Cotar: Freiheit AfD Demokratie

Von der dreitägigen Inszenierung „Prozess gegen Deutschland“ zum fiktiven AfD-Verbotsverfahren werden wahrscheinlich nur die Reden von Joana Cotar (ab 47:15 von 2:35:20) und Harald Martenstein (ab 2:16:23) der Erinnerungskultur erhalten bleiben. Denn diese beiden Beiträge hatten Gehalt.
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Die 12-minütige Rede von Joana Cotar – als Video zu sehen und zu hören hier https://www.youtube.com/watch?v=GtA3S4vzAX4 bzw. in Anlage (1) unten oder im Redetext zu lesen in Anlage (1a) unten – war ein fulminantes Plädoyer für die Freiheit – anspruchsvoll, mit Tiefgang, auch Kant wurde eingangs zitiert. Wie ein Feuerwerk, aber leider sehr schnell gesprochen, ohne Pausen zum Nachdenken zwischendurch. Fast wie bei einer Vorlesung an der Uni – die Studiosi sollen eben mitschreiben und zuhause nacharbeiten. Aber aus den Gesichtern der doch eher links orientierten Zuhörer im Thalia-Theater zu Hamburg war deren Überforderung zu lesen, oder war es nur deren Unwille? Wahrscheinlich beides.
Dieser Redetext von Joan Cotar sollte an den Schulen verteilt und im Unterricht besprochen werden. 

Joana Cotar brachte unsere Freiheitlich-Demokratische Grundordnung (FDGO) auf diese Kurzformel:
„Freiheit lebt davon, dass Menschen Falsches sagen dürfen,
ohne sozial vernichtet zu werden“
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Und diese FDGO ist gefährdet, denn die Ausgrenzung der abweichenden und deshalb vermeintlich falschen Meinung verbreitet sich hierzulande. Da hilft auch der Ruf nach einem starken Staat nicht, der die „Falsches“-Sager auf die Linie von „Unsere Demokratie“ bringen soll. Denn Demokratie lebt von Diskussion, Dissens unterschiedlicher Meinungen, Argumentation und Kompromiß. Cotar verteidigt damit keine politische Partei, sondern das demokratische System.
„Lügen lassen sich widerlegen. Gewissheiten nicht.“ Dieses Statement von Cotar prangert unser Problem in Deutschland an: Meinungen werden nicht mehr frei heraus gesagt, mühsam diskutiert und argumentativ widerlegt, sondern bequem als ideologisch festgeschriebene Dogmen präsentiert und als Haltung befolgt.
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Die beiden Redebeiträge von Joana Cotar und Harald Martenstein (mehr hier) ergänzten sich perfekt: Cotar formulierte eher die theoretischen Grundlagen: Freiheit und FDGO. Didaktisch etwas ungeschickt, eben professoral. Martenstein ging den Schritt von der Theorie zur Praxis und wagte dabei – im Gegensatz zu Cotar – sogar sieben Mal, das Wort „AfD“ auszusprechen. Er sprach rhetorisch mißreißend (so man sich mitreißen lassen wollte bzw. konnte), klar und mutig: „Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie natürlich auch abschaffen“.
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„Warum hält eigentlich unser Bundespräsident nicht einmal so eine Rede wie die am Freitag von Martenstein?“ fragt Klaus Kelle (6). Wobei im Vorprogramm zur Einstimmung Joana Cotar sprechen könnte.
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Beide Reden zeigen, wie wichtig offene Debatten sind und wie sehr sie derzeit nötig sind.
Die Amadeu Antonio Stiftung (AAS) empört sich, daß „menschenfeindlichen & demokratiefeindlichen Stimmen wie Robert Farle, Joana Cotar oder Feroz Khan eine Bühne gegeben“ werde (3) . Nein, wer diese Autoren angehört hat, wurde eines besseren belehrt.
Hadmut Danisch weist auf skandalöse Verhandlungsführung von Herta Däubler-Gmelin (ehemalige Bundesjustizministerin) als Vorsitzende Richterin hin: „Die Frau (Heinecke) sagt „Bullshit“ und Däubler-Gmelin rügt den Mann (Khan) für den Umgangston“ (4). Genauer:
Feroz Khan zitiert aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2024 des BKA (5): „29.000 Messerdelikte im Jahr 2024“ .
Die Hamburger Juristin Gabriele Heinecke als Anklagevertreterin: „… Soll ist Ihnen etwas sagen, das was Sie hier bisher gesagt haben, ist, Entschuldigung, nicht bös gemeint, aber totaler Bullshit“.
Feroz Khan entgegnet: „Das sagt mehr über Sie aus, aber nicht über mich. Die Zahlen sind öffentlich nachvollziehbar (BKA)“ …
Däubler-Gmelin unterbricht den Dialog Khan-Heinecke und ermahnt Khan: „… auch gegenüber Frauen, bitte respektvoll. … Sie haben gerade in einer Art und Weise geantwortet, die nicht dem Gebot vor Gericht entspricht.“
Fakt ist somit eine Verdrehung im virtuellen Gerichtsverfahren durch Herta Däubler-Gmelin: Der Bullshit stammt von Gabriele Heinecke als Anklagevertreterin, nicht aber von Feroz Khan. In einem realen Gerichtsverfahren wäre dies ein Skandal.

