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St.Trudpert in Münstertal: Schwester Clementine feiert ihren 100. Geburtstag
„Geschafft und nicht rumgeguckt“
Am Samstag kann Schwester Clementine Rombach im Kloster St. Trudpert in Münstertal ihren 100. Geburtstag feiern. Vielen Menschen aus Staufen und Umgebung ist Schwester Clementine als eines der Gesichter des Pflegeheims St. Margareten in Staufen vertraut, wo sie fast 20 Jahre lang an der Pforte wirkte. Seit 2014 lebt die Ordensfrau im Pflegeheim des Klosters in Münstertal. Zusammen mit ihren Mitschwestern und ihrer Verwandtschaft wird sie heute ihren Geburtstag auch mit einem Dankgottesdienst feiern.
Hochbetagte wie Schwester Clementine sind Zeitzeuginnen. 2005 berichtetet sie der Badischen Zeitung als solche anlässlich 60 Jahren Kriegsende von dieser Zeit im Hochschwarzwald. Gerne hätten wir Genaueres über ihre Anfangszeit im Kloster erfahren, über ihre Erlebnisse und Erfahrungen und die Entwicklung in den folgenden Jahrzehnten. Beim Besuch zeigte sich, dass die Jubilarin geistig rüstig und gesund ist, sie jedoch fast nichts mehr hört. Mit Geduld und schriftlichen Fragen konnte die Reporterin aber doch einige Informationen sammeln.
Maria Theresa Rombach wuchs zusammen mit sechs Geschwistern auf einem kleinen Bauernhof in Langenordnach bei Titisee-Neustadt auf. Als junge Frau arbeitete sie für die Pfarrgemeinde, in dieser Zeit reifte der Entschluss, ins Kloster einzutreten. Ein Verwandter, der mit dem damaligen Caritaspräsident Benedikt Kreutz befreundet war, empfahl das Kloster St. Trudpert in Münstertal.
Im Alter von 24 Jahren trat sie ins Kloster ein, im März 1949 legte sie ihr Ordensgelübde ab. 2019 feiert sie ihre 70-jährige Profess. „Wir waren acht Novizinnen und vier Postulantinnen. Damals lebten etwa 120 Schwestern im Kloster“, sagt sie, „die Zeit als Postulantin und als Novizin war ziemlich lustig, wir haben uns gut verstanden“.
Die jungen Frauen schliefen in zwei Schlafsälen, erhielten Unterricht im religiösen Leben, wurden ins Ordensleben eingeführt und arbeiteten in der Hauswirtschaft mit. Nach ihrem Profess absolvierte Schwester Clementine eine Ausbildung zur Krankenschwester im Freiburger Lorettokrankenhaus, dessen Träger das Kloster St. Trudpert bis vor wenigen Jahren war. Die wichtigste Station in ihrem langen Berufsleben als Krankenschwester in verschiedenen Einrichtungen des Klosters war die Tätigkeit als Oberin im Krankenhaus St. Trudpert in Pforzheim, die sie von 1968 bis 1995 ausübte.
1995 war sie bereits 73 Jahre alt, doch an Ruhestand war für die Klosterschwester noch lange nicht zu denken. Sie zog nach Staufen und arbeitete fortan bis zu ihrem 92. Lebensjahr an der Pforte des Pflegeheims St. Margareten, begrüßte Besucherinnen und Besucher, gab Auskünfte, vermittelte Telefongespräche.
Auf die Frage, was sie dort besonders Aufregendes erlebt hatte, berichtetet sie von aufgeregten Bewohnern, die sich – in ihrer Verwirrtheit – über verschiedene Dinge bei ihr beschwerten und denen sie dann riet, dem Bürgermeister oder der Polizei anzurufen. Schon dass Abheben des Telefonhörers habe meist ausgereicht, um die Menschen zu beruhigen. Schwester Clementine ist die vierte Schwester im einhundertjährigen Bestehen des Klosters St. Trudpert, die 100 Jahre alt wurde. Nie hätte sie gedacht, dass sie so lange leben werden würde. Ihre Geschwister wurden alle nicht so alt. „Ich dachte, dass ich mit 60 oder 70 Jahren sterben würde. Warum ich so alt wurde? Ich hab geschafft und nicht rumgeguckt. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen“, meint Schwester Clementine.
… Alles vom 17.9.2022 von Gabriele Hennicke bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/geschafft-und-nicht-rumgeguckt–217344612.html
