Todtmoos

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  Gemeinde Todtmoos

Todtmoos liegt an der nördlichen Grenze des Hotzenwalds zum Hochschwarzwald. Die 2100 Einwohner leben verteilt auf 13 verschiedene Ortsteile:
Au, Berghütte, Glashütte, Hintertodtmoos, Höfle, Lehen, Mättle, Prestenberg, Rütte, Schwarzenbach, Strick, Vordertodtmoos (hier befindet sich das Zentrum) und Weg
www.todtmoos.de

 

Hochkopfhaus am Sattel zwischen Präg und Todtmoos

                   
(1) Westweg – Tal der Wehra                  (2) Blick nach Westen  16.3.2013          (3) Blick nach Süden zum Skilift

 

Todtmoos-Weg und Todtmoos-Strick 

                   
(1) Weg und die Alpen 16.3.2013          (2) Südostwärts auf Weg                         (3) Pension Höhner und Kapelle
                 
(4) Nordwärts auf Todtmoos-Weg        (5) Gasthaus Gersbacher Hof                (6)
                   
(7) s’Müllers in Weg am 16.3.2013        (8) Südwärts auf Weg am 16.3.2013   (9) Südwestwärts auf Weg
                   
(10) Hotel Rößle in Strick                        (11) Zwischen Weg und Strick               (12) Nordwärts auf Hintertodtmoos

(13) Hintertodtmoos

(1) Tele-Blick vom Hochkopfhaus südostwärts über Todtmoos-Weg bis zu den Alpen am 16.3.2013
(3) Blick nach Norden über die Pension Höhner und Kirche von Todtnau-Weg hoch zu Schanz am gegenüberliegenden Hang am 16.3.2013
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Todtmoos: Ein kirchlicher Missbrauchsfall erschüttert den Südschwarzwald
Ein Priester aus dem Erzbistum Freiburg muss ins Gefängnis. Von seinen Taten will niemand etwas mitbekommen haben. Nun beginnt die schwierige Aufarbeitung.
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Das Licht fällt schräg durch die Fenster der Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frau“ in Todtmoos. Eine grauhaarige Frau sitzt versunken in einer der hinteren Bänke. Unter dem Hochaltar prangt die Losung „Maria von Todtmoos lässt niemand hilflos“. Eine Tür geht auf. Ein junges Paar tritt ein, ein kleines Kind an der Hand. Geflüster. Von draußen hört man Ziegen meckern.
Neben der Kirche befindet sich das katholische Pfarrheim. Seit jeher prägen diese beiden Gebäude das Ortsbild des rund 2000 Einwohner zählenden Wallfahrtsortes. Von dort nahm der jüngste Missbrauchsfall der katholischen Kirche seinen Anfang. In dem respektablen Gebäude sind die Priester eines Ordens untergebracht. Auf ihre Glaubensgemeinschaft fällt seit dieser Woche ein schlechtes Licht.
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Das Landgericht München I sieht es als erwiesen an, dass ein Priester der damaligen Seelsorgeeinheit – ein Ordensmitglied – sein Vertrauensverhältnis ausgenutzt und versucht hatte, zwei stark betrunkene Jugendliche im gemeinsamen Hotelzimmer zu missbrauchen. Der Ort des Geschehens war München im Jahr 2005. Der Pater hatte die beiden zu einem Oktoberfestbesuch eingeladen. Einer der Jugendlichen war so stark betrunken, dass er sich mehrere Male in der Nacht übergab. Drei Jahre und drei Monate muss der 58-Jährige hinter Gitter, wegen versuchtem schweren sexuellen Missbrauchs widerstandsunfähiger Personen und des Besitzes jugendpornografischer Inhalte.
Im Prozess wurden weitere Details bekannt. Der Priester richtete im Pfarrheim in Bernau einen Raum ein, den die Jugendlichen, meist zwischen 14 und 17 Jahre alt, als eine Art Treffpunkt nutzten. Ein Video-Beamer, Leinwand, eine Couch, dazu ein Kasten Bier, der laut Zeugenaussagen „immer voll“ war. Wie oft diese Partys ausarteten, ist heute nur noch schwer nachzuvollziehen. Wie oft der Priester dabei war, ist ebenfalls nicht gesichert. Wenn er aber dabei war, billigte oder förderte er den „exzessiven Alkoholgenuss“. Laut Staatsanwaltschaft griff er bei einem Vorfall einem Jugendlichen mehrfach in die Unterhose, obwohl dieser sich verbal dagegen wehrte. Es handelte sich um einen der beiden Jugendlichen, mit denen er später nach München reisen sollte.

