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Freiburgs Bächle liegen trocken – und die Touristen haben viele Fragen an Bächleputzer Stocky
Seit gut zwei Wochen liegen Freiburgs Bächle komplett trocken. Die Dreisam hat nicht mehr genug Wasser, um die Stadtbächle zu speisen. Das sorgt für großes Bedauern – bei Touristen und Bächleputzern
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Alain Stockmayr, der Bächleputzer Stocky, steht ein paar hundert Meter weiter oben am Schwabentor. Hier, wo die Bächle ihren Anfang nehmen und wo sie besonders breit und tief sind. Auch Stocky muss viele Fragen von Stadtbesuchern und Einheimischen beantworten. Er und sein vierköpfiges Team putzen trotzdem die Bächle. Holen Müll und vor allem weggeworfene Zigarettenkippen aus den Rinnen. „Ich sag‘ immer: Die Bächle sind Freiburgs größter Aschenbecher. Leider“, so der 60-Jährige. Seit 25 Jahren arbeitet Stockmayr für die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF), seit 15 Jahren ist er Bächleputzer – ein Beruf, den es bekanntlich nur in Freiburg gibt. Er läuft täglich 10 bis 15 Kilometer quer durch die Stadt entlang der Mini-Kanäle. 16 Kilometer sind die Bächle lang, verlaufen teils unterirdisch. Rund acht oberirdische Kilometer werden von den Bächleputzern täglich gesäubert.
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Die Trockenlegung hat sich abgezeichnet. In den ersten Juli-Wochen gab es noch genug Wasser. Da saßen abends Hunderte von Menschen mit den Füßen an den Stadtbächle, kühlten und entspannten sich, meist mit einem Getränk in der Hand. Doch dann sank der Dreisampegel dramatisch. „Die Bächle wurden dann immer mehr zu Rinnsalen“, berichtet Stocky. Seit gut zwei Wochen herrscht komplett Ebbe. „Wir putzen natürlich auch viel lieber, wenn Wasser in den Bächle ist“, sagt er. 2016 und dann vor allem im Jahr 2018 hat es auch schon lange Trockenphasen für die freiburg-spezifischen Wasserläufe gegeben, wie er sich erinnert. Im vergangenen Jahr dagegen seien die Bächle den ganzen Sommer über durchgelaufen. Dieses Jahr droht erneut eine lange Pause. „Man bräuchte für die Zukunft vielleicht ein anderes System, aber ich weiß auch nicht, wie man das bewerkstelligen sollte, wenn das Wasser so knapp ist“, meint Stocky.
Die Geschichte der Bächle reicht mehr als 800 Jahre zurück
Die Bächle, 1220 erstmals urkundlich erwähnt, sind Teil der Freiburger Identität. Mit Blick auf den Klimawandel steht zu befürchten, dass dem fließenden Freiburg-Wahrzeichen weitere harte Sommer bevorstehen. Der Pegel der Dreisam bei Ebnet lag am Freitag bei 26 Zentimetern – mehr als 40 Zentimeter unter dem Normalwert. Im Normalfall hat die Dreisam einen Abfluss von 5,63 Kubikmetern pro Sekunde – aktuell sind es bei Ebnet nur mickrige 0,14 Kubikmeter. Das hat Folgen – nicht nur für die Bächle.
Das Bächlewasser wird normalerweise an einer Stellfalle am Sandfang für den Gewerbebach abgezweigt. „Die Stellfalle ist auch aktuell offen, aber es fließt aufgrund des extremen Niedrigwassers nur halt gar kein Wasser in den Gewerbebach“, erklärt Stadtsprecherin Linda Widmann. Das Wasser der Dreisam werde von vielen Seiten benötigt und deswegen über die Regulierungen der Wehre in Absprache mit dem Garten- und Tiefbauamt und dem Umweltschutzamt über die sogenannten Runzen geregelt. Da gebe es von allen Seiten unterschiedliche Interessen: abzweigende Bachläufe für den Erhalt der Fauna und Flora, die Bewässerung der durchflossenen Waldabschnitte, die Beschickung der eigentlichen Dreisam (ebenfalls Fauna und Flora), die Wasserkraftanlagen – und dann gibt es natürlich auch den touristischen Nutzen mit den Bächle. „Wenn der Wasserstand so niedrig ist wie derzeit, können all diese Bedarfe nicht mehr gedeckt werden“, so Linda Widmann.
… Alles vom 15.8.2026 von Joachim Röderer bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/freiburgs-baechle-liegen-trocken-und-die-touristen-haben-viele-fragen-an-baechleputzer-stocky
Bächle, Bächle, Bächle – über 9 km lang in der Freiburger Altstadt
Vom Gewerbekanal her führt ein Kanal 500 m lang unterirdisch zwischen Kartäuserstrasse und Schloßberg in der Minute ungefähr 250 Liter Wasser zum Schwabentor heran, dem höchsten Punkt des Bächlesystems. Dann verteilen sich die Bächle in der Freiburger Altstadt: Ungefähr 9 km lang (3 km unterirdisch und 6 km offen), durch 142 Schieber geregelt und mit Rechen, Sinker und Überlaufstellen ausgestattet. An Oberlinden und in der Herrenstrasse sind die Bächle über 1 m breit und 60 cm tief; die schmalste Bächle findet sich in der Kaufhausgasse 35 cm breit und 15 cm tief, dann folgen Buttergasse und Präsenzgäßle..
Jedes Jahr Mitte Oktober ist Bachabschlag: Dann wird das Wasser für zwei Wochen abgelassen, und die beiden bei der Stadt Freiburg festangestellten Bächleputzer Peter Streicher und Uwe Lang mitsamt Helfern von der Badenova reinigen und warten die Bächle.
Ungefähr zur Zeit des Münsterbaubeginns um 1250 wird eine weitere Freiburger Sehenswürdigkeit zum ersten Mal urkundlich erwähnt (genauer: 1238 beim ehem. Dominikanerkloster an Unterlinden) – die Freiburger Bächle, die jedem Gast der Stadt in Erinnerung bleiben und ein wahres Kuriosum darstellen, durchziehen sie doch die gesamte Innenstadt und bieten im Sommer vor allem den kleinen Besuchern eine willkommene Abkühlung. Wer aus Unachtsamkeit in eines dieser Bächle tritt, so sagt man, wird auf ewig in Freiburg bleiben, die Bächle haben Drachenkraft. Die Dreisam beliefert den Gewerbekanal und dieser wiederum die „Freiburger Bächle“ mit Wasser, wobei ca 250 l Wasser pro Sekunde abgezweigt werden.
Natürlich spielte die Wasserversorgung auch für die gesamte Stadt Freiburg eine große Rolle – der zweite Grund für Kanäle und Bächle. Denn weil die Freiburger Altstadt nicht direkt an der Dreisam erbaut wurde, musste Be- und Entwässerung schon früh geklärt werden. Am Sandfangweg unterhalb der Brücke wurde ein Versorgungskanal von der Dreisam abgezweigt – auch heute noch sprudelt das Wasser von hier aus in die Stadt! Bereits im 13. Jahrhundert rauschten dann die Bächle durch Freiburgs Zentrum. Ursprünglich verliefen sie in der Straßenmitte, wurden im Brandfall aufgestaut und so als Löschwasser benutzt. Um 1500 wurde dann ein 560 Meter langer Tunnel durch den Schlossberg gegraben, der die Wasserversorgung der Bächle verbesserte und der – so wie die Kanalabzweigung am Sandfangweg – noch heute in Betrieb ist.
https://www.ig-dreisam.de/dreisam/auenland.html
Bächle-Bilder

