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Tele-Blick vom Schauinsland nach Norden am 28.12.2008 über Dreisamtal, Glottertal und Elztal zu Kandel (rechts) und Rohrhardsberg (Mitte oben) – vorne unten Freiburg-Ebnet mit dem SC-Stadion
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Gundelfingens ältester Einwohner hat mit 102 Jahren Kronjuwelenhochzeit gefeiert
„Wir haben viele Verbote in unserem Leben umgangen“
Franz Quitter ist mit 102 Jahren der älteste Bewohner Gundelfingens. Im Juni feierte er mit Frau Helene Kronjuwelenhochzeit. Verbote kümmerten sie bei ihrer Hochzeit 1951 nicht.
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Zahlen, Daten und Geschichten aus einem langen Leben: In Franz Quitters Kopf ist alles gespeichert und schnell parat. Bis heute ist er mit Scharfsinn gesegnet. Gedichte aus Jugendjahren zitiert er fehlerfrei. Wenn der rüstige Rentner aus seinem Leben erzählt, dann beeindruckt er mit einem großen Wissensschatz über die Geschichte – auch aus seiner Heimat Temeswar in Rumänien.
An die Zeit, als er seine Helene kennenlernte, erinnert sich Franz Quitter noch sehr gut. „Dieses hübsche Mädchen hat es mir gleich angetan“, sagt er mit leicht verschmitztem Lächeln. Das war kurz nach dem Krieg. Franz hatte sein deutsches Abitur in der Tasche und an der Deutschen Lehrerbildungsanstalt in Temeswar seine Ausbildung abgeschlossen. Nach einem Dienstjahr an der Grund- und Hauptschule wurde er zum Kriegsdienst in die deutsche Wehrmacht eingezogen. Er wurde verwundet, kam ins Lazarett und nach Kriegsende in amerikanische Kriegsgefangenschaft in Nürnberg. Danach bewarb er sich für eine Lehrerstelle in Deutschland. Er reiste nach Hause, um seine Dokumente zu holen. Kaum angekommen, musste er zum Militärdienst in Rumänien. Heil von dort zurück, nahm er das Geigenstudium auf, um sich auf die Temeswarer Philharmonie vorzubereiten. Dann jedoch wurden ab 1948 deutsche Schulen wieder zugelassen. „Ich war 24 Jahre alt, als ich in meinen Lehrerberuf zurückkehren konnte.“
„Er kam an unsere deutsche Elementarschule in Freidorf“, erzählte Helene Quitter weiter. Immer noch rollt sie charmant das R, ein Merkmal ihrer damaligen Heimat. Sie war damals noch Schülerin. Ihr Vater war der Schulleiter, doch er war mit völlig zerrütteter Gesundheit aus der sowjetischen Zwangsarbeit heimgekehrt. „So unterrichtete ich morgens die Schüler und abends half ich dem Schulleiter bei der Verwaltungsarbeit“, erinnert sich Franz Quitter. Nebenbei gab er Helene Klavierunterricht. „So kamen wir uns immer näher und verliebten uns“, erzählte seine Frau. 1951 beschlossen die Familienräte, dass die Kinder heiraten dürfen. Helene war 17 Jahre, Franz war 27 Jahre alt. Der 16. Juni 1951 war ein traumhaft schöner Sommertag. Geheiratet wurde in der Josefstädter Pfarrkirche. „Dort wurde ich schon vom gleichen Pfarrer getauft“, sagte der 102-Jährige. Eine kirchliche Hochzeit war zu dieser Zeit strikt untersagt. Das kommunistische Regime hatte etwas gegen Religionsausübung. Die Taufe der Tochter, die 1961 zur Welt kam, war auch inoffiziell.
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1973 reiste Familie Quitter aus Rumänien nach Deutschland aus – mit 100 Kilogramm Gepäck. Foto: Andrea Steinhart
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Aber die Quitters ließen sich davon nicht aufhalten. „Wir haben viele Verbote in unserem Leben umgangen“, sagt Franz Quitter. Das Hochzeitsfest wurde in der Schule gefeiert. „Es gab Kuchen und belegte Brote – zum Tanzen schoben wir die Tische zur Seite“, erzählte Helene Quitter. Auch sie wurde Lehrerin. Franz Quitter nahm neben dem Schulunterricht ein Studium der Mathematik, Physik und Astronomie auf. Nebenbei gab er Musikunterricht und übernahm Redaktionsarbeiten bei didaktischen und pädagogischen Verlagen für deutsche Schulbücher. Als Hauptredakteur für die Fächer Mathematik, Physik und Astronomie war er für die Übersetzung ins Deutsche der rumänischen Schulbücher verantwortlich. Als der Deutsche Caritasverband in den 1960er-Jahren auf Umwegen Hilfsgüter für die Kranken und Bedürftigen in die Region Banat brachte, half Franz Quitter bei der Organisation und Verteilung.
