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- Quentin Deranque von Linksextremisten der „Jeune Garde“ erschlagen (27.2.2026)
- Nach Ermordung von Quentin: „Republikanische Front“ gegen Rechts bröckelt (27.2.2026)
- Quentin Deranque (22) bei Lyon von Linksextremisten erschlagen (21.2.2026)
- Lyon: Antifa ermordet den Studenten Quentin und das Schweigen der Guten (14.2.2026)
- Linksterror
Quentin Deranque von Linksextremisten der „Jeune Garde“ erschlagen
„Die Antifa will unseren Tod“
Frankreich: Der Mord an dem Rechten Quentin Deranque weitet sich zu einem landesweiten Streitfall aus
Tobias Teuscher
Der Fall Quentin Deranque wurde in Frankreich binnen weniger Tage von einem lokalen Gewaltereignis zu einem landesweit aufgeladenen Streitfall, in dem Ermittlungsstand und politische Deutung dauerhaft gegeneinander laufen. An ihm überlagern sich mehrere Ebenen: die strafrechtliche Aufarbeitung, die politische Instrumentalisierung und der mediale Kampf um Begriffe und Bilder.
Was als gesichert gilt: Am 12. Februar 2026 hielt die Europaabgeordnete Rima Hassan (La France insoumise, LFI) am Institut d’études politiques in Lyon einen Vortrag. Hassan steht für einen aktivistisch geprägten Stil in der Außen- und Menschenrechtspolitik; seit ihrer Wahl 2024 überträgt sie ihren juristischen Hintergrund im Bereich Asyl/Flucht in ein kommunikativ konfrontatives Mandat, besonders in der Israel/Palästina-Debatte. In konservativen Kreisen gilt sie als Symbolfigur einer Politik, die als zu migrationsfreundlich kritisiert wird.
Die konservativen Feministinnen des Kollektivs Némésis riefen deshalb zu einer Gegenmobilisierung vor den Toren des Instituts auf. Ihr Protest zielte darauf, daß staatliche Ausbildungsorte wie „Sciences-Po“ nicht als Bühne für ideologisch aufgeladene Auftritte genutzt würden. Némésis präsentiert sich als feministischer Zusammenschluß überwiegend jüngerer Frauen, der Frauenrechte verteidigen und Frauen vor einwanderungsbedingter Gewalt schützen will, indem er Erfahrungen mit Übergriffen und daraus resultierender Unsicherheit im öffentlichen Raum thematisiert. Kommunikativ setzt Némésis auf kampagnenartige, medienwirksame Aktionen und eine klare Sicherheitsrhetorik; damit steht das Kollektiv regelmäßig im Zentrum gesellschaftlicher Debatten.
Die linke LFI-Partei versucht, sich aus der Verantwortung zu stehlen
In verbreiteten Videoaufnahmen ist dann später zu sehen, wie es zunächst zu tätlichen Angriffen und anschließend zu einer Verfolgungsszene kommt; ein junger Mann liegt am Boden, wird umringt und massiv mißhandelt, unter anderem mit Tritten gegen den Kopf. Quentin Deranque, 23 Jahre alt, starb kurz darauf an den Folgen seiner Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen vorsätzlicher Tötung. Sieben Männer wurden dem Haftrichter vorgeführt; sechs kamen in Untersuchungshaft, ein weiterer wurde unter gerichtlichen Auflagen entlassen.
Seitdem steht Frankreich unter Schock. Führende Politiker – darunter Staatspräsident und Ministerpräsident, Parteichefs und auch einzelne Stimmen aus dem linken Lager – äußerten Betroffenheit und Anteilnahme; der Kommunalwahlkampf in Lyon wurde sichtbar überschattet. In der öffentlichen Debatte dominiert die Frage, wie weit politische Verrohung reichen kann, wenn Konfrontationen in tödliche Gewalt umschlagen.
Viele Blicke richten sich dabei auf La France insoumise und ihr Umfeld. LFI äußert sich bestürzt, warnt jedoch vor Instrumentalisierung und stellt die Vorwürfe teilweise als Kampagne der politischen Gegner dar. In der Berichterstattung wurden die Verdächtigen rasch dem Umfeld der „Jeune Garde“ zugerechnet. Die Gruppe wurde zwar vom Innenministerium aufgelöst, steht jedoch weiterhin als Referenzpunkt in der Debatte über linke gewaltbereite Straßenmilieus. Politisch brisant ist, daß unter den Beschuldigten auch zwei Parlamentsassistenten der LFI-Fraktion in der Nationalversammlung aus dem Umfeld des Abgeordneten Raphaël Arnault genannt werden; Arnault wird in Medienberichten als Mitbegründer der „Jeune Garde“ bezeichnet.
„Es ist eine Form der Brutalisierung, wenn man den bereits wegen körperlicher Gewalt verurteilten Anführer der Jeune Garde bei den Parlamentswahlen aufstellt. Jeune Garde tötet, und La France insoumise sollte dies verurteilen“, betonte Justizminister Gérald Darmanin nach einer Schweigeminute im Parlament. Als dann Mathilde Panot, Vorsitzende der LFI-Fraktion, „die Instrumentalisierung des Dramas, um uns zu diffamieren“, anprangert und an die Verbrechen der extremen Rechten erinnert, wird sie von Premierminister Sébastien Lecornu scharf zurechtgewiesen: „Was Sie gerade getan haben, ist absolut abscheulich und verabscheuungswürdig“. Nach diesen Worten erhoben sich alle Abgeordneten des Zentrumsblocks und der Rechten von ihren Plätzen. „Man kann nicht ständig eine Konfrontationsrhetorik betreiben und nicht sehen, daß das, was manchmal in diesem Plenarsaal geschieht, auf die gesamte Gesellschaft ausstrahlen kann“, fügte Lecornu mit Blick auf die LFI-Fraktion hinzu.