Gibt es noch mehr Betroffene in der Seelsorgeeinheit? Weitere Jugendliche, denen sexuelle Gewalt angetan wurde? Für weitere Taten, die der Priester einräumte, konnte er rechtlich nicht belangt werden. Das Gericht begründete dies mit der damals geltenden Rechtslage. Man weiß davon nur, weil die Polizei 2023 die Wohnung des Mannes durchsuchte und dabei sein Handy konfiszierte. Acht jugendpornografische Bilder fand man, „die stammen aus meinem Handeln“, gab der inzwischen Verurteilte vor Gericht zu, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt.
„Priester und Pfarrer sind gerade in kleinen Gemeinden zum Teil noch heute Persönlichkeiten, die man auf ein Podest stellt. Das schafft Abhängigkeit und macht es Betroffenen unglaublich schwer, gehört zu werden“, sagt Björn Widmann, Vorsitzender des Betroffenenbeirats der Erzdiözese Freiburg. Der vorliegende Fall stehe dafür exemplarisch: Die beiden Jugendlichen waren Halbwaisen, hatten um die fragliche Zeit herum ihre Väter verloren. Da habe sich der Pfarrer als Ersatz angeboten. Er habe zugehört, Geschenke gemacht, sich so ihr Vertrauen erschlichen. Der Richter am Landgericht München fasste es so zusammen: „Schaffung des Vertrauens, Missbrauch des geschaffenen Vertrauens, Schaffung von Schweigen“.
Sprachlos sind auch viele in Bernau und Todtmoos. Bernaus Bürgermeister Alexander Schönemann hat aus den Medien von den Missbrauchsfällen erfahren. Schönemann war früher selbst Ministrant in Bernau. Damals sei der Geistliche jedoch noch nicht in der Gemeinde gewesen. „Ich bin wie viele Bürgerinnen und Bürger fassungslos und entsetzt über diese Taten“, sagt er. In der Vergangenheit sei immer gut über den Seelsorger gesprochen worden.
Von dieser Vergangenheit schwärmt Fritz Baur. Baur war von 1995 an Pfarrgemeinderat in Bernau, ab 1999 dessen Vorsitzender bis ins Jahr 2015. Bis zu 60 Ministranten habe der Pfarrer gehabt, „so viele gab es nie wieder“. Man habe schon gewusst, dass es da dieses Zimmer im Pfarrheim gegeben habe. „In der Osternacht hat man die Messe gefeiert bis um zwölf Uhr. Und dann sind sie halt ins Pfarrhaus. Immer zehn oder mehr. Und dann haben sie da die Osternacht gefeiert“, sagt Baur.
„Was ich nicht verstehe: Dass man nach 20 Jahren noch merkt, dass man missbraucht worden ist.“ Baur hat Mühe, sich einen Reim auf die Vorwürfe zu machen. Er, das Bernauer Urgestein, ein Unternehmer, gefühlt seit Ewigkeiten Mitglied in der Feuerwehr, dem Schwarzwaldverein und der Bergwacht, vermutet bei der Staatsanwältin, die in München bei Gericht war, „einen Hass auf die Kirche“. Er hingegen könne nur das Beste von dem Angeklagten berichten, Kirche und Pfarrheim seien unter seiner Ägide saniert worden.

… Alles vom 10.4.2026 von Michael Krug bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/ein-kirchlicher-missbrauchsfall-erschuettert-den-suedschwarzwald

