Friedensbemühungen kann es nicht genug geben, gerade auf diplomatischer Ebene. Auch deshalb ist unverständlich, warum die deutschen Mainstreammedien so abwertend über den gestern in Davos vorgestellten „Board of Freedom“ berichten. Nur weil er von Donald Trump initiiert worden ist – übrigens nicht in seiner Eigenschaft als US-Präsident, sondern als Privatmann?
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Ja, man muß eingeladen werden oder eine Milliarde IUS-Dollar Eintrittsgeld bezahlen. Der Friedensrat sieht sich als Konkurrenz zu korrupten und erfolglosen UNO. Auch Israel ist beigetreten – nach Protesten von Präsident Netanjahu aufgrund der Mitgliedschaft der Hamas-Freunde Katar und Türkei. Auch Russland und Pakistan haben Einladungen erhalten. Zusagen liegen laut https://www.juedische-allgemeine.de/politik/trumps-friedensrat-wer-dabei-ist-und-wer-nicht/ vor von:
„Ägypten: Das Außenministerium schreibt: »Ägypten begrüßt die Einladung zum Beitritt zum Friedensrat.« Präsident Abdel Fattah al-Sisi werde sie annehmen.
Albanien: Ministerpräsident Edi Rama lobt Trump, seine Initiative habe »das Potenzial, zu einem wahrhaft transformativen Modell der Friedensförderung auf globaler Ebene zu werden«.
Argentinien: »Es ist mir eine Ehre, heute Abend die Einladung für Argentinien erhalten zu haben, als Gründungsmitglied dem Friedensrat beizutreten«, schreibt Präsident Javier Milei auf X.
Armenien: Ministerpräsident Nikol Paschinjan nimmt öffentlich Trumps Einladung an.
Aserbaidschan: Das Außenministerium gibt die Teilnahme des Landes bekannt.
Bahrain: König Hamad hat nach Angaben des Außenministeriums die Einladung angenommen.
Belarus: Vor Reportern erklärt Machthaber Alexander Lukaschenko, dass er die Teilnahme als Gründungsmitglied unterschrieben hat.
Israel: Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat angekündigt, Trumps Einladung anzunehmen und Mitglied des Friedensrates zu werden.
Kasachstan und Usbekistan: Die Präsidenten der beiden zentralasiatischen Staaten haben Medienberichten zufolge ihre Teilnahme zugesagt.
Kosovo: »Wir sind bereit«, schreibt Präsidentin Vjosa Osmani auf X. »Der Kosovo steht fest als Verbündeter Amerikas und ist bereit, diesen Frieden weiter voranzutreiben.«
Kuwait: Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Kuna hat Kuwaits Außenministerium bekanntgegeben, dass das Land dem Gremium beitreten wird.
Marokko: Das Außenministerium schreibt, König Mohammed VI. begrüße »das Engagement und die Vision von Präsident Donald Trump für die Förderung des Friedens und hat diese Einladung angenommen«.
Paraguay: »Wir übernehmen mit Stolz die Verantwortung, gemeinsam mit den Vereinigten Staaten für einen dauerhaften Frieden für alle zu arbeiten«, verkündet Präsident Santiago Peña Palacios auf X.
Pakistan: Das Land freue sich darauf, »eine konstruktive Rolle im Rahmen des Friedensrates zu spielen«, teilt das Außenministerium mit.
Türkei, Saudi-Arabien, Katar, Jordanien und Indonesien: In einer gemeinsamen Mitteilung von insgesamt acht Ländern erklären deren Außenminister ihre Absicht zum Beitritt. Man begrüße die Einladung Trumps und werde unterzeichnen, heißt es darin.
Ungarn: Als bisher einziges EU-Land hat Ungarn zugesagt. »Wenn es Trump ist, dann ist es Frieden«, schreibt Ministerpräsident Viktor Orban auf Facebook. »Wir haben die ehrenvolle Einladung des Präsidenten selbstverständlich angenommen.«
Vereinigte Arabische Emirate (VAE): Scheich Mohammed bin Sajid Al Nahjan hat die Einladung angenommen. »Seine Hoheit bekräftigte das Vertrauen der VAE in die Führungsrolle von Präsident Trump«, schreibt das Außenministerium.
Vietnam: Generalsekretär To Lam hat die Einladung angenommen, wie die Regierung offiziell verlautbart.“
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Wie im Kontrafunk (3) erklärt, werden im Friedensrat auch die jeweiligen Konlikt-Kontrahenden gegenübersitzen – so die Hamas (über Türkei und Katar) und Israel.
23.1.2026
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Ende von Beitrag „Friedensrat – Board of Freedom“
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Beginn von Anlagen (1) – (3)
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(1) Luftnummer oder UN 2.0?
US-Präsident Trump hat in Davos seinen „Friedensrat“ ins Leben gerufen. Er möchteweltweit Konflikte lösen und damit in Konkurrenz zu den UN gehen. Doch welche Länder wollen überhaupt mitmachen? Und wie viel Macht ist Trump bereit zu teilen?
