Markgraeflerland

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Blick vom Fohrenberg ob Grunern nach Westen über Wettelbrunn bis zu den Vogesen am 30.5.2013

 

Blick vom Schleifsteinhof nach Süden am 30.5.2013

 

Rotorblatt für den Windpark Sirnitz-Dreispitz: Totalschaden Strassenunfall
Donnerstag, 27. August, 13.20 Uhr. Ein Sonderfahrzeug fährt die L 131 bergwärts Richtung Sirnitz. Geladen: ein Rotorblatt für den Windpark Sirnitz-Dreispitz. 27 Tonnen.
In einer S-Kurve versagt die Hydraulik des Aufliegers. Das aufgestellte Blatt kippt und stürzt auf das Zugfahrzeug und einen vorausfahrenden Traktor.

Bilanz laut Polizeipräsidium Freiburg:
▪️ Sachschaden 700.000 bis 1.000.000 Euro
▪️ Rotorblatt unbrauchbar
▪️ Hydrauliköl ausgetreten, von der Feuerwehr gebunden
▪️ Landesstraße mehrere Tage gesperrt
▪️ Der Bau des Windparks gerät ins Stocken

Verletzt wurde niemand — die Straße war für den Verkehr gesperrt, wie bei solchen Transporten vorgeschrieben. Die Beteiligten haben getan, was zu tun war.

Aber genau hier fängt es an, unangenehm zu werden.

In Genehmigungsverfahren erscheint die Zuwegung als technisches Detail. Kurvenradien, Tragfähigkeiten, ein paar Zeilen im Antrag. In Wirklichkeit ist sie das Nadelöhr, durch das jede einzelne Komponente muss — Turmsegmente, Maschinenhaus, Rotorblätter von 67 Metern Länge.
Sirnitz war keine Verkettung unglücklicher Umstände. Es war die Materialisierung eines Risikos, das in der Sache angelegt ist. Ein Transport dieser Klasse auf einer steilen Bergstraße hinauf auf 1.100 Meter hat keine Reserven. Ein Hydraulikdefekt genügt.
Und jetzt der Blick auf den Brombeerkopf.

Dort führt die Zuwegung auf 1,2 Kilometern mit durchschnittlich 25 Prozent Steigung hinauf — an mehreren Punkten knapp 35 Prozent. Forstliche Richtwerte: 10 bis 14 Prozent, im absoluten Ausnahmefall 18. Praktiker sagen, man versuche 10 einzuhalten.

Fast doppelt so steil wie das maximal Zulässige.
Über diese Strecke müssen dieselben Bauteile, die bei Sirnitz vom Auflieger gekippt sind. Enercon E-138 EP3, Blattlänge 66,89 Meter, 18,5 Tonnen pro Blatt. Hinauf auf 879 Meter.
Und dort oben?

Eine Löschwasserversorgung ist nicht vorgesehen. Die Genehmigung nennt das Waldbrandrisiko „insgesamt als niedrig einzustufen“. Brände würden „einsatztaktisch defensiv bekämpft“. Schwere Feuerwehrfahrzeuge dienen als „Depot“ am Taleingang.

Direkt daneben: ein Bannwald mit überdurchschnittlichem Totholzanteil. Am Langenhard bei Lahr sind in sechs Jahren zwei Anlagen abgebrannt.

Der Direktor der Forstlichen Versuchsanstalt sagte vor wenigen Tagen in der BZ: „Dieser Sommer zeigt uns, dass die Bedrohung durch Waldbrände auch bei uns zunimmt.“
Worum es geht — nicht um Schadenfreude.

Sirnitz-Dreispitz ist eines von zwei bereits genehmigten Projekten unter 13 laufenden Verfahren für 43 Windenergieanlagen allein im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Alle im Mittelgebirge. Alle mit Zuwegungen über steile Bergstraßen. Und in allen Unterlagen wird dieser Teil als beherrschbares Detail behandelt.
Am 27. August war er es einmal nicht.
… Alles vom 31.8.2026 von Adrian Kempf bitte lesen auf
https://adrian-kempf.de/27-tonnen-in-der-s-kurve/

 

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