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In dem „Prozess gegen Deutschland“ im Thalia-Theater spielt die Gewalt eine dominierende Rolle. Es geht 3 mal um Gewalt:
1. Steuern als Gewalt: Das Thalia-Theater ist subventioniert, basiert also auf Gewalt.
2. Gewalt der AfD
3. Gewalt gegen die AfD durch deren Verbot
Dazu fragt der Theater-Fachmann Gerd Buurmann (siehe Anlage (8)): „In einem durch Gewalt finanzierten Theaterstück wurde darüber diskutiert, ob nicht noch mehr Gewalt notwendig ist, ohne dass die Gewalt selbst reflektiert wurde.“
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Anstelle eines Résumées hier mein Wunschtraum:
In erinnerungskultureller Verpflichtung zum „Prozess gegen Deutschland“ vom Freitag, den 13. Februar 2026, im Thalia-Theater zu Hamburg spricht am 13.2.2027 anlässlich des ersten Jahrestages eine Universitätsprofessorin à la Joana Cotar über beiden Vorzüge der Demokratie: Erstens garantiert sie den Bürgern ein Ausmaß an individueller Freiheit wie keine andere Staatsform. Und zweitens hat sie das Nachfolgeproblem in einzigartiger Weise genial gelöst im Institut der Opposition, in der die nächste Regierung immer darauf wartet, um die Macht übernehmen zu können. Die Professorin schließt ihre Ausführungen ab mit dem Hinweis, daß die Demokratie den mündigen Bürger brauche, um nicht von innen heraus durch Bequemlichkeit und Untertanenmentalität zerstört zu werden.
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An diese theoriebezogene Rede schließt sich die eines Bundespräsidenten à la Harald Martenstein an. Er spricht zu den Bürgern, dem Souverän, nicht als Privatmann (wie etwa Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther bei Lanz), sondern als deren ranghöchster Dienstleister. Er muntert die Bürger dazu auf, ihr in §5 GG garantiertes und essenzielles Grundrecht auf freie Meinungsäußerung doch rege wahrzunehmen: Kritik (auch nicht konstruktive), Skepsis (immerzu), Hinterfragen (auch nervendes), Kontrolle (zum Deep State), Verbesserungsvorschläge (Direkt- statt Parteienwahl), sogar Besserwisserei, doch keine persönliche Beleidigungen. Und zum Abschluß spricht der Bundespräsident Harald Martenstein beruhigende Worte zum äußeren Feind, der der Regierung zu gerne zur Ablenkung dient, aber mahnende Worte zum inneren Feind: „Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie natürlich auch abschaffen“.
16.1.2026
Dier Beitrag wurde ohne KI geschrieben.
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Ende von Beitrag „Cotar: Freiheit AfD Demokratie“
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Beginn von Anlagen (1) – (8)
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(1) Youtube: Prozess gegen Deutschland – Eröffnungsrede Joana Cotar
Am Freitag 13.2. hielt Jona Cotar eine der Eröffnungsreden im „Prozess gegen Deutschland“ im Thalia Theater Hamburg.
https://www.youtube.com/watch?v=GtA3S4vzAX4
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Prozess gegen Deutschland – Eröffnung: Auftaktplädoyers & Eröffnungsreden
13.2.2026 https://www.youtube.com/live/IxsJmRPhBOY
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Einige Kommentare:
Das beste Beispiel was gut organisierte NGO’S mit staatlicher Hilfe auf die Beine stellen können. Man stelle sich mal vor die AFD würde sowas ähnliches über 3 Tage auf die Bühne bringen wollen. Unvorstellbar weil sie keine Räumlichkeiten, keine Genehmigungen usw. bekommen würden. Vor allem würde die Veranstaltung von der Antifa gestört und gestürmt werden. Wurde dieser Unsinn von der AfD gestört? AndreasSchmitt
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Ein Prozess gegen Deutschland als Theaterstück getarnt. An drei Tagen haben die Linken vor den Rechten gewarnt. Hätte ich geahnt das es um das AFD-Verbot und der alternative Presse gegangen ist, wäre ich nicht vor Ort gewesen, für diesen Propaganda-Mist. Doch es war wichtig diesem „Schauspiel“ beizuwohnen. Der Hohn dieser genutzten toxischen Kommunikation. Den Umgang mit Zeugen kenne ich schon. Das Kreuzverhör durch die Anklage machte wieder klar, welches faschistische Kind der Fragende war. … Renate
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Danke Frau Cotar für die gute Rede! Die Zuschauer haben sich sehr unterschiedlich verhalten, einige sahen aus, als fühlten sie sich ertappt und würden wirklich ihre Position überdenken, andere haben es offen abgelehnt und hatten wichtigeres zu tun, wie zum Beispiel in den Laptop zu Hämmern. Ich war doch sehr verwundert, dass sie dort zu Wort kommen konnten und auch die Rede von Harald Martenstein fand ich sehr gut. Siegried
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Eine grandiose Rede für die Freiheit. Jeder Satz mit politischen und zugleich philosophischen Tiefgang. Wer überzeugt ist recht zu haben, der hört nicht mehr zu – Wahrheit entsteht nicht im Schutz der eigenen Blase – Freiheit bedeutet nicht, dass wir uns einig sein müssen, sondern das wir widersprechen dürfen. = Eine Rede, die sich in eine Reihe stellt mit Martin Luther King und John F. Kennedy. Eine Rede an die Nation. Eine Rede, wie sie einer Bundespräsidentin würdig wäre. Eine Rede, die ab jetzt in jeder Schule zum Pflichtprogramm gehören sollte. Migrumi
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Herzlichen Dank liebe Frau Cotar, wieder einmal sehr gute Worte von Ihnen, jedes Wort die pure Wahrheit. Nur das Publikum schätze ich als zu stur ideologisiert ein, als dass die Mehrheit Ihnen intellektuell folgen konnte, das gleiche bei Herrn Martenstein. Man schaute in die versteinerten, verbissenen Gesichter und fragt sich: Was ist bei denen schief gegangen? Diese Leute brauchen wirklich Nachhilfe im Fach Demokratie! RitaBecher
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Wer die Demokratie liebt hat sie verstanden. Wie viele das im Publikum waren weiß ich nicht, doch viele Gesichter lassen mich vermuten, dass es nicht sein darf, das gerade sie der Wahrheit sehr sehr nah gekommen sind. Chapeau und danke für ihre Worte. Cornelius
Ende Kommentare
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(1a) Redetext: Prozess gegen Deutschland – Eröffnungsrede Joana Cotar

Die Architektur der Ungewissheit: Ein Plädoyer für eine Freiheit, die
wehtut
Vortrag, Thalia Theater, Hamburg
Joana Cotar, 13.02.2026

Freiheit scheitert selten an der Lüge. Sie scheitert an Gewissheit. An diesem tiefen Bedürfnis, endlich auf der richtigen Seite zu stehen, moralisch unangreifbar zu sein, niemals mehr zweifeln zu müssen. Das ist gefährlicher für die Freiheit als jede Lüge. Denn Lügen lassen sich widerlegen. Gewissheiten nicht. Wer überzeugt ist, recht zu haben, hört
nicht mehr zu und sieht keinen Anlass mehr, anderen ihre Freiheit zuzugestehen.
Immanuel Kant definierte die Aufklärung einst als den „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“. Unmündigkeit aber – ist bequem; und es ist komfortabel, sich in moralischer Gewissheit einzurichten. Und so lassen wir die Aufklärung seit einiger Zeit wieder hinter uns. Wir finden den Weg zurück in die Momente, in denen wir anderen das Denken, die Entscheidungen, unseren Schutz überlassen. Wir finden den Weg zurück in die Abhängigkeit und halten das für Sicherheit. In unserer Gruppe sind wir stark. Fühlen uns geborgen. Müssen beim Denken nicht aus
unserer Komfortzone heraus. Bestärken uns gegenseitig und verlernen das richtige Zuhören.