In den 1970er-Jahren begann die Aussiedlung der Banater Schwaben aus Rumänien. 1973 konnte die Familie Quitter nach Deutschland ausreisen. „Wir durften 100 Kilogramm mitnehmen“, erzählt der Senior. Die Kiste war voll mit Büchern und Liebgewordenem, wie die Kristallgläser, die heute noch im Schrank stehen. In Freiburg angekommen, unterrichtete Helene Quitter an einer Grund- und Hauptschule in Freiburg, später in Umkirch. Der Naturwissenschaftler Quitter unterrichtete ab 1974 bis zu seinem Ruhestand am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Waldkirch. „Er hat immer viel gearbeitet – nur im Haushalt geholfen hat er nie“, verriet Helene lachend. Seit 1984 wohnt das Ehepaar in Gundelfingen. „Die kleinen Bäumchen von damals vor unserem Fenster sind heute Baumriesen.“
Nach dem Berufsleben wollte Franz Quitter sich nicht zur Ruhe setzen. Da ihm die Musik nach wie vor am Herzen lag, wirkte er fortan zusammen mit Gleichgesinnten im Kammerorchester Gundelfingen mit und trat als Geiger einem Streichquartett bei. Zudem belegte er an der Albert-Ludwigs-Universität einen vierjährigen Kurs in Malen und Zeichnen. Die schönen Ergebnisse seines künstlerischen Schaffens sind in der ganzen Wohnung sichtbar. Keine Wand ist ohne eines der selbstgemalten Kunstwerke. Seine Bilder wurden schon bei mehreren Ausstellungen gezeigt. Besonders das Malen von Gesichtern, Tieren und Blumen hat es ihm angetan. „Malen kann ich heute nicht mehr, aber ich lese noch Bücher, die ich schon einmal gelesen habe.“ Sein ganzes Leben hat sich Franz Quitter ehrenamtlich eingebracht. So war er unter anderem beim Kreisverband der Banater Schwaben, beim Bund der Vertriebenen oder beim ostdeutschen Akademischen Arbeitskreis tätig. Für seinen Dienst an der Gemeinschaft erhielt er viele Auszeichnungen, zum Beispiel die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg.
Wie er es schaffte, 102 Jahre alt zu werden, weiß er nicht. „Ich frage mich das oft selbst und kann doch keine gescheite Antwort darauf geben“, sagt Quitter und feixt. Aber das gemeinsame Leben war erfüllend, sagte er. „Ich blicke gern zurück auf mein Leben.“
… Alles vom 22.7.2026 von Andrea Steinhart bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/gundelfingens-aeltester-einwohner-hat-mit-102-jahren-kronjuwelenhochzeit-gefeiert-wir-haben-viele-ve
Banater Schwaben
1718 eroberten die Habsburger das Banat zurück und begannen, das strategisch wichtige Grenzgebiet im Donauraum zu besiedeln. Schon 1718 kamen Handwerker und Ingenieure nach Temeswar, der wichtigsten Stadt des Banat, um vieles aufzubauen. Die Menschen aus den deutschen Gebieten Rheinpfalz, Trier, Hessen, Lothringen und Franken sowie Bayern und Württemberg kamen unter Kaiser Karl VI (1722–26), unter Kaiserin Maria Theresia (1763–1773) und unter Kaiser Josef II (1780–90). Obwohl sie aus unterschiedlichen Regionen kamen, wurden sie von den Einheimischen als „Schwaben“ bezeichnet. Die historische Region Banat liegt heute in den Staaten Rumänien, Serbien und Ungarn.
Bürgermeisteramt Gundelfingen und Pressefreiheit
Es ist gut, wenn sich eine Zeitung vehement für die Meinungs- bzw. Pressefreiheit einsetzt (1). So geschehen beim Artikel „hohe Personal-Fluktuation im Gundelfinger Rathaus“ (2), der aufzeigt, wie kräftig es bei der Besetzung der Bürgermeisterämter in Gundelfingen und Merzhausen doch menscheln kann. Dieser klare Einsatz für Andersdenkende in der Kommunalverwaltung durch die Zeitungsmacher gehört zur journalistischen Normalität.