Einige Kommentare:
Es ist zum Verweifeln. Trotz Beweise, Geständnis, demnach Verurteilung, wird ein Kinderschänder von manchen Menschen als Opfer stilisiert. Noch schlimmer: Die Kreuzigung Jesu wird von diesen Menschen mit dem „Leiden“ der Täter verglichen. Das kannst du dir nicht ausdenken. Ich weiß nicht welchen Herrgott diese Menschen anbeten. Meine/r kanns nicht sein! Das ist eine inakzeptable Reaktion.
13..4.2026, Doris Spoth-Wütschke,
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„Aus meiner Sicht haben viele damit ein Verbrechen an der Gesellschaft begangen“ – Sehe ich auch so: Die Täter (übergriffige Pfarrer) haben vor allem einzelnen Menschen ein Leid zugefügt, das diese den Rest Lebens mit sich tragen – und nur allzuoft weitergeben. Nicht, indem sie selbst Täter oder Täterin werden, sondern indem sie ihr Verhältnis zu sich und zu ihren Mitmenschen einfach so gut leben, wie es nur geht. Dabei stoßen aber viele vin ihnen immer wieder auf Probleme, die vom Missbrauch herrühren und denen sie ohne therapeutische Unterstützung ausgeliefert scheinen. Und wenn die dann Hilfe suchen in einer Therapie, spricht man von verweichlichter Generation. Die Täter haben aber auch der Kirche geschadet und dafür gesorgt, dass die Funktion in einer Gesellschaft, die eine christliche Kirche haben könnte, in der öffentlichen Wahrnehmung ins Hintertreffen geriet. So haben sie auch der Gesellschaft als Ganzes geschadet, über diesen Weg stimme ich Ihnen bei.
13.4.2026, Roland Schulze-Schilddorf
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Natürlich verschweigen Sie, dass die Kirche zwischenzeitlich mit das beste Präventionsprogramm hat. Ich kenne keine Gemeinschaft, die soviel tut. Aber das interessiert nicht. Das passt nicht in ihre Art die Kirche nieder machen zu wollen.
13.4.2026 Bernhard Metzger
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Als bekennender Christ muss ich voll Scham wieder einmal entsetzt lesen, dass erst viele Jahre später diese unglaublichen Vorfälle in unserer Kirche aufgedeckt und vor Gericht verhandelt werden. Was mich aber darüber hinaus an Ihrem Bericht fassungslos gemacht hat, ist die für mich inakzeptable Reaktion des ehemaligen Pfarrgemeinderatsvorsitzenden: Da ist die offenbar gleichgültige Haltung zu dem, was ein Pfarrer (als einziger Erwachsener?) mit Minderjährigen zur Osternacht im Pfarrheim macht.
Dann das Unverständnis, dass der Missbrauch auch nach 20 Jahren noch eine Rolle spielen solle. Anschließend der unterstellte „Hass gegen die Kirche“ gegenüber einer Staatsanwältin.
Herr Baur macht sich schließlich zum Verteidiger eines geständigen und rechtskräftig verurteilten Sexualstraftäters und scheut sich nicht einmal davor, dessen Verurteilung mit der Passion Jesu Christi zu vergleichen.
Ich hoffe sehr, dass Herr Baur zwischenzeitlich Zeit gehabt hat, über diese Wortwahl nachzudenken und sie mittlerweile bereut. Er hat nach meiner Überzeugung der Kirche, dem Ort Bernau und sich selbst damit keinen Gefallen getan.
20.4.2026, Rolf Becker, Titisee-Neustadt
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Die Scham, die Ohnmacht und die Hilflosigkeit kann man nicht vergessen
Herr Fritz Baur aus Bernau lassen Sie sich eins sagen: Ein Opfer sexuellen Missbrauchs durch einen katholischen Pfarrer vergisst nie und niemals, was ihm angetan worden ist! Ich selbst stamme aus einem kleinen Dorf und wurde Ende der 70er-Jahre als Jugendlicher von einem katholischen Pfarrer (der von vielen Dorfbewohnern auch auf ein Podest gehoben wurde) mehrmals sexuell missbraucht. Es waren Scham vor den eigenen Eltern und Furcht vor dieser „Heiligkeit“, die mich über 30 Jahre schweigen ließen. Erst danach konnte ich mich so weit öffnen, dass ich die Straftaten beim zuständigen Bistum anzeigte. Nach weiteren Jahren des Schriftverkehrs mit dem Bistum und der UKA (Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen) wurde ich als Missbrauchsopfer, wie viele andere Zig-Tausende Opfer, offiziell anerkannt und für das erlittene Leid entschädigt. Der beschuldigte Priester konnte leider nicht mehr gerichtlich belangt werden, weil er kurz nach meiner Anzeige verstorben ist.
Übrigens, wenn ich die erhaltene Anerkennungsleistung durch die Anzahl der mir zugefügten sexuellen Missbräuche teile, dann hat eine Vergewaltigung in der katholischen Kirche einen finanziellen „Wert“ von 500 Euro. Es ist nicht nur die lächerliche Entschädigungsleistung, sondern das damalige Scham-, Ohnmachts- und Hilflosigkeitsgefühl, das mich – selbst nach über 45 Jahren – immer noch beschäftigt und nicht vergessen lässt.
Herr Fritz Baur aus Bernau, ich hoffe, dass keines Ihrer Kinder, Enkel oder Urenkel ein solches Leid, wie die zwei Buben oder ich, erfahren mussten oder müssen. Dann würden Sie vielleicht nicht mehr so von dieser Vergangenheit schwärmen, sondern vielmehr und eher verstehen, dass man selbst nach 20 oder wie bei mir nach über 45 Jahren immer noch merkt, dass man missbraucht worden ist.
20.4.2026, Peter Stangl, Neuenburg-Grißheim
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