Wir leben dabei nicht in einer Zeit des Informationsmangels. Im Gegenteil. Wir leben in einer Zeit der Überfülle. Nachrichten, Meinungen, Studien, Expertenaussagen sind jederzeit verfügbar. Strömen unablässig auf uns ein. Doch Wahrheit bedeutet heute weniger die Frage, was die Welt im Innersten zusammenhält, als vielmehr die Frage, wer wir sein wollen. Wahrheit dient der Selbstverortung, nicht der Verständigung. In dieser
„Post-Wahrheits-Gesellschaft“ verfügt jede Gruppe über ihre eigenen Zahlen, Experten und Narrative. Die Wahrheit wird nicht abgeschafft, sondern vervielfältigt – und dadurch entwertet. Sie ist überall, aber in vielen Versionen; moralisch aufgeladen und fest mit Identitäten verknüpft. Wir suchen sie nicht mehr – wir verteidigen sie. Wir prüfen sie nicht – wir bewohnen sie Sobald aber Wahrheit zur Haltung wird, wird Abweichung verdächtig. Irrtum gilt nicht mehr als normaler Bestandteil des Erkenntnisprozesses, sondern als Hinweis auf falsche Gesinnung. Widerspruch stört, Zweifel relativiert,
Uneindeutigkeit macht angreifbar.
In diesem Klima wird Freiheit fragil, denn Freiheit lebt existenziell davon, dass Menschen falsche Dinge sagen dürfen, ohne ihr Gesicht zu verlieren, ohne dafür sozial aussortiert zu werden. Wo „Wahrheit“ jedoch zur Identität erstarrt, gibt es keine Beweglichkeit mehr. Nur wer sich festlegt, gilt als sicher.

Post-Wahrheit bedeutet nicht, dass Menschen plötzlich häufiger lügen. Menschen haben sich immer geirrt. Neu ist vielmehr, dass die Wahrheit nicht mehr das Ergebnis eines Suchprozesses ist, sondern Ausgangspunkt einer Position. Früher wurde über Wahrheit gestritten. Man konnte falsch liegen, korrigiert werden, umlernen. Das setzte voraus, dass es etwas Gemeinsames gab, ein Fundament, auf das man sich bezog, zumindest den Anspruch auf eine geteilte Wirklichkeit.
Dieser Anspruch jedoch ist brüchig geworden. Fakten existieren weiterhin, aber sie überzeugen nicht mehr aus sich heraus. Sie wirken nur noch innerhalb eines Rahmens, der bereits festlegt, was als relevant oder glaubwürdig gilt. Derselbe Sachverhalt kann als Beweis oder als Provokation gelesen werden, je nachdem, in welchem Deutungsraum er
auftaucht. Das hat Folgen. Denn wenn der gemeinsame Maßstab fehlt, bleibt als Erklärung für Widerspruch oft nur noch ein Mangel an Integrität. Der Streit verlagert sich von der Sachebene auf die moralische Bewertung der Person.

So entsteht eine merkwürdige Gesellschaft: laut und gleichzeitig still; voller Meinungen, aber arm an echten Gesprächen; voller Wahrheiten, aber unfähig zur Verständigung. Die Post-Wahrheit ist kein Triumph der Lüge, sondern ein Symptom kollektiver Überforderung. Widerspruch irritiert uns; Zweifel erschüttert die mühsam aufgebaute Identität und gefährdet die Haltung, an der wir so hart gearbeitet haben. In unserer verunsicherten Zeit verlangen viele nach klaren Positionen, nach moralischer Reinheit. Das Ergebnis ist ein nahezu religiöser Eifer, der keine Abweichung duldet. Kritik am eigenen Lager? Unerwünscht. Verständnis für „die Anderen“? Suspekt. Die Fronten verhärten sich. Verbissen pocht jede Seite auf ihre Wahrheit – und ruft reflexartig nach strengen Maßnahmen gegen die Anderen, die „Unbelehrbaren“. Verbote und soziale Ächtung sind wieder salonfähig geworden. Canceln wir die Außenseiter, die, die anders
denken, anders ticken, anders handeln, anders wählen.
Dieser reflexhafte autoritäre Impuls entspringt einer gefährlichen Illusion der Gewissheit: dem Glauben, man könne durch Zwang eine bessere und sichere Gesellschaft kreieren. In Wahrheit erreicht man damit oft das Gegenteil dessen, was man beabsichtigt: Man erzeugt Widerstand, aber keine Einsicht. Wer aus dem Diskurs verbannt wird, zieht sich gekränkt in eigene Nischen zurück oder sucht Verbündete und wehrt sich.

Irrtümer verschwinden nicht durch Zensur oder Ächtung – sie tauchen nur an anderer Stelle, oft radikalisierter, wieder auf. Verdrängte Probleme und Konflikte lösen sich nicht auf. Sie bleiben. Konflikte gehen unter der Oberfläche weiter und verstärken sich dort. Vermeintlich im Namen des Guten – schaffen Verbote und „Canceln“ lediglich Parallelwelten, in denen die jeweils eigene Gewissheit ungefiltert weiterlebt. Und trotzdem ist der Ruf laut – nach dem Staat, der Politik oder der „richtigen“ Autorität, die Ordnung schafft, falsche Meinungen aussortiert. Rechts wie links, oben wie unten. Dieser Ruf entspringt der Sehnsucht nach Entlastung. Danach, dass jemand anderes die Ambivalenz aushält, die wir selbst kaum noch ertragen.

