Sonne wandelt Klima, nicht CO2

Sonne wie CO2 beeinflussen das Klima. Auf die Frage, warum in der Diskussion um den Klimawandel das CO2-Narrativ dominiert, antwortet der Astrophysiker Willie Soon: „Weil man keine Gesetze gegen die Sonne machen kann – aber gegen CO2 schon. Das führt zu Steuern, Regulierungen und Eingriffen in die Energiepolitik. Seit den 1980er Jahren ist daraus ein komplexes Geflecht aus Subventionen, Bürokratien und Aktivistennetzwerken entstanden. Politik verlangt einfache Botschaften, Medien wollen Drama – und viele Wissenschaftler passen sich an. Der Atmosphärenphysiker Richard Lindzen nannte das den «Eisernen Dreieckseffekt»: Politik finanziert, Wissenschaft liefert, Medien verstärken.““

Soon gilt als einer der führenden Klimawandel-Skeptiker weltweit. Er führte er den Nachweis, daß die Sonne kein stabiler Motor, sondern ein veränderlicher Stern ist – mit messbaren Folgen für das Klima der Erde. Diese Folgen sind nach Auffassung des Wissenschaftlers relevant – im Gegensatz zum CO2. Die Theorie eines durch den Ausstoß von CO2 menschengemachten Klimawandels hält Soon für falsifiziert.
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Wissenschaftlicher bzw. erkenntnistheoretischer Fortschritt ist ein Prozess des  wiederholten Falsifizierens von Prämissen bzw. Annahmen der jeweiligen Theorien bzw. Modelle. Von daher gilt Wahrheit immer nur solange, bis sie falsifiziert worden ist. Klima als überaus komplexes System läßt sich zwar in Prognosemodelle fassen, deren Prämissen jedoch sind (derzeit noch?) so vage, daß sie der Falsifizierung nicht standhalten können.
11.1.2026
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(1) Astrophysiker Willie Soon: «Man kann keine Gesetze gegen die Sonne machen»
Der Astrophysiker Willie Soon erforscht seit Jahrzehnten den Einfluss der Sonne auf das Klima. Im Gespräch mit der Weltwoche erklärt er, warum er CO2 nicht als klimatischen Steuerungsfaktor betrachtet, wie politische und finanzielle Strukturen wissenschaftliche Erkenntnisse prägen und weshalb er trotz Anfeindungen weiterforscht.
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Willie Wei-Hock Soon, geboren im malaysischen Kangar, ist ein Astrophysiker, der vor allem durch seine kontroversen Ansichten zum Klimawandel bekannt wurde. Nach einem Studium der Luft- und Raumfahrttechnik an der University of Southern California, das er 1991 mit einer Promotion abschloss, arbeitete Soon viele Jahre am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, Massachusetts. Seine Forschung konzentrierte sich ursprünglich auf Sonnen- und Sternphysik, insbesondere auf die Aktivitätszyklen der Sonne und deren mögliche Auswirkungen auf das Klima der Erde. Er ist jetzt vor allem dadurch bekannt, dass er die Rolle der Sonne als entscheidenden Klimatreiber betont und den Einfluss menschlicher Treibhausgasemissionen auf die globale Erwärmung als überschätzt bezeichnet. Diese Haltung setzte ihn in direkten Gegensatz zum allgemein angenommenen wissenschaftlichen Konsens über den menschengemachten Klimawandel.
 
Soon gilt als eine der zentralen Figuren der «Klimaskeptiker»-Bewegung. Befürworter sehen in ihm einen Wissenschaftler, der gegen den Mainstream denkt und auf die Komplexität natürlicher Klimafaktoren hinweist. Seine Gegner hingegen betrachten ihn als Beispiel für den Einfluss wirtschaftlicher Interessen auf die Klimadebatte und für den Missbrauch wissenschaftlicher Autorität zur politischen Argumentation. So steht Soon sinnbildlich für die Spannungen zwischen wissenschaftlicher Freiheit und den wirtschaftlichen und politischen Kräften, die die Klimadiskussion bis heute prägen.
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Weltwoche: Herr Professor Soon, Sie behaupten seit Jahren, dass sich das Erdklima natürlich verändert und dass CO2 nicht der Haupttreiber ist. Was ist der Kern Ihres Arguments?
Willie Soon: Das Klima der Erde war schon immer einem ständigen Wandel unterworfen. Verschiebungen von Land- und Meeresflächen, tektonische Kräfte – und vor allem die Sonne – bestimmen seine Dynamik. Die Sonne liefert 99,99 Prozent der Energie, die Wetter und Klima antreibt. Ohne sie gäbe es keinen Wind, keine Meeresströmungen, keine Fotosynthese. Gemeinsam mit zwei Kollegen habe ich gezeigt, dass die besten empirischen Daten die Hypothese einer vom Menschen verursachten CO2-Erwärmung nicht stichhaltig belegen. Natürliche Faktoren und solare Variabilität spielen eine weit grössere Rolle.