Warum ein „Friedensrat“?Trump geht es laut eigener Aussage um den Weltfrieden – nicht mehr und nicht weniger. In der am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos unterzeichneten achtseitigen Gründungs-Charta heißt es: „Der Friedensrat ist eine internationale Organisation mit dem Ziel, in den von Konflikten betroffenen oder bedrohten Regionen Stabilität zu fördern, eine zuverlässige und legitime Regierungsführung wiederherzustellen und einen dauerhaften Frieden zu gewährleisten“ – im „Einklang mit dem Völkerrecht „.Ursprünglich sollte der „Friedensrat“ den Plan zur Beendigung des Krieges im Gazastreifen überwachen, dafür erteilten die Vereinten Nationen eine entsprechende Resolution https://www.securitycouncilreport.org/un-documents/document/s-res-2803.php. In der Charta wird das Palästinensergebiet jedoch nicht mehr ausdrücklich genannt.
… Ales vom 23.1.2026 bitte lesen auf
https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/friedensrat-trump-mitglieder-100.html
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(2) Kontrafunk: Pierre Heumann zum Friedensrat aus israelischer Sicht
Nach der verkündeten Grönland-Einigung macht Donald Trump weiter mit seinem Friedensrat. Kaum ist dieser gegründet, kommt der 25-Milliarden-Dollar-Plan für Gaza. Israel-Korrespondent Pierre Heumann analysiert die Aussichten des Friedensrats. Ob Kuba, Russland oder der Iran: Wie wirksam sind Sanktionen? Wir fragen Prof. Antony Mueller, ob Machthaber damit tatsächlich getroffen werden – oder ob vor allem die Menschen leiden. Spanien sucht nach Gründen und Schuldigen für das schwere Bahnunglück vom Sonntag. Näheres dazu berichtet die Maschinenbau-Ingenieurin Isabel Villalon. Und im Kommentar beschäftigt sich David Boos mit den Problemen von Geert Wilders und dessen Partei PVV.
… Alles vom 23.1.2026 bitte hören auf
https://kontrafunk.radio/de/sendung-nachhoeren/politik-und-zeitgeschehen/kontrafunk-aktuell/kontrafunk-aktuell-vom-23-januar-2026
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(3) Trumps Friedensrat soll lösen, was die UN verdösen
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Den vollständigen Text der Charta des Friedensvorstands dokumentierte die Times of Israel.
https://www.timesofisrael.com/full-text-charter-of-trumps-board-of-peace/
Ausgangsaufgabe ist die strategische Aufsicht der Gaza-Rekonstruktion, Demilitarisierung der Hamas, Etablierung einer „technokratischen palästinensischen Regierung“ als Teil der Phase 2 des 20-Punkte-Friedensplans vom September 2025. Die Aufgabenbeschreibung auf Englisch, das als Verfahrenssprache festgelegt ist, was keine Übersetzung empfiehlt:
„The Board of Peace is an international organization that seeks to promote stability, restore dependable and lawful governance, and secure enduring peace in areas affected or threatened by conflict. The Board of Peace shall undertake such peace-building functions in accordance with international law and as may be approved in accordance with this Charter, including the development and dissemination of best practices capable of being applied by all nations and communities seeking peace.“
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Die Kritik am Versagen der United Nations würde viele Seiten Text füllen, lässt sich aber einfach zusammenfassen. Die UN haben nach ihren Blauhelm-Einsätzen an Friedensstiftung nichts zustande gebracht. Ihre Tätigkeit kostet Unsummen und hat keine Ergebnisse vorzuweisen. In der Ukraine sitzen sie nicht einmal am Katzentisch. Nicht anders ist es in Gaza, vom Iran ganz zu schweigen. Wo sie mitmischen, dort gegen den Westen. Zwischen dem Vetorecht Amerikas, Chinas und Russlands und unzähligen, wirkungslosen Resolutionen eingeklemmt hat sich die UN überholt, scharfe Kritiker sagen, hat sich von ihrem Vorläufer Völkerbund an als leere Hoffnung herausgestellt. Im Wesentlichen verwaltet sich die UN selbst und gleicht darin der EU wie vielen europäischen Gesternregierungen.
Blauäugig wäre es zu erwarten, dass dem Friedensrat an Friedensstiftung gelingt, was den keine Steuern abführenden, überbezahlten UN-Funktionären nicht gelang oder was diese erst gar nicht versuchten.
Eine Garantie für das Gelingen der Vorhaben des Friedenssrats gibt es nicht. Aber auf den unermüdlichen Einsatz von Trump, für je mehr, desto besser Deals im Orient genauso wie in allen anderen Konfliktzonen zwischen China und Amerika zustande zu bringen, ist Verlass. Donald Trump will in die Geschichte als Friedenspräsident eingehen. Dem Geschäftsmann kann das viel wahrscheinlicher gelingen als jedem Old style Politician. Make deal, not war.
… Alles vom 22.1.2026 von Fritz Goergen bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/goergens-feder/trump-uno/