Ist eine Partei anders, unbequem, laut? Spricht sie Dinge an, die der eigenen Haltung, der eigenen Wahrheit, der eigenen moralischen Ordnung widersprechen? Fordern einige ein Verbot. Äußert jemand eine kontroverse Meinung? Heißt es schnell, diese Person sei gefährlich und gefährliche Personen müsse man zum Schweigen bringen. Sie könnten „unsere Demokratie“ gefährden und unsere offene Gesellschaft. Und diese angeblich offene Gesellschaft verteidigt man notfalls mit dem Ausschluss derer, die nicht passen, ohne die Ironie dabei zu erkennen.
Wenn wir es nicht mehr aushalten, einander zu widersprechen, erwarten wir, dass Institutionen diese Spannung für uns entschärfen. In diesem Moment verschiebt sich das implizite Bild des Bürgers: vom verantwortlichen, mündigen Streitpartner zum potenziellen Störfaktor, dessen Verhalten vorhersehbar und dessen Worte kontrollierbar sein müssen.
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Und dem Ruf nach mehr Staat, folgt der Staat nur zu gerne. Ein wenig Einschränkung der Meinungsfreiheit hier, ein paar neue Grenzen des Sagbaren dort. Mehr Gesetze gegen lustige Memes, von denen sich die Herren und Damen im schicken Zwirn beleidigt fühlen.
Hausdurchsuchungen bei Publizist1en, weil man ihre feinsinnigen und intellektuellen Spitzen nicht versteht. Bei Libertären, die feststellen, dass Staatsbedienstete keine Nettosteuerzahler sind. Bei Ärzten, die Maßnahmen kritisieren, die in ihren Augen eher schädlich denn nützlich sind.
All das, im festen Glauben, auf der richtigen Seite zu stehen. So entsteht eine neue Form der Entfremdung, eine Spaltung. Nicht nur zwischen politischen Lagern, sondern zwischen denen, die definieren, was sagbar ist, und denen, die lernen, ihre Zweifel besser für sich zu behalten. Demokratie wird zur Kulisse, Stabilität zum Selbstzweck. Kritik gilt nicht mehr als notwendiger Bestandteil politischer Erneuerung, sondern als Störung eines empfindlichen Gleichgewichts.

Dabei lebt Demokratie gerade von Freiheit, von Bewegung, von Konflikt, von der Möglichkeit, dass die Bürger nicht nur nicken, sondern auch widersprechen – und gehört werden. Denn nur im Gespräch, im Austausch unterschiedlicher Perspektiven, entsteht die Chance, den eigenen Irrtum zu erkennen. In friedlicher Konfrontation liegt die intellektuelle Herausforderung. Nur dort wird Gewissheit wieder beweglich. Doch genau diese Fähigkeit scheint uns zunehmend abhandenzukommen. In der Politik ebenso wie im gesellschaftlichen Diskurs. Statt das Verbindende zu suchen, fixieren wir uns auf das Trennende. Statt Fragen zu stellen, verteidigen wir Positionen. Und wundern uns anschließend über Gräben, die tiefer und unüberwindbarer werden. Der Wählerwille ist kein störendes Hindernis, das man elegant umgehen kann, sondern das Herzstück einer lebendigen Demokratie, das tiefen Respekt verdient. Wer ihn relativiert, weil die „Falschen“ gewählt wurden,  stellt nicht nur einzelne Entscheidungen infrage, sondern das Prinzip der Demokratie selbst.

Für diejenigen, die sich im Besitz der richtigen Wahrheit wähnen, mag das ein beruhigendes Arrangement sein, aber für die Idee der Demokratie und der Freiheit ist es ein schleichendes Gift, das früher oder später seine ganze Wirkung entfalten wird. Denn Freiheit ist kein Privileg für eine politische Richtung, kein Bonus für moralische Konformität. Sie gilt gerade dort, wo sie herausfordert.
War es nicht historisch gesehen gerade auch die politische Linke, die sich gegen die Bevormundung durch Autoritäten stellte? Die für die Autonomie des Individuums kämpfte, gegen starre Moral, gegen gesellschaftliche Kontrolle? Diese Autonomie ist heute nicht weniger bedroht – nur dass die Bevormundung nun oft im Gewand des „Guten“ daherkommt, des Richtigen, des moralisch Unangreifbaren. Man zeigt auf diejenigen, die den Mund aufmachen. Auf Menschen, die das Gefühl haben, dass in diesem Land etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Die Kritik äußern, andere Fragen stellen. Man spricht ihnen die Legitimität ab, manchmal sogar die Menschlichkeit. Man diffamiert sie. Schließt sie aus. Aus Gesellschaft, Beruf und bald auch der Politik? Man hofft, mit ihnen würden auch ihre Fragen verschwinden. Ihre Zweifel. Die Probleme, die sie benennen.

Doch das wird nicht geschehen. Man kann die Realität ignorieren. Aber man kann nicht die Folgen der ignorierten Realität ignorieren. Sie bleiben. Sie wirken weiter – unter der
Oberfläche, jenseits des offiziellen Diskurses, oft radikaler und unversöhnlicher als zuvor.
Wir sollten diese Tage, diesen „Prozess gegen Deutschland“, deshalb nicht als Tribunal begreifen, sondern als Einladung. Als Chance, mit denen zu reden, die man ablehnt. Sich Argumenten auszusetzen, die man nicht teilt. Die eigene Gewissheit nicht länger als Ausgangspunkt, sondern wieder als Ergebnis einer gemeinsamen Suche zu verstehen.
Wahrheit entsteht nicht im Schutz der eigenen Blase. Sie entsteht im Risiko des Gesprächs. Freiheit bedeutet nicht, dass wir uns einig sind – sondern dass wir uns widersprechen dürfen, ohne einander zu Feinden zu erklären. Denn Freiheit bedroht die Demokratie nicht. Sie ist ihre Voraussetzung.
Und vielleicht – ihre Rettung.
Ende Redetext Joana Cotar