 

Weltwoche: Aber ist die Sonne nicht eine Art «konstanter Lichtschalter»?
Soon: Wer das behauptet, ignoriert die Messungen. Die Strahlung der Sonne schwankt – besonders im UV- und Röntgenbereich. Diese Variationen beeinflussen die Atmosphäre, Luft- und Meeresströmungen sowie langfristige Klimamuster.
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Weltwoche: Warum halten Sie die Fixierung auf CO2 für falsch?
Soon: Die CO2-Panik basiert nicht auf solider Wissenschaft. Temperatur- und Strömungsmuster der letzten 150 Jahre stimmen weit besser mit Schwankungen der Sonnenaktivität überein. Wo es ein CO2-Signal gibt, liegt es nach meiner Analyse unter der Nachweisgrenze. CO2 wird deshalb zu Unrecht als «Klimagift» verteufelt, obwohl es die Fotosynthese antreibt, die Wassernutzung von Pflanzen verbessert und messbare Begrünung bewirkt hat – sogar in trockenen Regionen. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Erde deutlich grüner geworden, auch an Wüstenrändern. Umgekehrt führten niedrige CO2-Werte in Eiszeiten zu kargen Bedingungen. Der aktuelle Anteil von CO2 in der Atmosphäre beträgt 0,043 Prozent – keineswegs gefährlich, möglicherweise sogar suboptimal für eine gedeihende Biosphäre.
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Weltwoche: Was bestimmt die Konzentrationswerte?
Soon: Seit den 1940er Jahren weiss man, dass Schwankungen der Sonnenaktivität und der Erdbahnkonfiguration die Eis- und Warmzeiten der letzten 2,5 Millionen Jahre beeinflussten. Satellitendaten zeigen, dass die Sonne keine stabile Strahlungsquelle ist. Diese Energieschwankungen können sogar biologische Prozesse – vielleicht genetische Mutationen – beeinflussen. Ähnliches lässt sich auch bei anderen sonnenähnlichen Sternen beobachten.
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Weltwoche: Sie verweisen oft auf das Maunder-Minimum. Was lehrt uns das?
Soon: Es war eine Phase extrem geringer Sonnenaktivität, etwa von 1645 bis 1715. In dieser Zeit gab es fast keine Sonnenflecken – die Sonne war ungewöhnlich ruhig. Diese Phase fiel mit der Kleinen Eiszeit zusammen: Gletscher wuchsen, die Themse fror, Chroniken berichten von grosser Kälte. Das weist auf eine Kopplung zwischen Sonnenaktivität und Klima hin. Wir verstehen die magnetischen Zyklen der Sonne – etwa den elfjährigen Zyklus und die Übergänge in Ruhephasen – noch nicht vollständig, aber die beobachteten Zusammenhänge sind robust und global.

Weltwoche: Wenn die Sonne so wichtig ist, warum dominiert dann das CO2-Narrativ?
Soon: Weil man keine Gesetze gegen die Sonne machen kann – aber gegen CO2 schon. Das führt zu Steuern, Regulierungen und Eingriffen in die Energiepolitik. Seit den 1980er Jahren ist daraus ein komplexes Geflecht aus Subventionen, Bürokratien und Aktivistennetzwerken entstanden. Politik verlangt einfache Botschaften, Medien wollen Drama – und viele Wissenschaftler passen sich an. Der Atmosphärenphysiker Richard Lindzen nannte das den «Eisernen Dreieckseffekt»: Politik finanziert, Wissenschaft liefert, Medien verstärken.

