersehen habe“, wobei mit „ihm“ der Kopf der für den Massenmord verantwortlichen sogenannten „Hamburger Zelle“, der Anführer Mohammed Atta, gemeint war. Das Zitat stammt vom damaligen Professor Ditmar Machule, bei dem ebenjener Atta Archäologie, Architektur und Stadtplanung – keine Stadtzerstörung! – studiert hatte.

Im Nachhinein räumte der Professor ein, dass es auffällige Indizien für die Entwicklung dieses Attentäters gab, der getarnt als Wolf im Schafspelz der Wissenschaft die Freiheit der westlichen Gesellschaft genutzt hatte, um diese anzugreifen und ihr möglichst großen Schaden zuzufügen. Dazu zählte der beanspruchte Vollname Mohammed Mohammed al-Amir Awad al Sajid Atta, den er mit seinem Kurznamen kaschiert hatte; auch, dass Atta „äußerst fromm war“ und an der Uni eine „Islam AG“ gründete, erschien ihm nicht verdächtig, ebenso wenig wie die Beobachtung, dass Atta irgendwann Frauen nicht mehr die Hand geben wollte. Der Professor dachte sich damals nichts dabei, räumte er ein; auch nicht, dass sich sein Mohammed nie über Privates unterhalten wollte. Diese Geschichte kennt man, wenn man sie nicht bewusst aus dem Gedächtnis ausblenden will. Die Mainstreammedien werden den heutigen Jahrestag mit Sicherheit würdigen; was sie vermutlich wieder nicht tun werden, ist zu erwähnen, dass damals New York von außen durch strenggläubige Muslime angegriffen wurde. Heute, 25 Jahre später, wird diese Metropole nun durch einen bekennenden Muslim regiert. Ob das eine gute Lebensversicherung für die Stadt ist?

Allahu Akbar: Einst vor den Toren Wiens, heute in Wiens Moscheen
Doch noch ein weiteres September-Datum ist diese Woche gedenkwürdig: Die Rede ist vom 12. September 1683. Anlässlich dieses Jahrestages des Endes der wochenlangen Belagerung Wiens durch die osmanischen Eroberungstruppen unter dem islamischen Großwesir Kara Musafa verfasste ich gerade einen Beitrag, allerdings kam mir hier David Berger zuvor, der am 8. September seinen Rückblick „Als am 12. September die Allahu Akbar-Rufe vor Wien verstummten“ https://philosophia-perennis.com/2026/09/08/als-am-12-september-die-allahu-akbar-rufe-vor-wien-verstummten/ auf “Philosophia Perennis“ veröffentlichte und darin einen Vergleich zu Ceuta wagte. Denn auch dort ertönte jener Schlachtruf “Allah Akbar“, nachdem marokkanische Muslime die Exklave belagerten und es weiterhin tun. In Wien entschied sich damals jedenfalls die weitere Entwicklung des europäischen Kontinents (beziehungsweise wird das, was damals abgewendet wurde, heute ohne kriegerische Eroberung wahr); Bergers Rückblick sollte man jedenfalls unbedingt lesen.

Dazu nur so viel: Damals ertönte „Allahu Akbar“ vor den Toren Wiens – heute erklingt er innerhalb Wiens – in den zahlreichen Moscheen der Stadt. Ob Wien, Paris, London oder New York: „Den Islam in seinem Lauf / halten weder Ochs noch Esel auf“, so scheint es. Ein Trost: Von diesen Vierbeinern – Ochs und Esel – gibt es heute nicht mehr viele; vielleicht aber noch genug Einheimische, die trotz alledem lieber Kirchenglocken hören als die muslimische Kampfparole, die nicht nur in den Moscheen und von ihren Minaretten, sondern zunehmend auch auf unseren Straßen und Plätzen erschallen.
… Alles vom 11.9.2026 von Albrecht Künstle bitte lesen auf
https://ansage.org/25-jahre-nach-dem-9-11-islamterror-hat-new-york-einen-islamischen-buergermeister/