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(2) Prozess gegen Deutschland – Unser Autor Christian Witt meint: Joana Cotar war brillant
„Freiheit scheitert nicht zuerst an Lügen, sondern an Gewissheiten – denn Lügen lassen sich widerlegen, ‚Gewissheiten‘ nicht.“ So beginnt Cotar ihren Exkurs, der die Zeitgeschichte in 12 Minuten Rede konzentriert.
Das traf. Weil es den Kern berührt. Eine Gesellschaft, die sich moralisch sicher fühlt und sich selbst überhöht, verliert die Bereitschaft zuzuhören. Wahrheit wird nicht mehr gesucht, sondern bewohnt – jede Gruppe verteidigt ihre Version, statt sie zu prüfen.
In einer Debatte, in der ständig von Gefährdung gesprochen wurde, richtete Cotar den Blick auf eine andere Gefahr: die eigene Verhärtung.
Irrtum, so sagte sie sinngemäß, gelte nicht mehr als Teil eines Erkenntnisprozesses, sondern als finaler Beweis schlichtweg falscher Gesinnung. Widerspruch werde moralisiert, persönlich diffamiert, delegitimiert.
Das ist der Punkt, an dem unser aller Demokratie kippt – nicht schlagartig mit Getöse, sondern so langsam und unmerklich, wie man Frösche kocht, stetig und unterhalb jeder alarmierenden intellektuellen Aufmerksamkeitsschwelle.
Ausgrenzung beginne selten mit dem einen großen Verbot. Sie beginne mit smarter Ächtung, mit dem Entzug von Reputation, mit dem leisen Signal: Du gehörst nicht mehr dazu. Wer diesen Mechanismus nicht erkenne, halte sich weiterhin für offen – während er faktisch Räume schließe.
… Alles vom 14.2.2026 bitte lesen auf
https://www.alexander-wallasch.de/gastbeitraege/prozess-gegen-deutschland-unser-autor-christian-witt-meint-joana-cotar-war-brillant
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(3) Der „Prozess gegen Deutschland“ und seine Empörungswelle: Linke Kunstbanausen Milo Rau, Joana Cotar und Harald Martenstein am Eröffnungstag
Ausverkauft und live gestreamt: Milo Rau inszeniert im Hamburger Thalia Theater einen Probeprozess zum AfD-Verbot, nennt es Debattenöffnung und lädt sogar AfD-Leute ein. Prompt schreit die steuerfinanzierte Empörungsindustrie „brandgefährlich“ und will canceln. Kulturkampf mit Subvention. Links ist nie links genug.

Aber natürlich kommt vonseiten der staatsfinanzierten Amadeu Antonio Stiftung (AAS) der empörte und lauteste Aufschrei: „Bei dem Theaterstück “Prozess gegen Deutschland” wird menschenfeindlichen & demokratiefeindlichen Stimmen wie Robert Farle, Joana Cotar oder Feroz Khan eine Bühne gegeben. Das ist keine Kunst, sondern brandgefährlich & zeigt, wie kaputt der Debattenraum ist.“ Und weiter schimpfen sie, dass diese keine „gleichwertige Positionen“ vertreten würden – also bitte einmal canceln. So sieht der Debattenraum für AAS seit über einem Jahrzehnt aus: in Stasi-Manier unliebsame Meinungen aus dem Diskurs drängen. Dafür wird eine konservativ-liberale Stimme, wie die von Ex-AfD-Abgeordneter Joana Cotar schnell mal als „demokratiefeindlich“ und „menschenfeindlich“ diffamiert – und diese Stiftung ist mit Steuergeldmillionen bis zum Rachen vollgestopft.
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Nachdem die Vorsitzende Richterin Herta Däubler-Gmelin (SPD) den Prozess eröffnet, betritt Regisseur Milo Rau die Bühne. Vor einem diversen Publikum mit einer Paillette an rosaroten Köpfen hält er seine Begrüßungsrede. Er betont sein Ansinnen den Debattenraum zu öffnen und dabei drei Fragen auf den Grund zu gehen: Ob die AfD verboten werden kann, ob es ein Social-Media-Verbot für alle unter 16 Jahren geben sollte und welche Ausmaße die Sprache der Gewalt hat.
Viel interessanter sind seine Statements zu Anfragen von Nius, die er erhalten hat. Eine dieser Fragen lautete, ob er es als problematisch sehe, als staatlich finanzierter Künstler einen Schauprozess gegen die Opposition zu führen. Lapidar antwortet Rau, dass es sich um einen Prozess mit offenem Ausgang handle, ohne Skript und die AfD doch auch staatlich finanziert sei – sowie auch Nius von einem Großunternehmer Gotthardt finanziert wird. Ihr Steuergeld ist also gut investiert. Bis dahin ist noch kein Wandel in der linken Kulturlandschaft zu sehen.
Auch die ersten Reden holen einen nicht aus dieser Kulturlandschaft ab. Erst die „demokratiefeindliche“ und „menschenverachtende“ Joana Cotar, scheint die Demokratie und Freiheit so wirklich in Worte fassen zu können: „Freiheit scheitert an Gewissheit.“ Die Gewissheit, welche Menschen „moralisch unangreifbar“ macht und zu „religiösem Eifer“ werden kann – das perfekte Beispiel ist hierfür, wie wir gesehen haben die Amadeu Antonio Stiftung, welche offenbar die komplette Gesinnungskontrolle wolle. Aber genau dadurch entsteht Entfremdung, statt Verbindung, betont Cotar.