Zu wünschen ist, dass die BZ diese Normalität auch für andersdenkende Bürger aus dem politisch rechten (nicht rechtsextremen!) Spektrum gelten lassen möge. Zumal dann, wenn die Zeitung regional als Monopolist auftritt.
Die Badische Zeitung (BZ) verwies in ihrer Berichterstattung zu kommunalpolitischen Problemen auf ihre Freiheitsrechte. Die grundrechtlich geschützten Pressefreiheit der BZ gilt ebenso wie die grundrechtlich geschützte Meinungsfreiheit der Bürger.
11.4.2024
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Ende von Beitrag „Bürgermeisteramt Gundelfingen und Pressefreiheit“
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Beginn von Anlagen (1) – (2)
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(1) Manche Bürgermeister haben Nachhilfe in Sachen Pressefreiheit dringend nötig
Es sind juristische Drohgebärden ohne Wirkung, die aber trotzdem erschrecken: Zwei Bürgermeister versuchen, einen Artikel in der Badischen Zeitung zu verhindern. Wir machen das öffentlich – und weiter.
„Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet.“ So steht es in Artikel 5 unseres Grundgesetzes. Es ist deshalb erschreckend, was sich da am späten Montagabend rund um unsere geplante Berichterstattung über die hohe Fluktuation im Gundelfinger Rathaus abgespielt hat.
Der Vorgang gipfelte darin, dass die Juristin und angehende Bürgermeisterin von Merzhausen, Melanie Kienle, persönlich vor Ort an unserem Verlagssitz an der Lörracher Straße in Freiburg den Versuch unternahm, die Veröffentlichung des Beitrages in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung zu verhindern.
… Alles vom 9.4.2024 von Holger Knöferl bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/manche-buergermeister-haben-nachhilfe-in-sachen-pressefreiheit-dringend-noetig
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(2) Warum gibt es eine so hohe Personal-Fluktuation im Gundelfinger Rathaus?
Seit Anfang 2023 verließen 25 Angestellte die Gundelfinger Verwaltung. Wo liegt das Problem? Die Berichterstattung der Badischen Zeitung darüber löste jetzt eine juristische Auseinandersetzung aus.
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Juristische Auseinandersetzung
Bürgermeister Raphael Walz wollte die Veröffentlichung dieses Artikels über die Fluktuation im Gundelfinger Rathaus am Montag stoppen. Die Onlineversion erschien gegen 17 Uhr auf badische-zeitung.de. Am späten Montagabend erreichte ein Schreiben der Anwaltssozietät Fehrenbach und Kollegen aus Waldshut die Redaktion. Darin wurde der BZ von Anwalt Tobias Kienle unterstellt, der Artikel würde unwahre Tatsachenäußerungen enthalten und den Ruf der Gemeinde Gundelfingen sowie von Walz schädigen. Da aufgrund der Uhrzeit keine juristische Abklärung mehr final möglich war, entschied sich die Breisgau-Redaktion, die Veröffentlichung des Printartikels zu verschieben und den Onlineartikel gegen 23 Uhr vorübergehend offline zu stellen. Am Dienstag konnte die Kanzlei aber der BZ keine unwahren Tatsachenäußerungen nachweisen – weshalb die BZ sich für eine Veröffentlichung entschied. Die Redaktion nahm marginale Änderungen und formale Kürzungen vor. Der Kerninhalt blieb identisch. Irritierend war in dieser Sache der Auftritt von der designierten Merzhauser Bürgermeisterin Melanie Kienle am Montagabend. Sie tauchte unangekündigt nach Redaktionsschluss beim Verlagshaus der BZ auf und wollte nachdrücklich davon abraten, den Artikel zu drucken. Gegenüber einem diensthabenden Redakteur kündigte sie eine Unterlassungserklärung an, die in Kürze von der Anwaltskanzlei aus Waldshut an die Redaktion versendet werde. Melanie Kienle hatte aber kein Mandat von der Kanzlei, in der ihr Ex-Mann Tobias Kienle tätig ist. Auf BZ-Nachfrage, warum sie in dieser Sache überhaupt tätig wurde, schreibt Kienle am Dienstag: „Ich war gestern bei Ihnen vor Ort, um klarzustellen, dass etwaige anwaltliche Korrespondenz nicht von meiner Seite veranlasst wurde“. Sie habe vermeiden wollen, dass aufgrund des gleichen Nachnamens eine Verbindung zu ihr hergestellt werde.
… Alles vom 9.4.2024 von Sebastian Krüger bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/warum-gibt-es-eine-so-hohe-personal-fluktuation-im-gundelfinger-rathaus