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Mais dreschen im Dreisamtal am 12.11.2025

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  • „Generationenvertrag“– Warum noch mitmachen und zahlen für Rente und Gesundheit? (17.11.2025)

 

 

Sozialstaat heißt: Geben und Nehmen
Wir haben keinen Sozialstaat mehr, da die Nehmer überwiegen und wir deshalb „auf Pump sozial“ sind.
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„Generationenvertrag“– Warum noch mitmachen und zahlen für Rente und Gesundheit?
Junge Union in Rust 11/2025 gegen Merz‘ Rentenpläne
Der Sozialstaat stand einmal für das Versprechen von Gerechtigkeit – nicht für soziale, sondern für schlichte, altmodische Gerechtigkeit, die Rechte an Pflichten bindet und darauf achtet, dass Geben und Nehmen zum Ausgleich kommen. Davon ist der deutsche Sozialstaat in seiner maßlos überdehnten Gestalt weit entfernt.

Vielleicht gibt es sie ja doch noch, wird sie es doch noch einmal geben, die Opposition. Nachdem ihr die Allparteienkoalition im Deutschen Bundestag das Wort abgeschnitten hat, macht sie sich anderswo bemerkbar. In Rust, beim Deutschlandtag der Jungen Union, klang es tatsächlich manchmal so, als wollten sich die Jungen von den Alten nicht länger über den Mund fahren lassen. Die Parteijugend widersprach den Koalitionsvereinbarungen und den Paketlösungen und deren hilflosem Verkünder, dem Bundeskanzler Friedrich Merz. Hoffentlich bleibt sie dabei und lässt sich ihren Schneid nicht abkaufen.
Merz war angereist, um das verirrte Jungvolk wieder einzufangen, kam aber nicht weit. Auch einem besseren Redner als ihm wäre es nicht gelungen, das Rentenniveau in einem Land zu garantieren, das sich daran gewöhnt hat, auf Pump zu leben.

Das Rentenversicherungs-System im Umlageverfahren tut eben dies: Es bildet keine Rücklagen, gibt heute aus, was es gestern eingenommen hat, lebt von der Hand in den Mund und pfeift auf die Zukunft. Man muss kein Wirtschaftsweiser sein, um zu erkennen, dass Umlageverfahren und demographisches Altern nicht zusammenpassen. Das glauben – oder behaupten – nur Sozialpolitiker. Auch deren Lügen haben aber kurze Beine.

Die nachfolgende Generation sieht nicht länger ein, warum sie einen Vertrag erfüllen sollte, den sie nie abgeschlossen hat. Den sie auch niemals abgeschlossen hätte, wenn sie gewusst hätte, dass von ihr Leistungen verlangt werden, auf die sie selbst keinen Anspruch hat. Dass die heutige Jugend im Alter jemals so gut dastehen könnte wie die Alten von heute, ist schon statistisch ausgeschlossen. Von immer weniger Jungen zu erwarten, immer mehr Alte immer länger und immer besser zu versorgen, ist naiv, die Rente mit 63, das Amulett der SPD, eine Frechheit. Keine Generation hat ihre soziale Macht so schamlos ausgespielt wie die der sogenannten Babyboomer. Sie haben sich Ansprüche zuerkannt, von denen ihre Nachfolger nur träumen können. Warum dann also mitmachen und zahlen?

Kein Zufall, dass an eben dem Tage, an dem die Junge Union in Rust dem Kanzler einheizte, Hendrik Streeck, inzwischen Drogenbeauftragter der Bundesregierung, die mentalen Schäden, die Lieblosigkeit und die Verrohung anprangerte, die der Sozialstaat deutscher Prägung im Krankenversicherungsbetrieb hervorbringt. Als Arzt und Virologe bestens ausgewiesen, hatte Streeck schon zu Corona-Zeiten mit seinen unorthodoxen Vorschlägen zur Bekämpfung der Epidemie bei Impftyrannen wie Karl Lauterbach oder Janosch Dahmen für Empörung gesorgt. Neben Widerspruch und Protesten hatte ihm das schon damals Morddrohungen eingebracht, und niemand sollte sich wundern, wenn sich das demnächst wiederholen würde. Schließlich leben wir im besten Deutschland, das es jemals gegeben hat.
Streeck hat daran erinnert, dass der maßlose Aufwand, mit dem versucht wird, Leben um jeden Preis zu erhalten, eben nicht nur das Leben, sondern auch das Leiden verlängert. Aber das half ihm nichts, genauso wenig wie ihm die Erfahrung hilft, dass der Widerwille gegen die Apparate-Medizin zunimmt und die Zahl derjenigen, die mit Hilfe einer Patientenverfügung den lebens- und leidensverlängernden Maßnahmen zu entkommen suchen, täglich wächst. Die unheilige Allianz aus Patientenschützern und Pharmaproduzenten, Bischöfen und Lobbyisten war auch diesmal wieder pünktlich zur Stelle und warnte vor sozialer Kälte, wie üblich im Namen der Betroffenen. Betroffen waren sie natürlich selbst, sie wollen Geld und Stellen. Aber das sagen sie nicht.

Tatsächlich geht es um viel mehr als Geld. Es geht um eine Rückbesinnung auf das, wofür der Sozialstaat einmal gestanden hatte, aber nicht mehr steht, um das Versprechen von Anstand, Würde und Gerechtigkeit – nicht um soziale, sondern um die schlichte, die altmodische Gerechtigkeit, die Rechte an Pflichten bindet und darauf achtet, dass Geben und Nehmen irgendwann zum Ausgleich kommt.
Davon ist der deutsche Sozialstaat in seiner heutigen, maßlos überdehnten Gestalt weit entfernt:
Kindergeld für Kinder, die es nicht gibt;
Bürgergeld für Bürger, die keine sind;
Renten für Abgeordnete, die keine Beiträge bezahlt haben:
All das und noch viel mehr gilt in Deutschland als sozial gerecht. „Wer sozial sagt, will betrügen“ hatte Carl Schmitt behauptet; leider hat er auch damit Recht behalten.

… Alles vom 17.11.2025 von Konrad Adam bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/generationenvertrag-rente-gesundheit