Doch mit dem Abschluss ging es aufwärts: Kolumnist Harald Martenstein (Bild) verleitet das Publikum zu Buhrufen und Schnappatmung – da kennt die linke Blase nun mal keine juristischen Regeln. Marteinsteins Humor und Schlauheit lassen die vorangegangenen Geschichtsvorlesungen ausgelutscht und verstaubt zurück. Der groteske Vergleich von Alice Weidel und Heinrich Himmler oder aber Franz-Josef Strauß und Willy Brandt zusammen im Kabinett – und noch viele weitere Gleichnisse sind in seine Rede schön verpackt. Pointiert kommt er zum Schluss: „Sie wissen, dass sie nicht das vierte Reich verhindern, sondern lediglich ihre politische Konkurrenz ausschalten wollen.“ Anstatt gegen die AfD anzukämpfen, empfiehlt er einfach mal Probleme der Sicherheit, Schulen und Wirtschaft anzugehen.
… Alles vom 14.2.2026 von Noemi Johler bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/prozess-gegen-deutschland/
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Einige Kommentare:
Im Grunde genommen spricht Martenstein in seiner tollen Brandrede eigentlich nur Dinge aus, die das Wesen einer Demokratie und deren Demokraten beschreiben.
Schaut man bei diesem Vortrag allerdings in die gequälten Gesichter dieser unverkennbar ideologisch einseitig durchdrungenen Zuhörer, so kommt einem eher ein anderes Bild in den Sinn, nämlich die Metapher von höchst erregten Vampiren, denen man ein Kreuz vorhält. E.Frei
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Der Beitrag von Martenstein ist klasse! DER weiß, was Demokratie ist! Die „Brandmaurer“ – einer wie der/die andere- wissen es nicht! Es sind ALLESAMT KEINE Demokraten! Hueckfried
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Ich hab’s mir komplett angetan und das Theaterstück hat penetrant nach Tribunal und Hilde Benjamin gerochen und geschmeckt. Zossener
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Es zeigt sich, dass die links-grüne Gesinnungsblase durchaus die eigene Unfähigkeit bemerkt hat, die Probleme des Landes zu lösen. Also muss man diejenigen verbieten. die es wagen, auf die Probleme aufmerksam zu machen. Solche Theaterinszenierungen, die ein Medium nutzen, das ohne Steuergeld schon lange verschwunden wäre, zeigen eigentlich nur die Ohnmacht der linken Szene. Die Hilflosigkeit angesichts des Erstarkens der AfD resultiert letztlich aus der Unfähigkeit des links-grünen Kartells, die anstehenden Probleme zu lösen. Darüber lassen sich immer weniger Menschen im Land täuschen. Wenn sich diese Erkenntnisse dann wirklich einmal im Wahlverhalten der Mehrheit zeigen sollten, dann ist links vorbei. Juergen P.Schneider
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Volle Zustimmung und wenn man sich das Publikum anschaut dann wird’s mir so richtig übel, typisches grünlinkes/wokes/moralinsaures Hamburger-Klientel, das sich offensichtlich für ganz besonders auserwählt/begabt hält. Wer während/nach dieser Rede Buh schreit (oder mit dem Kopf schüttelt, da gab es einige zu sehen) ist eindeutig ein Fall für den Verfassungsschutz. Michael M.
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Der Regisseur möchte „den Debattenraum eröffnen“. Die empörten, linken Gutmenschen möchten aber Volksgerichtshof haben. Bob Roy
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Am Ende wissen alle, dass die AfD nie verboten werden wird. Dazu ist sie für alle zu nützlich:
1) Für die Linken, um die Wähler der CDU im linken Lager einzusperren. Damit kann man auch mit 16 Prozent (SPD) die Bundespolitik so bestimmen, als hätte man die absolute Mehrheit. Um die aber tatsächlich zu erreichen, müssten die Funktionäre der SPD unendlich mehr tun – aber warum sollten sie, wenn es das Gottesgeschenk AfD gibt?
2) Für die AfD-Funktionäre selbst, weil sie ihnen inzwischen nicht zu knapp Posten und Einkommen in Parlamenten sichert, ohne dass sie sich den Exerzitien des Regierens unterziehen müssten. Und ich spreche hier nicht einmal von Sachsen-Anhalt, das sind doch nur Peanuts.
Das will doch keiner aufgeben. … Berlindiesel
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Sehr geehrte Frau Cotar, inhaltlich stimme ich ihrer Rede zu! Aber, didaktisch war sie, sage ich einmal, suboptimal. Für mein Empfinden packen sie zu viel in die vorhandene Redezeit, sprechen daher recht schnell, haben kaum oder keine Redepausen, keine ergänzenden Beispiele oder Erklärungen und geben so vielen ihren Zuhörern kaum eine Chance das von Ihnen Gesagte zu verarbeiten. Und genau diejenigen, welchen ihre Gedanken neu sind wollen sie doch bestimmt erreichen, oder? Weniger ist manchmal mehr! Danke für ihren Beitrag! hatho
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Die meisten Bürger schätzen Bequemlichkeit höher ein als Freiheit. Die meisten sind durch die jahrzehntelange Fürsorge eines allgegenwärtigen Helikopterstaats so verwöhnt und wissen überhaupt nicht mehr wie Freiheit und Eigenverantwortung geht. Das ist die eigentliche Ursache für den Rückzug der Freiheit und das ungebremste Voranschreiten der staatlichen, sozialistischen Planwirtschaft, die sind in jeden Bereich des Lebens einmischt und bestimmen will, was gut und was schlecht ist. Eine trügerische Sicherheit in die sich die Menschen hier begeben, denn der Staat ist nicht die wohlwollende Organisation, für den ihn viele halten, vielmehr hat dieser Staat mit seinen Strukturen in erster Linie sein eigenes Wohlbefinden und seine unbegrenzte Ausdehnung im Blick. MichelNegerle
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Was ist nur aus Deutschland geworden, dass Menschen verfolgt werden die es wagen eine eigene Meinung zu haben und sie öffentlich zu äußern. Dass Menschen verfolgt werden, die die Staatsdiener kritisieren und ihre Handlungen in Frage stellen. Was ist nur aus Deutschland geworden, wenn es aus seiner eigenen Geschichte nichts gelernt hat und wieder „falsche“ Meinungen verfolgt, verprügelt, tötet, bestraft und diskreditiert. Alles nur um die einzige „richtige“ Meinung unter dem Mantel der „Demokratie“ zu manifestieren. Demokratie ist miteinander reden und nicht eine Bevölkerungsgruppe auf Basis von Lügen und Intrigen ausgrenzen! Andreas Kempe
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So wahr … bin Linkswähler aber die Frau hat 100% recht. Könnte man Joana Cotar wählen; ich würde meine Stimme ihr geben. Meine Mitmenschen auch die vom linken Lager denken irgendwie nicht mehr, sondern fühlen nur noch, das tut bisschen weh. Ich kann mich mit allen verstehen zb.: AFD etc. aber meine Leute aus dem Lager (Links) können nur hassen anstatt zu sagen „ich verstehe dich auch“, gut nicht alle aber das habe ich auch nicht behauptet. Beleidigung und „mit denen kann man nicht sprechen“ sollte NIE passieren, sonst können wir gleich bellen anstatt Wörter zu verwenden. Ich will wieder das WIR alle am Tisch sitzen und uns zuhören und dadurch Regeln machen die FÜR jeden Passen. und auch jeder Einschritt zurück macht und ein Schritt zueinander. hunterlint
Ende Kommentare
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(4) Herta Däubler-Gmelin
Juristin und SPD-Politikerin. Von 1998 bis 2002 Bundesministerin der Justiz.
Die hat doch bei dieser grotesken Schauprozessveranstaltung die Richterin gespielt:.
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2 Minuten, die leider wirklich alles aussagen über den #prozessgegendeutschland im #thaliatheater in @hamburg
Über die Redlichkeit der „Richterin“ Däubler-Gmelin und der „Anklägerin“ Gabriele Heinecke, über den Umgang mit Migranten, wenn sie nicht dem eigenen Opfernarrativ folgen wollen, über die Bedeutung von Fakten und Fake News in der realen Welt, über staatlich finanziertes Theater, über die Qualität und Integrität derer, die wie selbstverständlich ein Verbot der @AfD als Mittel zum Schutz der Demokratie – und nicht als deren Abschaffung betrachten.
Einzige Zusatzinformation, die man wissen muss: Die Zahl von 29.000 Messerdelikten im Jahr 2024 ist korrekt. Link im Kommentar.
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Khan: „29.000 Messerdelikte im Jahr 2024“ …
Gabriele Heinecke: „Soll ist Ihnen etwas sagen, das was Sie hier bisher gesagt haben, ist, Entschuldigung, nicht bös gemeint, aber totaler Bullshit“
Feroz Khan: „Das sagt mehr über Sie aus, aber nicht über mich. Die Zahlen sind öffentlich nachvollziehbar (BKA)“ …
Däubler-Gmelin: „… auch gegenüber Frauen, bitte respektvoll. …Sie haben gerade in einer Art und Weise geantwortet, die nicht dem Gebot vor Gericht entspricht.
15.2.2026, https://x.com/jj_hh/status/2022932904431530379
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Wäre das eine echte Gerichtsverhandlung gewesen, hätte ein Strafverteidiger sie an dieser Stelle wegen Befangenheit abgelehnt.
Die Frau (Heinecke) sagt „Bullshit“ und Däubler-Gmelin rügt den Mann für den Umgangston.
…. Alles vom 15.2.2026 bitte lesen auf
https://www.danisch.de/blog/2026/02/15/herta-daeubler-gmelin/
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(5) BKA – Polizeiliche Kriminalstatistik 2024