„Raphaël Arnault ist ein gewalttätiger Aktivist, der wegen Gewalttaten verurteilt wurde und wegen Gefährdung der Staatssicherheit auf die Triple-S-Liste gesetzt wurde. Linksextreme Milizen genießen Straffreiheit in der öffentlichen Debatte. Er muß zurücktreten“, forderte danach der Vorsitzende des Rassemblement National Jordan Bardella.
Auch Ex-Präsident François Hollande kritisierte Mélenchon am Montag auf RTL scharf: „Anstatt Wiedergutmachung zu leisten, und zu versuchen, eine Form der politischen Verantwortung wiederzuerlangen, die es ihm ermöglicht, sich um das allgemeine Wahlrecht zu bewerben, begibt er sich in eine Position, wenn ich so sagen darf, wie eine Schildkröte: Man zieht sich in seinen Panzer zurück, um zu versuchen, durchzuhalten.“
Auch die mediale Aufarbeitung rund um den Tatort blieb nicht frei von Einschüchterungsversuchen. Nach Darstellungen aus dem Umfeld von TF1 und beteiligten Journalisten kam es am 14. Februar bei Dreharbeiten mit Angehörigen am Tatort zu Bedrohungen durch maskierte Aktivisten aus dem antifaschistischen Spektrum. Ein Freund des Opfers sagte der Wochenzeitung Valeurs actuelles: „Wir dachten, die Antifa würde mal kürzertreten, aber das Gegenteil ist der Fall. Sie wollen unseren Tod.“
Die Regierung Macron verbittet sich Einmischung aus dem Ausland
Am Samstag zog in Lyon unter hoher Polizeipräsenz ein streng überwachter Trauermarsch für Quentin Deranque durch die Stadt; der Abend blieb insgesamt ruhig. Die Präfektur zählte rund 3.200 Teilnehmer. Laut Behörden wurden „Nazi“-Grüße sowie rassistische und homophobe Parolen dokumentiert – auch hier wird strafrechtlich geprüft.
Schließlich zeigt die jüngste Berichterstattung, wie rasch eine französische Innenaffäre außenpolitische Resonanz erzeugt: Frankreich berief den US-Botschafter Charles Kushner ein, nachdem aus dem Umfeld der Trump-Regierung Aussagen zum Fall zirkulierten; aus Paris kam die demonstrative Antwort, man habe „keine Lektionen“ anzunehmen. Auch Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni äußerte auf Facebook Anteilnahme und Entsetze
… Alles vom 27.2.2026 bitte lesen in der JF 10/26, Seite 8
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Nach Ermordung von Quentin: „Republikanische Front“ gegen Rechts bröckelt
Karlheinz Weißmann
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung brauchte vier Tage, um von der Ermordung Quentin Deranques Kenntnis zu nehmen, die Welt sogar fünf. Das hatte sicher mit der Ratlosigkeit darob zu tun, wie dieses Ereignis – ein unbescholtener Rechter wird von einem Haufen gewaltbereiter Linker totgeschlagen – richtig zu „framen“ sei. Dann ist man in beiden „Qualitätsmedien“ auf denselben Ausweg verfallen:
Man sieht Weimarer Verhältnisse drohen, heißt: eine Situation, in der irgendwelche „Radikale“ zum Entsetzen aller Menschen guten Willens irgendwann aufeinander losgehen und nicht davor zurückscheuen, dem Gegner irgendwie das Leben zu nehmen. Es liegt auf der Hand, daß diese Deutung gestern noch breite Zustimmung gefunden hätte.
Aber die Dinge sind unterdes in Bewegung geraten. Da wären einmal die Filmaufnahmen der Tat, die eindeutig zeigen, wer Täter, wer Opfer war, dann die offene Häme der linken Basis in den Sozialen Medien und die verklemmten Rechtfertigungsversuche an der Spitze von La France insoumise (LFI). Deren Führer Jean-Luc Mélenchon hat es in der Vergangenheit verstanden, sich einerseits als eine Art Robespierre 2.0 zu geben und jede Art von Militanz zu ködern, während er andererseits erklärte, daß „keine linksextreme Gruppe […] jemanden“ angreife und man die „republikanische Front“ aller fortschrittlichen Kräfte gegen den Rassemblement National (RN) zusammenhalten müsse, um ein neues ’33 zu verhindern.
Diese Doppelstrategie scheint aber nach dem Anschlag von Lyon nicht länger zu funktionieren. Die Sozialisten (zu deren Führungskader Mélenchon einmal selbst gehörte) haben schon die Zusammenarbeit mit der LFI aufgekündigt, die Bemühungen der Macronisten und der etablierten Medien, die Sache herunterzuspielen oder gleich ganz unter den Teppich zu kehren, fruchten je länger je weniger, und auf der Rechten kommt eine Solidarisierung ohne Rücksicht auf Quisquilien zustande. Entscheidend aber dürfte die schwere Beschädigung der „antifaschistischen Fiktion“ sein, die Eve Vaguerlant in einem Beitrag für Valeurs Actuelles folgendermaßen charakterisiert hat: „In dieser Fiktion ist Frankreich ein Land, in dem Einwanderer von Überfällen bedroht sind, in dem ‘die Polizei tötet’, in dem Muslime Angst vor Übergriffen auf der Straße haben, in dem ‘Faschisten’ und ‘Rassisten’ den Ton angeben und in dem die Antifa glücklicherweise da ist, um ihnen Widerstand zu leisten und die Unterdrückten zu verteidigen.“
… Alles vom 27.2.2026 von Karlheinz Weißmann bitte lesen in der JF 10/26, Seite 15
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