Weltwoche: Ergeben sich daraus bestimmte Tendenzen?
Soon: Leider haben viele wissenschaftliche Institutionen in den letzten Jahrzehnten eine alarmistische Einheitsmeinung angenommen. Kritiker werden ausgegrenzt. Klimapolitik dient zunehmend ökonomischen und ideologischen Zielen, nicht der objektiven Forschung. Ein positives Zeichen immerhin gibt es aber: Bill Gates hat jüngst eingesehen, dass man das Klima nicht durch die Regulierung von CO2 steuern kann. Stattdessen will er sich nun auf Anpassung konzentrieren – darauf, menschliches Leid durch extreme Kälte oder Hitze zu mindern. Das ist eine begrüssenswerte Entwicklung.

Weltwoche: Seit der Industrialisierung steigen CO2 und Temperatur parallel.
Soon: Korrelation bedeutet nicht Kausalität – und übrigens ist die Korrelation gar nicht so stark. Trotz massiven Emissionssenkungen etwa in den USA oder Grossbritannien steigen die CO2-Konzentrationen weiter. Das zeigt, wie wichtig natürliche Rückkopplungen sind. Auch wenn CO2 etwas beiträgt, dominiert es nicht.

Weltwoche: Wurde das während des Covid-Lockdowns bestätigt?
Soon: Ja. Denn trotz einem weltweiten Rückgang der Emissionen stieg die CO2-Konzentration weiter. Das beweist: Der Mensch emittiert zwar, doch der Nettoeffekt wird von riesigen Austauschen zwischen Ozeanen, Biosphäre und Atmosphäre überlagert. CO2 ist kein Klimathermostat.

Weltwoche: Sie nennen den IPCC «selektiv». Wie meinen Sie das?
Soon: Von der grossen Bandbreite wissenschaftlicher Studien werden nur bestimmte Modelle bevorzugt, andere marginalisiert. Das erzeugt den Eindruck von Gewissheit, wo Unsicherheit herrscht. Wissenschaftliche Integrität verlangt das Offenlegen von Unsicherheiten und das Testen konkurrierender Hypothesen. Stattdessen erhalten wir politische Berichte mit wissenschaftlicher Maske.

Weltwoche: Warum stützen viele Medien und Akademiker dennoch die CO2-These?
Soon: Weil sie politisch nützlich ist. Autorität ersetzt keine Beweise. Wissenschaftliche Wahrheit entsteht nicht durch Abstimmung, sondern durch wiederholbare Beobachtung und Theorie. Beunruhigend ist, dass Regierungen und Organisationen zunehmend die Vorstellung verbreiten, das Klima müsse statisch bleiben.

Weltwoche: Engt das den wissenschaftlichen Diskurs ein?
Soon: Ja. Statt Argumenten hört man Anschuldigungen. Universitäten, die kontroverse Sprecher ausladen, lehren Studierende, dass Konsens wichtiger sei als Wahrheit – das ist fatal.
Weltwoche: Welche Rolle spielen die Medien?
Soon: Viele Berichte setzen auf Moral und Drama. Unsicherheit verkauft sich schlecht, Nuancen noch schlechter. So entsteht eine Medienphysik des «globalen Siedens», die mit Messungen wenig zu tun hat.

Weltwoche: Wie beurteilen Sie Klimamodelle?
Soon: Modelle sind nützlich, aber sie enthalten viele Annahmen – etwa zu Wolken, Aerosolen oder Turbulenzen. Das Anpassen an historische Daten verbessert nicht automatisch die Prognose. Modelle müssen an Beobachtungen getestet werden.

Weltwoche: Was wünschen Sie sich von Politik und von Medien?
Soon: Von den Medien wünsche ich mir Differenzierung statt Alarmismus. Von der Politik erwarte ich Forschungsfreiheit, Resilienz, Technologiefreundlichkeit und Investitionen in Infrastruktur. Vor allem aber: Demut vor der Komplexität der Natur. Denn man kann, wie gesagt, keine Gesetze gegen die Sonne machen – man kann sie nur besser verstehen und Entscheidungen treffen, die realistisch, klug und menschlich sind.
… Alles vom 3.12.2025 mit Willie Soon bitte lesen auf
https://weltwoche.de/story/man-kann-keine-gesetze-gegen-die-sonne-machen/
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Willie Soon, 60, promovierte 1991 an der University of Southern California und forschte anschliessend am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics. Seit fast vier Jahrzehnten untersucht er die Aktivitätszyklen der Sonne. Aus dieser Arbeit entstand ein Datensatz, der zeigt: Die Sonne ist kein stabiler Motor, sondern ein veränderlicher Stern – mit messbaren Folgen für das Klima der Erde.

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