Fokus: Gewaltdelikte mit Messer
Insgesamt erfasste die Polizei in Deutschland 2024 zu 29.014 Straftaten einen „Messerangriff“. 54,3 Prozent davon entfallen auf Gewaltkriminalität, 43,3 Prozent auf Bedrohung und 2,4 Prozent auf sonstige Straftaten, wie beispielsweise Widerstand gegen und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen sowie Nötigung.
Der Anteil der als „Messerangriff“ erfassten Taten der gefährlichen und schweren Körperverletzung ist im Vergleich zum Vorjahr um 10,8 Prozent angestiegen. Der Anteil an allen gefährlichen und schweren Körperverletzungen hat sich um 0,5 Prozentpunkte erhöht (2023: 5,8 Prozent, 8.951 Fälle). Bei Raubdelikten ist ein Rückgang von 2,6 Prozent zu verzeichnen, der Anteil an allen Raubdelikten ist jedoch um 0,1 Prozentpunkte angestiegen (2023: 10,9 Prozent, 4.893 Fälle).
Wichtig zu wissen: „Messerangriffe“ im Sinne der Erfassung von Straftaten in der PKS sind solche Tathandlungen, bei denen der Angriff mit einem Messer unmittelbar gegen eine Person angedroht oder ausgeführt wird. Das bloße Mitführen eines Messers reicht hingegen für eine Erfassung als Messerangriff nicht aus.
… Alles vom 15.3.2025 bitte lesen auf
https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2024/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2024/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2024_node.html

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(6) Warum hält eigentlich unser Bundespräsident nicht einmal so eine Rede wie die am Freitag von Martenstein?

Alles ist besser als Autokratien und Diktatoren. Wirklich alles. Und immer. Der großartige Publizist Harald Martenstein hat das gerade in einem herausragenden Beitrag unter Beweis gestellt. Martenstein ist seit Langem einer der Besten unserer Zunft. Aber mit seiner Rede am Freitag im Hamburger Thalia Theater hat er einen Meilenstein der Demokratiebegründung gesetzt. Man fragt sich unwillkürlich, warum die meisten unserer Bundespräsidenten eigentlich intellektuell zu limitiert sind, um solche bestechenden und überzeugenden Grundsatzreden ans Staatsvolk zu halten.
Er warnte vor dem Hintergrund eines real drohenden Verbotsverfahrens gegen die rechte AfD, dass man mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, dieselbe auch abschaffen könne. Natürlich kann man das – brillant argumentiert. Martenstein sezierte, dass klar zu entscheiden sei zwischen „rechts“ und „rechtsradikal“,
… Alles vom 15.2.2026 von Klaus Kelle bitte lesen auf
https://www.denken-erwuenscht.com/warum-haelt-eigentlich-unser-bundespraesident-nicht-einmal-so-eine-rede-wie-die-am-freitag-von-martenstein/
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(7) Ein Tribunal im Theater – und ein Tabubruch

Was da in Hamburg geschah, war ein politischer und intellektueller Paukenschlag. Martensteins Rede war so klar, so präzise und intellektuell so unbestechlich, dass sie zwangsläufig im Netz viral ging. Im Saal dagegen reagierte ein Teil des Publikums anders: „Pfui“-Rufe, hörbar empört. Und statt des üblichen Szenenapplauses immer wieder diese gespenstige Stille, wenn jemand nicht klatscht, sondern nachdenken muss.