(1) Fussbalfans am Rathaus (2) Mama fotografiert am 18.5.2013 (3) Zwei Boote – ein Sohn

(4) Zwei Boote – zwei Söhne (5) Oma fotografiert (6) Münsterplatz 22.7.2012

(7) Münsterplatz 4.10.2012 (8) Rathausplatz am 8.6.2013 (9) Mein Boot und ich

(10) Rittersporn 14.6.2014 (11) Rathausgasse FR 20.8.2013 (12) Fußbad Herrenstrasse

(13) Kinderwagen Bächle 22.4. (14) KaJo am 22.4.2014 (15) Boote am Abgrund 22.4.

(16) Augustinerplatz/Grünwälderstrasse am 31.5.2014 gegen Mittag

(19) 31.5.2014

(22) Zwei Schwestern – ein Boot (23) So richtig nass werden (24) doch nicht etwa Pipi ?

(25) Im Cafe am 31.5.2014 (26) Herrenstrasse 8.8.2014 (27) Vater und Sohn 8.8.14

(28) Kinderwagen links und rechts (29) KaJo 8.8.2014 am Bächle (30) Freiburgs Hauptstrasse
(31) Bächle wasserlos 20.9.2014 KaJo (32) Bächle Herrenstrasse 11.9.2015 (33) Tracht im Bächle 11.9.

(34) Velo Bächle Herrenstr. 11.9.

(35) Grünwälderstrasse am 11.8.2025
(1) Fans des FC SChalke 04 am Bächle vor dem Freiburger Rathaus vor dem Spiel SC-Schalke (1:2) am 18.5.2013
(2) – (5) Mama und Oma aus München mit den beiden Söhnen am Bächle in der KaJo 18.5.2013
(6) Münsterplatz Südseite am 22.7.2012: Das Rennrad im Bächle parken – für den kühlen Reifen
(7) Münsterplatz 4.10.2012: Wurst essen am Bächle – die Tauben warten schon
(10) Das Fahrrad im Bächle parken am Münstermarkt – Rittersporn 14.6.2014
(12) Fußbad Herrenstrasse bei Oberlinden am Kunstmarkt in der oberen Altstadt am 30.8.2013
(16) – (25) Augustinerplatz, Ecke Grünwälderstrasse am 31.5.2014 gegen Mittag