Warum schlug diese Rede so ein – und zwar in beiden Lagern? Warum war das Publikum zunächst wie versteinert – und reagierte am Ende sogar mit „Pfui“-Rufen?
Weil Martenstein etwas tat, was im aufgeheizten politischen Klima der neuen Bundesrepublik selten geworden ist: Er argumentierte nicht tribal, sondern prinzipiell. Er sprach nicht als Verteidiger einer Partei, sondern als Verteidiger einer Ordnung. Und genau das irritiert. Wer in Lagerlogik denkt, erwartet Bekenntnisse. Wer Prinzipien verteidigt, wirkt verdächtig. Für die einen ist das Verrat, für die anderen zu wenig Angriff.
Die versteinerten Gesichter während der Rede hatten weniger mit Überraschung zu tun als mit Kontrollverlust. Wenn jemand die Spielregeln infrage stellt, mit denen man sich moralisch eingerichtet hat, entsteht Unruhe. Nicht weil die Argumente laut sind – sondern weil sie still treffen. Eine Rede, die nicht empört, sondern präzise ist, nimmt dem Publikum die gewohnte Empörungsroutine.
Und die „Pfui“-Rufe am Ende? Sie sind das Geräusch, das entsteht, wenn Argumente nicht einfach widerlegt werden können – und man sie trotzdem nicht gelten lassen will. Wer eine Partei verbieten möchte, braucht die Gewissheit, moralisch auf der sicheren Seite zu stehen. Wenn diese Gewissheit ins Wanken gerät, reagiert nicht jeder mit Nachdenken. Manche reagieren mit Affekt. Das erklärt die „Pfui“-Rufe. Wer sich sicher fühlt, argumentiert. Wer sich getroffen fühlt, ja ertappt, schreit.
… Alles vom 16.2.2026 bitte lesen auf
https://reitschuster.de/post/ein-tribunal-im-theater-und-ein-tabubruch/
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Einige Kommentare:
Ja, eine sehr gute Rede. Nur ein Stelle stieß mir unangenehm auf, als er einen Unterschied zwischen Rechts und Rechtsradikal andeutet und das alte Narrativ der SPD befeuert.
Deshalb nochmal:
– Die AfD ist rechts.
– Rechts ist ein ganz normales politisches Spektrum, dem Kapitalismus zugewandt.
– Rechtsradikal heißt, dass man rechte Werte fundamental vertritt, also um diese nicht feilscht.
– Rechtsextrem heißt, dass man dieses Fundament auch mit Gewalt erreichen will.
– Nichts davon hat irgendwas mit Rassismus zu tun.
– NS waren Linke.
– Es gibt mehrere linke Strömungen, die sich feindlich gegenüberstehen, genau wie auch beim Islam die verschiedenen Strömungen sich gegenseitig umbringen. Firnefex
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Ich habe mir die Rede angeschaut. Nicht nur die Worte waren beeindruckend – noch beeindruckender waren die entsetzten Gesichter der überwiegend linkslastigen Zuhörer. Viele von ihnen hätten Martenstein gerne nieder gebrüllt und seine Rede verhindern wollen. Genauso wie es heute an deutschen Unis stattfindet. santacroce
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Vor allem war im Publikum kein einziger Ausländer zu sehen. Eine links grüne …  ohne Ausländerdiversität, die sie anderen gerne zu Massen aufoktroieren. In ihren Blasen sieht das weiße Publikum schlimmer aus, als auf jedem AfD Parteitag. DerExilant
Ende Kommentare
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(8) Schauprozess im Theater – Macht, Moral und Meinungsfreiheit
… Im Thalia Theater wurde ein Machtungleichgewicht inszeniert, und gerade diese Inszenierung machte ein wesentliches Phänomen deutlich: In einer asymmetrischen Debatte, in der der einen Seite zugestanden werden soll, Gewalt ausüben zu dürfen, während die andere Seite nur argumentieren kann, ob die Gewalt gerechtfertigt ist, ist es für die bedrohte Seite entscheidend, die Angreifenden vollständig zu verstehen.
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Im Thalia Theater wurde auf eindringliche Art klar: Die bedrohte Seite muss die Angreifenden kennen, während die Angreifenden die bedrohte Seite nicht kennen müssen. Das Debattenklima im Thalia Theater war exemplarisch für die Dynamiken in unserer aktuellen Gesellschaft.
Während der Veranstaltung in Hamburg wurde immer wieder deutlich, dass die Seite, die gegen ein AfD-Verbot argumentierte, die Positionen der Gegenseite kannte. Die Seite allerdings, die für das Verbot stimmte, war auf abenteuerliche Weise unwissend über die Gedankenwelt der Seite, über die sie richteten und denen sie Gewalt antun lassen wollten. Deutlich wurde dies besonders nach den Redebeiträgen von Joana Cotar, Frauke Petry und Harald Martenstein. Teile des Publikums verließen den Saal, als sie sprachen, wiederholt wurden die Redner unterbrochen. Es gab Buh-Rufe und Unmutsbekundungen. Ein großer Teil des Publikums reagierte emotional, anstatt sich auf die Argumente einzulassen. Gleichzeitig erhielten Redebeiträge, die das Verbot unterstützten, wiederholt Applaus.

Die Inszenierung im Thalia jedoch war nicht auf Verständnis ausgerichtet, und schon gar nicht auf Zustimmung. Es ging darum, darüber zu diskutieren, ob es der einen Seite erlaubt werden sollte, der anderen Seite Gewalt anzutun. Es ging darum, die eine Seite staatlich verbieten zu dürfen.

Subventionierte Theater, wie das Thalia, werden häufig von Personen aus dem linken Spektrum bespielt und finanziert. Subventionen werden aus Steuermitteln bereitgestellt, also aus Mitteln, die durch staatliche Gewalt eingetrieben werden, sei es durch Steuerzwang oder andere Durchsetzungsmechanismen. Selbst wenn diese Mittel für gesellschaftlich wertvolle Projekte genutzt werden, bleibt die zugrunde liegende Gewaltbereitschaft ein Faktum.
Bei Steuern ist es eben wie bei jeder Gewalt: Der Staat muss behaupten, diese Gewalt für das Gute auszuüben, um sie auch ausüben zu können. Die Gewalt muss als Instrument für etwas Gutes erscheinen, in diesem Fall für die Kulturförderung. Künstler, die in subventionierten Theatern arbeiten, behaupten oft, Pazifisten zu sein, profitieren jedoch gleichzeitig von der staatlich gewährten Gewalt, die ihre Arbeit ermöglicht.

Die Inszenierung im Thalia Theater zeigte, wie problematisch diese Gewalt werden kann. Im Thalia wurde diskutiert, ob eine Partei verboten werden soll, und dieses Gedankenspiel wurde durch staatlich subventionierte Mittel möglich gemacht. In einem durch Gewalt finanzierten Theaterstück wurde darüber diskutiert, ob nicht noch mehr Gewalt notwendig ist, ohne dass die Gewalt selbst reflektiert wurde.
Die sozialen Medien jedoch durchbrechen dieses Schweigen. Dort können Menschen ihre Gedanken unabhängig vom Theater und dessen Ideologie verbreiten. Die Argumente von Martenstein, Petry und Cotar erreichten auf diese Weise eine breite Öffentlichkeit, und diese Öffentlichkeit diskutierte jenseits des kontrollierten Theaterraums.
… Alles vom 18.2.2026 von Gerd Buurmann bitte lesen auf
https://tapferimnirgendwo.com/2026/02/18/schauprozess-im-theater-macht-moral-und-meinungsfreiheit/

 

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